Jens Michow

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Jens Michow (2014)

Jens Michow (* 16. August 1950 in Lübeck) ist ein deutscher Jurist und Fachbuchautor; 2013 veröffentlichte er zusammen mit Johannes Ulbricht ein grundlegendes Handbuch zum Veranstaltungsrecht, erschienen 2013 bei C.H. Beck, das seitdem als Standardwerk zu diesem Thema gilt.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1969 studierte Jens Michow Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg. 1974 brach er das Studium ab und gründete eine Künstleragentur. In der Folge arbeitete Michow als Manager und Agent für Künstler (unter anderem Fats Domino, Gloria Gaynor und Gheorghe Zamfir), später als Tourneeveranstalter und Inhaber eines der ersten deutschen Independent-Labels.[3]

Im Jahr 1984 nahm Michow erneut sein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg auf und schloss es 1990 mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen ab. 1992 ließ sich Michow als Rechtsanwalt in Hamburg nieder.

1985 gründete Michow den Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (bdv) e. V., dessen Präsident und Geschäftsführer er bis 31. Dezember 2018 war.[4] Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 fusionierte der bdv mit dem Verband der deutschen Konzertdirektionen (VDKD) e.V. Der fusionierte Verband trägt den Namen Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) e.V.[5] Michow ist geschäftsführender Präsident des Verbandes.

Als Vizepräsident des Deutschen Musikrats[5] trug Michow zwischen 2003 und August 2004 zur Schaffung grundlegend neuer rechtlicher Strukturen des größten Kulturverbands in Deutschland bei.[6] 2006 initiierte Jens Michow den Branchenpreis Live Entertainment Award mit, er ist Geschäftsführer des LEA – Live Entertainment Award Committee e. V.[7] sowie der LEA – Live Entertainment Award Veranstaltungs GmbH.[8] Der Live-Entertainment-Award wird seit 2006 jährlich an Konzertveranstalter und Künstler verliehen. Seit 2009 leitet Michow die vom Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft mit der Künstlersozialkasse gegründete Ausgleichsvereinigung Veranstaltungswirtschaft, ein Zusammenschluss von Verbandsmitgliedern zur vereinfachten Entrichtung der Künstlersozialabgabe.[9] Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 ist die Ausgleichsvereinigung auf den BDKV übergegangen.

Unter anderem zusammen mit dem italienischen Veranstalterverband Assomusica wirkte Michow an der Gründung des europäischen Dachverbands European Live Music Association (ELMA) mit, der seinen Sitz in Brüssel hat[6]. Michow ist seitdem Vizepräsident des Verbands.

2013 veröffentlichte Jens Michow zusammen mit Johannes Ulbricht ein grundlegendes Handbuch zum Veranstaltungsrecht, erschienen 2013 bei C.H. Beck, das seitdem als Standardwerk z diesem Thema gilt.[7][8] Es erhielt unter anderem in der Neuen Juristischen Wochenschrift von Rechtsanwalt und Notar Peter Raue, in der Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht von Rechtsanwalt Stefan Ernst, in der Fachzeitschrift MusikWoche von Manfred Gillig-Degrave und in der Zeitschrift Archiv für Urheber- und Medienrecht UFITA von Rechtsanwalt Tilo Gerlach positive Rezensionen.

Lehrtätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernennungsurkunde Jens Michow

Jens Michow war von 1990 bis 2002 Dozent im Studiengang Kulturmanagement an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater. Seit Herbst 2010 ist er Lehrbeauftragter der Hochschule für Musik und Theater München[9] und wurde vom Freistaat Bayern im Juli 2013 zum Honorarprofessor ernannt.[10] Er war Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg (2005 bis 2010) und der Deutschen AnwaltAkademie (2006 bis 2009).

