James Q. Whitman

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James Q. Whitman (geboren 29. April 1957) ist ein US-amerikanischer Jurist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Whitman studierte Jura an der Yale University (J.D.) und an der Columbia University (M.A.), er wurde an der University of Chicago promoviert. Whitman war im Jahr 2010 Guggenheim Fellow.

Whitman arbeitet als Rechtsanwalt und ist Hochschullehrer für Ausländisches Recht und Rechtsvergleichung an der Yale University.

In seiner 2017 veröffentlichten Untersuchung zur deutschen Rassengesetzgebung in der Zeit des Nationalsozialismus stellt Whitman die These auf, dass durch die Arbeit des deutschen Juristen Heinrich Krieger[1], der Anfang der 1930er Jahre einen Forschungsaufenthalt in Arkansas absolvierte, die US-amerikanischen Rassengesetze und ihre pragmatische Handhabung in die juristische Vorbereitung der Nürnberger Gesetze eingeflossen sind. Der deutsche Publizist Hannes Stein liest in dem Werk eine eindrucksvoll belegte Studie[2], der Politikwissenschaftler Joshua Muravchik[3] hingegen verwarf Whitmans Interpretation der amerikanischen Geschichte als eine „reductio ad Hitlerum“.[4]

2017 wurde Whitman in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hitler’s American Model: The United States and the Making of Nazi Race Law. Princeton University Press, 2017[5]
  • The Origins of Reasonable Doubt: Theological Roots of the Criminal Trial. Yale University Press. 2008. ISBN 978-0-300-11600-7.
  • Harsh Justice: Criminal Punishment and the Widening Divide Between America and Europe. Oxford University Press. 2005. ISBN 978-0-19-518260-6.
  • The Two Western Cultures of Privacy: Dignity versus Liberty, Yale Law Journal, Vol. 113, April 2004
  • The legacy of Roman law in the German romantic era: historical vision and legal change. Princeton University Press, 1990, ISBN 978-0-691-05560-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Literatur von und über Heinrich Krieger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  2. Hannes Stein: Hitlers Juristen studierten Rassismus in Amerika. Rezension, in: Literarische Welt, 11. März 2017, S. 2
  3. Literatur von und über Joshua Muravchik im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  4. Did American Racism Inspire the Nazis? A new book claims as much—and in so doing falls into the intellectual trap known as reductio ad Hitlerum. Rezension, in: Mosaic Magazine, 9. März 2017
  5. James Q. Whitman: Hitler’s American Model, Verlagsankündigung bei Princeton University Press