Juliane-Marien-Koog

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Der Juliane-Marien-Koog (nordfriesisch: Juuljåånen-Mariienkuuch, dänisch: Juliane-Marie Kog) ist ein Koog in Nordfriesland, der zur Gemeinde Dagebüll gehört. Er wurde in den Jahren 1777/78 durch den Bau eines 2,2 km langen Deichs gewonnen. Seine Fläche umfasst 329 ha hochwertiges Marschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Eindeichung des Kleiseerkooges entstand in nur 50 Jahren Anwachs ein fruchtbarer Marschkoog in der Bucht zwischen Dagebüll und Fahretoft. Die Entwässerung erfolgte zunächst zusammen mit dem Kleiseerkoog über eine eigene Seeschleuse im Tondernschendeich. Der Koog wurde nach Juliane von Braunschweig, der Gemahlin des dänischen Königs Friedrich V., benannt.

Der Juliane-Marien-Koog gehört zu den süderoctroierten Kögen. Das Oktroy wurde am 6. Juni 1776 durch Friedrich V. an die Hauptpartizipanten P.Paysen aus Klockries, J. Carstensen aus Lindholm und M. Tychsen aus Tondern ausgestellt. Es gewährte den Hauptparzipanten Privilegien in den Bereichen Zoll, Jagd und Fischerei, Polizei und Gerichtsbarkeit, im Patronatsrecht und in der Verwaltung. Diese Sonderstellung wurde in Teilen bis zum 22. September 1887, als das Land schon zu Preußen gehörte, erhalten. Eine Teilbesiedelung erfolgte ab 1806, als zwei Höfe auf niedrigen Warften gebaut wurden. Die Erschließung erfolgte bis 1959 über Klei- und Grandwege.

Bis 1936 hat der Seedeich ohne größere Schäden gehalten. Danach kam der Osewoldter Koog zur ursprünglich eigenständigen Gemeinde Juliane-Marien-Koog und der alte Deich rückte in die zweite Linie zurück. Zwischen 1958 und 1960 erreichte die Elektrizitäts- und Trinkwasserversorgung den Koog.

Derzeit leben im Koog 15 Personen in sechs Haushalten. Seit der Neuregelung der Entwässerung um 1960 wird der ursprünglich in Grünlandnutzung liegende Koog zu 90 % als Ackerland genutzt.

Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Juliane-Marienkoog (mit dieser Schreibweise) in die Gemeinde Dagebüll eingegliedert.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 183.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 54° 43′ 48,3″ N, 8° 45′ 8,4″ O