Johann Traugott Leberecht Danz

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Johann Traugott Leberecht Danz
Gedenktafel für den Kirchenhistoriker und Theologen Johann Traugott Leberecht Danz in Jena, Johannisstraße 14

Johann Traugott Leberecht Danz (* 31. Mai 1769 in Weimar; † 15. Mai 1851 in Jena; Pseudonym: Johann Adolph Rebenstock) war ein deutscher lutherischer Kirchenhistoriker und Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Traugott Leberecht Danz wurde als Sohn des Gymnasiallehrers Johann Heinrich Danz (1733–1821) und dessen Frau Sophia Wilhelmina Trautermann (1733–1812) geboren. Er besuchte das Gymnasium in seiner Heimatstadt, wo neben seinem Vater Johann Karl August Musäus (* 29. März 1735 in Jena; † 28. Oktober 1787 in Weimar) und Johann Michael Heinze (* 21. März 1717 in Langensalza; † 6. Oktober 1790 in Weimar) die Geschicke der Anstalt lenkten. Besonders gefördert wurde er durch Johann Gottfried Herder, unter dessen Einfluss er sich dem Studium der theologischen Wissenschaften widmete. Danz immatrikulierte sich am 27. April 1787 an der Universität Jena. Hier wurden Johann August Heinrich Ulrich, Christian Gottfried Schütz, Christoph Gottlob Heinrich, Johann Ernst Basilius Wiedeburg, Johann Christoph Döderlein und Johann Jakob Griesbach seine Lehrer. Im Jahr 1791 setzte er sein Studium an der Universität Göttingen fort, wo er die Vorlesungen von August Ludwig von Schlözer, Christian Gottlob Heyne, Johann Gottfried Eichhorn und Ludwig Timotheus Spittler besuchte. Im Anschluss an seine Studien wurde er 1795 als Dozent im Landschullehrerseminar in Weimar angestellt und 1797 Lehrer am Wilhelm-Ernst-Gymnasium.

1798 wurde Danz, auf Vermittlung von Herder, Rektor an der Stadt- und Ratsschule in Jena, erwarb sich im selben Jahr den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie und trat ab 1800 als Privatdozent in Erscheinung. 1808 wurde er Adjunkt des Archidiakons und Konsistorialassessors Johann Christoph Metzel (* 22. Dezember 1734 in Apolda; † 18. April 1809 in Jena) und 1809 Diakon an der Jenaer Stadtkirche St. Michael. Im nächsten Jahr wurde er außerordentlicher Professor der Theologie, wurde 1812 ordentlicher dritter Professor der Theologie und erhielt 1814 die theologische Doktorwürde von der Universität Rostock erteilt. 1817 ernannte man ihn zum Konsistorialrat von Sachsen-Gotha, 1823 zum geheimen Konsistorialrat und 1826 wurde er zweiter Professor der Theologie in Jena. Er wirkte in dieser Aufgabe bis zu seiner im Jahr 1837 erfolgten Emeritierung. Zudem hatte sich Danz an den organisatorischen Aufgaben der Hochschuleinrichtung beteiligt. So war er einige Male Dekan der theologischen Fakultät und in den Wintersemestern 1816, 1820, 1823, 1824 sowie im Sommersemester 1816 Rektor der Alma Mater. Am 15. Mai 1851 verstarb Johann Traugott Leberecht Danz, der bis dahin immer noch in Jena gelebt und gewirkt hatte. Er hatte auch Rezensionen zur Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung und verschiedene Beiträge zur Allgemeinen Encyclopädie der Wissenschaften und Künste verfasst.

