Judasverbrennen

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Osterfeuer mit Strohpuppe

Als Judasverbrennen, auch Judasbrennen, Jaudusbrennen, Jaurusbrennen bzw. -feuer bezeichnet man den regional verbreiteten Brauch, am Karsamstag in einem Osterfeuer eine Puppe oder einen Baumstamm als des Judas Iskariot mitzuverbrennen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Brauch war in der Vergangenheit of damit verbunden, die Juden für den Tod Jesu Christi verantwortlich zu machen. In Deutschland war der Brauch des Judasverbrennens vor allem in Süddeutschland verbreitet, und wird in neuerer Zeit noch in der Region Altbayern geübt.

Nachdem während der Griechischen Revolution in den eroberten Städten Türken und Tausende der Kollaboration beschuldigte Juden ermordet worden waren, kam es im 1832 gegründeten Königreich Griechenland im Zusammenhang mit Judasverbrennungen erneut zu Ausbrüchen gegen Juden.[1]

In Chile wurde die Judasfiguren vor der Verbrennung mit den Zügen ansässiger Juden versehen und vor den Häusern jüdischer Familien angebracht.[2] Auch in Brasilien werden von der Bevölkerung – gegen den Willen der katholischen Kirche – im Rahmen des sogenannten Queima do Judas („Verbrennung des Judas“) oder Malhação do Judas („Misshandlung des Judas“) Puppen an Galgen aufgehängt, verbrannt oder mit Sprengstoff zum Platzen gebracht.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Band 1: Länder und Regionen, Walter de Gruyter, 2008

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. W. Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 1, 2008, S. 122
  2. W. Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 1, 2008, S. 71
  3. Klaus Hart: Judas verbrennen (Queima do Judas) – antisemitisches Ritual in Brasilien?, 2009