Karl August von Bergen

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Karl August von Bergen (* 11. August 1704 in Frankfurt (Oder); † 7. Oktober 1759 ebenda) war ein deutscher Anatom und Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Bergen“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelseite der Flora Francofurtana, 1750

Karl August von Bergen war der Sohn des Anatomieprofessors Johann Georg von Bergen († 27. April 1738). Nach dem Besuch der Friedrichsschule (Gymnasium) in seiner Heimatstadt Frankfurt (Oder) studierte er zunächst Medizin an der Viadrina. Er wurde dort von seinem Vater und von dem Anatomen Andreas Ottomar Goelicke (1670–1744) unterrichtet. Der 19-jährige von Bergen setzte seine Studien 1727 an der Universität Leiden fort, wo er bei den Professoren Hermann Boerhaave (1668–1738), Bernhard Siegfried Albinus und s’Gravesende lernte. Ab 1729 bildete er sich beim Chirurgen Benedictus Boudon in Paris fort und ging anschließend nach Straßburg, um bei Johannes Salzmann (1679–1738) und Heinrich Albert Nicolai (1701–1733) zu studieren. 1730 kehrte er nach Frankfurt (Oder) zurück, wurde dort mit seiner Untersuchung De nervo intercostali am 13. Juli 1731 zum Doktor der Medizin promoviert und lehrte ab 1732 als außerplanmäßiger Professor an der Viadrina. Nach dem Tod seines Vaters erhielt er dessen Lehrstuhl für Anatomie und Botanik. Zu seinen Aufgaben gehörte seither die Betreuung des Botanischen Gartens, der 1678 von Johann Christoph Bekmann (1641–1717) gegründet worden war.

Als 1744 sein ehemaliger Lehrer, Prof. Goelicke, starb, übernahm er auch dessen Fächer, Pathologie und Therapie.

Titelseite und Tafel 1 der Oratio de rhinocerote, 1746

Neben zahlreichen medizinischen Veröffentlichungen befasste sich von Bergen auch mit botanischen und zoologischen Themen. Er schrieb eine Flora Francofurtana, Frankfurt (Oder), 1750. Zu seinen kuriosesten Arbeiten gehört ein Aufsatz über das Nashorn: Oratio de rhinocerote, quam habuit cum tertium deponeret rectoratum, Frankfurt (Oder), 1746.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. April 1739 schloss er die Ehe mit Susanna Elisabeth Rhode. Mit ihr hatte er vier Kinder. Nach Susannas frühem Tod heiratete er am 29. September 1749 deren Schwester, Maria Elisabeth Rhode. Seine Tochter Luise von Bergen († 1746) heiratete den Berliner Pfarrer Johann Hermann Gronau.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. August 1752 wurde er mit dem akademischen Beinamen Philaretus II. zum Mitglied (Matrikel-Nr. 575) der Leopoldina gewählt.[1]

Der Botaniker Conrad Moench benannte die Pflanzengattung der Bergenien (Bergenia) zu Ehren von Karl August von Bergen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Elias Büchner: Academiae Sacri Romani Imperii Leopoldino-Carolinae Natvrae Cvriosorvm Historia. Litteris et impensis Ioannis Iustini Gebaueri, Halae Magdebvrgicae 1755, De Collegis, S. 515 Digitalisat
  • Dictionnaire des sciences médicales. Biographie médicale. Bd. 2. Paris, 1820.
  • Klaus Eichler: Geschichte der Medizinischen Fakultät. Jahresbericht Nr. 1 des Fördervereins zur Erforschung der Geschichte der Viadrina e.V. Frankfurt (Oder), 1998.
  • August Hirsch: Bergen, Karl August von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 367 f.
  • Johann Daniel Ferdinand Neigebaur: Geschichte der kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher während des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frommann, Jena 1860, S. 221 Digitalisat
  • Willi Ule: Geschichte der Kaiserlichen Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher während der Jahre 1852–1887. Mit einem Rückblick auf die frühere Zeit ihres Bestehens. In Commission bei Wilhelm Engelmann in Leipzig, Halle 1889, Nachträge und Ergänzungen zur Geschichte Neigebaur’s, S. 161 (archive.org).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliedseintrag von Carl August von Bergen bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 14. November 2015.