Johannes Hevelius

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Johannes Hevelius, gemalt von Daniel Schultz (1615–1683)
Karte des Mondes von Johannes Hevelius zu Selenographia
Denkmal für Hevelius vor dem Altstädtischen Rathaus in Danzig

Johannes Hevelius (nach seinen Schriften in lateinischer Sprache, deutsch Johannes Hevel oder auch Johann Hewelcke, polnisch Jan Heweliusz;[1] * 28. Januar 1611 in Danzig; † 28. Januar 1687 ebendort) war ein Astronom und gilt als Begründer der Kartografie des Mondes.

Leben[Bearbeiten]

Hevelius stammte aus einer reichen Brauerfamilie der Danziger Altstadt. Sein Vater war der Danziger Ältermann und Bierbrauereibesitzer Abraham Hewelcke (1576–1649), Sohn des Ältermanns und Bierbrauers Michel († 1603) und der Katharina Hecker. Die Mutter Cordula (* 1592) war eine Tochter von Hans Hecker und Sara Kringel.

Nachdem Hevelius in Danzig von Peter Crüger ausgebildet wurde, studierte er 1630 Jura in Leiden, bereiste England und Frankreich, wo er unter anderem Pierre Gassendi (1592–1655), Marin Mersenne (1588–1648) und Athanasius Kircher (1602–1680) kennenlernte. 1634 ließ er sich auf dringende Bitten seines Vaters in seiner Geburtsstadt als Brauer des bekannten Danziger Jopenbiers nieder. Er heiratete am 21. März 1635 die zwei Jahre jüngere Katharine Rebeschke, die zwei benachbarte Häuser besaß. Im folgenden Jahr trat Hevelius in die Zunft der Bierbrauer ein und wurde 1643 Zunftmeister.

Als sein Vater 1649 gestorben war, verband Hevelius die drei Häuser und errichtete auf den Dächern ein großes Observatorium. Nach und nach besorgte er sich zahlreiche Instrumente, neben Linsenfernrohren auch Teleskope, mit denen er die Oberfläche des Erdmondes untersuchte. Aus dieser Zeit stammt sein berühmtes Werk Selenographia sive Lunae Descriptio.

Mit dem Engländer Robert Hooke, der Teleskope mit Fadenkreuz als Visiermittel einsetzt, liefert er sich einen erbitterten Streit, wer die höhere Messgenauigkeit erreicht. Als schließlich Edmond Halley 1679 nach Danzig reist, um diesen Streit zu schlichten, muss dieser nach mehrwöchigen Vergleichsmessungen mit Hookes Instrumenten eingestehen, dass Hevelius mit bloßem Auge ebenso gute Ergebnisse erzielt wie er mit den Fernrohren.[2]

Hevelius wurde 1651 Ratsherr und schließlich auch Bürgermeister der Danziger Altstadt. Seit 1639 galt sein Hauptinteresse der Astronomie, auch wenn er sich sein Leben lang in städtischen Angelegenheiten engagierte. 1641 errichtete er ein hervorragend ausgestattetes Observatorium – unter anderem mit einem selbstkonstruierten Teleskop von 45 m Länge. Auf ihn geht eine erste einfache Ausführung des Periskops zurück. Im Danziger Altstädtischen Rathaus richtete er den Kellerraum zur Lagerung des Jopenbiers ein.

Hevelius beobachtete Sonnenflecken, führte neue Sternbilder ein, erstellte Mondkarten und entdeckte die Libration des Mondes. Seine Untersuchungen des Mondes veröffentlichte er 1647 in seinem ersten größeren Werk Selenographia. In den Jahren 1652, 1661, 1672 und 1677 entdeckte er vier Kometen. Aufgrund seiner Beobachtungen stellte er die These auf, dass Kometen die Sonne in parabelförmigen Bahnen umkreisen.

