Jan Axel Blomberg

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Jan Axel Blomberg hinter seinem Schlagzeug

Jan Axel Blomberg (* 2. August 1969 in Trysil, Norwegen), besser bekannt unter dem Pseudonym Hellhammer, ist ein norwegischer Schlagzeuger, der besonders durch sein Engagement bei Mayhem bekannt wurde. Er spielt in diversen norwegischen Metal-Bands.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arcturus live 2005

Jan Axel Blomberg begeisterte sich schon in jungen Jahren für das Schlagzeugspiel. Er brachte sich das Instrument anfangs selbst bei, indem er die Musik, die er hörte, nachspielte. Seine frühen Einflüsse waren neben gängigen Heavy-Metal-Bands wie Iron Maiden auch Popgrößen wie Duran Duran und Depeche Mode. In den 1980ern entdeckte er dann die ersten Thrash-Metal-Bands wie Venom und Celtic Frost. Eine weitere Komponente, die seinen Schlagzeugstil prägen sollte, war der Jazz. Sein Schlagzeuglehrer brachte ihm das Schlagzeugspiel auf einem alten Jazz-Drumkit bei. Blombergs Schlagzeugspiel gilt als virtuos, mit einer „Taktfrequenz, die jedem Maschinengewehr zum Rohrkrepierer verhelfen würde“,[1] wurde aber in einem Konzertbericht als „oft sehr maschinell und künstlich“ klingend beschrieben; er spiele zwar „alles live, nur werden viele der Töne durch ein Effektgerät gejagt, das die Klänge teilweise synthetisch erscheinen lässt“.[2]

Blomberg spielte in mehreren lokalen Bands und hatte auch einige Live-Auftritte, bevor er 1988 Kjetil Manheim bei Mayhem ersetzte. Zu dieser Zeit legte er sich das Pseudonym Hellhammer zu, das auf der Schweizer Band gleichen Namens beruhte. 1991 gründete er die Band Arcturus.

Mit Mayhem veröffentlichte er das Live-Album Live in Leipzig und Beiträge zum Sampler Projections of a Stained Mind. Nach der Ermordung des Gitarristen Øystein „Euronymous“ Aarseth war er die treibende Kraft hinter der Veröffentlichung des ersten regulären Albums De Mysteriis Dom Sathanas. Um das Album veröffentlichen zu können, versprach er Euronymous’ Eltern, die ursprünglich von Euronymous’ Mörder Varg Vikernes eingespielten Bassspuren neu aufnehmen zu lassen. Auf der veröffentlichten Version sind diese Bassspuren allerdings noch zu hören. Schon am Grab von Euronymous beschloss er zusammen mit Jørn Stubberud (Necrobutcher) die Band fortzuführen; dabei fiel allerdings der satanistische Hintergrund der Band weg.[3] Blomberg wies darauf hin, dass kein Mitglied der neuen Besetzung Satanist sei;[4] er sagte 1994 in einem Interview, er fühle sich nicht zur Dunkelheit hingezogen, sondern interessiere sich ausschließlich wegen der Musik für Black Metal und daneben auch für zahlreiche andere Musikrichtungen.[5]

1995 begleitete Blomberg die Band Immortal auf ihrer Europa-Tournee und trat auch in ihrem Musikvideo Grim and Frostbitten Kingdoms (1995 auf der Videokassette Masters of Nebulah Frost) auf. Arcturus’ Debütalbum Aspera hiems symfonia erschien 1996. Mit dieser Band veröffentlichte er 1997 ein weiteres Album. 1997 schloss er sich der Band Covenant an, die sich später aus rechtlichen Gründen in The Kovenant umbenennen musste. Blomberg gewann mit dieser Band 1998 für Nexus Polaris und 1999 für Animatronic den Spellemannprisen, das norwegische Pendant zum Grammy Award. Im Jahr 2000 erschien das zweite Mayhem-Album Grand Declaration of War. Im gleichen Jahr spielte er auch für Winds ein Minialbum ein, 2001 spielte er auf ihrem Debütalbum. Mit Mayhem gewann er für das vierte Bandalbum Ordo Ad Chao im Jahre 2007 erneut den Spellemannprisen in der Kategorie Metal.[6]

Neben den Hauptbands Mayhem, Arcturus und The Kovenant ist er noch in weiteren Projekten wie Age of Silence und Mezzerschmitt involviert und spielte auf diversen Alben bekannter Bands wie Dimmu Borgir, Shining und Troll, oder begleitete sie auf Touren.

Kritik brachte ihm aus der Black-Metal-Szene ein Engagement bei der christlichen Unblack-Metal-Band Antestor ein, mit denen er die EP Det Tapte Liv und das Album The Forsaken aufnahm.

