Jovialität

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Die Jovialität (vom römischen Gott Jupiter), auch Leutseligkeit, beschreibt ein sich wohlwollend herablassendes, leutseliges, wohlgelauntes, gönnerhaftes (joviales) Verhalten.

Das seit dem 18. Jahrhundert bezeugte Adjektiv steht für älteres „jovialisch“ (16. Jahrhundert), das mit entsprechend frz. jovial und it. gioviale auf lat. Iovialis „zu Jupiter (lat. auch Iovis) gehörend“ zurückgeht. Für die Bedeutungsübertragung ist die mittelalterliche Astrologie verantwortlich, die den nach dem römischen Göttervater benannten Planeten Jupiter als Ursache für menschliche Fröhlichkeit und Heiterkeit ansah und danach den Heiteren mit iovialis, den im Sternbild des Planeten Jupiter Geborenen, bezeichnete.

Aus dem Standpunkt einer Überlegenheit und Stärke kann der joviale Mann einem niedriger Gestellten, etwa einem Untergebenen, mit Wohlwollen („familiär“, „schulterklopfend“) entgegentreten. Frauen gegenüber galt Jovialität nur bei großen Rangabständen als angebracht. Sie bedarf überhaupt des Taktgefühls. Freundliche Herablassung hochgestellter Frauen nahm andere Züge an und wurde eher als „gütig“ bezeichnet. Im Zuge der Geschlechteremanzipation können sich heute auch Frauen in den entsprechenden Positionen jovial geben.

Taktisch eingesetzte („aufgesetzte“) Jovialität soll meistens über die wahren Absichten, Machtverhältnisse, Besitz- und Klassenunterschiede hinwegtäuschen. Jovialität kommt als taktisches Instrument u.a. bei religiösen Missionierung eine herausragende Bedeutung zu, um eine Basis für das Missionsgespräch auf Augenhöhe herzustellen.

Jovialität endet oft schnell, wenn die Zielperson gekränkt oder in gleicher Art reagiert oder wenn sich die joviale Person ihrer Überlegenheit nicht mehr sicher ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: jovial – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Jehne: Jovialität und Freiheit. Zur Institutionalität der Beziehungen zwischen Ober- und Unterschichten in der römischen Republik. In: Bernhard Linke, Michael Stemmler (Hrsg.): Mos maiorum. Untersuchungen zu den Formen der Identitätsstiftung und Stabilisierung in der römischen Republik (= Historia Einzelschriften. Band 141). Steiner, Stuttgart 2000, S. 207–235 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).