Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
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Gründung 1914
Ort Frankfurt am Main
Bundesland Hessen
Staat Deutschland
Präsidentin Birgitta Wolff
Studenten 45.387 (WiSe 2015/16)[1]
Mitarbeiter 5383,5 (Herbst 2014)[2]
davon Professoren 571,9 (Herbst 2014)[2]
Jahresetat 602,6 Mio. € (2014)[2]
Website www.uni-frankfurt.de

Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main[3] wurde 1912 gestiftet und 1914 eröffnet. Seit 1. Juni 2008 tritt sie unter dem Namen Goethe-Universität Frankfurt am Main als bevorzugter Bezeichnung auf. Mit über 45.300 Studenten (WS 2015/16) ist die Volluniversität die drittgrößte deutsche Präsenzuniversitätnach Studentenzahl. An ihr lehren und forschen über 550 Professoren. 16 Fachbereiche bieten 170 Studiengänge an.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Campus Westend: I.G.-Farben-Haus oder Poelzig-Bau, Juni 2005

Die Universität ist auf vier große Universitätsgelände verteilt:

Hinzu kommt das Universitäts-Sportgelände an der Ginnheimer Landstraße in Bockenheim (von der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main auch „Sportcampus Ginnheim“ genannt).[4]

Mit dem Amtsantritt von Werner Meißner als Präsident begann Mitte der neunziger Jahre ein weitreichender Umbau der Universität. Mittelfristig sollen der Campus Bockenheim und die kleineren Standorte, mit Ausnahme des Sportgeländes, aufgelöst werden und eine Drei-Campus-Universität entstehen.

Der Biocampus mit dem Botanischen Garten in der Siesmayerstraße ist inzwischen an die Stadt Frankfurt / Palmengarten übergegangen [5] und soll so erhalten bleiben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsteinlegung vor dem offiziellen Universitätsstatus

Die Goethe-Universität hat ihre Anfänge bereits im 15. Jahrhundert, und zwar im Jahr 1484[6]. Dann wurde die noch immer bestehende und in die Goethe-Universität integrierte Alte Stadtbibliothek beziehungsweise die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg gegründet. 1763[7] wurde die Dr. Senckenbergische Stiftung zur "Verbesserung des Medizinalwesens ins Leben" ins Leben gerufen deren Teile noch immer innerhalb der Universitätsbibliothek für den Bereich Naturwissenschaften und Medizin bestehen[8]. Im Vergleich zu angloamerikanischen Ländern wird in der Deutschland die Gründung einer Universität auf das Jahr datiert, in dem der offizielle Universitätsstatus vergeben wurde. Aus diesem Grund wird nur selten das Jahr 1484 und das Jahr 1763 als tatsächliche Daten der Gründung der Alma Mater verwendet.

Gründung der Stiftungsuniversität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jügelhaus, Juni 1958
Campus Bockenheim: Sternwarte des Physikalischen Vereins, Mai 2004

Die Gründung der Universität geht wesentlich auf das Engagement des Frankfurter Oberbürgermeisters Franz Adickes zurück. Es war Adickes’ Wunsch, neben der Ansiedlung von Industrieunternehmen in Frankfurt auch Kultur- und Bildungsstätten zu fördern. Zu diesem Zweck unterstützte er alle Initiativen, die zielgerichtet auf eine Universität hinführen mussten. Einen Weggefährten fand er in Wilhelm Merton, dem Gründer der Metallgesellschaft, der ebenfalls davon überzeugt war, dass zwischen dem Handel und der Industrie, aber auch der sozialen Wohlfahrt und der Wissenschaft eine unzertrennliche Verbindung bestehe. So finanzierte Merton mit eigenen und fremden Mitteln 1901 die Gründung der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften.

Die Akademie bildete bei der Gründung der Universität eine Keimzelle der ersten wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultär in Deutschland. Auch die medizinische Fakultät geht wesentlich auf private Stiftungen zurück: Hannah Luise von Rothschild hatte 1890 eine Zahnklinik, das sogenannte Carolinum, gegründet. 1901 stiftete Johanna Stern, die Witwe des Bankiers Theodor Stern, eine halbe Million Mark für das Medizinische Institut zur Förderung der physiologischen Forschung. Franziska Speyer, die Witwe des Bankiers Georg Speyer, finanzierte die Errichtung eines Instituts zur Erforschung von Infektionskrankheiten, dessen Leitung 1906 dem Wissenschaftler, Arzt und späteren Nobelpreisträger Paul Ehrlich übertragen wurde. Adickes trieb die Gründung einer Akademie für praktische Medizin voran, welche die bestehenden Stiftungen aufnehmen sowie weitere medizinische Institute und Kliniken ansiedeln sollte, und sammelte weitere Stiftungen und Vermächtnisse, unter anderem des Philanthropen Charles Hallgarten, des Bankiers Otto Braunfels und des Buchhändlers Carl Christian Jügel. Durch dessen Vermächtnis von zwei Millionen Goldmark und das Millionenvermächtnis Franziska Speyers war schließlich das Startkapital für die Stiftungsuniversität auf mehr als 14 Millionen Goldmark angewachsen und alle Voraussetzungen dafür erfüllt, dass Frankfurt neben Berlin die am besten ausgestattete Hochschule Preußens werden sollte. Die Stadt Frankfurt stellte dafür Grundstücke im Westend und das städtische Klinikum in Sachsenhausen zur Verfügung.

Zu den weiteren Stiftern der Universität zählten der Physikalische Verein, der acht naturwissenschaftliche Institute einbrachte, die Dr. Senckenbergische Stiftung mit dem Institut für Anatomie und dem Botanischen Institut, die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, deren Bibliothek zusammen mit der Stadtbibliothek die Literaturversorgung der Universität übernahm, und das Neurologische Institut von Ludwig Edinger.

Gegen den Widerstand des zuständigen Preußischen Abgeordnetenhauses wie der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung erreichten Adickes und Merton, dass Kaiser Wilhelm II. als preußischer König 1914 die Eröffnung der „Stiftungsuniversität“ unter dem Namen Universität Frankfurt am Main genehmigte. Sie sollte feierlich am 18. Oktober 1914 erfolgen.[9] Am geplanten Tag der Eröffnung – der Kaiser hatte wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges seine Teilnahme abgesagt – verpflichtete Rektor Richard Wachsmuth 44 Studenten durch Handschlag. Fünfzig Professoren lehrten bereits im ersten Wintersemester 1914/1915, 618 Studenten hatten sich immatrikuliert, davon hundert Frauen.

Ausweitung des Fächerangebots in den 1920er-Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg war das Stiftungsvermögen zunächst ruiniert, ein Universitätsvertrag zwischen Stadt und Staat – Frankfurt und Preußen – schuf jedoch Entlastung aus finanziellen Nöten. Gleichzeitig wurden 1.872 Mitarbeiter der Kaiser Wilhelm Universität zu Straßburg entlassen und von Frankreich gezwungen, Straßburg zu verlassen. Es wurde beschlossen, dass Frankfurt die Tradition der Universität Straßburg fortsetzen und bewahren sollte. So ging die gesamte Universitätsbibliothek, welche noch kurz vor der französischen Besetzung gerettet werden konnte, in das Eigentum der Universität Frankfurt über. Auch wurde der Hilfsbund Elsaß-Lothringen begründet. Das daraus hervorgegangene Elsaß-Lothringen-Institut[10] war bis 1945 mit der Universität assoziiert, musste dann jedoch den Wissenschaftsbetrieb einstellen. In der Satzung wurde das Aufgabenfeld auf rein wissenschaftliche Ziele beschränkt, um jede Form von Revanchismus auszuschließen.[11] In den wenigen Jahren zwischen 1918 und 1932 erlebte die Frankfurter Universität eine große Blüte. Die Verknüpfung zwischen Stadt und Universität war durch das Kuratorium und den großen Rat, in dem Stadt und Stifterfamilien Mitspracherecht hatten, institutionell gesichert. Der Fächerkanon wurde erweitert und bedeutende Wissenschaftler berufen. 1914 wurde der Nobelpreisträger Max von Laue erster Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Physik. 1916 wurde Julius Ziehen für den ersten Frankfurter Pädagogiklehrstuhl gewonnen, Franz Oppenheimer 1919 für den ersten soziologischen Lehrstuhl Deutschlands; ihm folgte Karl Mannheim 1930.

1919 kam der spätere Nobelpreisträger Max Born im Tausch mit Max von Laue an die Universität Frankfurt. 1920 wechselte der Physiker Friedrich Dessauer – bekannt durch seine Forschungen zur Strahlenkunde – nach Frankfurt. 1922 unternahmen die Physiker Otto Stern und Walther Gerlach am physikalischen Institut der Universität ein für die Geschichte der Quantenmechanik bedeutendes Experiment, das als Stern-Gerlach-Versuch bekanntgeworden ist.

1924 wurde Richard Wilhelm als Honorarprofessor auf den neu gegründeten Stiftungslehrstuhl für Chinesische Geschichte und Chinesische Philosophie berufen; 1927 wurde daraus ein ordentlicher Lehrstuhl.

Ebenfalls 1924 wurde auf Initiative der Familie Weil das „Institut für Sozialforschung“ an der Frankfurter Universität gegründet. Direktor des Instituts wurde Carl Grünberg, der zugleich Ordinarius an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät war. Seine Nachfolge als Institutsleiter trat 1930 Max Horkheimer an, der nach US-amerikanischem Exil während des Zweiten Weltkrieges 1950 nach Frankfurt zurückkehrte und mit Theodor W. Adorno und anderen die „Frankfurter Schule“ repräsentieren sollte. Nach dem Willen der überwiegend jüdischen Stifter wurde keine Theologische Fakultät eingerichtet, denn Glaubensfragen und Konfessionszugehörigkeit sollten in der weltoffenen, liberalen Hochschule keine Rolle spielen. Allerdings legten die Stifter Wert auf eine kritisch-analytische Behandlung aller Konfessionen, wie es die Philosophische Fakultät in ihrem Diskussionsforum für Dozenten unterschiedlicher Konfessionen bot. An der Universität Frankfurt, die sich seit 1932 „Johann Wolfgang Goethe-Universität“ nannte, lehrten die jüdischen Dozenten Franz Rosenzweig und Martin Buber und der Protestant Paul Tillich.

Die Studenten – ihre Anzahl war bis 1923 auf mehr als 5000 gestiegen – kamen zum größten Teil aus einer soliden Mittelschicht. Beamte und Lehrer, Bauern, Kleinlandwirte, Handel- und Gewerbetreibende sowie Angestellte waren ihre Väter. Auch hier war der Anteil von Juden im vergleich zu anderen Universitäten sehr hoch und der Anteil von Verbindungsstudenten auffallend niedrig. Im Jahr 1930 wurde mit der Bakteriologin Emmy Klieneberger die erste Frau an der Universität Frankfurt habilitiert.

Die Universität während des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wurde die Frankfurter Universität – wie andere Hochschulen – gleichgeschaltet. Und sie ließ sich auch gleichschalten, um die durch ihren Ruf als „jüdisch-marxistische“ Hochschule drohende Schließung zu verhindern. 109 von 355 Dozenten wurden aus rassistischen oder politischen Gründen aus dem Hochschuldienst entlassen und allein 66 sozialistische und kommunistische sowie jüdische Studenten von der Hochschule verwiesen.[12] Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund störte mit Verständnis der nun gleichgeschalteten Universitätsverwaltung massiv die Vorlesungen der wenigen aufgrund des Frontkämpferparagrafen verbliebenen jüdischen Professoren. Studenten beteiligten sich 1933 an der Bücherverbrennung auf dem Römerberg. Während die deutschen Hochschulen im Nationalsozialismus durchschnittlich 15 Prozent ihrer Mitglieder verloren, war es in Frankfurt ein Drittel. Die jüdischen Universitätsstiftungen wie z. B. die Paul-Ehrlich-Stiftung wurden arisiert und in die Universität eingegliedert. 1935 wurde das Universitätsinstitut für Erbbiologie und Rassenhygiene gegründet, das unter Leitung des Eugenikers Professor Otmar Freiherr von Verschuer eine Gesamtlösung des Judenproblems anstrebte (Dr. Joseph Mengele war dort Assistent).[13]

Das historische Seminar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Leitung Walter Platzhoffs, der neben seiner Funktion als Rektor der Universität auch dem Direktorium des historischen Seminars vorstand, orientierte sich die Lehr- und Forschungsarbeit der Frankfurter Historiker in den Jahren 1933–1945 an den Bedürfnissen der nationalsozialistischen Bildungs- und Wissenschaftspolitik. Vorlesungen zu „völkischen Geschichtsproblemen“ oder zur „Innerdeutschen Entwicklung vom Zweiten zum Dritten Reich“ wurden dabei nicht nur im Rahmen des Geschichtsstudiums, sondern auch als Teil der für Studierende aller Fächer verpflichtenden Vorlesungsreihe „Volk, Staat und Politik“ gehalten. Mit dem Seminar in enger Verbindung stand das Institut der Elsaß-Lothringer im Reich, dessen Vorsitz der auf Grenz- und Auslandsdeutschtum spezialisierte Historiker Paul Wentzcke seit 1935 innehatte und in dem 1941 eine Publikationsstelle der Westdeutschen Forschungsgemeinschaft errichtet wurde. Eine der Hauptaufgaben dieser Stelle bestand in der Übersetzung französischer Literatur und Pressetexte, die unter anderem an die Gauleiter in den besetzten französischen Gebieten und die Propagandaabteilungen der Militärbefehlshaber in Paris verschickt wurden.[14] Der Direktor der Seminars, Walter Platzhoff, fungierte zudem als hochrangiger Wissenschaftsfunktionär als Arbeitsgruppenleiter der neueren Geschichte bei der Aktion Ritterbusch.

Wiederaufbau: Anknüpfen an die demokratische Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neubau der philosophischen Fakultät (1959)

Nach dem Zweiten Weltkrieg beabsichtigte die amerikanische Militärregierung zunächst die Schließung der Universität. Trotzdem stellten der „Acting Burgermeister“ Wilhelm Hollbach sowie der neu ernannte Rektor der Universität, Georg Hohmann, im Herbst 1945 den Antrag, Frankfurt als Volluniversität zuzulassen. Mit Unterstützung amerikanischer Militärbeauftragter und dem Engagement einiger politisch unbelasteter Wissenschaftler und Repräsentanten der Stadt wurde die Universität schließlich am 1. Februar 1946 wiedereröffnet. Hohmanns Nachfolger, der aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte Jura-Professor Walter Hallstein, der damalige Kultusminister und spätere Rektor Franz Böhm, nicht zuletzt der aus der amerikanischen Emigration nach Frankfurt zurückgekehrte Max Horkheimer (Rektor 1951–1953, anschließend Leiter des Instituts für Sozialforschung) bemühten sich darum, die neu gewonnene akademische Freiheit und Selbstbestimmung der Hochschule zu entwickeln. Gemeinsam mit anderen Universitäten der amerikanischen Zone setzte man in Frankfurt auf die Einrichtung der hier fehlenden Theologischen Fakultät, auf allgemein verbindliche Vorlesungen zu ethisch-moralischen Fragen und gegebenenfalls auch zur Politik. Gleichzeitig wurde die internationale Öffnung der Universität betrieben. Bereits 1949 besuchte eine Professorendelegation aus Chicago Kollegen und Studenten in Frankfurt.

Von der Ordinarien- zur Gruppenuniversität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1972 erbaute AfE-Turm wurde am 2. Februar 2014 gesprengt

1953 stieg das Land Hessen in die finanziellen Verpflichtungen des ehemaligen preußischen Staates ein, 1967 wurde aus der Stiftungsuniversität eine Landesuniversität. Doch nicht nur der Rückzug der Stadt aus der finanziellen Verantwortung veränderte die Universität: Auch wurde die Lehrerausbildung stärker mit den Fachwissenschaften verknüpft, indem die „Hochschule für Erziehung“ als „Abteilung für Erziehungswissenschaften“ in die Universität integriert wurde. Gleichzeitig wurden die traditionsreichen fünf Fakultäten – Rechtswissenschaft, Medizin, Philosophie, Naturwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften – in 19 Fachbereiche aufgeteilt. Dass mit der organisatorischen Umgestaltung nicht auch eine Reform der Lehrinhalte und -formen einherging, belebte den studentischen Protest 1968 und 1969. Der Höhepunkt der Proteste war die kurzzeitige Umbenennung der Universität in Karl-Marx-Universität durch den Sozialistischen Deutschen Studentenbund. Hatten vorher allein die Professoren, die sogenannten Ordinarien, über die Entwicklung der Universität entschieden, setzten sich die Studenten nun für Mitsprache- und Mitbestimmungsrechte aller Statusgruppen ein. Die Forderungen der Studenten wurden im Hessischen Universitätsgesetz vom 12. Mai 1970 berücksichtigt. Der bundesweite Studentenstreik 1988/1989 nahm seinen Anfang, nach vorausgegangenen Aktionen an der Frankfurter Kunsthochschule Städel im November 1988 an der Universität Frankfurt, beginnend im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Die Situation war dabei geprägt von „neu entstandenen Formen der Selbstorganisation wie Aktionsausschüsse, Zentraler Fachschaftenrat, und Vollversammlungen“.[15] Vorläufer dieses Frankfurter Studentenstreiks waren die studentischen Protestaktionen[16] anlässlich der Einladung des Universitätspräsidenten Klaus Ring an den ehemaligen NS-Wirtschaftsfunktionär und späteren Bosch-Manager Hans Lutz Merkle[Anmerkung 1] im Juli 1988, im Rahmen der vom universitären Präsidialamt organisierten, und später abgebrochenen[Anmerkung 2] Vorlesungsreihe Beruf als Erfahrung.[17][Anmerkung 3]

Von der Gruppen- zur Präsidialuniversität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Hochschulrechtsreform 2000 drängte die CDU-FDP-Landesregierung die Mitwirkung durch die Statusgruppen zu Gunsten einer zentralen Führung durch die kollegiale Hochschulleitung zurück. Präsident Rudolf Steinberg leitete ein Programm zur Schwerpunktbildung in der Wissenschaft und zur Verbesserung der Qualität in Studium und Lehre ein.

Exzellenzinitiative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gelang es der Goethe-Universität zunächst nicht, mit dem sogenannten Zukunftskonzept eine Förderung für die gesamte Universität zu erhalten. Im Rahmen der zweiten Förderlinie der Initiative werden bislang allerdings drei Forschungsnetzwerke der Universität als sogenannte „Exzellenzcluster“ gefördert:

Zurück zur Stiftungsuniversität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neue Campus Westend – Blick nach Süden, August 2009 (vom RuW Gebäude)
Das neue Hörsaalgebäude des Campus Westend, November 2010
Das neue Institutsgebäude der Physik am Campus Riedberg, Juni 2008

Am 14. Februar 2007 beschließt der Senat nach konzentrierten Verhandlungen die Umwandlung der Universität in eine Stiftungsuniversität unter bestimmten Bedingungen. Die Hochschule hat mit diesem Schritt an ihre Stiftertradition angeknüpft. Vorteile sieht die Hochschulleitung vor allem in erweiterten Möglichkeiten, eine größere Anzahl von Stiftern und Förderern an die Universität zu binden, auch in einem deutlichen Zuwachs an Unabhängigkeit. Die Umwandlung steht nach Aussage der Hochschulleitung in der Kontinuität des Hochschulentwicklungsplanes vom Jahr 2001. Darin heißt es: „In ihrem Hochschulentwicklungsplan 2001[18] setzt sich die Universität Frankfurt das Ziel, auf der Basis eines breiten Fächerspektrums in zukunftsweisenden Schwerpunkten in Forschung und Lehre Spitzenleistungen zu erbringen und eine Führungsposition in der Bildungslandschaft zu erreichen.“

Die Umwandlung erfolgte als Stiftungsuniversität des öffentlichen Rechts; eine privatrechtliche Stiftung war diskutiert und verworfen worden.

Ein Teil der Veräußerungserlöse der Grundstücke in Bockenheim, die sich noch im Eigentum des Landes befinden, sowie Zustiftungen Privater bilden den Kapitalgrundstock für die Umwandlung. Die bisher größte private Einzelstiftung für zusätzliche finanzielle Spielräume in Forschung und Lehre erfolgte im Sommer 2007 durch die Familie Kassel in Höhe von 32 Millionen Euro.

Mit der Stiftungsuniversität ging auch eine Veränderung des Hessischen Hochschulgesetzes (§§ 81 ff.) einher, die der Goethe-Universität ein für staatliche Universitäten hohes Maß an Autonomie einräumt. Das entsprechende Gesetz der Landesregierung wurde im September 2007 mit den Stimmen der schwarz-gelben Regierungskoalitionen verabschiedet und nimmt in weiten Teilen die von der Universität und der Personalvertretung angestrebten Entwicklungsziele auf. In das Gesetz sind auch weitgehende Forderungen des Personalrats zum Status der Mitarbeiter eingeflossen. Auch nach der Umwandlung in eine Stiftung des öffentlichen Rechts bleibt die Universität Frankfurt weiter staatlich und unterliegt in geänderter Rechtsform nach wie vor dem Hessischen Hochschulgesetz (HHG).

Die Universität kann in ihrem neuen Status eine Reihe von eigenen Regelungen beschließen, die von den Bestimmungen des Hessischen Hochschulgesetzes abweichen. Sie soll unter anderem in folgenden zentralen Entwicklungsbereichen gewinnen:

  • Auswahl von Studenten,
  • Berufung von Professoren,
  • Qualitätsmanagement,
  • Organisation und Finanzautonomie der Studentenschaft.[19]

Hinzu kommt die Beseitigung einer Vielzahl von Zustimmungs- und Genehmigungsvorbehalten. Felder autonomer Gestaltung eröffnen sich ferner durch die Übertragung der

Die Umwandlung wurde auch kritisiert. Nicht nur Studentenvertreter und Gewerkschaftsvertreter fürchten, der Einfluss privater Geldgeber auf die Universität könne noch größer werden. Das könnte in Verbindung mit den Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Folge haben, dass die Freiheit von Forschung und Lehre beschnitten, eine einseitige ideologische Ausrichtung durchgesetzt und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter schlechter werden. Den Befürchtungen setzte die Universitätsleitung im November 2008 als erste Universität in Deutschland einen Kodex entgegen, der detailliert die Annahme von Mitteln privater Dritter regelt. Im Zentrum steht die Bewahrung der Freiheit von Forschung und Lehre.

Zum 1. Januar 2008 wurde die Umwandlung der Johann Wolfgang Goethe-Universität in eine Stiftungshochschule öffentlichen Rechts vollzogen.[20] Seit dem 1. Juni 2008 wählt die Universität als bevorzugte Schreibweise ihres Namens die Bezeichnung Goethe-Universität Frankfurt am Main.[21] Das Universitätslogo wurde entsprechend überarbeitet, um als unschön empfundene Kurzformen wie JWGU zurückzudrängen und die Marke Goethe stärker hervorzuheben. Die Änderung erfolgte während einer Umstellungszeit bis zum Ende des Jahres 2008, ohne den eigentlichen Namen der Universität zu verändern.

2009 erhielt die Universität über 10 Millionen Euro Zuwendungen und Spenden – rund 2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. 137,1 Millionen Euro flossen insgesamt als Drittmittel zu. Gleichzeitig stieg die Zahl der Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren auf insgesamt 55, darunter eine für Mobilitätsforschung. 2009 sollte die Universität von der Stadt Frankfurt die ersten 5 von insgesamt 15 Millionen Euro Zuschuss erhalten.[22]

Auf Rudolf Steinberg, der die Gründung einer Stiftungsuniversität maßgeblich initiierte und durchsetzte, folgte nach achteinhalb Jahren Amtszeit als Präsident der Universität Anfang 2009 Werner Müller-Esterl.[23][24] Die Präsidentschaft wurde zum 1. Januar 2015 von Birgitta Wolff übernommen.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende 16 Fachbereiche bestehen an der Universität Frankfurt:

Seit 2009 existiert an der Universität das Graduiertenkolleg Goethe Graduate Academy (GRADE), das Nachwuchswissenschaftlern in den Natur- und Lebenswissenschaften sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften offensteht. Um aufgenommen zu werden, müssen Doktoranden zur Promotion an einem Fachbereich der Universität Frankfurt angenommen sein und ausreichende Kenntnisse der englischen oder der deutschen Sprache auf Level B2 des Europäischen Referenzrahmens besitzen. Das Graduiertenkolleg wird von Volker Mosbrugger geleitet.[25]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Rektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Professoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nobelpreisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Gründung der Universität Frankfurt am Main wurden 18 Nobelpreise an Wissenschaftler verliehen, die an der Goethe-Universität studiert, geforscht oder gelehrt haben.[31]

Leibnizpreisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leibniz-Preis wurde an folgende Wissenschaftler verliehen, die an der Goethe-Universität geforscht oder gelehrt haben:

Bekannte Studenten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Abels (* 1953 in Schmallenberg), deutscher Dramaturg und Chefdramaturg an der Oper Frankfurt, Publizist, Kulturwissenschaftler und Musiker; studierte Literatur- und Musikwissenschaft, Philosophie und Judaistik an der Goethe-Universität.[32]
  • Theodor W. Adorno (* 11. September 1903 in Frankfurt am Main; † 6. August 1969 in Visp, Schweiz), deutscher Philosoph, Soziologe, Musiktheoretiker und Komponist; studierte 1921–1924 Philosophie, Musikwissenschaft, Psychologie und Soziologie an der Goethe-Universität, promovierte 1924 an der Goethe-Universität und wurde 1931 an der Goethe-Universität habilitiert.
  • Asfa-Wossen Asserate (* 31. Oktober 1948 in Addis Abeba, Äthiopien), äthiopisch-deutscher Unternehmensberater und Autor, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie; promovierte 1978 an der Goethe-Universität.[33]
  • Wilhelm Bender (* 3. August 1944 in Kirberg), 1993–2009 Vorstandsvorsitzender der Fraport AG; Studium der Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität; seit 2010 Vorstandesvorsitzender der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität.
  • Kurt Biedenkopf (* 28. Januar 1930 in Ludwigshafen am Rhein), deutscher Politiker (CDU), 1990–2002 Ministerpräsident des Freistaates Sachsen; studierte 1951–1954 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie an der Goethe-Universität.[34]
  • Roland Bothner (* 15. Januar 1953 in Walheim, Baden-Württemberg), deutscher Philosoph, Kunsthistoriker und Literat; studierte 1978–1981 Philosophie, vergleichende Literaturwissenschaft, Soziologie und Politologie an der Goethe-Universität, promovierte 1981 an der Goethe-Universität.
  • Hellmut J.F. Bredereck (* 29. Mai 1904 in Frankfurt am Main; † 2. Mai 1981 in Stuttgart), deutscher Chemiker und Stifter; studierte 1922–1927 Chemie an der Goethe-Universität.
  • Selcuk Cara (* 29. Mai 1969 in Langen/Hessen), Schriftsteller, Autorenfilmer, Opernsänger; studierte 1989–1992 Philosophie und Jura an der Goethe-Universität.
  • Olaf Cunitz (* 20. Juni 1968 in Frankfurt am Main), Politiker (Die Grünen), Dezernent für Planen und Bauen in Frankfurt am Main
  • Thea Dorn (* 23. Juli 1970 in Offenbach am Main), deutsche Schriftstellerin, Dramaturgin und Fernsehmoderatorin; studierte Philosophie und Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität.[35]
  • Andreas Dorschel (* 1962 in Wiesbaden), deutscher Philosoph; studierte Philosophie, Musikwissenschaft und Sprachwissenschaft an der Goethe-Universität.
  • Eugen Eckert (* 1954 in Frankfurt am Main), deutscher Sozialarbeiter und Pfarrer; studierte Physik, Slawistik und Evangelische Theologie an der Goethe-Universität.[36]
  • Willi Erzgräber, (1926–2001), deutscher Anglist; studierte Anglistik, Germanistik, Romanistik und Philosophie an der Goethe Universität[37] und war von 1966 bis 1970 als Hochschullehrer dort tätig. Zuvor in Saarbrücken und danach in Freiburg Professor für Englische Literaturwissenschaften.
  • Wilfried Grolig (* 15. März 1949 in Friedberg (Hessen)), deutscher Diplomat und seit 2010 Botschafter in Brasilien; studierte 1968–1973 Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität.[39]
  • Michael Groß (* 17. Juni 1964 in Frankfurt am Main), bisher erfolgreichster deutscher Schwimmsportler und Olympiasieger; studierte 1986–1990 Germanistik, Politik- und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität und promovierte 1994 an der Goethe-Universität.[40][41]
  • Andreas Hackethal (* 5. Februar 1971 in Coburg), Professor für Finanzen und Dekan der Goethe Business School; studierte 1990–1993 Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität, promovierte 1999 an der Goethe-Universität und wurde 2005 an der Goethe-Universität habilitiert.[42]
  • Hanno Hahn (* 9. April 1922 in Berlin), deutscher Kunsthistoriker und Architekturforscher, studierte von 1946 bis 1953 Kunstgeschichte, klassische Archäologie, Philosophie und italienische Philologie an der Goethe-Universität, und wurde 1953 bei Harald Keller 'summa cum laude' promoviert. Bis zu seinem Tode 1960 arbeitete Hahn an der Bibliotheca Hertziana in Rom, zuletzt als Leiter des Referates für süditalienische Kunst- und Architekturforschung.
  • Daniel Hartwich (* 18. August 1978 in Frankfurt am Main), deutscher Moderator; studierte Germanistik und Politologie an der Goethe-Universität.[43]
  • Betty Heidler (* 14. Oktober 1983 in Berlin, DDR), deutsche Hammerwerferin, amtierende Vize-Weltmeisterin und Weltrekordlerin; studierte von 2008 bis 2013[44] Jura an der Goethe-Universität.[45]
  • Martin Hohmann (* 4. Februar 1948 in Fulda), deutscher Politiker und von 1998 bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages, wurde wegen seiner als antisemitisch kritisierten Rede zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2003 aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der CDU Hessen ausgeschlossen; studierte Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität.[46]
  • Markus Höffer-Mehlmer, (* 1958 in Köln), Kabarettist, Publizist und Erziehungswissenschaftler, studierte 1982 bis 1987 Pädagogik an der Goethe-Universität.
  • Matthias Horx (* 25. Januar 1955 in Düsseldorf), deutscher Publizist und Unternehmensberater; studierte von 1973 bis 1980 Soziologie und Kunst auf Lehramt an der Goethe-Universität.[47]
  • Burkhard Kling (* August 1962 in Gelnhausen), deutscher Kunsthistoriker und Fachautor; studierte 1983–1990 Kunstgeschichte, Mittlere und Neue Geschichte und Ältere Deutsche Literatur an der Goethe-Universität.[48]
  • Roland Koch (* 24. März 1958 in Frankfurt am Main), deutscher Politiker (CDU) und Manager, 1999–2010 Ministerpräsident des Landes Hessen; studierte 1978–1982 Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität.[49]
  • Helmut Kohl (* 3. April 1930 in Ludwigshafen am Rhein), deutscher Politiker (CDU), 1969–1976 Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, 1982–1998 sechster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland; studierte 1950–1951 Rechtswissenschaft und Geschichte an der Goethe-Universität.[50]
  • Helmut Maucher (* 9. Dezember 1927 Eisenharz/Allgäu), Wirtschafts- und Industriemanager, Generaldirektor der Nestlé AG; studierte 1952–1958 Betriebswirtschaft an der Goethe-Universität.[51][52]
  • Sebastian Meissner (* 27. September 1969 in Częstochowa, Polen), deutscher Electronica-Musiker und Musikmanager
  • Renate Neubäumer (* 1952) ist eine deutsche Ökonomin und Professorin für Volkswirtschaftslehre
  • Gábor Paál (* 1967 in Frankfurt am Main), deutscher Hörfunkjournalist beim Südwestrundfunk und Buchautor; studierte 1986–1988 und 1989–1992 Geographie, Chemie, Hydrologie und Volkswirtschaft an der Goethe-Universität.[53]
  • Boris Rhein (* 2. Januar 1972 in Frankfurt am Main), deutscher Politiker (CDU), seit 18. Januar 2014 hessischer Wissenschaftsminister, Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt; studierte 1991–1997 Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität.[54]
  • Peter Michael Tauber (* 22. August 1974 in Frankfurt am Main), deutscher Politiker (CDU), Bundestagsabgeordneter und seit dem 16. Dezember 2013 Generalsekretär der CDU; studierte 1994–2000 Mittlere und Neuere Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft an der Goethe-Universität und promovierte 2007 an der Goethe-Universität.[55]
  • Sabine Theadora Ruh (* in Frankfurt am Main), deutsche Wirtschaftsjournalistin, Buchautorin, Redenschreiberin und Ghostwriterin.[56]
  • Hans Sarkowicz (* 1955 in Gelnhausen), Leiter des Bereichs Kultur und Wissenschaft beim Hessischen Rundfunk; studierte 1974–1979 Germanistik und Geschichte an der Goethe-Universität.[57]
  • Daniela Schadt (* 3. Januar 1960 in Hanau), deutsche Journalistin und Lebensgefährtin des seit 2012 amtierenden deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck; studierte 1978–1985 Germanistik, Politik und französische Literatur an der Goethe-Universität.[58]
  • Gert Scobel (* 12. Mai 1959 in Aachen), deutscher Journalist, Fernsehmoderator, Autor und Philosoph; studierte Wissenschaftstheorie und Sprachphilosophie an der Goethe-Universität.[61]
  • Uwe Serke (* 24. Mai 1968 in Frankfurt am Main), deutscher Politiker (CDU), Abgeordneter des Hessischen Landtags; studierte von 1990 bis 1996 Betriebswirtschaftslehre an der Goethe-Universität.
  • Sarah Sorge (* 26. August 1969 in Frankfurt am Main), deutsche Politikerin (Grüne), Abgeordnete im Hessischen Landtag, seit 2005 Vizepräsidentin des Hessischen Landtags; studierte 1989–1997 Kulturanthropologie, Betriebswirtschaftslehre und Politologie an der Goethe-Universität.[62]
  • Selma Üsük (* 29. Juni 1974 in Friedberg), türkisch-deutsche Journalistin und Moderatorin; studierte Germanistik und Soziologie
  • Ruth Wagner (* 18. Oktober 1940 in Wolfskehlen), deutsche Politikerin (FDP), 1987–1991 und 2003–2008 Vizepräsidentin des Hessischen Landtages, 1999–2003 Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst; studierte 1960–1966 Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft auf Lehramt an der Goethe-Universität.[63]
  • Norbert Walter (* 23. September 1944 in Weckbach/Unterfranken; † 31. August 2012 in Südtirol), deutscher Ökonom, Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe; studierte 1963–1968 Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität.[64]
  • Wolfram Weimer (* 11. November 1964 in Gelnhausen), deutscher Journalist und Buchautor, Chefredakteur beim Nachrichtenmagazin Focus; studierte 1984–1986 und 1987–1989 Geschichte, Germanistik, Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität.[65]
  • Uwe Wesp (* 1942 in Berlin), deutscher Meteorologe; studierte 1964–1969 Meteorologie, Physik, Geophysik und Anorganische Chemie an der Goethe-Universität.[66]
  • Ulrich Wetzel (* 11. November 1956 in Ingolstadt), deutscher Jurist, Richter und Darsteller in der Gerichtsshow Das Strafgericht; studierte von 1979 bis 1983 Jura an der Goethe-Universität.
  • Heidemarie Wieczorek-Zeul (* 21. November 1942 in Frankfurt am Main), deutsche Politikerin (SPD), Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; studierte 1961–1965 Englisch und Geschichte auf Lehramt an der Goethe-Universität.[67]
  • Janine Wissler (* 23. Mai 1981 in Langen, Hessen) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke), seit 2008 Abgeordnete des Hessischen Landtags und seit 2014 stellvertretende Parteivorsitzende.
  • Andrea Ypsilanti (geb. Dill; * 8. April 1957 in Rüsselsheim), deutsche Politikerin (SPD), März 2003 bis Januar 2009 Vorsitzende des hessischen Landesverbandes ihrer Partei sowie von 2007 bis 2009 auch Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag
  • Ilona Ziok (* in Gliwice, Polen), deutsche Dokumentarfilmerin; studierte 1977–1982 Politologie, Slawistik und Theater- und Filmwissenschaften an der Goethe-Universität.[68]
  • Carl Zuckmayer (* 27. Dezember 1896 in Nackenheim, Rheinhessen; † 18. Januar 1977 in Visp, Schweiz), bis 1920 unter anderem Jura, Literaturgeschichte und Soziologie.[69]
  • Heinz Nixdorf (* 9. April 1925 in Paderborn; † 17. März 1986 in Hannover), deutscher Unternehmer und Computerpionier Nixdorf Computer, studierte Physik an der Goethe-Universität. [70]

Ehrenmedaille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ehrenmedaille wurde vergeben an:[71]

Ehrenbürger [72][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrensenator [74][75][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationaler Ruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verleihung der Zedler-Medaille durch Alice Wiegand, 2. Vorsitzende von Wikimedia Deutschland e. V., für das Bild zum Thema Focus stacking von Muhammad Mahdi Karim

Die Absolventen der Goethe-Universität genießen international einen hohen Ruf. In einem weltweiten Ranking von Personalverantwortlichen, das die New York Times im Oktober 2012 veröffentlichte, kam die Universität auf Platz 10 und ist vor allen anderen deutschen Universitäten gelistet.[76] Das Shanghai-Ranking 2013, das Academic Ranking of World Universities (ARWU), führt die Universität im Gesamtranking auf Platz 100-150.[77] Die britische Zeitung The Times Higher Education Supplement zählte die Universität in ihrem jährlich durchgeführten Hochschulranking The Times Higher World University Rankings 2010 zu den 200 besten Hochschulen weltweit. Die Goethe-Universität erreichte mit 49,4 Punkten Platz 172.[78] Seitdem verschlechterte sich die Universität in diesem Ranking stetig von Platz 181 im Jahr 2011/12 über Platz 199 im Jahr 2012/13 auf Platz 201-225 im aktuellen Ranking für das Jahr 2013/14.[79] Im QS World University Rankings für das Jahr 2013 wird die Goethe-Universität mit 51 Punkten auf Platz 208 als 14. Universität in Deutschland gelistet.[80]

Einrichtungen und angeschlossene Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gästehäuser und Haus Bergkranz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gästehaus I, ehemalige Villa Hauck

Die repräsentative, durch Anbauten erweiterte ehemalige Villa Hauck nach einem Entwurf von Hermann Muthesius entstand 1923 als Villa einer einflussreichen, weitverzweigten Frankfurter Familie in unmittelbarer Nachbarschaft zur Villa Merton. Sie ist ein Beispiel einer landhausähnlichen Baukunst mit Reminiszenzen des ausklingenden Historismus. Das Gästehaus II, die vom Architekt Willi Cahn erbaute ehemalige Villa Cahn, ist durch einen weitläufigen Park mit dem Gästehaus I verbunden. Weiterhin gibt es Gästehäuser des Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg, die Villa Giersch in Frankfurt-Sachsenhausen sowie in der Beethovenstraße, Ditmarstraße.[81] In Riezlern im Kleinwalsertal (Österreich – Nähe Oberstdorf) befindet sich ein Sport- und Studienheim namens Haus Bergkranz. () [82]

Studentische Initiativen [83][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Goethe-Universität unterstützt zahlreiche studentische Initiativen, darunter den neuesten Verein, den Goethe Finance Club mit seinem Sitz im House of Finance am Campus Westend. Weitere Initiativen:

  • Aiesec
  • Amnesty International Hochschulgruppe Frankfurt
  • Campusradio dauerWelle
  • Debattierclub Goethes Faust
  • Enactus Goethe Uni
  • Frankfurter StudentInnen-Zeitung Diskus
  • Frankfurt Über Morgen
  • GREEN finance consulting
  • MTP Frankfurt – Marketing-Studenteninititative
  • ROCK YOUR LIFE! Frankfurt
  • Studentica[84]

Studentenverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Online-Studierendenstatistik für Wintersemester 2015/16
  2. a b c Jahresbericht 2014, zugegriffen am 6. November 2015
  3. GVBl I 2007, Nr. 21, S. 642Vorlage:§§/Wartung/alt-URL zur Gründung der Stiftungsuni in § 100a HHG: Die Körperschaft des öffentlichen Rechts „Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main“ (Universität) wird mit Wirkung vom 1. Januar 2008 als Hochschule des Landes in eine rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main (Stiftungsuniversität) umgewandelt.
  4. HP Universität.
  5. Stadt Frankfurt am Main, Botanischer Garten.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeschichte der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main. Goethe-Universität, abgerufen am 24.05.2016 (deutsch).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Stiftung. Dr. Senckenbergische Stiftung, abgerufen am 24.05.2016 (deutsch).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeschichte der Senckenbergischen Bibliothek. Goethe-Universität, abgerufen am 24.05.2016 (deutsch).
  9. Universität Frankfurt (MS Word; 501 kB)
  10. dazu: Wolfgang Freund, Das Wissenschaftliche Institut der Elsaß-Lothringer im Reich an der Universität Frankfurt 1920–1945, in Pariser Historische Studien, 81. Oldenbourg, München 2007 S. 47–71 Volltext bei Perspectivia.net. Avec résumé français
  11. [1], zugegriffen am 4. September 2014
  12. Frank Estelmann: Tagungsbericht „Literaturwissenschaften in Frankfurt, 1914–1945“ – fachgeschichtliche Rückblicke auf die universitäre Germanistik und Romanistik in Frankfurt am Main, in: Romanische Studien, Nr. 2 (2015), S. 253–258, online: http://romanischestudien.de/index.php/rst/article/view/30
  13. Frankfurt 1933–1945 Beiträge zum Thema „Jüdisches Leben und Judenverfolgung“, aufgerufen 4. Dezember 2014
  14. Fahlbusch, Michael: Wissenschaft im Dienst der nationalsozialistischen Politik? Die „Volkdeutschen Forschungsgemeinschaften“ von 1931–1945. Baden-Baden, 1999, S. 757
  15. Ende der Unbescheidenheit, Flugblatt zum Studentenstreik, Universität Frankfurt/Main, 21. November 1988: „Die neu entstandenen Formen der Selbstorganisation wie Aktionsausschüsse, Zentraler Fachschaftenrat, und Vollversammlungen bieten die Möglichkeit, politische Inhalte und Aktionsformen zu entwickeln, die sich gegen die durchsichtigen Interessen der Unileitung, der parteiabhängigen Gruppierungen und gegen die Profilierungsneurosen einzelner Studentenpolitiker behaupte. Die Dynamik des sich manifestierenden Protestes ermöglicht jetzt die Organisierung eines uniweiten Streiks. Ein AKTIVER STREIK in den nächsten Tagen bietet gerade die Chance, unabhängig vom Studienalltag, über alle Fachbereichsgrenzen hinweg, unser Unbehagen und unsere Kritikansätze an den Verhältnissen in der Uni und über sie hinaus weiter zu entwickeln. Im Streik wird sich zeigen können, inwieweit der Protest nicht bloße Eintagsfliege im grauen Unialltag bleibt, inwieweit kritisierte Studienbedingungen zur studentischen Kritik an den Bedingungen werden.“
  16. Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 14. Juli 1988: „Furcht um Harmonie zwischen Geist und Geld. Streit an der Universität über Vorlesunsgreihe geht weiter. Studenten halten an Kritik fest.“
  17. „Über den diskreten Charme der alten Männer. Beruf als Erfahrung in der Diskussion.“ (Uni-Report. Zeitung der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 6. Juli 1988, Jg. 21, S. 8.)
  18. Hochschulentwicklungsplan 2001
  19. asta.uni-frankfurt.de: Semesterbeiträge zur Verfassten Studierendenschaft. Abgerufen im Januar 2010.
  20. Stiftungsuniversität
  21. Verwendung des Namens
  22. vgl. 'Freiräume – das Jahr eins' (Hrsg.: Goethe-Universität, 122 S.); S. 19.
  23. UniReport 7/08: „Prof. Werner Müller-Ester wird neuer Präsident“ (PDF; 1 MB).
  24. Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.), 25. Juni 2008, Seite 45.
  25. Website der Goethe Graduate Academy, abgerufen am 9. Januar 2012.
  26. Goethe-Universität wählt neue Präsidentin. Johann Wolfgang Goethe-Universität, 14. Juli 2014, abgerufen am 11. September 2014.
  27. http://www.professordesjahres.de/professor-des-jahres-hall-of-fame-der-gewinner/die-professoren-des-jahres-2009/
  28. Gisela Friedrichsen: Verurteilter Schädelforscher – Der Professor, an dem nichts stimmt, Spiegel Online, 19. Juni 2009
  29. Schädelfälscher zu Bewährungsstrafe verurteilt, Spiegel Online, 19. Juni 2009
  30. Thomas Kirn: Überführung eines Hochstaplers – Bewährung für Protsch von Zieten, FAZ.net vom 20. Juni 2009
  31. [2] Nobelpreisträger laut HP Goethe Uni.
  32. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34847370/portrait_abels, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  33. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34847378/portrait_asserate, zugegriffen am 27. Oktober 2011
  34. http://www.biedenkopf-kurt.de/Tabellarischer%20Lebenslauf, zugegriffen am 27. Oktober 2011
  35. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34842574/portrait_dorn, zugegriffen am 28. Dezember 2011
  36. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34842591/portrait_eckert, zugegriffen am 3. Januar 2012
  37. http://www.geheli.de/autoren/erzgraeber_willi.html
  38. Abschied vom Intellektuellen (Detlef zum Winkel in konkret, 2/1990, S. 59–61.)
  39. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34842625/portrait_grolig, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  40. http://www.michael-gross.net/de/vita/, zugegriffen am 27. Oktober 2011
  41. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34842730/portrait_gross, zugegriffen am 27. Oktober 2011
  42. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34842739/portrait_hackethal, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  43. http://www.tkkg-site.de/de/sehen/club-der-detektive/daniel-hartwich.html, zugegriffen am 14. Januar 2013
  44. http://www.leichtathletik.de/index.php?SiteID=28&NewsID=45412&et_cid=1&et_lid=1, zugegriffen am 25. November 2013
  45. Mit Weltklasse durchs Studium: Hammerwerferin Betty Heidler bereitet sich auf Olympia vor, zugegriffen am 10. August 2012
  46. http://www.martinhohmann.de/hohmann_biografie.html, zugegriffen am 7. September 2013
  47. UniReport 05/15, (PDF; 2,8 MB), zugegriffen am 10. Oktober 2015
  48. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34842824/portrait_kling, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  49. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34842841/portrait_koch, zugegriffen am 27. Oktober 2011
  50. http://www.kas.de/wf/de/71.8024/, zugegriffen am 27. Oktober 2011
  51. Helmut Maucher im Munzinger-Archiv, abgerufen am 27. Oktober 2011 (Artikelanfang frei abrufbar)
  52. http://www2.uni-frankfurt.de/34852050/portrait_helmut_oswald, zugegriffen am 3. April 2013
  53. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34842945/portrait_paal, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  54. https://hmdis.hessen.de/ueber-uns/minister-boris-rhein, zugegriffen am 3. April 2013
  55. http://www.petertauber.de/privat/lebenslauf/, zugegriffen am 19. Dezember 2013
  56. http://www.struh.de/ Website von Sabine Theadora Ruh
  57. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34843043/portrait_sarkowicz, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  58. http://www.bundespraesident.de/DE/Bundespraesident-Joachim-Gauck/Daniela-Schadt/daniela-schadt-node.html, zugegriffen am 11. April 2012
  59. Stadt Frankfurt am Main abgerufen 16. Jan. 2015
  60. Frankfurter Neue Presse abgerufen am 16. Jan. 2015
  61. http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/120498/index.html
  62. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34847473/portrait_sorge, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  63. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34843162/portrait_wagner, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  64. FAZ, 31. August 2012: „Norbert Walter ist tot“
  65. http://www.mabb.de/die-mabb/personen-team/medienrat/dr-wolfram-weimer.html, zugegriffen am 27. Oktober 2011
  66. http://www.alumni.uni-frankfurt.de/34843207/portrait_wesp, zugegriffen am 27. Dezember 2011
  67. http://www.heidi-wieczorek-zeul.de/lebenslauf.html, zugegriffen am 27. Oktober 2011
  68. http://www.artechock.de/film/text/filminfo/k/ku/kugeka.htm, zugegriffen am 28. Februar 2013
  69. carl-zuckmayer.de – Carl-Zuckmayer-Gesellschaft e. V.
  70. [3].
  71. Seite der Uni Frankfurt
  72. Uni Frankfurt
  73. Deutsches Architekturmuseum abgerufen am 26.11.2105
  74. Uni Frankfurt (pdf)
  75. Uni Frankfurt
  76. New York Times – Ranking von Universitäten. Abgerufen am 21. November 2012
  77. Academic Ranking of World Universities 2013 [4]. Abgerufen am 21. Oktober 2013.
  78. The Times Higher Education Supplement: The World University Rankings 2010. Abgerufen am 23. August 2011.
  79. The Times Higher Education Supplement: The World University Rankings 2013/14 Abgerufen am 21. Oktober 2013.
  80. QS World University Rankings [5]. Abgerufen am 21. Oktober 2013.
  81. Gästehäuser der Universität.
  82. Haus Bergkranz.
  83. Uni-Frankfurt
  84. Studentica. Abgerufen am 14. Juli 2015.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Von 1942 bis 1945 war Merkle Hauptgeschäftsführer des NS-Lenkungsverbandes Reichsvereinigung Textilveredelung, deren Hauptziel „die Rationalisierung des Kartellsystems in der Textilfertigwarenbranche, insbesondere in der Fusion bestehender Kartelle“ war. (Franz Neumann, Behemoth. Struktur und Praxis de Nationalsozialismus 1933–1944, Frankfurt/Main, Fischer, 1988, S. 629: „Die Reichsvereinigung Textilveredelung unterscheidet sich von den anderen Reichsvereinigungen, da sie der Kontrolle des Wirtschaftsministeriums am wenigsten unterliegt. Ihr Hauptziel ist die Rationalisierung des Kartellsystems in der Textilfertigwarenbranche, insbesondere in der Fusion bestehender Kartelle – eine von dieser Reichsvereinigung erfolgreich gelöste Aufgabe.“) Vgl. auch die Teile der erhalten gebliebenen Akten der Reichsvereinigung Textilveredelung im Deutsche Bundesarchiv: BArch R 10-IV/...
  2. Am 13. Juli 1988 konnte Merkle einen Vortrag an der Goethe-Universität im Rahmen der Vortragsreihe Beruf als Erfahrung nur unter Schutz einer polizeilichen Hundertschaft halten, da studentische Gruppierungen von ihm verlangt hatten, auf seine Beteiligung an der nationalsozialistischen Wirtschaftsorganisation in den angekündigten autobiographischen Ausführungen einzugehen, was Merkle mit dem Hinweis „das ist alles schon bekannt“ vehement ablehnte. Vgl. dazu die Frankfurter Flugschrift vom Juli 1988: „Das höchste Gut, was uns keine Macht der Welt rauben kann, ist reine Gesinnung, die ihren Ausdruck findet in gewissenhafter Pflichterfüllung“. Selbst Jahre später steht die erwähnte Aussage Merkles im Widerspruch zum Allgemeinwissen: So vermerkt an seinem hundertsten Geburtstag die Stuttgarter Zeitung zu Merkle schlicht dass er „von 1942 an in Berlin für die Reichsvereinigung Textilveredlung tätig wurde. Diese Organisation war in die Kriegswirtschaft eingebunden. Was genau Merkle dort gemacht hat, ist nicht bekannt.“(Stuttgarter Zeitung vom 1. Januar 2013)
  3. Die umstrittenen Vorlesungsreihe wurde nach dem Debakel um Merkles Vortrag und, in der Folge, der Absage des bereits angekündigten Hermann Josef Abs für immer gestrichen.

Koordinaten: 50° 7′ 10″ N, 8° 39′ 5″ O