Karl-Jaspers-Klinik Wehnen

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Die Karl-Jaspers-Klinik

Die Karl-Jaspers-Klinik Wehnen, ehemals Niedersächsisches Landeskrankenhaus Wehnen, ist ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie im Bad Zwischenahner Ortsteil Wehnen. Träger der Klinik ist der Psychiatrieverbund Oldenburger Land gGmbH.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Karl-Jaspers-Klinik wurde am 15. März 1858 unter der Bezeichnung „Irrenheilanstalt zu Wehnen“ eröffnet. Erster Direktor war Franz Ludwig Anton Kelp.[1] Im Jahre 1903 erfolgte die Namensänderung in „Heil- und Pflegeanstalt Wehnen“.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Wehnen Patienten im Rahmen der Aktion T4 und teilweise schon davor durch systematisches Aushungern und medizinische Vernachlässigung[2] getötet. Zu diesem Zweck wurden auch Patienten aus anderen Kliniken in der Wesermarsch in das Haus verlegt.[3] Nach Untersuchungen des Historikers Ingo Harms kamen mindestens 1500 Patienten um.[4][5]

1974 übernahm der Bezirksverband Oldenburg vom Landessozialhilfeverband die Trägerschaft für die Klinik, 1975 das Land Niedersachsen.[4]

Seit 2004 erinnert eine Ausstellung in der Alten Pathologie, die sich auf dem Klinikgelände befindet, an die Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus.

Das Krankenhaus in Trägerschaft des Landes Niedersachsen wechselte am 1. Juli 2007 den Träger, Träger wurde der Träger der Klinik ist der Psychiatrieverbund Oldenburger Land gGmbH. Im Rahmen des Trägerwechsels am 1. August 2007 wurde des Haus nach dem Oldenburger Philosophen und Psychiater Karl Jaspers benannt.

Einrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klinik verfügt über 665 Betten und beschäftigt 875 Mitarbeiter (Stand 2015).

Die Klinik hat den Sicherstellungsauftrag für die stationäre psychiatrische Versorgung der Landkreise Ammerland, Vechta, Oldenburg, Cloppenburg, Wittmund und Wesermarsch, sowie der Städte Delmenhorst und Oldenburg.

Neben zwei allgemeinpsychiatrischen Funktionsbereichen umfasst das Behandlungsangebot die Bereiche Gerontopsychiatrie, Psychotherapie und Sucht, sowie forensische Psychiatrie. Dazu kommen eine Tagesklinik und Ambulanz auf dem Krankenhausgelände, sowie Tageskliniken in den Städten Cloppenburg, Delmenhorst, Bad Zwischenahn, Westerstede und Brake (Unterweser).

Die Karl-Jaspers-Klinik kooperiert seit Gründung der European Medical School 2012 mit dieser und war zuvor akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen. [6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kelp, Franz Ludwig Anton. In: Hans Friedl/Wolfgang Günther/Hilke Günther-Arndt/Heinrich Schmidt (Hgg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5. S. 366–367. (online)
  2. Alfred Fleßner und Ingo Harms: Die oldenburgische NS-„Euthanasie“ und ihre Opfer. Abgerufen am 7. April 2013 (PDF; 2,7 MB).
  3. https://www.weser-kurier.de/region/die-norddeutsche_artikel,-Die-meisten-Aerzte-wussten-was-sie-taten-_arid,1277658.html
  4. a b http://www.ndr.de/kultur/geschichte/Heil-und-Pflegeanstalt-Wehnen,wehnen124.html
  5. Ingo Harms: Das Schicksal der ausländischen Patienten in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen während des Nationalsozialismus. (PDF; 168 kB)
  6. [1] Die Karl-Jaspers-Klinik im Überblick, Stand 2015

Koordinaten: 53° 10′ 12″ N, 8° 8′ 14″ O