Joost Swarte

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Joost Swarte (* 24. Dezember 1947 in Heemstede) ist ein niederländischer Illustrator, Comiczeichner und Designer. Er führte 1976 den Begriff Ligne claire für den Zeichenstil Hergés ein[1] und zählt mit seinen farbigen, deutlich konturierten Zeichnungen zu den Vertretern der Nouvelle ligne claire.[2]

Joost Swarte wurde an Heiligabend 1947 geboren, er studierte Industriedesign in Eindhoven, mit dem Zeichnen von Comics begann er Ende der 1960er Jahre. Er gab das Magazin Modern Papier heraus, das später in dem Comic-Magazin Tante Leny Presenteert aufging.

Er schuf nicht nur Comicserien wie Katoen en Pinbal, Jopo de Pojo, Anton Makassar, Dr Ben Cine und Niet Zo, Maar Zo, sondern auch Illustrationen, Poster, Platten- und Magazincover für Vrij Nederland, das belgische Magazin Humo und das italienische Architekturmagazin Abitare. Nach seiner Teilnahme am Festival International de la Bande Dessinée d'Angoulême 1980 erlangten seine Comics auch internationale Aufmerksamkeit und wurden ins Englische, Französische, Spanische, Italienische und Deutsche übersetzt. Die Werkübersicht Swarte, Hors Serie, wurde 1984 von Futuropolis veröffentlicht. Er arbeitete für das amerikanische Magazin RAW und zeichnete Titelblätter für The New Yorker. Swarte gehörte zu den Initiatoren des niederländischen Comicfestivals Stripdagen Haarlem.

Als Designer entwickelte Swarte überwiegend Möbel, er arbeitete auch an Glasfenstern und Wandmalereien. In Haarlem gestaltete er gemeinsam mit dem Architekturbüro Mecanoo das Theatergebäude „De Toneelschuur“. Zudem entwarf er das Design des 2009 in Louvain-la-Neuve eröffneten Hergé-Museums.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1981 erhielt er den Prix Saint-Michel als bester ausländischer Künstler auf dem belgischen Comicfestival in Brüssel. Mit dem Stripschapprijs, einem Preis für niederländische Comiczeichner, wurde er 1998 ausgezeichnet. Die Königin der Niederlande Beatrix ernannte ihn 2004 zum Offizier im Orden von Oranje-Nassau.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas C. Knigge: Alles über Comics. Europa Verlag 2004. S. 227.
  2. Andreas C. Knigge: Comic-Lexikon. Ullstein 1988. S. 419.
  3. Kurztext zur Retrospektive in der städt. Galerie Erlangen 2004.

Weblinks[Bearbeiten]