Karl Hermann Trinkaus

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Karl Hermann Trinkaus (* 1904 in Leipzig; † 1965 ebenda) war ein deutscher Collage-Künstler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Hermann Trinkaus begann seine künstlerische Karriere 1926 am Bauhaus Dessau; er wurde dabei unter anderem von Josef Albers, Paul Klee und Wassily Kandinsky unterstützt. Er hatte Unterricht bei Josef Albers in der Tischlereiwerkstatt, bei Joost Schmidt in der Druck- und Reklamewerkstatt sowie bei Wassily Kandinsky, Paul Klee und Herbert Bayer. In den frühen 1930er Jahren betätigte er sich als Schöpfer zeitkritischer Collagen.[1] Seit 1935 war er im Flugzeugbau bei den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken in Dessau als Diplomingenieur tätig. Ab 1950 war er im Museum für Deutsche Geschichte laut Angaben des Deutschen Historischen Museums als Referent in Berlin beschäftigt. 1964 kehrte er nach Leipzig zurück und war wahrscheinlich für das Georgi-Dimitroff-Museum als Referent eingesetzt; Weihnachten 1965 nahm er sich das Leben.[2]

Das New Yorker Museum of Modern Art zeigte seine Arbeiten in ihrer Ausstellung Bauhaus 1919–1933: Workshops for Modernity;[3] Teile seines Werks befinden sich im Sammlungsarchiv des Bauhauses.[4]

2019/20 zeigt das Museum der bildenden Künste Leipzig anlässlich des Bauhaus-Jubiläumsjahres die erste Retrospektive zum künstlerischen Schaffen von Karl Hermann Trinkaus und zeichnet damit dessen künstlerische Entwicklung nach. Der dazugehörige Katalog präsentiert nicht nur erstmals einen umfassenden Werkkatalog mit 377 Positionen, sondern arbeitet auch die bislang lückenhafte Biografie auf und kontextualisiert sein künstlerisches Schaffen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ohne Titel (Flaschen) (1926)
  • Stadt (1927/28)
  • Rasputin (1927/28)
  • Das große Spiel (1933)
  • Ist Ihnen das Herz schwer? (1933)

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausstellungskatalog Fotografie am Bauhaus, Berlin 1990
  • Grisebach. Das Journal. Heft 3, Herbst 2013, Berlin 2013, S. 34–41
  • F. Kaderabek, Karl Hermann Trinkaus, Werkverzeichnis, Leipzig 2017.
  • Daniel Thalheim. Karl Hermann Trinkaus, ersch. in: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL), Berlin 2018.
  • Daniel Thalheim. Ans Licht geholt – Der wiederentdeckte Bauhaus-Künstler Karl Hermann Trinkaus, ersch. in: Artefakte – Das Journal für Baukultur und Kunst in Leipzig, Leipzig 2018.
  • Karl Hermann Trinkaus. Bauhaus – Der neue Mensch, Ausstellungskatalog Leipzig 2019/20, hrsg. von Alfred Weidinger, Marcus Andrew Hurttig und Fabian Müller, Verlag für moderne Kunst Wien 2019; mit Beiträgen von Daniel Thalheim und Fabian Müller.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Britta Sachs: Eine schöne Bescherung in München in FAZ (2013)
  2. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 5. April 2019.
  3. The Museum of Modern Art, Bauhaus 1919–1933: Workshops for Modernity. Katalog 2009/2010
  4. Sammlungsarchiv – Die zweitgrößte Bauhaussammlung der Welt