Jutta Schubert

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Jutta Schubert (* 1959 in Wiesbaden) ist eine deutsche Regisseurin, Theaterautorin und Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jutta Schubert studierte Theaterwissenschaften und Literaturgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihren Magister Artium-Abschluss erwarb sie mit einer Arbeit über Thomas Bernhard. Sie arbeitete von 1983 bis 1986 als Regieassistentin am Schauspielhaus Bochum, bei den Salzburger Festspielen und am Burgtheater in Wien.[1] Seit 1987 ist Jutta Schubert freie Autorin, Theaterregisseurin und Dramaturgin. Jutta Schubert ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller im Landesverband Hessen[2] und im PEN-Zentrum Deutschland.[3]

Ein besonderes Interesse Jutta Schuberts gilt der Weißen Rose. In den 1990er Jahren recherchierte sie im Umfeld der Mitglieder, in Archiven, führte zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen und verarbeitete das Material in dem Stück Die Weiße Rose.[4] Aus den Archiven des Terrors, das 2004 vom Jungen Schauspiel Ensemble München unter der Regie von Michael Stacheder in der Reithalle München uraufgeführt wurde. In der Süddeutschen Zeitung heißt es zu einer späteren Aufführung:

„„Manche Geschichte wird so oft erzählt, dass sie allen Reiz zu verlieren scheint. Doch dann kommt jemand, der sie zu neuem Leben erweckt und plötzlich ist es, als hätte man sie noch nie gehört. […] Die Bühnenfassung des JSEM ist so ein Fall. Der Flut an Filmen und Büchern über die Münchner Widerstandsgruppe im Dritten Reich ist nicht mehr viel hinzuzufügen, und spätestens nach der erfolgreichen Kinofassung haben sich die Bilder der gottesfürchtigen, heldenhaften Sophie Scholl, verkörpert von Julia Jentsch, tief ein - gebrannt in das mediale Gedächtnis – trotz heftiger Kritik aus Historikerkreisen. […] Doch Regisseur Michael Stacheder und seine Truppe machen alles anders – und sie machen es besser.““

– Süddeutsche Zeitung, 6. Februar 2010[5]

2013 erschien ihr Roman Zu blau der Himmel im Februar, in dem sie die Tage der missglückten Flucht von Alexander Schmorell auf der Grundlage ihres umfangreichen Recherchematerials belletristisch aufarbeitet. Im Wiesbadener Tagblatt heißt es dazu:

„Jutta Schubert wollte in ihrem Buch, das keine Biografie geworden ist, die Gefühle des Protagonisten und seines Umfeldes deutlich machen, die Brüchigkeit, in der er sich bewegt, die er fühlt. Das gelingt ihr in beklemmender Eindringlichkeit. Ängste und die Macht der Umstände sprechen aus dem Text, in dem die Autorin eine von ihr selbst gewählte Rolle einer „Zeitzeugin der Zeitzeugen“ einnimmt.“

Anja Baumgart-Pietsch: Wiesbadener Tagblatt, 15. Januar 2013[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gunther Franz (Hrsg.): Hexenbrennen. Schauspiel, mit historischen Materialien. Edition Spee im Paulinusverlag, Trier 1997, ISBN 3-87760-087-5.
  • Adieu Marx oder Eine Komödie. Komödie. Edition Spee im Paulinusverlag, Trier 1998, ISBN 3-87760-088-3.
  • Alles Kapriolen - Ein Jahrhundert im Musiktheater. Biographie des Dirigenten, Generalmusikdirektors und Hofkapellmeisters Siegfried Köhler. Semikolon-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-934955-27-4.
  • Unter dem Haus das Meer - Venezianische Fresken. Gedichte. Edition art-management, Hamburg 2005, ISBN 3-929254-26-3.
  • Zwischen Sein und Spielen - Eine Liebeserklärung an George Tabori. Kulturmaschinen, Berlin 2014, ISBN 978-3-943977-49-3.
  • Zu blau der Himmel im Februar. Roman über Alexander Schmorell, Axel Dielmann-Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3943977011.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage von Jutta Schubert
  2. Jutta Schuberts Profil beim Verband deutscher Schriftsteller
  3. [1]
  4. Quelle: Zu blau der Himmel im Februar. Kulturmaschinen, 2013.
  5. Süddeutsche Zeitung, 6. Februar 2010.
  6. Anja Baumgart-Pietsch: Wiesbadener Autorin Jutta Schubert legt Roman über den Widerständler Alexander Schmorell vor. (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) In: Wiesbadener Tagblatt. 15. Januar 2013.