Joaquín Cortés

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Joaquín Cortés

Joaquín Cortés (real: Joaquín Pedraja Reyes) (* 22. Februar 1969 in Córdoba, Spanien) ist ein spanischer Tänzer, der aus einer Gitano-Familie entstammt.

Joaquín Cortés begann seine Tanzkarriere im Alter von 12 Jahren, kurz nachdem seine Familie nach Madrid gezogen war. Mit 14 wurde er in das Ballet Nacional de España aufgenommen, mit dem er im Metropolitan House in New York und im Kreml in Moskau auftrat. Mit 16 wurde er für die folgenden drei Jahre Solist und erster Tänzer der Companie. 1988 verließ er das Spanische National Ballett und nahm Einladungen in das Pariser Champs Elysée Theater an der Seite von Maja Michailowna Plissezkaja oder Sylvie Guillem und Peter Schmalfuss an. Gleichzeitig choreografierte er die Oper 'Carmen' in der Arena von Verona (Italien) und trat auf dem 'Summer Flamenco Festival' in Tokio (Japan) und der jährlichen Lincoln Center’s Gala in New York (USA) auf[1].

1992 gründete er seine eigene Ballettkompanie, das Joaquín Cortés Flamenco Ballet. Mit der ersten Show 'Cibayí' trat er in Japan, Frankreich, Italien, Venezuela und den USA auf.

Einem breiteren Publikum wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Jennifer Lopez und Alicia Keys bekannt. Cineasten können ihn u. a. in dem Film noir Gitano (2000) mit Laetitia Casta unter der Regie von Manuel Palacios, Pedro Almodóvars Film Mein blühendes Geheimnis (1995) und Vanille und Schokolade (Vaniglia e Cioccolato) mit Maria Grazia Cucinotta und dem italienischen Direktor Ciro Ippolito (2003) bewundern.

Ebenfalls 1995 trat er in Carlos Sauros Film 'Flamenco' auf, der aktuelle Flamencostars zeigte, und startete seine zweite Show 'Pasión Gitana' mit Giorgio Armani als Kostümdesigner, die von mehr als einer Millionen Menschen gesehen wurde. 1996 tourte er erstmals durch die USA, beispielsweise in die Radio City Music Hall (New York) und das Universal Amphitheatre (Los Angeles).

1997 produzierte er ein Musikalbum mit seiner Gruppe 'The Gipsy Passion Band', in der er als musikalischer Konzeptdirektor und Perkussionist (Cachón) fungierte. 1998 tourte er mit 'Pasión Gitana' durch Sydney, Tokyo, Canada and New York. 1999 entstand sein drittes Programm 'Soul', 2001 seine vierte Show, 'Live', die einige Choreographien seiner drei ersten Programme enthält.[2] 2002 tourte er durch Deutschland[3]. 2004 trat er vor dem früheren U.S. Präsident George W. Bush and seiner Frau Laura Bush mit einem Quintet Flamencomusiker im East Room des Weißen Hauses auf.

Seit 2006 vermarktet er Parfums für Männer und Frauen (Yekipe, 24K, Night Show). Für den Bau eines Kinderkrankenhauses in Haiti trat er 2006 in Venedig auf. Im gleichen Jahr wurde als Botschafter für Sinti und Roma in das EU-Parlament nach Brüssel berufen, hielt eine Rede vor dem EU-Parlament[4][5] und führte eine Unterhaltung mit dem früheren Kommissionspräsidenten Barroso.

2010 wurde er wegen Unterschlagung von 700.000 € auf Bewährung verurteilt[6].

2011 hatte er einen Auftritt auf der Hispanic Heritage (HHAS) Awards Zeremonie im John F. Kennedy Center für Künste in Washington (USA), dem auch die ehemalige First Lady Michelle Obama beiwohnte.

2014 nahm er als Juror in der ersten Talentshow im italienischen Fernsehen ('Forte, Forte, Forte', RAI 1, mit Raffaella Carra) sowie im portugiesischen Fernsehen (SIC) teil.

Ab April 2015 tourte er mit der Show 'Gitano' durch Ost-Europa, z.B. Bukarest, Moskau, St. Petersburg oder Almtaty (Kasachstan). 2017 zeigte er seine neue Show 'Esencia' in Spanien[7].

Joaquín Cortés lieferte darüber hinaus die Vorlage des Antagonisten „Vamp“ in dem Spiel Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty für die PlayStation 2 (2007), der sich durch viele tänzerische Bewegungen ausdrückt.

Shows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cibayí ("erstaunlich"[8] auf Caló, 1992)
  • Pasión Gitana (1995)
  • Soul (1999)
  • Live (2001)
  • De Amor y Odio (2004)
  • Mi Soledad (2005)
  • Cale (2009)
  • Tell Me (Ende 2012 / 2013)
  • Gitano (2014)
  • Esencia (2017)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joaquín Cortés: Joaquín Cortés biography. Abgerufen am 18. Oktober 2017.
  2. Miguel Ángel Díaz González: Joaquín Cortés Biography. IMDb.com, Inc., abgerufen am 18. Oktober 2017.
  3. Rainer Hackl: Tour dates. Rainer Hackl, abgerufen am 18. Oktober 2017 (deutsch).
  4. Graham Keeley: Flamenco dancer is appointed Roma's ambassador to the EU. In: The Independent. 9. Februar 2007, abgerufen am 19. Oktober 2017 (englisch).
  5. Dotschy Reinhardt: Everybody's Gipsy - Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt. Metrolit Digital GmbH & Co.KG, Berlin 2014, ISBN 978-3-8493-0301-3.
  6. Joaquin Cortes: Tänzer wegen Unterschlagung verurteilt. In: Die Presse. APA/dpa, 18. März 2010, abgerufen am 18. Oktober 2018 (deutsch).
  7. GettyImages: Flamenco Dancer Joaquin Cortes Presents 'Esencia' In Barcelona. Abgerufen am 19. Oktober 2017 (deutsch).
  8. Dávila Barsaly, Blas Perez: Apuntes del dialecto "caló" o gitano puro. 2005, ISBN 84-9761-236-1.