Kaisersaal (Erfurt)

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Der Kaisersaal in Erfurt

Der Kaisersaal ist ein traditionsreiches Kultur- und Kongresszentrum in der Altstadt von Erfurt. Hier fanden 1808 der Erfurter Fürstenkongress von Kaiser Napoleon I. und Zar Alexander I. und 1891 der Erfurter Parteitag der SPD statt. Am 12. April 1946 fassten im Kaisersaal Kommunisten und Sozialdemokraten auf einer gemeinsamen Tagung den „Beschluss über die Vereinigung der KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands SED“ auf lokaler Ebene.

Die Geschichte des Hauses ist aber besonders mit vielen berühmten Künstlern wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Schiller, Niccolò Paganini, Clara Schumann oder Franz Liszt verbunden. Es diente als Ballhaus der Universität Erfurt und als Stadttheater.

1831 wurde das Haus einschließlich des Theatersaals neu gebaut und erhielt seine klassizistische Fassade. 1871 gestaltete man den Saal zum Konzert- und Ballsaal um und benannte ihn unter Bezug auf die Gründung des Deutschen Kaiserreichs im gleichen Jahr Kaisersaal. 1960 erfolgte eine Umgestaltung zum Kulturhaus des Büromaschinenwerks „Optima“ und zur Gedenkstätte „Erfurter Parteitag 1891“. 1982 musste das Gebäude aus baulichen Gründen geschlossen werden, Ende der 1980er Jahre wurde mit der Sanierung begonnen. 1991 bis 1994 erfolgte nach Wende und Wiedervereinigung die umfangreiche Rekonstruktion und Restaurierung als Kultur- und Kongresszentrum. Mit der Planung und Bauleitung wurde das Düsseldorfer Architekturbüro Miksch und Partner (heute Miksch Rücker + Partner Architekten, Düsseldorf) beauftragt. Die Einweihung der restaurierten und erweiterten Anlage fand 1994 unter Beteiligung des damaligen Ministerpräsidenten von NRW, Johannes Rau, statt. Seitdem wird der Komplex als Kultur- und Veranstaltungszentrum bewirtschaftet.

Das zum Kaisersaal gehörende Restaurant „Clara“ erhielt im November 2013 einen Michelin-Stern, der 2016 von Johannes Wallner verteidigt wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steffen Raßloff und Ulrich Seidel: Der Erfurter Kaisersaal. Erfurt (Sutton Verlag) 2008, ISBN 978-3-86680-303-9.
  • Rudolf Benl: Woher trägt der Kaisersaal seinen Namen? In: Jahrbuch für Erfurter Geschichte, Band 2 (2007), S. 97–112, ISBN 978-3-939885-00-9.
  • Steffen Raßloff: 100 Denkmale in Erfurt. Geschichte und Geschichten. Mit Fotografien von Sascha Fromm. Essen 2013. S. 146 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaisersaal (Erfurt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 58′ 45″ N, 11° 2′ 1″ O