Judy Collins

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Judy Collins, 1987

Judy Collins (* 1. Mai 1939 in Seattle, Washington, bürgerlich Judith Marjorie Collins) ist eine US-amerikanische Folksängerin und Songschreiberin.

Biografie[Bearbeiten]

Judy Collins, 2009

Als Kind lernte Judy Collins klassisches Klavier bei Antonia Brico. Mit 13 Jahren hatte sie ihr Konzertdebüt mit Mozarts Konzert für zwei Pianos. Wenig später erwachte jedoch ihr Interesse für die Musik von Woody Guthrie und Pete Seeger. In New Yorks Greenwich Village sang sie in Clubs, wobei sie sich auf der Gitarre begleitete. 1961 erschien ihr erstes Album A Maid of Constant Sorrow.

Anfangs spielte und sang sie klassische Folksongs und Stücke erfolgreicher Kollegen wie Tom Paxton, Phil Ochs und Bob Dylan. Sie nahm eigene Versionen bekannter Songs auf, etwa Dylans Mr. Tambourine Man oder Turn! Turn! Turn! von Pete Seeger. Daneben spielte sie Stücke noch wenig bekannter Songschreiber, darunter Leonard Cohen, dessen Song Suzanne sie erstmals veröffentlichte, und Joni Mitchell.

Mit ihrem Album Wildflowers (1967, mit Arrangements von Joshua Rifkin) begann Judy Collins, eigene Songs aufzunehmen. Das Album gewann einen Grammy, und das Stück Both Sides Now (geschrieben von Joni Mitchell) gelangte auf Platz 8 der Billboard Hot 100.

Das Album Who Knows Where the Time Goes (1968) wurde von Stephen Stills (von Crosby, Stills & Nash) produziert, mit dem Collins zu dieser Zeit ein Verhältnis hatte. Stills widmete ihr den Song Suite: Judy Blue Eyes, in dem er das Ende ihrer Beziehung beklagt. Mit Stills verband sie allerdings weiterhin eine Freundschaft und so waren sie gelegentlich bei gemeinsamen Auftritten zu sehen (u.a. in der Fernsehshow von Graham Nash[1]) und sangen 2010 auf Collins' Album Paradise ein Duett. Das Album enthielt auch ein weiteres Duett mit Folk-Legende Joan Baez.

In den 1970er Jahren war Judy Collins eine feste Größe der Folkszene. Sie hatte Hits mit eigenen Songs wie My Father und Born to the Breed sowie mit Stücken anderer Songschreiber, darunter Amazing Grace und Send in the Clowns. 1979 posierte sie nackt für ihr Album Hard Times For Lovers.

1987 veröffentlichte Judy Collins ihre Memoiren unter dem Titel Trust Your Heart. Sie schrieb auch zwei Romane, trat aber weiterhin als Musikerin auf und brachte Alben heraus. 1993 sang sie bei der Amtseinführung von Bill Clinton. Die Clintons benannten nach eigenen Angaben ihre Tochter Chelsea nach dem Collins-Song Chelsea Morning (geschrieben von Joni Mitchell).

Judy Collins ist UNICEF-Botschafterin und kämpft gegen den Einsatz von Landminen. Seit dem Suizid ihres Sohnes Clark Taylor im Jahr 1992 setzt sie sich auch für die Vorbeugung gegen Suizid ein.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1961: Maid of Constant Sorrow
  • 1962: The Golden Apples of the Sun
  • 1964: Judy Collins Number 3
  • 1964: The Judy Collins Concert
  • 1965: Judy Collins' Fifth Album
  • 1966: In My Life
  • 1967: Wildflowers
  • 1968: Who Knows Where The Time Goes?
  • 1969: Recollections
  • 1970: Whales and Nightingales
  • 1971: Livin' (Live)
  • 1972: Colors of the Day – The Best of Judy Collins
  • 1973: True Stories, and Other Dreams
  • 1975: Judith
  • 1976: Bread and Roses
  • 1977: So Early in the Spring – The First Fifteen Years
  • 1979: Hard Times for Lovers
  • 1980: Running for My Life
  • 1982: Times of Our Lives
  • 1984: Home Again
  • 1987: Trust Your Heart
  • 1988: The Stars Of Christmas (Selected Especially For Avon)
  • 1989: Sanity and Grace
  • 1990: Fires of Eden
  • 1990: Baby’s Bedtime
  • 1990: Baby’s Morningtime
  • 1993: Judy Sings Dylan… Just Like a Woman
  • 1994: Come Rejoice! A Judy Collins Christmas
  • 1994: Shameless
  • 1995: Voices
  • 1997: Christmas at the Biltmore Estate
  • 1997: Forever: An Anthology
  • 1998: Both Sides Now
  • 1999: Classic Broadway
  • 2000: All on a Wintry Night
  • 2000: Judy Collins Live at Wolf Trap
  • 2004: Judy Collins Sings Leonard Cohen: Democracy
  • 2004: The Essential Judy Collins
  • 2005: Portrait of an American Girl
  • 2010: True Stories & Other Dreams
  • 2010: Paradise
  • 2011: Bohemian

Videografie[Bearbeiten]

  • Baby’s Bedtime (1992)
  • Baby’s Morningtime (1992)
  • Junior (mit Arnold Schwarzenegger)
  • Christmas at the Biltmore Estate (1998)
  • The Best of Judy Collins (1999)
  • Intimate Portrait: Judy Collins (2000)
  • Judy Collins Live at Wolf Trap (2003)
  • Wildflower Festival (2003) (DVD mit Gastauftritten von Eric Andersen, Arlo Guthrie und Tom Rush)

Bibliografie[Bearbeiten]

  • Trust Your Heart (1987)
  • Amazing Grace (1991)
  • Sanity and Grace: A Journey of Suicide, Survival and Strength (2003)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Show ist bisher unveröffentlicht, einen Mitschnitt gibt es bei www.youtube.com