Risum-Lindholm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Risum-Lindholm
Risum-Lindholm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Risum-Lindholm hervorgehoben
Koordinaten: 54° 46′ N, 8° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Südtondern
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 36,03 km²
Einwohner: 3693 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25920,
25899 (Gasthafen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04661
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 109
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Webpräsenz: www.risum-lindholm.de
Bürgermeister: Hauke Christiansen (CDU)
Lage der Gemeinde Risum-Lindholm im Kreis Nordfriesland
Karte

Risum-Lindholm (nordfriesisch: Risem-Loonham bzw. Risem-Lunham) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland an der Westküste Schleswig-Holsteins.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Risum-Lindholm liegt etwa fünf Kilometer südöstlich von Niebüll und sechs Kilometer westlich von Leck am Rand zwischen Geest und Marsch.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand 1969 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Risum und Lindholm. Da sich die Gemeinde über mehrere Kilometer Länge erstreckt, wird den Ortsteilen Maasbüll (nf: Moosbel, dän: Masbøl), Risum (nf: Risem), Lindholm (nf: Lunham), Klockries (nf: Klookriis, dän: Klokris), Wegacker (nf: Wäieeker) und Kremperhaus (dän. Krempehus) (neben Broweg (nf: Bruwäi), Läiged, Legerade (nf: Läigeroos) und Herrenkoog (nf: Hiirnekuch, dän: Herrekog[2][3]) die nicht direkt an der langgezogenen Dorfstraße liegen) schon allein zur besseren Orientierung im Ort unverändert eine hohe Bedeutung beigemessen. So wird im örtlichen Sprachgebrauch selten der eigentliche Gemeindename verwendet, sondern vielmehr die jeweiligen Namen der Ortsteile.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Risum wird gemeinsam mit Lindholm im Waldemar-Erdbuch als Bestandteil der Bökingharde erwähnt. Die beiden Orte sowie Niebüll und Deezbüll befinden sich auf einer eiszeitlichen Sanderinsel, die nach den dort noch im Mittelalter vorhandenem Hochmoor Risummoor genannt wurde. Nachdem das Meer nach der ersten großen Mandränke 1362 bis an die Insel vordrang, wurden die gefährdeten Teile bedeicht. Dieses Gebiet wurde später als Risummoorer Kornkoog bezeichnet. 1580 wurde der mittelalterliche Deich verstärkt.

Im 15. Jahrhundert entstanden durch einen Damm nach Stedesand der Große Kohldammer-Koog, der in Lindholm-Kohldammer-Koog und Risum-Kohldammer-Koog eingeteilt ist, 1544 der Kleine Kohldammer-Koog. Dessen Deich brach bei der zweiten Mandränke, was 402 Menschen das Leben kostete. Erst bei der Gewinnung des Maasbüller Herrenkoogs 1641 wurde die Lücke wieder geschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 erhielt die CDU sechs, die SPD vier, der SSW zwei und die Freie Wählergemeinschaft FWG fünf Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 56,7 Prozent.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der konstituierenden Sitzung der neugewählten Vertretung am 12. Juni 2013 wurde Hauke Christiansen (CDU) als Bürgermeister wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Im blauen Schildhaupt vier versetzt angeordnete silberne Lindenblätter, darunter ein wachsender roter Friesengiebel, belegt mit drei übereinander angeordneten silbernen Fenstern, sowie ein das Schildhaupt anstoßendes goldenes Dach.“[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Risum-Lindholm befindet sich direkt an der Marschbahn (Hamburg-Altona –) Elmshorn – Westerland (Sylt). Diese durch den Ortsteil Lindholm führende Bahnstrecke hat seit den 1980er Jahren allerdings keinen eigenen Bahnhof mit Reisezughalten mehr, nachdem die hier abzweigende Bahnstrecke Flensburg-Weiche–Lindholm stillgelegt worden war. Lediglich als Betriebsbahnhof (Blockstelle mit Schrankenposten) ist der Bahnhof nach wie vor in Betrieb. Dennoch wurde er 2005 zweisprachig beschildert („Risum-Lindholm / Risem-Lonham“). Ein Bedarfshaltepunkt befindet sich allerdings im Ortsteil Maasbüll an der Bahnstrecke zwischen Niebüll und Dagebüll. Dieser wird etwa stündlich in beide Richtungen von der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft betrieben.

Durch den Ort verläuft außerdem die Bundesstraße 5 von Husum nach Niebüll.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Andersen-Haus, ein uthlandfriesisches Haus von 1723 im Ortsteil Klockries, ist Sitz des Ostermooriger Friesenvereins und beliebter Veranstaltungsort für Märkte, Konzerte und private Feiern.

Sowohl die St.-Sebast-Kirche in Risum als auch die Lindholmer Michaeliskirche verdanken ihre jetzige Gestalt dem 18. Jahrhundert, ihre Ursprünge reichen jedoch bis ins 13. Jahrhundert zurück. Beide besitzen freistehende Glockenstapeln und teilweise mittelalterliche Ausstattung.

Friesisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu den meisten anderen Orten in Nordfriesland hat in Risum-Lindholm die nordfriesische Sprache im lokalen Ostermooringer Dialekt noch eine nennenswerte Sprecherzahl und eine entsprechende Bedeutung in den Familien und in der Öffentlichkeit. In den drei örtlichen Schulen, der dänischen Risum Skole / Risem Schölj, der Risumer Grundschule und in der Nis Albrecht Johannsen-Schule zu Lindholm, wird die Sprache unterrichtet. Alle Straßennamen der Neubaugebiete sind friesisch. Die Gemeinde wurde bereits zweifach mit der Auszeichnung "Sprachenfreundliche Gemeinde" bedacht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Risum-Lindholm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland Karte, Bräist/Bredstedt 2011
  3. Videnskabernes Selskab: Kaart over den sydlige del af Slesvig, Kopenhagen 1864
  4. Web-Redaktion: Ergebnisse der Gemeindewahl 2013 im Amt Südtondern. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 22. Juni 2013.
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein