Johannes der Almosengeber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johannes der Almosengeber - Venedig
Johannes der Almosengeber auf einer russischen Ikone
Johannes der Almosengeber gemalt von Tizian in der Kirche San Giovanni Elemosinario in Venedig

Johannes der Almosengeber auch Johannes Elemosynarius (* um 550 in Amathous, Zypern; † um 619 auf Zypern), griechisch und lateinisch Johannes Eleemosynarius, war von 606–616 Patriarch von Alexandria. Er wird sowohl von der katholischen als auch von der orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes der Almosengeber wurde um 550 als Sohn des Epiphanius (Gouverneur) von Zypern geboren. Er heiratete früh, verlor aber seine Frau und seine Kinder. Im Anschluss begann er, sein Vermögen an die Armen von Alexandria zu verteilen und nannte sie „meine Herren“.[1] Das Volk brachte den byzantinischen Kaiser Phokas dazu, ihn im Jahre 606 zum Patriarchen von Alexandria zu ernennen. Als das Sassanidenreich im Jahre 616 die Stadt eroberte, floh er zurück in seine Heimat nach Zypern, wo er starb.

Reliquien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Körper wurde nach seinem Tod zunächst nach Konstantinopel gebracht. Nachdem die Stadt 1453 durch die Osmanen eingenommen worden war, übergab ihn Sultan Mehmed II. 1480 dann als Geschenk an den ungarischen König Matthias Corvinus, der die Reliquie nach Buda überführte. Nach der Schlacht bei Mohács brachte sie Königin Maria von Ungarn im September 1526 mit anderen Wertgegenständen nach Preßburg und sie wurde zuerst auf der Burg deponiert. Von dort kam sie später in den St. Martinsdom. Im Jahre 1632 liess Erzbischof Peter Pázmány für die Reliquie einen prächtigen Silberschrein bauen, die Einweihung erfolgte am 23. Januar 1632.[2] Hundert Jahre später, zwischen 1729 und 1732 liess Fürsterzbischof Emmerich Esterházy eine barocke Kapelle an den St. Martinsdom zu Preßburg anbauen in der die Reliquie des Heiligen untergebracht werden sollte. Die Ausstattung der Kapelle gestaltete der österreichische Bildhauer Georg Raphael Donner.[3]

Ein Fuß des Heiligen wird in der Matthiaskirche in Budapest aufbewahrt.

Johannes der Almosengeber war der ursprüngliche Schutzpatron der Hospitalisten und wurde am 12. November von den Griechen gefeiert. Sein Leben, das von Leontius von Neapolis in Zypern geschrieben wurde, wurde von Anastasius dem Bibliothekar im neunten Jahrhundert ins Lateinische übersetzt.    

Gedenktage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der katholischen Kirche feiert man seinen Gedenktag am 11. November, in der orthodoxen Kirche einen Tag später am 12. November.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SCHRÖDL in Kirchenlex., s.v. Johannes, der Almosengeber; BUTLER, Lives of the Saints; Acta SS., II Jan., 495 sqq.; DAVIDSON in Dict. Christ. Biog., s.v. Joannes (15); MIGNE, P.G., XCIII, CXVII; LEQUIEN, Oriens Christ., II, 445; PALAFOX Y MENDOZA, Vida de S. Juan (Madrid, 1762)

The Catholic Encyclopedia (englisch)

Anton Klipp: Preßburg, Neue Ansichten zu einer alten Stadt, Karlsruhe/Stuttgart 2010, ISBN 978-3-927020-15-3

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Bitschnau: Das Leben der Heiligen Gottes. Benziger, Einsiedeln, 24. Aufl. [nach 1881], S. 57.
  2. The Catholic Encyclopedia (Englisch; dt.: 'Katholisches Heiligenlexikon)
  3. Anton Klipp: Preßburg..., S. 60

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johannes der Almosengeber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Theodor von Alexandria Patriarch von Alexandria
610–616
Georg I.