James Young Simpson

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James Young Simpson

Sir James Young Simpson (* 7. Juni 1811 in Bathgate in Linlithgowshire, Schottland; † 6. Mai 1870 in Edinburgh) war ein schottischer Arzt und Entdecker der Chloroform-Anästhesie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Young Simpson war der Sohn eines Bäckers und ging zunächst bei seinem Vater in die Lehre. Als Autodidakt und unterstützt von seinem Bruder bildete er sich jedoch weiter, erhielt ein Stipendium und studierte ab 1827 in Edinburgh Medizin. 1832 wurde er promoviert.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simpson arbeitete zunächst als Landarzt und Vorlesungsassistent eines Pathologen. Zudem gab er Unterricht in Geburtshilfe und wirkte ab 1836 als Operateur am Edinburgher Lying-In-Hopital. Nachdem er seine Kusine geheiratete hatte, erhielt er 1840 einen Ruf als Professor auf den Lehrstuhl für Geburtshilfe.

Er untersuchte die Möglichkeiten von Anästhetika.

Der Effekt von Chloroform auf James Young Simpson und Freunde

Am Abend des 4. November 1847 testete er mit zwei Freunden in einer privaten Runde Chloroform als Narkosemittel. Seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Versuch mit Betäubungsmitteln publizierte er am 12. November in einer Schrift, die sich 4.000 mal verkaufte.[1]

Im Jahre 1847 führte er das Chloroform zu Narkosezwecken ein. Im Jahre 1853 wurde Königin Victoria bei der Geburt ihres neunten Kindes erfolgreich mit Chloroform anästhesiert. Simpson wurde 1866 in den Stand eines Barons erhoben.

Von Simpson stammen viele wissenschaftliche Arbeiten über Akupressur. Dieses Verfahren hat mit der traditionellen chinesischen Medizin nichts zu tun, sondern beschreibt eine Unterbindung blutender Gefäße durch Metallnadeln, die unter das Gefäß gestochen und anschließend klammerartig umgebogen werden. Simpson glaubte, im Fadenmaterial die Ursache für Wundinfektionen gefunden zu haben, seine Gefäßnadeln wurden wegen vieler Nachblutungen schnell wieder verlassen. Erfolgreich hingegen wirkte er auf den Gebieten der Geburtshilfe, der Anästhetika, Hospitalismus und der Frauenkrankheiten.

Als Simpson starb, war seine Beerdigung ein öffentliches Ereignis. Heute erinnert an ihn eine Bronzestatue im Park Princes Street Gardens in Edinburgh.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Sneader: Drug Discovery: A History. Wiley, 2005, ISBN 0-471-89980-1, S. 82 (englisch, 472 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).