John Cooper Works

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John Cooper Works
Rechtsform Limited Company (Ltd.)
Gründung 10. Januar 2002
Sitz Farnborough
Leitung Matthew James Todd, Neil Charls Wharton
Branche Fahrzeugtuning

John Cooper Works Emblem

John Cooper Works (JCW) war ein britischer Hersteller von Tuningteilen und Zubehör und ist seit 2007 eine Marke der BMW Group für gleichnamige Mini-Modelle und Zubehörteile. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2002 von Michael Cooper, dem Sohn von John Cooper, einem Sportwagen-Konstrukteur und -Tuner des originalen Mini Cooper.[1]

Im Januar 2007 erwarb BMW die Markenrechte von John Cooper Garages, wodurch die Marke John Cooper Works seit 2008 offiziell Bestandteil der Marke MINI ist.[2]

JCW Tuning 2000–2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Jahren trat John Cooper Works als unabhängiger Tuner auf. Die Produktpalette umfasste Tuning Kits für die Modelle Mini Cooper und Mini Cooper S.

Cooper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Tuning Kit von JCW war ein 94 kW (126 PS) Umbau für den Mini Cooper. Dieser Umrüstsatz enthielt die folgenden Komponenten:

  • Bearbeiteter Zylinderkopf
  • Luftfilter
  • Ansaugrohrabdeckung
  • Abgasanlage ab Katalysator
  • Softwareanpassung der Motorsteuerung
  • Embleme

Trotz des Preises von über 2000 € erreichte dieses Kit lediglich eine Leistungssteigerung von 8,2 kW (11 PS), einen sportlicheren Klang und ein besseres Ansprechverhalten. Der Hauptvorteil war, dass der Umbau ohne Verlust der Werksgarantie durchgeführt werden konnte. 2004 kündigte JCW diesen Satz ab und stellte gleichzeitig ein Sound-Kit für den Cooper vor. Das Sound-Kit bestand aus einem neuen Ansaugsystem, einer Abgasanlage sowie Anpassung der Steuergeräte.

Cooper S R52 und R53[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Tuning Kit für den Cooper S war ein Umrüstsatz auf insgesamt 147 kW (200 PS)[3]. Dieses Kit wurde 2002 vorgestellt und bestand aus folgenden Komponenten:[4]

  • Bearbeiteter Zylinderkopf
  • Größerer, schneller drehender Kompressor
  • Verbesserte Zündkerzen
  • Verbesserte Abgasanlage
  • Softwareanpassung der Motorsteuerung
  • Embleme, sowie einzeln nummerierte Motorschilder und ein Zertifikat mit der Unterschrift von Mike Cooper

Zunächst musste dieses Kit vom Mini-Händler nachgerüstet werden. Erst Ende 2005 konnte man den Cooper S direkt ab Werk in dieser Konfiguration bestellen.

2005 wurde ebenfalls ein zusätzliches Upgrade vorgestellt, welches eine größere Leistungssteigerung auf 155 kW (210 PS[5], in einschlägigen Fahrzeugkaufportalen mit 211 PS angegeben) brachte und zusätzlich folgende Komponenten enthielt:[6]

  • Verbesserte Injektoren
  • Anpassung der Software
  • Verbessertes Ansaugsystem und Luftfilter

Auch dieses Leistungspaket kann/konnte in ältere Modelle der Baureihe nachgerüstet werden[7]. Zur selben Zeit erschien ein "JCW Sound Kit", bestehend aus einer Abgasanlage sowie Luftfilter, welches für rund 1100 € einen sportlicheren Klang und eine Leistungssteigerung von 2,2 kW (3 PS) versprach.

Cooper S R55, R56 und R57[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 stellt Mini das JCW Tuning Kit für die neue R56-Version des Cooper S vor. Das neue Modell wurde durch einen Turbolader anstelle des Kompressors aufgeladen. Das Kit unterschied sich von der vorigen Version und bestand aus einem verbesserten Ansaugsystem, Abgasanlage und Softwareanpassung. Es brachte eine Leistungssteigerung um 13 kW (17 PS) auf insgesamt 143 kW (192 PS), eine Drehmomentsteigerung um 10 Nm auf 250 Nm (270 Nm mit Overboost), Beschleunigung von 0–100 km/h in 6,8 Sekunden, sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h. Es wurde bekannt als „Stage 1 Kit“, obwohl diese Bezeichnung niemals offiziell von JCW oder BMW genutzt wurde.

Laut Mike Cooper ermöglichte dieses Kit den „schnellsten Mini, der jemals produziert wurde“[8], vor allem durch das zusätzliche Drehmoment und die Beschleunigung, was das Fahrzeug in manchen Situationen schneller macht, als den 163 kW (218 PS) Mini JCW GP.

2011 wurde das JCW-Tuning-Kit für den Cooper S LCI (135 kW) angepasst. Es besteht aus einer verbesserten Abgasanlage, Ansaugsystem, Abgaskrümmer sowie Softwareanpassung. Das Kit beinhaltet zusätzlich eine Plakette am Motor mit einer einmaligen Seriennummer, sowie JCW-Embleme an Front und Heck. Mit einer Leistungssteigerung von 12 kW wird so eine Gesamtleistung von 147 kW erreicht.

Integration in die Marke MINI (seit 2007)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 2007/08 erfolgte die Übernahme und Integration in den BMW-Konzern. Seitdem sind überarbeitete MINI-Modelle unter der Marke JCW direkt ab Werk bestellbar.

John Cooper Works R56[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser ist kein weiterer Umrüstsatz, sondern eine vollständig überarbeitete Version des R56 Mini mit Modellbezeichnung MF91 (Clubman Version MM91). Dieses Fahrzeug wurde durch das Händlernetzwerk vertrieben und beinhaltet einige Änderungen gegenüber dem 143 kW (192 PS) Power Kit:

  • Spitzenleistung von 155 kW (211 PS) bei 6000/min und ein Drehmoment von 260 Nm (280 mit Overboost). Diese wird durch einen verbesserten Turbolader, größere Abgasanlage sowie sportlichere Softwareanpassung. Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,5 s (6,8 beim Clubman). Verbrauch und Emission steigen ebenfalls, obwohl das 143 kW (192 PS) Kit keine Änderung gegenüber der Standardversion mit 130 kW (175 PS) des Cooper S bringt.
  • Elektronisches Sperrdifferential (EDLC – Electronic Differential Lock Control). Dieses ist stufenlos Einstellbar zwischen 0 und 50 %, im Gegensatz zu den permanenten 30 % des optionalen LSD im R56 Mini Cooper S.
  • DTC (Dynamic Traction Control) wie man es in allen aktuellen BMW Modellen findet. Der John Cooper Works ist der erste Mini, welcher mit DTC ausgeliefert wird. Der Hauptunterschied zwischen DTC und DSC ist die Möglichkeit, die Parameter für das Traktions- und Stabilitäts-Kontrollsystem anzupassen, um ein sportlicheres Fahrverhalten zu ermöglichen, ohne die Stabilitätskontrolle vollständig abschalten zu müssen.
  • Brembo Topfbremsen, bestehend aus roten Aluminium Bremssätteln mit John Cooper Works Logo vorne, roten Ein-Kolben-Sätteln hinten, gelochte und innenbelüftete Bremsscheiben 316 × 22 mm vorne und 280 × 10 mm hinten.

John Cooper Works GP (2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mini John Cooper Works GP wurde lediglich in einer Auflage von 2000 Stück gebaut. Dieses Modell wird von einer 160 kW (218 PS) turboaufgeladenen 1,6-Liter-4-Zylinder-Motor angetrieben und beschleunigt von 0–100 km/h in 6,3 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h. Der GP beinhaltet exklusive 17-Zoll-Mini-Challenge-Räder, Hochleistungsreifen, entworfen in Kooperation mit Kumho, verstellbare Federung, 6-Kolben-Brembo-Vorderradbremsen, rote Spiegelkappen Bremsenkühlung, RECARO Sportsitze (mit Seitenairbags) und eine hintere Domstrebe.

Mini bestätigte eine Rundenzeit auf der Nordschleife des Nürburgrings von 8:23 Minuten – eine Verbesserung von mehr als 19 Sekunden gegenüber dem Vorgängermodell.[9]

John Cooper Works F56 (2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2015 kam ein neues JCW-Modell auf den Markt. Es handelte sich um eine Ableitung aus der Baureihe F56, die seit 2014 als dritte Auflage des „New MINI“ unter BMW-Regie gebaut wurde.

Dieser neue John Cooper Works bringt neben geänderten Außenmaßen, die ihn größer und bulliger präsentieren, einen 2,0-Liter-Twinturbo-Motor, dessen serienmäßige 231 PS ihn in der Schaltversion in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultieren.

Clubman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mini Clubman ist seit 2008 als JCW verfügbar.

