Karabalta

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Karabalta
Карабалта
Wappen fehlt
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Karabalta (Kirgisistan)
Karabalta
Karabalta
Basisdaten
Staat: Kirgisistan Kirgisistan
Gebiet: Tschüi
Koordinaten: 42° 49′ N, 73° 51′ OKoordinaten: 42° 49′ 0″ N, 73° 51′ 0″ O
Höhe: 780 m
Fläche: 32,1 km²
Einwohner: 46.911 (2019)
Bevölkerungsdichte: 1.461 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+996) 3133
Postleitzahl: 722030
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Stadt

Karabalta (kirgisisch Карабалта; russisch Кара-Балта), mit der Bedeutung „schwarze Axt“,[1] ist eine Stadt im kirgisischen Gebiet Tschüi.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karabalta ist Verwaltungszentrum des Rajons Dschajyl. Mit etwa 47.000 Einwohnern[2] ist es nach Tokmok die zweitgrößte Stadt des Gebiets. Karabalta liegt im Kirgisischen Gebirge in der Nähe der Grenze zu Kasachstan und 62 Kilometer westlich der kirgisischen Hauptstadt Bischkek entfernt. Durch die Stadt fließt der gleichnamige Fluss.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe Karabalta befinden sich die Ruinen von Schisch Debe, der ältesten städtischen Siedlung in Nord-Kirgisistan. Sie war zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert bewohnt und wird häufig mit der Stadt Nusket gleichgesetzt. Ausgrabungen in den 1960er und 1970er Jahren brachten 8000 Silber- und Kupfermünzen zu Tage.[1]

Die Stadt entstand im Jahre 1975 durch die Verschmelzung der drei Siedlungen Karabalta, Kosch Tegirmen und Kalininskoje. Die Bevölkerungszählung von 1979 ergab 47.300 Einwohner, die Zählung 1999 ergab 47.400 Einwohner. In Karabalta leben vor allem Kirgisen und Russen, daneben kleinere Gruppen von Ukrainern und Kasachen. Die deutsche Bevölkerungsgruppe hat die Region in den 1990er Jahren fast zur Gänze verlassen.[1]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch-lutherisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Karabalta besteht eine Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Kirgisischen Repbloik (ELKKR). Sie wird vom Pfarrer aus Belowodskoje betreut.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt lebt vor allem von der Leichtindustrie und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. Die hydro-metallurgische Fabrik verarbeitete zur Zeit der Sowjetunion Uran, das in den nahegelegenen Bergwerken abgebaut wurde. Zwischen 1989 und 1997 war die Uranverarbeitung eingestellt, inzwischen verarbeitet das Unternehmen auch andere Produkte.[1] Karabalta ist ein strategisch wichtiger Punkt an der Eisenbahnstrecke Taschkent-Bischkek[1], hier befindet sich ein Stützpunkt des russischen Militärs.[4] Auch der Fußballclub Chimik Karabalta, ein kirgisischer Erstligist, hat seinen Sitz in der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Lugowoi–Bischkek.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Rafis Abazov: Historical dictionary of Kyrgyzstan. Scarecrow Press, Lanham, Md. 2004, ISBN 0-8108-4868-6, S. 155–156.
  2. Национальный статистический комитет Кыргызской Республики: Население. Abgerufen am 31. Juli 2019 (russisch).
  3. Doris Krause/Michael Hübner, Groß, klein, alt, neu...Die Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgistan in Kurzportraits, in: Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgistan, Sondernummer Lutherischer Dienst. Zeitschrift des Martin-Luther-Bundes, 55. Jahrgang, 2019, Heft 2, S. 8–11
  4. Kommersant: Russischer Militärstützpunkt kann in Kirgistan entstehen Abgerufen am 31. Juli 2019.