Johann Christoph Döderlein

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Johann Christoph Döderlein
Eintrag von Döderlein im Album amicorum von Carl Heinrich Wilhelm Anthing, Jena, 6. November 1784

Johann Christoph Döderlein (* 20. Januar 1745 in Windsheim; † 2. Dezember 1792 in Jena) war ein deutscher evangelischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döderlein, war der Sohn des Pfarrers Johann Georg Döderlein († 7. April 1780) und dessen Frau Adriana Sibylla Rücker. Von seinem vorgebildet, bezog er das Gymnasium seiner Geburtsstadt, welches unter der Leitung des Rektors Georg Wilhelm Diez stand. Er studierte seit 1764 in Altdorf bei Nürnberg, war dann als Hauslehrer tätig und wurde in seinem zweiundzwanzigsten Jahr am 17. Mai 1768 Diakon in Windsheim. Hier widmete er sich den Studien der Kirchenväter und wurde durch seine Curae criticae et exegeticae bekannt. 1772 erwarb er sich in Altdorf den akademischen Grad eines Magisters und wurde im selben Jahr dort auf den dritten theologischen Lehrstuhl der Universität berufen.

1773 übernahm er die Stelle mit der Antrittsrede de Prophetis oratoribus und damit verbunden eine Pfarrstelle als Diakon. 1774 erwarb er sich mit der Abhandlung de redemtione a potestate diaboli ut insigni Christi benefico den Grad eines Doktors der Theologie. In Altdorf war er drei Mal Dekan der theologischen Fakultät und 1780 deren Rektor der Hochschule. Im September 1783 folgte er einem Ruf als zweiter theologischer Professor an die Universität Jena und wurde 1784 Kirchenrat. Er beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Salina und war in den Wintersemestern 1784, sowie 1790 Rektor der Alma Mater. Döderlein war alttestamentlicher Exeget und Dogmatiker sowie Vertreter der Neologie.

Döderlein heiratete am 5. Juni 1771 in Windsheim Rosina Maria Merklein († 2. März 1787 in Jena; begr. 4. März 1787 in Jena), die Tochter des Bauherrn und Bürgermeisters in Windsheim Johann Georg Merklein. Nach ihrem Tod ging er am 6. April 1790 eine zweite Ehe mit Rosina Christina Eleonora von Eckardt (* 11. September 1779 in Coburg; † 16. Januar 1832 in München), der Tochter des Jenaer Hofrats und Professors Johann Ludwig von Eckardt. Von den Kindern kennt man Johann Gerhard Christoph Döderlein (* 14. März 1772 in Altdorf, immatr. 4. Februar 1784 Uni. Jena), Maria Adriana Dorothea Barbara Döderlein (* 13. Juli 1774 in Altdorf; † 18. August 1774 ebd.), Christian Theodor Friedrich Döderlein (* 1. März 1776 in Altdorf, immatr. 4. Februar 1784 Uni. Jena) und Johann Ludwig Christoph Wilhelm von Döderlein (1791–1863).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Curae exegeticae in quaendam V. Test. oracula. Altdorf 1770
  • Jesias, ex recensione textus hebr. ad codd. quorundam MStor. & versionum antiquar, fidem, lat. vertit. Altdorf 1775, 1780, 1789
  • Hugo Grotii Annotat, in V. Test. emendatius edidit, & brevibus complurium locorum dilucidationibus auxit. Halle 1776 (besorgt von Prof. Vogel in Halle)
  • Fragmente und Antifragmente. Nürnberg 1776 (Online), 1781, 1788
  • Institutio Theologi Christiani in capitibus Religionis theoreticis nostris Temporibus accommodata. Monath & Kusler, Nürnberg-Altdorf, 1782 1. Bd. (Online); 1783 2. Bd. (Online); 1787 (Online); 1797, Bd. 1 (Online); Bd. 2 (Online);
  • Sprüche Salomons, neu übersetzt mit erläuternden Anmerkungen. Altdorf 1778, 1782 (Online); 1786
  • Auserlesene Theologische Bibliothek, darinnen von den wichtigsten theologischen in- und ausländischen Büchern und Schriften Nachricht gegeben wird. Johann Gottlieb Immanuel Breitkopf, Leipzig, 1780, 4. Bde. 1. Bd., (Online); 1787, 4. Bd., (Online)
  • Illustris Viri Domini Christophori Iacobi Trewii Medicinae Doctoris. 1780 (Online)
  • Salomons Prediger und hohes Lied. Jena 1787 (Online)
  • Christlicher Religionsunterricht nach den Bedürfnissen unserer Zeit. Georg Peter Monath, Nürnberg & Altdorf, 1789, 4. Bd. (Online); 1790, 1. Bd., (Online); 1791, 2. Bd., (Online);
  • Opuscula Theologica. Jena 1789 (Online)
  • Scholia in Liberos veteris Testamenti poeticos Jacobum psalmos et tres salomonis. Jo. Jacob Curt, Halle, 1779, (Online)
  • Giebt uns die Bibel Hofnung zu einer künftigen allgemeinen Judenbekehrung? Nürnberg 1781 (Online)
  • Curarum exegeticarum et criticarum in quaendam veteris testamenti oracula. Nürnberg 1770 (Online)
  • Leben und Verdienste Johann Sigmund Mörls, vordersten Predigers, Professors und Bibliothekars in Nürnberg. Monath & Kußler, Nürnberg-Altdorf, 1793 (Online)
  • Erläuterung des Vater Unsers für gemeine Christen. Nürnberg 1788 (Online)
  • Kurzer Entwurf der christlichen Sittenlehre. Jena 1789 (Online)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Frank: Döderlein, Johann Christoph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 280 f.
  • Friedrich Wilhelm Bautz: DÖDERLEIN, Johann Christoph. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 1341.
  • Klaus Leder: Universität Altdorf, zur Theologie der Aufklärung in Franken, die theologische Fekultät in Altdorf 1750–1809. Lorenz Spindler Verlag, Nürnberg, 1965
  • Johann Jakob Herzog: Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche. Rudolf Besser, Stuttgart und Hamburg, 1855, 1. Aufl. S. 432 (Online)
  • Georg Andreas Will, Christian Conrad Nopitsch: Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon oder Beschreibung aller Nürnbergischen Gelehrten beiderley Geschlechts nach Ihrem Leben, Verdiensten und Schriften, zur Erweiterung der gelehrten Geschichtskunde und Verbesserung vieler darinnen vorgefallenen Fehler aus den besten Quellen in alphabetischer Ordnung fortgesetzt. Johann Leonhard Sixt Lechner, Altdorf, 1802, Bd. 5 (Online)
  • Georg Ernst Waldau: Diptycha continuata ecclesiarum in oppidis et pagis Norimbergensibus, oder Verzeichniße und Lebensbeschreibungen aller Herren Geistlichen in dem zu Nürnberg gehörigen Landstädten und Dörfern von 1756 biß zu Ende des Jahres 1779. Johann Joseph Fleischmann, Nürnberg, 1780, S. 20 (Online)
  • Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Gerhard Fleischer d. J., Leipzig, 1803, S. 388 (Online)
  • Heinrich Döring: Die deutschen Kanzelredner des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts. Johann Karl Gottfried Wagner, Neustadt an der Orla, 1830, S. 36 (Online)
  • Ersch/Gruber: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. F. A. Brockhaus, 1. Sektion, 26. Bd., S. 251 (Online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Christoph Döderlein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien