Joachim Albrecht Prinz von Preußen

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Prinz Joachim Albrecht, um 1904
Siegelmarke Hofhaltung Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Joachim Albrecht von Preussen

Wilhelm Friedrich Karl Ernst Joachim Albrecht Prinz von Preußen (* 27. September 1876 in Hannover; † 24. Oktober 1939 in Berlin)[1] war ein preußischer Offizier, Komponist und Angehöriger des Hauses Hohenzollern.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Albrecht war der mittlere von drei Söhnen des preußischen Prinzen Albrecht von Preußen (1837–1906) und dessen Frau Marie von Sachsen-Altenburg (1854–1898). Er studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Rechtswissenschaften. 1895 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn.[2] Nach dem Studium schlug er die Offizierslaufbahn ein. 1902 war er Hauptmann und Kompaniechef im Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Oberstleutnant schwer verwundet. Seitdem konzentrierte er sich als Komponist vollkommen auf Musik, nachdem er bereits in früheren Jahren komponiert, gemalt und gedichtet hatte. Er gab zahlreiche Konzerte seiner Kompositionen in Deutschland, bei denen er dirigierte. Auch nahm er 1926 die Einladung zu einer Konzertreise für wohltätige Zwecke durch die USA an, trat dann aber nach seiner Ankunft 1928 bei den Konzerten nicht auf.[3][4]

Joachim Albrecht heiratete 1919 in Österreich Marie Blich-Sulzer (1872–1919). Die Ehe wurde jedoch von seiner Familie nicht anerkannt und wieder aufgelöst. Die 1920 geschlossene Ehe mit Karoline Kornelia Stockhammer (1891–1952) wurde 1936 geschieden.[5]

Kompositionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adagio, Opus 15, 1898
  • Militärwalzer, 1898.[6]
  • Hoch Königin-Augusta-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 (Marsch)
  • Prinz Louis Ferdinand-Marsch
  • Libretto und Pantomime für Der Apfel des Pari, 1905[7]
  • Fantasien, 1916
  • Fackeltanz, 1916
  • Etoile d'amour, 1916
  • Emden, 1916
  • Edea 1916
  • Die drei Indianer, 1916
  • Die Blumenteufel, 1916
  • Der Abend, 1916
  • Crépuscule, 1916
  • An den Friedens-Engel, 1917

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Karl Devens: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827–1902. Düsseldorf, 1902, S. 235.
  • G. G. Winkel: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821–1928. Aschaffenburg 1928, S. 235.
  • Bernd-Ulrich Hergemöller: Mann für Mann. Biographisches Lexikon zur Geschichte von Freundesliebe und mannmännlicher Sexualität im deutschen Sprachraum. Berlin Lit-Verlag, 2 Bände, ISBN 978-3-643-10693-3, S. 1463.
  • Hans-Peter Schmidt: Schlesien und Preußen. Schweitzerhaus Verlag 2010, S. 109, 120.
  • Birthe Kundrus: Moderne Imperialisten. Das Kaiserreich im Spiegel seiner Kolonien. Köln 2003. ISBN 3-412-18702-X, S. 61.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joachim Albrecht Prinz von Preussen auf www.genealogics.org
  2. Kösener Korpslisten 1910, 19, 680
  3. Prince to Lead Music Here. In: The New York Times. 27. Oktober 1926.
  4. Joachim Not to Wave Baton in America. In: The New York Times. 16. März 1928
  5. Joachim Albrecht Prinz von Preußen auf www.bundesarchiv.de
  6. Without Prejuduce. In: The New York Times, 16. Januar 1898 (Digitalisat)
  7. Kaiser's Cousin Now Here. In: The New York Times, 18. März 1928