Jerzy Kukuczka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jerzy Kukuczka (links) mit Andrzej Czok während der Besteigung des Mount Everest 1980

Józef Jerzy Kukuczka (* 24. März 1948 in Katowice; † 24. Oktober 1989 an der Südwand des Lhotse, Nepal) war ein erfolgreicher polnischer Bergsteiger. Er war der zweite Mensch, der alle 14 Achttausender bestieg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kukuczkas Familie stammt aus Istebna in den Beskiden. In seiner Jugend betrieb er Gewichtheben, musste seine Ambitionen im Kraftsport jedoch auf ärztliches Anraten hin einstellen und widmete sich fortan dem Bergsport. 1965 trat er dem Harcerski Klub Taternicki in Katowice bei, einem alpinistischen Pfadfinderverein mit Fokus auf der Hohen Tatra. Im Jahr darauf widmete er sich erstmals dem Extrembergsteigen und erhielt 1967 nach einer entsprechenden Schulung im polnischen Teil des Riesengebirges sein Bergführerpatent.

Kukuczka bestieg zwischen 1979 und 1987 als zweiter Mensch (nach Reinhold Messner) alle 14 Achttausender, dabei nutzte er am Mount Everest zeitweise Flaschensauerstoff. Während seiner Besteigungen eröffnete er neun neue Routen und vollzog eine Solobegehung am Makalu. Fünf Besteigungen führte er im Alpinstil durch und vier erstmals im Winter.[1]

Bei den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary wollte das IOC Messner und Kukuczka jeweils Olympische Orden in Silber verleihen.[2] Messner lehnte die Auszeichnung jedoch mit der Begründung ab, dass er so eine Neuauflage eines Wettbewerbs bei der Besteigung aller Achttausender verhindern wolle.[3] Kukuczka, der einen entscheidenden Unterschied zwischen der Ehrenmedaille des Olympischen Ordens und einer Olympiamedaille sah, nahm die Auszeichnung dagegen an.[4]

Beim Versuch, als Erster die Südwand des Lhotse zu durchsteigen, verunglückte Kukuczka 1989 auf einer Höhe von 8200 Metern tödlich, als sein Seil riss und er zwei Kilometer in die Tiefe stürzte.[5] Seine Leiche wurde in einer Eisspalte in der Nähe des Absturzortes gefunden und bestattet. In der an der Südwand des Lhotse nahegelegenen nepalesischen Siedlung Chukhung im Khumbu und auf dem Symbolischen Ehrenfriedhof der in den Bergen Verunglückten im Trümmertal der Hohen Tatra wurden ihm zu Ehren Gedenktafeln eingeweiht.

Besteigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graffito Kukuczkas in seiner Heimatstadt Katowice

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jerzy „Jurek“ Kukuczka. EverestHistory.com, abgerufen am 8. April 2009 (englisch).
  2. Zbigniew Kowalewski, Josef Nyka: The Eight-Thousanders. Olympic Medals for Mountaineering? In: The Alpine Journal. 1988, S. 258 (1988 258-259 Nyka 8000ers.pdf Artikel online auf den Internetseiten des Alpine Club [abgerufen am 14. August 2011]).
  3. Fragen an Reinhold Messner. In: Der Spiegel. Nr. 9, 1988 (online).
  4. Alicja Sidor, Piotr Zarzycki: Himalaya climbing as a form of physical activity – theoretical dissertation. In: Walery Zukow (Hrsg.): Pedagogy of health in physical culture. 2010, ISBN 978-83-62750-02-3, S. 269.
  5. Jerzy Kukuczka. (Nicht mehr online verfügbar.) Herrligkoffer-Stiftung, archiviert vom Original am 5. Juli 2010; abgerufen am 13. September 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/herrligkoffer-stiftung.de
  6. a b c d e f Thomas Mitterer: Jerzy Kukuczka (1948–1989). In: bergfieber.de. Abgerufen am 4. August 2010.
  7. Eberhard Jurgalski: Ascents – Everest. (PDF; 355 kB) In: 8000ers.com. Abgerufen am 4. August 2010.
  8. Eberhard Jurgalski: Ascents – Gasherbrum I. (PDF; 57 kB) In: 8000ers.com. Abgerufen am 4. August 2010.
  9. Eberhard Jurgalski: Ascents – Nanga Parbat. (PDF; 49 kB) In: 8000ers.com. Abgerufen am 4. August 2010.
  10. Eberhard Jurgalski: Ascents – Kangchenjunga. (PDF; 42 kB) In: 8000ers.com. Abgerufen am 4. August 2010.
  11. Eberhard Jurgalski: Ascents – K2. (PDF; 48 kB) In: 8000ers.com. Abgerufen am 4. August 2010.
  12. a b ExWeb interview with Artur Hajzer, part 2: “He fell and now an invisible line seems to keep me away from the summits”. In: explorersweb.com. 20. März 2007, abgerufen am 8. August 2010 (englisch).
  13. Eberhard Jurgalski: Ascents – Shisha Pangma. (PDF; 55 kB) In: 8000ers.com. Abgerufen am 4. August 2010.
  14. Bericht über die polnische Annapurna-Südwandexpedition im American Alpine Journal (AAJO)@1@2Vorlage:Toter Link/americanalpineclub.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF)