Johannes Mystakon

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Johannes Mystakon (* 545; † 591) war von 579 bis 591 Feldherr des oströmischen Reiches an der persischen Front (siehe hierzu Römisch-Persische Kriege).

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Johannes Mystakon beruht Christian Settipani[1] zufolge auf einer römischen Verballhornung seines Spitznamens „Moustakon“ (Schnurrbart), für den er bei seinen Zeitgenossen berühmt war. Johannes Mystakon war nach Settipani armenischer Herkunft und zwar ein Prinz aus dem ursprünglich parthischen Fürstenhaus der Arsakiden.

Sein Vater war vermutlich Prinz Artabanes, Heermeister von Armenien, der mit Praejecta, einer Schwester des Kaisers Justin II., verlobt war. Der Name seiner Mutter ist nicht bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst war er Stellvertreter des Feldherrn Maurikios. Als Maurikios 582 den Thron bestieg, wurde Johannes Mystakon sein Nachfolger. Johannes Mystakon kämpfte – abgesehen von einer Niederlage gegen den persischen Feldherren Kardarigan am Nymphios-Fluss im Jahr 583 – erfolgreich im armenischen Abschnitt, wo die Römer fast durchgehend in der Offensive waren und durch armenische Partisanen unterstützt wurden. 584 wurde er durch Philippikos ersetzt, übernahm jedoch spätestens nach dem Ende der Revolte der römischen Truppen 589 wieder den Oberbefehl über eine römische Armee und schrieb auch Geschichte; während der Bürgerkriegswirren um Bahram Tschobin belagerte er Dvin und stieß 590 in die Atropatene (Aserbaidschan) vor. Dies war der bis dahin tiefste Vorstoß eines römischen Heeres auf persisches Gebiet und wurde erst durch Herakleios in der Schlacht von Ninive überboten. Im darauf folgenden Jahr führte er erneut ein Heer in die Atropatene und besiegte zusammen mit Narses den persischen Usurpator Bahram Tschobin beim Fluss Blarathon (bzw. Blarathos). Kurze Zeit nach dem Feldzug verstarb er.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Mystakon war mit Placida (* ca. 560), einer Tochter des Anastasius (Enkel der Kaiserin Theodora I., der Gemahlin des byzantinischen Kaisers Justinian I. (527–565) aus deren früherer Ehe) und der Juliana verheiratet. Diese Juliana war über ihre Mutter Proba eine Nachkommin fünfter Generation des weströmischen Kaisers Valentinian III. (Flavius Placidus Valentinianus) (425–455)[2]

Kinder:

Johannes Mystakon hatte zumindest folgende Kinder:

  • Valentinos (* ca. 590, † 644), Feldherr, Prätendent auf die byzantinische Krone, erhielt 641 den Titel Caesar und war 642/43 faktischer Regent des byzantinischen Reichs
  • Manuel (* 585, † 651), 651 „Magistros“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Settipani: Continuité des élites à Byzance durant les siècles obscurs. Les princes caucasiens et l'Empire du VIe au IXe siècle. Boccard, Paris 2006, ISBN 2-7018-0226-1, S. 125, Anmerkung 3.
  2. Christian Settipani: Continuité des élites à Byzance durant les siècles obscurs. Les princes caucasiens et l'Empire du VIe au IXe siècle. Boccard, Paris 2006, ISBN 2-7018-0226-1, S. 126.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Whitby: The Emperor Maurice and his Historian. Theophylact Simocatta on Persian and Balkan Warfare. Clarendon Press, Oxford u. a. 1988, ISBN 0-19-822945-3 (Oxford, Phil. Dissertation, 1981: The „Historiae“ of Theophylact Simocatta.).
  • Michael H. Dodgeon, Samuel N. C. Lieu: The Roman Eastern Frontier and the Persian Wars. Part 2: Geoffrey B. Greatrex, Samuel N. C. Lieu: AD 363–630. A narrative sourcebook. Routledge, London u. a. 2002, ISBN 0-415-14687-9.