Königreich Zululand

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Das Königreich Zululand (auf Zulu: Wene wa Zulu) war ein Zulustaat im Norden der heutigen Provinz KwaZulu-Natal in Südafrika. Es existierte als staatliche Einheit von 1816 bis 1897 mit der Eingliederung in die Kolonie Natal. Das Königtum der Zulu selbst existiert bis heute.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage des südlichen Zululands
Karte des südlichen Afrika von 1885, das Königreich Zululand ganz im Osten

Das Königreich Zululand erstreckte sich von den Flüssen Tugela im Süden zum Pongola im Norden. Im Westen wurde es durch den Oranje-Freistaat begrenzt, im Osten durch den Indischen Ozean.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zululand entstand zwischen 1816 und 1820 aus der Mthethwa-Konföderation durch die Vereinigung der Zulu-Clans unter König Shaka. Um 1824 umfasste das Königreich Zululand rund 250.000 Einwohner und etwa 20.000 km². Seine Armee war auf 20.000 Krieger angewachsen. Nach Shakas Ermordung 1828 wurde sein Halbbruder Dingane König. In der Schlacht am Blood River wurde dieser durch den Burenführer Andries Pretorius am 16. Dezember 1838 geschlagen, die Hauptstadt uMgungundlovu wurde vier Tage später zerstört. Seine staatliche Unabhängigkeit endete 1879 mit der Niederlage der Zulu gegen die Briten im Zulukrieg. Im November 1884 schloss der deutsche Reisende August Einwald im Namen des Kaufmanns Adolf Lüderitz mit dem König Dinizulu einen Vertrag, der Deutschland einen lokalen Gebietsanspruch an der Santa-Lucia-Bucht sichern sollte.[1] Im Zuge eines Ausgleichs mit Großbritannien wurde der Anspruch aber im Mai 1885 endgültig fallengelassen, als sich die Briten auf einen schon 1843 geschlossenen Vertrag beriefen.[2] 1887 wurde das formal noch immer unabhängige Zululand britisches Protektorat und 1897 Teil der Kolonie Natal. Im April 1906 kam es unter Bambatha kaManczinza, Häuptling des Zondi-Clans, zur letzten Erhebung von Teilen der Zulu gegen die Briten. Das Königtum der Zulu selbst existiert bis heute, es stellt aber keine staatliche Einheit mehr dar.

Herrscher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. W. Schüßler: Kolonialgeschichte, in: Jahresberichte für deutsche Geschichte. Hrsg. v. Albert Brackmann u. Fritz Hartung. Leipzig: Koehler. 13. Jg. 1937–1939. Bd. XXI, S. 700f.; verfügbar gemacht durch die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
  2. Santa Lucīa, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 17, Leipzig 1909, S. 587.
  3. Liste der Zulu-Oberhäupter bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 2. März 2014