Cabrio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit März 2009 ist das Mini Cabrio als JCW erhältlich.

Coupé[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mini Coupé war zwischen Oktober 2011 und Mai 2015 als JCW erhältlich. Angetrieben wurde das Fahrzeug vom 1,6-Liter-Ottomotor mit 211 PS. Auf 100 km/h beschleunigt das Coupé in 6,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h.

Von diesem Fahrzeug gibt es nur eine einzige für die Langstrecke Homologierte Rennvariante, diese wurde in den Jahren 2018 und 2019 vom Motorsportteam Racing4Emotion in der VLN auf dem Nürburgring eingesetzt.

Roadster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der auf dem Coupé basierende Mini Roadster war zwischen März 2012 und Mai 2015 als JCW erhältlich. Angetrieben wurde das Fahrzeug vom 1,6-Liter-Ottomotor mit 211 PS. Auf 100 km/h beschleunigt der Roadster in 6,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 237 km/h.

Countryman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der John Cooper Works Countryman ist der erste 5-türige JCW von Mini. Er wurde 2012 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt. Angetrieben wird das SUV von einem 218 PS starken 1,6-Liter-Ottomotor, der das SUV in 6,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 228 km/h an.

Auf Basis der zweiten Generation des Countryman leistet der JCW 231 PS aus einem Zweiliter-Ottomotor. 100 km/h sind nach 6,5 Sekunden erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 234 km/h.

Paceman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das SUV-Coupé Mini Paceman war zwischen März 2013 und November 2016 auch als JCW erhältlich. Angetrieben wurde das Fahrzeug wie auch die erste Generation des Countryman von einem 218 PS starken 1,6-Liter-Ottomotor. Dieser beschleunigt das SUV in 6,8 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 229 km/h an.

John Cooper Works GP Concept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung im September 2017 in Frankfurt am Main wurde das Konzeptfahrzeug Mini John Cooper Works GP Concept auf Basis des Mini F56 präsentiert. Das Serienfahrzeug soll die Nachfolge des John Cooper Works GP antreten. Das Konzeptfahrzeug weist auf den Flanken die Nummer 0059 auf. Diese ist eine Reminiszenz an das erste Produktionsjahr des Ur-Mini. Die Rücklichter erinnern an den Union Jack.[10]

John Cooper Works GP (2020)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch von der aktuellen Generation F56 gibt es zum Ende der Bauzeit mit dem Mini John Cooper Works GP eine limitierte Sonderedition. Es basiert im weitesten Sinne auf dem GP Concept aus dem Jahr 2017. Die übermäßige Bespoilerung vorne und hinten fällt jedoch weg, die Anbauteile an den Kotflügeln und der Heckflügel verbleiben allerdings. Das Modell wird lediglich in einer Auflage von 3000 Stück gebaut, die zu einem Preis von mindestens 45.000 € bereits alle verkauft worden sind. Dieses bringt 225 kW (306 PS) und 450 Nm durch einen turboaufgeladenen 2,0-Liter-4-Zylinder-Motor auf die Straße. Diese Leistungen reichen um den Wagen in 4,9 Sekunden von 0–100 km/h zu beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h zu erreichen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cooper History (Memento des Originals vom 26. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.coopercarcompany.com, Cooper Car Co., abgerufen am 14. April 2015.
  2. Rede von Dr. Kay Segler, MINI Pressekonferenz 78. Auto-Salon Genf 2008. 3. April 2008, abgerufen am 11. März 2015.
  3. JCW Tuningkit 200 HP. Abgerufen am 29. Juni 2018 (deutsch).
  4. http://www.motoringfile.com/howto/JCW_MCS_install.pdf
  5. JCW Tuningkit 210 HP. Abgerufen am 29. Juni 2018 (deutsch).
  6. http://www.outmotoring.com/images/how_to/MIN_JCWUPGRADE_gen1.pdf
  7. Nachrüstung, Umrüstung, Zubehör | Mini MINI R53 Cooper S W11 Europa. Abgerufen am 29. Juni 2018.
  8. http://www.motoringfile.com/2007/07/31/r56-jcw-kit-stage-1-parts-list/ R56 JCW Kit
  9. "Der MINI John Cooper Works GP" (Pressemappe). 9. November 2012, abgerufen am 11. März 2015.
  10. Gregor Hebermehl: Ausblick aufs künftige Kleinserien-Modell. In: auto-motor-und-sport.de. 4. September 2017, abgerufen am 12. Februar 2018.