Danz hatte am 8. Januar (Juni) 1805 in Jena Charlotte Friederike Schultze (* 11. Januar 1775 in Weimar; † 23. April 1856 in Jena) geheiratet, die Tochter des Oberkonsistorialrats in Weimar, Wilhelm Heinrich Schultze und dessen Frau Friederike Wilhelmine Crudelius. Sein Sohn Heinrich Aemilius August Danz arbeitete als Rechtsgelehrter.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aeschylus Perser, übersetzt. Leipzig 1789 (Online)
  • Ueber den methodischen Unterricht in der Geschichte auf Schulen. Leipzig 1798 (Online)
  • Diss. philol. de virtute comica M. A. Plauti. Particula I. Jena 1800 (Online)
  • Pigault's kurze Beschreibung der vornehmsten Denkmäler in Oberägypten etc.. Aus dem französischen mit Anmerkungen. Gera und Leipzig 1801
  • Vorschriften zu einer verständigen Uebung in der Teutschen Rechtschreibekunst für das Haus und die Schule. 1. Bd. Weimar 1802, Berlin 1807, 2. Bd. unter dem Titel: Vorschriften und Aufgaben zu allerley schriftlichen Aufsätzen.
  • M. Acci Plauti Miles gloriosus. Cum notis superiorum interpretum selectis atque suis edidit etc. Praemissa est Epistola ad Eichstaddium, Prof. Jenes. Weimar 1804 (Online)
  • Charakteristik Johann Gottfried von Herder's. Leipzig 1805 (mit Johann Gottfried Gruber, Online)
  • Versuch einer allgemeinen Geschichte der menschlichen Nahrungsmittel. Leipzig 1806 (Online)
  • Johann Gottfrieds von Herder's Ansichten des klassischen Alterthums, nach den Ideen geordnete Auszüge aus seinen Schriften, mit Zusätzen aus dessen Munde, Erläuterungen und Anmerkungen und einem Register. Leipzig 1805–1806, 2. Bde. (1. Bd. Online; 2. Bd. Online)
  • Progr. I Analecta critica de Hadriano VI, Pontifice Romano. P. I. de electione Hadriani VI in Papam, ejusque caussis. Jena 1813
  • Progr. II Analecta critica de Hadriano VI, Pontifice Romano. P. I. de electione Hadriani VI in Papam, ejusque caussis. Jena 1814
  • Progr. Pararphasis capitis I et II epistolae Pauli ad Romanos, cum adnotationibus. Jena 1815
  • Diss. de Eusebio Caesariensi, historiae ecclesiasticae scriptore, ejusque fide historica recte aestimanda. Pars Prior. Jena 1815 (Online)
  • Lehrbuch der christlichen Kirchengeschichte. Jena 1818 1. Bd., 2. Bd. 1822–1826
  • Aeschylos Trauerspiele. Deutsch mit erklärenden Anmerkungen. Leipzig 1805–1808 2. Bde. (1. Bd. Online)
  • Marc. Accius Plautus, lateinisch und deutsch. Leipzig 1806–1809, 3. Bde. (1. Bd. Online; 2. Bd. Online; 3. Bd. Online;)
  • Berichte von Augenzeugen über die Schlachten bei Auerstädt, Jena und das Gefecht bey Jena. Jena 1807
  • Der Marsch der Franzosen nach Indien. Notizen zu Beurtheilung der neuprojectierten Landexpiditionen. Jena 1808 (Online)
  • Ansicht der Stadt Jena in den Octobertagen 1806. Jena 1809
  • Kurze Beschreibung der Friedensfeyer der Universität Jena. Jena 1816
  • Ecclesiae Smirnensis epistola de martyrio S. Polycarpi cum lectione varia ex Eusebio. Jena 1818
  • Progr. de lovo Eusebii, qui de altera Pauli captivitate agit. Jena 1819
  • Progr. Commentationis de vi et momento infanticidii Herodiani in historia Jesu Christi. Part. I. Jena 1823
  • Epistolae Philippi Melanchtonis ad Johannem Stigelium multo emendatius et accuratius quam ente has editae. Jena 1824
  • Kurzgefasste Zusammenstellung der christlichen Kirchengeschichte zur halbjährlichen Vorlesungen mit besonderer Beziehung auf sein Lehrbuch. Jena 1824
  • Die Wissenschaften des geistlichen Berufs im Grundriss. Zum Gebrauch akademischer Vorlesungen. Jena 1824
  • Franz Burkard aus Weimar, curfürstlich und herzoglich sächsischer Canzler zur Zeit der Reformation. Mit dessen Bildniss. Weimar 1825 (Online)
  • Oratio de recta de legibus academicis iudicandi ratione. Jena 1826 (Online)
  • Die Augspurgische Confession nach ihrer Geschichte, ihrem Inhalte und ihrer Bedeutung. Grundriß zu Vorlesungen nebst Angabe der dazu gehörigen Literatur. Jena 1829 (Online)
  • Encyklopädie und Methodologie der theologischen Wissenschaften. Weimar 1832
  • Heinrich August Schott. Nach seinem Leben, seinem Charakter und seiner Wirksamkeit dargestellt. Leipzig, 1836 (Online)
  • Libri symbolici ecclesiae Romano-Catholicae. Weimar 1836 (Online)
  • Universal-Wörterbuch der theologischen und religionsgeschichtlichen Literatur. Leipzig 1837–1842, (2. Bd. Leipzig, 1843 Online)
  • Kirchenhistorische Tabellen. Jena 1738 (Online)
  • Initia doctrinae patristicae introductionis instar in Patrum Ecclesiae Studium. Jena 1839 (Online)
  • Geschichte des tridentischen Koncils. Jena 1846 (Online)
  • Das aus der evangelischen Geschichte des Johannes scheidende Lamm Gottes. Jena 1847
Gab heraus:
  • H. A. Schott über die Authenticität des kanonischen Evangeliums. Leipzig 1837 (Online)
  • Io. Georgii Walchii bibliotheca patristica. litterariis annotationibus instructa. Jena 1834 (Online)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]