Joseph Duveen, 1. Baron Duveen

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Joseph Duveen in den 1920ern

Joseph Joel Duveen, 1. Baron Duveen (* 14. Oktober 1869 in Hull; † 25. Mai 1939 in London) war ein britischer Kunsthändler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph Duveen war der Älteste von acht Söhnen des jüdischen Antiquitäten- und Kunsthändlers Joseph Joel Duveen (1843–1908), der zunächst in Hull lebte. Joseph Joel Duveen und sein jüngerer Bruder Henry J. Duveen (1855–1918) waren seit 1879 mit ihrer Firma Duveen Brothers in London ansässig, 1886 eröffneten sie eine Filiale in New York.

Joseph Duveen erhielt seine Erziehung am Brighton College und arbeitet seit 1886 im Kunsthandel der Familie. Duveen erbte eine verblüffende Begabung, einen versteckten Schatz zu entdecken, von seinem Vater. Nach dem Tode seines Vaters führte er die Firma in den riskateren aber lukrativeren Markt der Gemälde und schon bald wurde er einer der führenden Kunsthändler auf der Welt. Der Schlüssel zu Duveens Erfolg war seine Beobachtungsgabe. Während Europa die Kunst besaß, waren einige Amerikaner steinreich. Duveen machte sein Vermögen, indem er Gemälde vom europäischen Adel aufkaufte und an amerikanische Millionäre weiter verkaufte. Es gibt kaum eine Sammlung in Amerika, die er nicht aufgebaut hat.

Zu seinen Kunden gehörten unter anderem die US-Amerikaner Henry Clay Frick, William Randolph Hearst, Henry E. Huntington, John Pierpoint Morgan, Samuel H. Kress, Andrew Mellon, John D. Rockefeller und der Kanadier Frank Porter Wood. Joseph Duveen wurde zum bedeutendsten Kunsthändler seiner Zeit, insbesondere auf dem Gebiet der Altmeister-Gemälde. Dadurch wurde er vermögend und vergab zum Ende seines Lebens eine Reihe von Spenden an Sammlungen und Museen in England.

So stiftete er u. a. die Duveen Gallery für die Elgin Marbles im British Museum. Außerdem war der großzügste Mäzen der Tate Gallery, der er 1908 den Bau von fünf Räumen finanzierte, die besser als "Türner" Flügel bekannt sind. J. M .W. Turners Werke, die er dem Britischen Volk hinterlassen hatte, lagerten bis dato in der National Gallery und dem Britischen Museum. Er beauftragte den Architekten W. H. Romaine-Walker, der fünf Räume in dem Hauptgang der Galerie hinzufügte sowie zwei weitere Räume im Erdgeschoss. Unglücklicherweise starb Duveen, bevor der Anbau beendet war und es war sein Sohn, Joseph Duveen, der die Fertigstellung bezahlte.

1899 heiratete er Elsie Solomon, sie hatten eine Tochter Dorothy Duveen (1903–1985). 1919 wurde er als Knight Bachelor geadelt (Sir Joseph Duveen), am 15. Februar 1927 zum Baronet (Joseph Duveen, Baronet of Millbank in the City of Westminster) erhoben und 3. Februar 1933 wurde ihm in London der erbliche Adelstitel eines Baron Duveen of Millbank in the City of Westminster verliehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • James Henry Duveen: The rise of the House of Duveen. Longmans Green, London 1957.
  • Samuel N. Behrman: Duveen und die Millionäre. Zur Soziologie des Kunsthandels in Amerika. Rowohlt, Hamburg 1960.
  • Colin Simpson: The partnership. The secret association of Bernard Berenson and Joseph Duveen. Bodley Head, London 1987, ISBN 0-370-30585-X.
  • Meryle Secrest: Duveen. A Life in Art. Knopf, New York 2004, ISBN 0-375-41042-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]