Kamillianer

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Kamilluskreuz

Die Kamillianer (lat.: Ordo Clericorum Regularium Ministrantium Infirmis), Ordenskürzel: MI, auch: Ordo Sancti Camilli (abgekürzt OSC), sind ein Krankenpflegeorden innerhalb der römisch-katholischen Kirche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurden sie 1582 als Gemeinschaft von Krankenpflegern vom Kapuziner Camillo de Lellis. Am 16. August 1585 stirbt Nernadino Noci, der erste Gefährte des Kamillus von Lellis.

Am 18. März 1586 fanden diese Männer als „Gesellschaft der Diener der Kranken“ auch ihre kirchliche Anerkennung unter Papst Sixtus V. Am 29. Juni 1586 erteilte Papst Sixtus V. die Erlaubnis, ein rotes Kamilluskreuz als äußeres Zeichen der Gemeinschaft auf dem schwarzen Ordensgewand zu tragen. Offiziell heißt der Orden Ordo Clericorum Regularium Ministrantium Infirmis und wird mit MI oder mit der früheren Bezeichnung OSCam abgekürzt. In Neapel entsteht am 28. Oktober 1588 die erste Gründung des Ordens außerhalb Roms.

Die erste große Herausforderung der Gemeinschaft war die Typhusepidemie, die 1590 in Rom ausbrach. Auch bei Hungersnöten und der Pest holte man die „Kamillianer“ zu Hilfe.

Papst Gregor XIV. war von der Arbeit der Brüder tief beeindruckt und erhob die Gemeinschaft 1591 zum religiösen Orden mit all den Rechten und Pflichten der Bettelorden. Seitdem legen die Kamillianer bei ihrer endgültigen Aufnahme in den Orden vier Gelübde ab: das der Armut, der Ehelosigkeit, des Gehorsams – und als Besonderheit versprechen sie im vierten Gelübde, den Kranken zu dienen, auch unter Einsatz ihres Lebens.

In Ferrara stirbt am 4. März 1603 Curtio Lodi, einer der ersten drei Gefährten, die sich der von Kamillus gegründeten Gemeinschaft angeschlossen hatten. Am 4. August 1603 erfolgt die Gründung der Niederlassung der Krankendiener in Viterbo.

Am 2. Januar 1713 überträgt Papst Clemens XI. dem Kamillianerorden Kirche und Kloster zum hl. Johannes della Malva und die Krankenseelsorge für den Stadtbezirk Trastevere in Rom.

1742 wurde Kamillus von Lellis von Papst Benedikt XIV. selig- und am 29. Juni 1746 zusammen mit Fidelis von Sigmaringen heiliggesprochen.

1859 erlebte der schweizerische Unternehmer Henry Dunant die Kamillianer bei ihrem Einsatz nach der Schlacht von Solferino und übernahm ihr Ordensemblem bei der Gründung des Internationalen Roten Kreuzes.

Am 5. Januar 1872 erreichen drei Kamillianer-Missionare aus der lombardisch-venezianischen Provinz al-Ubayyid im Türkisch-Ägyptischen Sudan und gründen eine erste Missionsstation.

1882 gründen der Generalprokurator des Kamillianerordens Luigi Tezza und Giuseppina Vannini die Gemeinschaft der Töchter des heiligen Kamillus als weiblichen Zweig des Kamillianerordens.

Papst Leo XIII. erklärt am 22. Juni 1886 Kamillus von Lellis durch das Breve Dives in misericordia Deus gemeinsam mit dem hl. Johannes von Gott zum „Schutzpatron aller Kranken und Krankenhäuser“. Am 28. August 1930 erklärt Papst Pius XI. Kamillus durch das Breve Expedit plane gemeinsam mit dem hl. Johannes von Gott auch zum Schutzpatron der Pflegekräfte.

Am 27. Januar 1900 erfolgt der erste Spatenstich zum Bau des Kamillushauses in Heidhausen, der ersten Niederlassung des Kamillianerordens im Deutschen Kaiserreich.

Am 23. Februar 1911 stirbt Schwester Giuseppina Vannini, Mitgründerin des Ordens der Töchter des heiligen Kamillus.

Am 1. April 1946 reisen vier Priester und zwei Brüder aus der lombardisch-venezianischen Provinz als erste Kamillianer-Missionare nach China.

Das Internationale Institut für Theologie der Krankenpastoral Camillianum der Kamillianer wurde vom Heiligen Stuhl am 28. April 1987 approbiert und dem Teresianum unterstellt.[1] Derzeitiger Generalsuperior ist Renato Salvatore. Ein bekannter Generalsuperior war Carlo von Mansfeld, M.I. (1947–1965).

Am 7. Mai 1995 erfolgt in Rom durch Papst Johannes Paul II. die Seligsprechung der Schwester Maria Domenica Brun Barbantini (1789–1868), Gründerin der „Krankendienerinnen vom hl. Kamillus“ und am 4. Mai 1997 die Seligsprechung des Paters Enrico Rebuschini (1860–1938) als langjähriger Verwalter des Krankenhauses der Kamillianer in Cremona. Am 4. Januar 2001 wurde der frühere Generalprokurator des Kamillianerordens Luigi Tezza von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Orden hat derzeit 1.147 Mitglieder, von denen 670 Priester sind. Die 175 Einrichtungen des Ordens widmen sich überwiegend der medizinischen Betreuung, aber auch der Ausbildung. So betreibt der Orden 17 Aus- und Fortbildungsinstitute im Gesundheitswesen und zwei Universitäten.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Camillianum“, kamillianer.at, abgerufen am 19. Mai 2010
  2. Kurzübersicht auf kamillianer.at