Julia Pastrana

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Julia Pastrana, Lithographie von V. Katzler um 1860
Julia Pastrana

Julia Pastrana (* 1834 in Sinaloa, Mexiko[1]; † 1860 in Moskau) war eine Darstellerin, die in einer Freakshow (später allgemeiner Sideshow genannt) auftrat und als „Affenfrau“ bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Die genaue Herkunft Julia Pastranas kann wohl nicht mehr aufgeklärt werden, manchen Berichten zufolge wurde das an Hypertrichose leidende Kind zusammen mit seiner Mutter in einer Höhle gefunden, der Mutter abgekauft und für Showzwecke ausgebildet. In späteren Jahren konnte Julia singen, tanzen und sich in drei Sprachen schriftlich und mündlich verständigen.

Julia Pastrana, die nur eine Körpergröße von etwa 1,38 m erreichte, wies neben ihrer starken Körperbehaarung noch weitere Besonderheiten auf. Sie hatte ungewöhnlich große Ohren, eine große Nase, stark vorgewölbte Kiefer und angeblich doppelte Zahnreihen. So lag der Gedanke ihres Impresario Theodore Lent nahe, sie dem Publikum auf drei Kontinenten als „Affenfrau“ zu präsentieren.

Ob Theodore Lent Julia Pastrana tatsächlich heiratete, ist ungewiss. Jedenfalls gebar sie am 20. März 1860 auf einer Tournee in Moskau ein ebenfalls von Hypertrichose betroffenes Kind, das bald nach der Geburt starb. Julia Pastrana überlebte die Geburt ebenfalls nur um wenige Tage.

Das Schicksal des Leichnams[Bearbeiten]

Lent überließ die beiden Leichen zunächst einem Herrn Sokoloff, einem Professor der Moskauer Universität, der sie einbalsamierte. Nachdem er sich vom Erfolg dieser Prozedur hatte überzeugen können, kaufte Lent die Präparate zurück und ging weiter seinem Gewerbe nach – Julia Pastranas Leichnam wurde in einem der Kostüme, in denen sie gewöhnlich aufgetreten war, präsentiert, das Kind neben ihr auf einem Gestell wie ein Papagei.

Angeblich fand Lent 1863 in Deutschland eine weitere Frau, die Ähnlichkeit mit Julia Pastrana hatte, heiratete sie und bezog sie ebenfalls in seine Show ein, wobei er vorgab, es handele sich um Zenora Pastrana, die Schwester der Toten. Lent soll später dem Wahnsinn verfallen und in einer russischen Anstalt untergekommen sein.

Die präparierten Leichen Julia Pastranas und ihres Kindes wurden 1921 von Haakon Lund erworben, der sie bis 1943 in seiner zirkusähnlichen Wanderschau vorführte. 1943 wurden sie von der deutschen Besatzung beschlagnahmt, nach dem Krieg aber erneut zu Schau gestellt. 1970 griff die norwegische Regierung ein, untersagte die öffentliche Präsentation und konfiszierte die Leichen. Nachdem sie 1979 in die Hände eines Diebes gefallen waren, befanden sie sich lange Jahre in Oslo und wurden dort für Forschungs- und Ausbildungszwecke benutzt. Anfang 2013 wurden ihre mumifizierten Überreste in ihre Heimat Mexiko überführt, um dort würdevoll bestattet zu werden.

Eine geplante Verfilmung des Lebens Julia Pastranas mit Richard Gere in der männlichen Hauptrolle wurde nicht realisiert.[2]

Ähnliche Fälle wie zum Beispiel Tognina Gonsalvus sind seit dem 17. Jahrhundert in Europa publiziert worden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lerma Garay, Antonio. Érase Una Vez en Mazatlán. Culiacán 2010
  2. Daniel Saal: Richard Gere geht zum Zirkus. spielfilm.de, 25. Februar 2000

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Julia Pastrana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien