Kaabu

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Westafrika 1625

Kaabu (auch Gabu, Ngabou or N’Gabu) war 1537–1867 ein Reich der Mandinka im heutigen Guinea-Bissau und Senegal.

Um 1200 wanderten die Mandinka in der Gegend ein. Zwischen 1230 und 1240 wurde die Gegend von Tirmakhan Traore, einem General des Mansa des Mali-Reiches Sundiata Keita erobert. Die Gegend wurde zur Provinz Kaabu des Mali-Reiches unter dem Farim Kaabu. Immer mehr Mandinke wanderten ein, die vorherige Bevölkerung wurde assimiliert oder in die Sklaverei verkauft.

Um 1500 zerfiel das Mali-Reich. 1537 erklärte auch Farim Kaabu Sami Koli sein Land für unabhängig und legte sich den Titel Kaabu Mansaba zu. Hauptstadt war Gabú. Die Religion bestand in der Verehrung der Ahnen. Als Währung fungierten Kaurischnecken. Die Kultur des Mali-Reiches wurde von der Oberschicht von Kaabu fortgeführt.

Die Herrscherklasse der Nyancho bestand aus Elite-Kriegern, die viele Sklaven einfingen und aus ihnen Armeen aufstellten, mit denen sie sich gegenseitig bekriegten. Sie verkauften auch viele Sklaven an die Portugiesen in Cacheu nach Amerika.

Im 19. Jh. kämpften islamistische Fulbe gegen die nicht-islamischen Staaten in Westafrika. 1866 belagerte Alfa Yaya von Labé, Herrscher von Futa Djalon, zusammen mit Truppen des Hadschi Omar Gabú. 1867 befahl Mansa Dianke Walli die Sprengung der Schießpulver-Lager der Stadt. Dadurch starben die meisten Verteidiger und Angreifer, und Kaabu ging unter.

Literatur[Bearbeiten]

  • Boubacar, Barry: Senegambia and the Atlantic Slave Trade. Cambridge University Press, Cambridge 1998, ISBN 0-52159-226-7, S. 388 Pages.
  • Clark, Andrew F. & Lucie Colvin Phillips: Historical Dictionary of Senegal. The Scarecrow Press, Inc., Metuchen 1994, ISBN 0-81082-747-6, S. 370 Pages.
  • Lobban, Richard: Historical dictionary of the REpublics of Guinea-Bissau and Cape Verde. The Scarecrow Press, Metuchen 1979, ISBN 0-81081-240-1, S. 193 Pages.
  • Ogot, Bethwell A.: General History of Africa V: Africa from the Sixteenth to the Eighteenth Century. University of California Press, Berkeley 1999, ISBN 0-52006-700-2, S. 512 Pages.