Außerdem ist er für mehrere in den 1990er-Jahren geäußerte rassistische Interviewaussagen bekannt.[7][8] 2004 äußerte er, ihm sei egal, welche Hautfarbe die Hörer seiner Musik haben[9], in einem 2007 geführten Interview allerdings bestätigte er, noch immer hinter seiner früheren Aussage zu stehen, dass Black Metal nur für Weiße sei.[10]

2005 beteiligte sich Blomberg an der Dokumentation Metal – A Headbanger’s Journey. 2009 unterstützte er Nicolas Cages Sohn Arcane als Session-Schlagzeuger auf dem Debütalbum Inceptum seiner Band Eyes of Noctum.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mit Mayhem
  • 1991: Carnage (und bei der CD-Version The Freezing Moon) auf Projections of a Stained Mind
  • 1993: Live in Leipzig
  • 1994: De Mysteriis Dom Sathanas
  • 1995: Pagan Fears auf Nordic Metal – A Tribute to Euronymous
  • 1996: Visual Aggression auf In Memory of Celtic Frost
  • 1997: Wolf’s Lair Abyss (EP)
  • 1997: Ancient Skin/Necrolust (Single)
  • 1998: Live in Bischofswerda (VHS)
  • 1998: De Mysteriis Dom Sathanas (Proberaum-Aufnahme) auf A Tribute to Hell - Satanic Rites
  • 1999: Necrolust/Total Warfare (Split mit Zyklon-B)
  • 2000: Grand Declaration of War
  • 2001: European Legions (Best-of)
  • 2001: U.S. Legions (Best-of)
  • 2001: European Legions: Live in Marseille 2000 (VHS)
  • 2002: Jihad/Freezing Moon (Split mit The Meads of Asphodel)
  • 2002: The Studio Experience (Box)
  • 2003: Cursed in Eternity und Freezing Moon (alternative Mixe) auf The Beast of Attila
  • 2004: Chimera
  • 2004: Anno Vempyr auf Apocalypse
  • 2007: Ordo Ad Chao
  • 2008: Life Eternal (EP)
  • 2008: Pure Fucking Mayhem (Dokumentation)
  • 2014: Psywar (Single)
  • 2014: Esoteric Warfare
mit Arcturus
mit The Kovenant
mit Thorns
  • 1998: Thorns Vs. Emperor (Split-CD)
  • 2001: Thorns
mit Troll
  • 2000: The Last Predators
  • 2001: Universal
mit Jorn
  • 2001: Worldchanger
  • 2007: The Gathering
mit Mezzerschmitt
mit Shining
  • 2002: Angst, Självdestruktivitetens Emissari
  • 2005: The Eerie Cold
mit Winds
  • 2002: Reflections of the I
  • 2007: Prominence and Demise
  • 2004: The Imaginary Direction of Time
mit Age of Silence
  • 2004: Acceleration
mit Antestor
  • 2004: Det Tapte Liv
  • 2004: The Forsaken
mit Dimmu Borgir
  • 2005: Stormblåst 2005
  • 2007: In Sorte Diaboli
mit Carnivora
  • 2006: Re-Incarnal
mit Umoral
  • 2007: Umoral
mit Eyes of Noctum
  • 2007: Inceptum
mit Dynasty of Darkness
  • 2014: Empire of Pain

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Müller: Mayhem. Wolf’s Lair Abyss. In: Metal Hammer. Dezember 1997, S. 84.
  2. Michael Schäfer: Mayhem + Aeternus + Red Harvest + Griffin. In: Metal Hammer. November 2000, S. 142.
  3. Interview mit Jan Axel Blomberg aus dem SOD Mag auf der offiziellen Bandseite (Memento vom 23. August 2007 im Internet Archive)
  4. Interview mit Jan Axel Blomberg auf der offiziellen Bandseite (Memento vom 23. August 2007 im Internet Archive)
  5. Det Svarte Alvor. 1994.
  6. Vinnere av Spellemannprisen 2007
  7. „Ich möchte es mal so ausdrücken, wir mögen hier keine Schwarzen. Black Metal ist etwas für Weiße. […] Ich bin ziemlich überzeugt, daß es Unterschiede zwischen den Rassen gibt, wie alles andere auch. Ich denke, daß wie bei den Tieren manche Rassen eher… weißt du, so wie eine Katze intelligenter als ein Vogel oder eine Kuh ist, oder sogar als ein Hund, und ich meine, auf die rassen trifft das auch zu.“ Interview in: Michael Moynhian, Didrik Søderlind: Lords of Chaos: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund. Prophecy Publishing, 2002, ISBN 3-936878-00-5, S. 373.
  8. „Ich habe viele Wünsche, zum Beispiel daß Norwegen wieder ein ausländerfreies Land wird. […] Norwegen soll wieder von nur einer Rasse bewohnt werden. Die Vermischung verschiedener Rassen erzeugt lediglich Probleme.“ Interview in: Bruder Clé: Mythen, Mord & Metal. In: Ablaze. 6, September/Oktober, 1995, S. 13.
  9. Akim: Hellhammer - interview (29.09.2004).
  10. Rob Noxious: Mayhem.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]