Juliaufstand

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4. Juli 1917, Sankt Petersburg, Newski-Prospekt: Regierungstruppen schießen Demonstranten mit Maschinengewehren nieder

Als Juliaufstand, Julikrise, Julirevolution oder Juliputsch[1] wird ein Ereignis der Russischen Revolution vom 3. Julijul./ 16. Juligreg. bis 7. Julijul./ 20. Juli 1917greg. bezeichnet.

Während Lenin in Finnland weilte, versuchten einige Führer der Bolschewiki, die Erfolglosigkeit der Provisorischen Regierung in der Kerenski-Offensive zu deren Sturz und somit zur Beendigung der seit der Februarrevolution bestehenden Doppelherrschaft zu nutzen.

Der ausgerufene Generalstreik scheiterte jedoch ebenso wie eine schlecht koordinierte Erhebung der Kronstädter Matrosen (unter der Urheberschaft von Alexandra Kollontai[2]) und Roten Garden. Eine von ihnen begleitete Demonstration mit angeblich bis zu 500.000 Teilnehmern wurde in Petersburg von Regierungstruppen (Kadetten) zusammengeschossen. 400 Tote sollen zu beklagen gewesen sein. Die Doppelherrschaft wurde somit zwar tatsächlich beendet, jedoch zugunsten der Provisorischen Regierung, die Bolschewiki waren vorübergehend geschlagen und wurden wieder in die Illegalität gezwungen. Für die Bolschewiki bestand somit keine Chance zur friedlichen Machtübernahme mehr, ihr Ende Juli einberufener Parteitag beschloss daher die Vorbereitung eines bewaffneten Aufstands.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. M. Samsonow (Hrsg.): Geschichte der UdSSR. 1917–1977. Band 1: 1917 bis 1941. Von der grossen sozialistischen Oktoberrevolution bis zum Sieg des Sozialismus. In deutscher Sprache herausgegeben von Alfred Anderle. Akademie-Verlag, Berlin 1977.
  • Horst Diere (Hrsg.): Geschichte in Übersichten. Wissensspeicher für den Unterricht. 4. Auflage. Verlag Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-111707-5.
  • Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Dietz Verlag, Berlin 1960, S. 287–290.
  • Alexander Rabinowitch: Prelude to Revolution. The Petrograd Bolsheviks and the July 1917 Uprising. Indiana University Press, Bloomington In u. a. 1968 (Indiana University International Studies), (Auch: ebenda 1991), ISBN 0-253-20661-8 (Midland Book edition).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Hildermeier, Die Russische Revolution 1905-1921, Suhrkamp, Frankfurt 1989, S. 166 und 174
  2. Hedda Adlon: Hotel Adlon. Wilhelm Heyne Verlag, München 1979, ISBN 3-453-00926-6, S. 247