Karl Attenhofer (Musiker)

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Musikdirektor Dr. Carl Attenhofer
, 1914
Fotografie
aus: Zürcher Wochen-Chronik

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Gedenktafel am Geburtshaus in Wettingen

Karl Attenhofer (auch Carl Attenhofer; * 5. Mai 1837 in Wettingen; † 22. Mai 1914 in Zürich[1]) war ein schweizerischer Komponist, Dirigent, Sänger, Organist und Universitätsmusikdirektor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Attenhofers Vater war der aus Zurzach zugewanderte Wettinger Klosterschankwirt, die Mutter des Erstgeborenen die einheimische Anna Maria Käufeler. Zunächst spielte er Flöte, später war er in der Badener Kadettenmusik der Erste Trompeter. Vom Seminarmusiklehrer Daniel Elster wurde er zum Klavier- und Geigenspiel angehalten. In Neuenburg nahm er sein Studium auf. 1857/1858 studierte er an der Musikhochschule Leipzig bei Ernst Friedrich Richter und Benjamin Robert Papperitz (1826–1903) Musiktheorie und Komposition, Engelbert Röntgen unterrichtete ihn im Fach Violine und Konrad Schleinitz (1802–1881) in Gesang.

In den 1860er Jahren verpflichtete er sich als Sänger, Cembalist, Musikpädagoge, Dozent, Organist und Dirigent in Muri, Wohlen und Rapperswil, ab 1866 in Zürich wo er 1889 von der Universität Zürich für sein Wirken als Universitätsmusikdirektor den Ehrendoktortitel verliehen bekam.

Ein Ehrengrab auf dem Friedhof Enzenbühl, eine Tafel an seinem Geburtshaus und eine Attenhoferstrasse in seiner Geburtsstadt Wettingen, in Rapperswil-Jona sowie im Zürcher Stadtkreis 7 erinnern an ihn.[2]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Attenhofer schuf 800 Kompositionen, darunter hauptsächlich Instrumentalwerke, Deutsche Messen, Kantaten und Liederzyklen und vom vaterländischen Geist inspirierten Männerchorgesänge.

Karl Attenhofers Messkompositionen in lateinischer sowie deutscher Sprache sind dem Cäcilianismus verpflichtet, in dem typisch romantische Harmonik und Chromatik mit Formen früherer Stilepochen kombiniert werden. Anders als bei anderen Komponisten seiner Zeit beschränkt sich er aber nicht nur auf die Gregorianik und den Barock, Attenhofer implementiert auch Passagen im Stil der Wiener Klassik. Sein Repertoire schliesst auch Fugen und Doppelfugen mit ein, die er allerdings nicht auskomponiert.[3]

Attenhofers Arbeiten werden heute als grundsolide betrachtet, er als ein Meister seiner Zeit. An einigen Stellen seiner Messen arbeitet er kongenial, in dem er die Ebene des soliden Handwerks verlässt, die ihn dann an Josef Gabriel Rheinberger oder Johannes Brahms erinnern lassen. Gelegentlich finden sich in der lautmalerischen Art der Chorlinien Reminiszenz an Johann Sebastian Bach so etwa das Crucifixus im Credo der Messe op. 87, Takt 40 ff.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andres Briner: Attenhofer, Carl. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  2. Gebrüder Dürst
  3. a b Christkatholischer Medienverlag, Allschwil