Jozias van Aartsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jozias van Aartsen am 18. Mai 2001 während eines Besuchs in den USA

Jozias Johannes van Aartsen (* 25. Dezember 1947 in Den Haag) ist ein niederländischer Politiker. Er war zwischen 1998 und 2002 Außenminister der Niederlande.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jozias van Aartsen, Sohn des Politikers Jan van Aartsen, absolvierte nach dem Abschluss des Gymnasiums ein Jurastudium an der Freien Universität Amsterdam. Anschließend war er zwischen 1970 und 1974 für die Parlamentsfraktion der rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) tätig. Bis 1979 arbeitete er danach als Direktor der Telderstiftung, des Forschungsinstituts der VVD und übte in dieser Funktion Einfluss auf Diskussionen in seiner Partei aus.[1]

Seit 1979 besaß van Aartsen eine Stellung im Innenministerium und wurde 1983 der Stellvertreter von dessen Generalsekretär. Von 1985 bis 1994 leitete er als Generalsekretär die Geschäfte des Ministeriums und hatte u. a. auch die Aufsicht über das frühere Computerzentrum der Regierung (RCC) inne. Im ersten Kabinett von Ministerpräsident Wim Kok, der auch Vorsitzender der Partei der Arbeit war, wurde van Aartsen am 22. August 1994 Landwirtschaftsminister und war damit gleichzeitig zuständig für die Fischerei. In krisenhaften Lagen wie beim Ausbruch der Schweinepest traf er trotz Bauernprotesten klare Entscheidungen, und die Zweite Kammer beschloss u. a. auch gegen starke Opposition, den Schweinebestand durch gesetzliche Vorschriften zu verringern.[1]

Nach den Parlamentswahlen vom 6. Mai 1998 wurde van Aartsen in der Neuauflage der so genannten „violetten Koalition“ Außenminister (Vereidigung 3. August) und damit Nachfolger von Hans van Mierlo. Die Regierung stand aufgrund von Schwierigkeiten u. a. in den Bereichen der Ökonomie, Gesundheit und Ausländerpolitik unter Druck; und störend wirkte auch Koks de facto allein getroffener Beschluss über eine niederländische Teilnahme an der Bombardierung Jugoslawiens durch die NATO-Mächte (1999) sowie die darauffolgende politische Auseinandersetzung bezüglich der Behandlung von ins Land geflüchteten Bosniern. Die Zusammenarbeit von Kok und van Aartsen verlief friktionsreich; und beide Politiker warfen sich bisweilen gegenseitig diplomatische Alleingänge vor. Am 16. April 2002 trat Koks Kabinett zurück, blieb aber interimistisch bis zum 22. Juli 2002 im Amt, womit auch van Aartsen bis zu diesem Zeitpunkt das Amt des Außenministers weiter ausübte. Sein Nachfolger wurde Jaap de Hoop Scheffer.[1]

Im Mai 2003 wurde van Aartsen zum Fraktionsvorsitzenden der VVD gewählt. Am 8. März 2006 gab er jedoch seinen Rücktritt bekannt. Als Grund gab er das enttäuschende Wahlergebnis seiner Partei VVD an, die bei den Kommunalwahlen wiederholt deutlich an Stimmen verlor. Vom 27. März 2008 bis 1. März 2017 amtierte er als Bürgermeister von Den Haag. Vom 20. April 2017 bis zum 1. Dezember 2017 war er kommissarischer Kommissar des Königs der Provinz Drenthe. Vom 4. Dezember 2017 bis zum 11. Juli 2018 war er kommissarischer Bürgermeister von Amsterdam.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jozias van Aartsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Jozias van Aartsen, in: Munzinger-Archiv, Lieferung 50/02.
VorgängerAmtNachfolger
Wim DeetmanBürgermeister von Den Haag
2008–2017
Pauline Krikke
VorgängerAmtNachfolger
Eberhard van der LaanBürgermeister von Amsterdam
(kommissarisch)
2017–2018
Femke Halsema