1661 wurde ein Halophänomen in Danzig beobachtet, und Hevelius beschrieb es dem Pfarrer Georg Fehlau an der Sankt Marienkirche in Danzig, der notierte: „Siebenfältiges Sonnenwunder oder sieben Nebensonnen, so in diesem 1661 Jahr den 20. Februar neuen Stils am Sonntage Sexagesima um 11 Uhr bis nach 12 am Himmel bei uns sind gesehen worden.“ 1662 druckte Hevelius das Buch Mercurius in sole visus bei Simon Reiniger in Danzig, worin er das Danziger Halophänomen beschreibt.

Ebenfalls 1662 starb Hevelius' erste Frau, Katharine. Ein Jahr später heiratete er die junge Kaufmannstochter Elisabeth Koopman (1647–1693). Vier Kinder entstammten dieser Ehe. Elisabeth forschte zusammen mit Hevelius und gab nach seinem Tod noch zwei seiner Werke heraus. Sie gilt als die erste Frau, deren Leistungen in der Astronomie anerkannt wurden.

Am 30. März 1664 wurde Hevelius zum Fellow of the Royal Society gewählt.

Im Mai 1679 kam der junge Edmond Halley (1656–1742) auf seiner Reise durch Europa auch nach Danzig. Er wohnte im Haus von Hevelius, und beide Astronomen arbeiteten etwa vier Wochen zusammen.

In der Nacht vom 26. auf den 27. September 1679 brannte seine Sternwarte ab, auch seine Bücher und Instrumente wurden ein Raub der Flammen. Hevelius machte sich zwar sogleich an den Wiederaufbau, erlebte die Fertigstellung aber nicht mehr.

Hevelius gilt als einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit und wurde von vielen Seiten unterstützt, so zum Beispiel von Ludwig XIV. von Frankreich und dem polnischen König Johann III. Sobieski, dem er das Sternbild Schild (Scutum) widmete. Der zeitgenössische Astronom Johann Jacob Zimmermann entwarf eine Art von Himmelsglobus nach Hevelius' Fixsternregister.

Johannes Hevelius starb am 28. Januar 1687, seinem 76. Geburtstag, in seiner Geburtsstadt Danzig. Sein Grab befindet sich in der Danziger Katharinenkirche.

Eine Gedenktafel vor dem Rathaus in Danzig zeigt folgenden Text:

Johannes Hevelius 1611–1687
Hervorragender Gelehrter und Astronom
Schöpfer des Himmelsatlasses
Entdecker vieler Kometen und Sternbilder
Genialer Konstrukteur und Erfinder
Bekannter Danziger Brauer.

1935 wurde der Mondkrater Hevelius nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Selenographia. Danzig 1647. (online)
  • Mercurius in sole visus. Gedruckt bei Simon Reiniger, Danzig 1662, (online)
  • Cometographia. Danzig 1665.
  • Machina coelestis. erster Teil 1673 mit einer Beschreibung seines Instrumentariums; der zweite Teil ist äußerst selten, da nahezu die gesamte Ausgabe 1679 beim Observatoriumsbrand zerstört wurde. (online)
  • Annus climactericus. Danzig 1685. (online)
  • Prodromus astronomiae. 1664; postum 1690 veröffentlicht cum catalogo fixarum & firmamentum Sobiescianum sive Uranographia, dem ersten Atlas, der Bayer's Genauigkeit erreichte[3], Abbildungssuche Details.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Die 1993 in der Ostsee gesunkene Fähre Jan Heweliusz wurde nach Hevelius benannt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johannes Hevelius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wie bei Nikolaus Kopernikus, Daniel Gabriel Fahrenheit und anderen deutschsprachigen Wissenschaftlern aus dem Gebiet, auf das Polen und Deutsche zu verschiedenen Zeiten politische Ansprüche erhoben, existieren auch für Hevelius Namensvarianten aus beiden Sprachen nebeneinander.
  2. [1]
  3. Hevelius, Johannes. Firmamentum Sobiescianum sive Uranographia. Gdansk, 1690. – Linda Hall Library of Science, Engineering & Technology