Johann Georg Walch

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Johann Georg Walch, zeitgenössischer Kupferstich

Johann Georg Walch (* 17. Juni 1693 in Meiningen; † 18. Februar 1775 in Jena) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Johann Georg war der Sohn des Generalsuperintendenten von Sachsen Meinigen Georg Walch (* 3. Oktober 1656 in Lengsfeld; † 5. Oktober 1722) und dessen zweiter Frau Erdmuthe Margarethe Schmidt (* 1668 Schleusingen; † 1744) geboren. Nach dem Besuch der Schulen, sowie des Gymnasiums in Meiningen, begann er am 11. Februar 1710 ein Studium an der Universität Leipzig. Hier wurden unter anderem Ludwig Christian Crell, Christian Friedrich Börner, Johann Burckhardt Mencke, Gottfried Olearius, Karl Otto Rechenberg, Urban Gottfried Siber und Johann Friedrich Olearius seine Lehrer. 1713 erwarb er sich den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie, beteiligte sich am Vorlesebetrieb der Hochschule und setzte sich mit dem Pietismus seiner Zeit auseinander.

1717 erhielt er eine Ruf nach Jena, wo er 1718 außerordentlicher Professor für Philosophie und Altertumskunde an der Universität Jena wurde, 1719 ordentlicher Professor für Rhetorik, zudem übernahm er 1722 den Lehrstuhl für Dichtkunst. 1722 erhielt er eine außerordentliche Professur der Theologie, promovierte 1726 zum Doktor der Theologie und avancierte 1728 zum ordentlichen Professor für Theologie. 1731 wurde er Assessor am Konsistorium, war Inspektor der Eisenacher Studenten und Kirchenrat von Sachsen-Eisenach. 1737 wurde er Inspektor der Anspachischen Studenten und Anspachischer Konsistorialrat. 1741 erhielt er zudem die Inspektion der Meiniger Studenten, womit er den Titel eines Meiniger-Gothaer Kirchenraats erhielt und 1742 die Position eine Kirchenrats von Coburg-Saalfeld.

Er gab umfangreiche Zusammenstellungen der Kirchen- und Dogmengeschichte heraus, besonders die „Historische und theologische Einleitung in die Religionsstreitigkeiten der evangelisch-lutherischen Kirche“ (1730–39), die „Historische und theologische Einleitung in die Religionsstreitigkeiten, welche sonderlich außer der evangelisch-lutherischen Kirche entstanden“ (1733–36) und die „Bibliotheca theologica selecta“ (1757–65). In einem auf Verlangen seines Landesherrn 1747 verfassten Gutachten nahm Walch gegen die herrnhutische Brüdergemeine Stellung. 1740–53 gab er in 24 Bänden Luthers Werke deutsch heraus.

Walch beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Jenaer Salana und war in den Wintersemestern 1728, 1732, 1736, 1740, 1744, 1748, 1750, 1754, 1758, 1762 Rektor der Alma Mater.

Bedeutsam aus Sicht der Philosophiegeschichte sind sein „Philosophisches Lexicon“ und seine „Kontroversstücke gegen die Wolffsche Metaphysik“.

Familie[Bearbeiten]

Walch war seit dem 27. Dezember 1718 verheiratet mit Charlotte Katharina Buddeus (* 26. Oktober 1700 in Jena; † 4. Juni 1766 ebenda), die einzige Tochter des Theologen Johann Franz Buddeus. Aus der Ehe stammen neun Kinder. Von diesen kennt man:

  • Charlotta Henrietta Walch (* 5. Januar 1720 in Jena; † 5. Oktober 1723 ebd.)
  • Carl Georg Franz Walch (* 3. Juli 1722 in Jena; † 24. Juli 1722 ebd.)
  • Carolina Wilhelmina Walch (* 15. Januar 1724 in Jena; † 11. November 1724 ebd.)
  • Johann Ernst Immanuel Walch verh. 27. Dezember 1753 mit Wilhelmina Fides Friderica Hallbauer
  • Christian Wilhelm Franz Walch verheiratet 23. Mai 1762 mit Eleonora Friderica Crome
  • Johann Franz Gottlob (* 23. Oktober 1728 in Jena; † 31. August 1744 ebd.) Stud. jur.
  • Adolph Friedrich Walch (* 25. Januar 1731 in Jena; † 19. Februar 1746 ebd.)
  • Karl Friedrich Walch (* 22. September 1732 in Jena; † 20. Juli 1799 ebd.) Prof. Dr. jur. verheiratet I. 22. November 1762 mit Henrietta Amalia Tischer († 17. April 1772 in Jena) verheiratet II. 19. April 1774 Magdalena Maria Eccard
  • August Gerorg Walch (* 28. April 1738 in Jena; † 7. Februar 1744 ebd.)

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Gedancken vom philosophischen Naturell. 1723
  • Kontroversstücke gegen die Wolffsche Metaphysik. 1724
  • Philosophisches Lexicon. 1726 (Digitalisat)
  • Historische und theologische Einleitung in die Religions-Streitigkeiten außer der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Jena 1733-1736
Jena 1733-36. Faksimilie-Neudruck in 8 Bänden mit einem Nachwort von Dietrich Blaufuss: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1972-1985, ISBN 978-3-7728-0288-1
  • Historische und Theologische Einleitung in die Religions-Streitigkeiten der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Jena 1733-39.
Faksimilie-Neudruck in 8 Bänden mit einem Nachwort von Dietrich Blaufuss: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1972-1985, ISBN 978-3-7728-0287-4
  • Dr. Martin Luthers sämtliche Schriften. Band I - XXIII in 25 Bänden. Herausgegeben von Dr. Joh. Georg Walch. Jena 1740-1753
Nachdruck der 2., überarbeiteten Auflage, St. Louis, Missouri, USA, Concordia Publishing House 1880-1910. Gross-Oesingen: Verlag der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms, 1986

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]