Kampfadler

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Kampfadler
Männlicher Kampfadler

Männlicher Kampfadler

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Aquilinae
Gattung: Polemaetus
Art: Kampfadler
Wissenschaftlicher Name
Polemaetus bellicosus
(Daudin, 1800)

Der Kampfadler (Polemaetus bellicosus) ist ein Greifvogel aus der Unterfamilie der Aquilinae. Die Gattung ist monotypisch.

Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art bewohnt offene und halboffene Landschaften Afrikas südlich der Sahara, von Wüsten bis lichten Wäldern. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Senegambia im Westen bis Äthiopien im Osten, sowie auf Ost- und das südliche Afrika.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kopf eines Kampfadlers
Die Krallen

Rücken, Hals und Schwingen sind dunkelbraun, während der Bauch weiß gefärbt und braun gepunktet ist. Weibchen sind außerdem auf Brust und Bauch stärker gepunktet als Männchen. Die Iris ist gelb. Ein sitzender Adler hat eine aufrechte Haltung; der Kopf befindet sich ungefähr in einer Linie mit seinen scharfen Krallen, während sich die kräftigen Brustmuskeln deutlich abzeichnen.

Die Weibchen sind größer und schwerer als die Männchen; Männchen erreichen etwa 76 % der Größe eines Weibchens. Kampfadler sind 78–96 cm lang, die Spannweite beträgt 188–227 cm. Gewichte sind bisher kaum bekannt, 17 Vögel unbestimmten Geschlechts wogen 3,01–5,66 kg.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kampfadlerweibchen auf dem Horst

Kampfadlerpaare leben in bis zu 250 km² großen Revieren. Die Paare brüten in Abständen von etwa 50 km, was den Kampfadler zum Vogel mit der weltweit geringsten Siedlungsdichte macht.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brutzeit dauert von November bis Juli und verschiebt sich innerhalb dieser Zeitspanne je nach Breitengrad. Das Weibchen baut das Nest fast allein. Der Horst wird in einer Astgabel oder einem flachen Baumwipfel gebaut und hat einen Durchmesser von bis zu 2 m und eine Höhe von 1,5 m. Nach der Vollendung der Brutstätte legt das Weibchen ein einziges beiges, braungesprenkeltes Ei, das etwa 190 Gramm wiegt.

Nach einer Brutzeit von 6 bis 7 Wochen schlüpft der junge Adler. Mit dreieinhalb Monaten unternimmt das Junge seine ersten Flugversuche und bleibt noch einige Zeit in der Nähe des Horstes. Im Alter von sechs bis sieben Jahren bekommt es schließlich sein Erwachsenengefieder.

Nahrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kampfadler mit seiner Beute, einem Vogel

Kampfadler fressen vor allem Wirbeltiere von etwa 1 bis 5 kg, nämlich bodenbewohnende kleine bis mittelgroße Säuger (Hasen, Klippschliefer, Erdmännchen, kleine Antilopen bzw. deren Jungtiere (etwa junge Impalas oder Ducker), auch Schakale,[1]) und größere Vögel (z. B. Hühnervögel, Wasservögel) sowie Reptilien (Warane, gelegentlich auch kleinere Beutetiere wie Schlangen und Eidechsen); sie nehmen auch kleinere Haustiere derselben Größenordnung wie junge Ziegen, junge Schafe, Hunde und Geflügel.

Verbreitung und Bedrohung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Kampfadlers

Kampfadler leben in Afrika überall südlich der Sahara, außer in den Waldregionen und an der südlichen Spitze Südafrikas. Obwohl der Mensch sein einziger Feind ist, ist der Kampfadler gefährdet und wird gejagt, sobald er Siedlungen zu nahe kommt, da viele Farmer Angst um ihr Vieh haben. Zurzeit ist ein stetiger Rückgang des Bestandes zu beobachten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Ferguson-Lees, D. A. Christie: Raptors of the World. Christopher Helm, London 2001, ISBN 0-7136-8026-1.
  • „Kampfadler.“ In: Grzimeks Tierleben. Band 7. Kindler Verlag, Zürich 1968, ISBN 3-463-16907-X, S. 370.
  • "Genus polemaetus." In: J. del Hoyo et alii: Handbook of the birds of the world. Band 2. Lynx Edicions. Barcelona 1994, ISBN 84-87334-15-6, S. 200 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kampfadler – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach dem Abschnitt in Grzimeks Tierleben.