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Eigenschaft als Präsident des Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft ist Jens Michow Mitglied im Beirat der Künstlersozialkasse[11] und Aufsichtsratsmitglied der 2008 vom Beauftragten für Kultur und Medien ins Leben gerufenen Initiative Musik gGmbH.[12][13] Seit April 2019 ist Michow Mitglied im Steuerfachausschuss des Deutschen Kulturrats.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Johannes Ulbricht: Veranstaltungsrecht – Recht der Konzert- und Unterhaltungsveranstaltungen. C.H. Beck, 2013, ISBN 978-3-406-65191-5.
  • Der Steuerabzug bei beschränkt Steuerpflichtigen Künstlern und Produktionsgesellschaften. In: Kultur & Recht: Praxisorientiertes Rechtshandbuch für Künstler- und Kulturmanager. Loseblattausgabe. Raabe Verlag, 2002, Neuausgabe 2004, ISBN 3-8183-0503-X.
  • Vertragsgestaltungen von Veranstaltungs- und Künstlerbetreuungsverträgen. In: Rolf Moser, Andreas Scheuermann (Hrsg.): Handbuch der Musikwirtschaft. Josef Keller Verlag, 2003, ISBN 3-7808-0188-4, S. 1257 ff.
  • Künstlersozialabgabe und ‚Ausländersteuer’. In: Rolf Moser, Andreas Scheuermann (Hrsg.): Handbuch der Musikwirtschaft. Josef Keller Verlag, 2003, ISBN 3-7808-0188-4, S. 490 ff.
  • Die Künstlersozialabgabe bei der Verwertung künstlerischer Darbietungen. In: Kultur & Recht: Praxisorientiertes Rechtshandbuch für Künstler- und Kulturmanager. Loseblattausgabe. Raabe Verlag, 2002, Neuausgabe 2004, ISBN 3-8183-0503-X.
  • Das Zustandekommen von Verträgen in der Veranstaltungsbranche, Leistungsstörungen bei Veranstaltungsverträgen. Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. In: Kultur & Recht: Praxisorientiertes Rechtshandbuch für Künstler- und Kulturmanager. Loseblattausgabe. Raabe Verlag, 2002, Neuausgabe 2004, ISBN 3-8183-0503-X.
  • Das Recht der Veranstaltungsbranche – die Verträge der Künstler, Veranstalter, Agenten und Gastspieldirektionen. In: Kultur & Recht: Praxisorientiertes Rechtshandbuch für Künstler- und Kulturmanager. Loseblattausgabe. Raabe Verlag, 2002, ISBN 3-8183-0503-X. (Neuausgabe 2004)
  • The special Legal and practical Aspects of the Live Performance Industry in Germany. In: Arend Jan van der Marel, Louise Nemschoff: Business and Legal Aspects of Live Concerts and Touring. Maklu, 1998, ISBN 90-6715-016-9.
  • Der Steuerabzug bei beschränkt Steuerpflichtigen – Fakten und Hintergründe der aktuellen Situation bei der Besteuerung ausländischer Künstler und Produktionsgesellschaften. In: Marcel Schulze: Leitfaden zum Urheberrecht des Künstlers. Hermann Luchterhand Verlag, 1991, ISBN 3-472-02558-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rezension von Peter Raue: Michow. Veranstaltungsrecht - beck-shop.de BLOG. In: beck-shop.de BLOG. 10. Dezember 2014 (beck-shop.de [abgerufen am 29. Dezember 2016]).
  2. Die Rezension wurde der NJW – Neue Juristische Wochenschrift 2014, Heft 50, entnommen.
  3. Diskographie Antagon Musikgesellschaft. Rateyourmusic.com, abgerufen am 29. Dezember 2016 (englisch).
  4. Präsidium - Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft. In: Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft. (bdv-online.com [abgerufen am 29. Dezember 2016]).
  5. BDKV Homepage. In: BDKV Homepage. BDKV, abgerufen am 1. Juni 2019 (d).
  6. ELMNet – EUROPEAN LIVE MUSIC NETWORK. Abgerufen am 26. Mai 2019 (amerikanisches Englisch).
  7. Rezension: Michow. Veranstaltungsrecht - beck-shop.de BLOG. In: beck-shop.de BLOG. 10. Dezember 2014 (beck-shop.de [abgerufen am 29. Dezember 2016]).
  8. Veranstaltungsrecht | Michow / Ulbricht | Buch | beck-shop.de. In: www.beck-shop.de. Abgerufen am 29. Dezember 2016.
  9. FSJ: Hochschule für Musik und Theater München - Dozenten. In: website.musikhochschule-muenchen.de. Abgerufen am 29. Dezember 2016.
  10. Musikmarkt GmbH & Co. KG: Jens Michow erhält Honorarprofessur an der Hochschule für Musik und Theater in München. In: Musikmarkt. (musikmarkt.de [abgerufen am 29. Dezember 2016]).
  11. KSK Beiratsmitglieder. (PDF) Künstlersozialkasse, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  12. Initiative Musik gGmbH | mail [at] initiative-musik.de: Der Aufsichtsrat. In: initiative-musik.de. Abgerufen am 29. Dezember 2016.
  13. Initiative Musik gGmbH | mail [at] initiative-musik.de: Pressefotos. In: initiative-musik.de. Abgerufen am 27. Dezember 2016.