Museum der bildenden Künste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Museum der bildenden Künste Leipzig
Logo
Daten
Ort Leipzig
Art Kunstmuseum
Architekt Karl Hufnagel, Peter Pütz und Michael Rafaelian
Eröffnung 1848
2004 (Eröffnung des Neubaus)
Besucheranzahl (jährlich) 121.000 (2017)[1]
Leitung Alfred Weidinger (Direktor)[2]
Website www.mdbk.de
ISIL DE-MUS-853116

Das Museum der bildenden Künste in Leipzig ist ein deutsches Kunstmuseum. Es wurde 1848 als Initiative der Bürgerschaft errichtet. Mit über 10.000 qm Ausstellungsfläche zählt es zu den größten Ausstellungshäusern Deutschlands. Träger des Museums ist die Stadt Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museumsgründung und erster Museumsbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum der bildenden Künste Leipzig 1858
Das Museum mit dem Mendebrunnen am Leipziger Augustusplatz, ca. 1890–1900

Das Museum geht auf die Gründung des Leipziger Kunstvereins durch Leipziger Kunstsammler und -förderer im Jahre 1837 zurück, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, ein Kunstmuseum zu errichten. Am 10. Dezember 1848 konnte der Verein das „Städtische Museum“ in der Ersten Bürgerschule auf der Moritzbastei eröffnen, in der etwa einhundert zusammengetragene und gestiftete Werke überwiegend damaliger zeitgenössischer Kunst ausgestellt wurden.

Durch Schenkungen unter anderem von Maximilian Speck von Sternburg, Alfred Thieme und Adolf Heinrich Schletter sollte die Sammlung mit der Zeit wachsen. 1853 übertrug der Kaufmann und Kunstsammler Adolf Heinrich Schletter seine Sammlung mit der Bedingung an die Stadt, dass binnen fünf Jahren für das Städtische Museum ein eigenes Gebäude zu errichten sei. Kurz vor Ablauf der Frist wurde der durch eine Stiftung finanzierte Museumsbau am 18. Dezember 1858 eingeweiht. Das sich auf dem Augustusplatz befindliche Gebäude (heute befindet sich an gleicher Stelle das Neue Gewandhaus) wurde von Ludwig Lange im Stile italienischer Renaissance entworfen. Von 1880 bis 1886 musste der Bau bereits für die stetig wachsende Sammlung durch Hugo Licht erweitert werden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stiftete Fritz von Harck ein Teil seiner Sammlung dem Museum.

1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten 394 Gemälde und Grafik vor allem des Expressionismus im Rahmen der Propagandaaktion „Entartete Kunst“. In der Nacht zum 4. Dezember 1943 wurde das Gebäude durch einen britischen Luftangriff zerstört. Ein Großteil der Bestände war zuvor in Sicherheit gebracht worden.

Reichsgerichtsgebäude und weitere Interimslösungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Reichsgerichtsgebäude beherbergte das Museum von 1952 bis 1997. (Foto von 1956)

Nach der Zerstörung des Gebäudes am Augustusplatz begann für das Museum eine 61-jährige Geschichte verschiedener Provisorien. Nachdem es 1948 in Räume der ehemaligen Reichsbank in der Petersstraße gezogen war, wechselte man bereits 1952 in das Gebäude des ehemaligen Reichsgerichts.

Nach der Entscheidung zur Verlegung des Bundesverwaltungsgerichtes nach Leipzig im Mai 1992 musste das Museum im August 1997 abermals in ein Interim im Handelshof umziehen. In den Provisorien konnte die Sammlung nur eingeschränkt gezeigt werden.

Neubau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neubau des Museums von 2004

Mitte der 1990er Jahre entschied die Stadt, dem Museum wieder eine eigene Heimstatt zu geben. Am 4. Dezember 2004, genau 61 Jahre nach der Zerstörung des Städtischen Museums am Augustusplatz, wurde der neue Museumsbau auf dem ehemaligen Sachsenplatz eröffnet. Der quaderförmige Neubau des Museums kostete 74,5 Millionen Euro und wurde von den Architekten Karl Hufnagel, Peter Pütz und Michael Rafaelian entworfen.

Museumsdirektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Sammlung, die nun auf etwa 7.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche wieder umfassend gezeigt werden kann, beinhaltet ungefähr 3.500 Gemälde, 1.000 Skulpturen und 60.000 grafische Blätter. Sie umfasst Werke aus dem Spätmittelalter bis in die Gegenwart mit den Schwerpunkten altdeutsche und Niederländische Malerei des 15. bis 17. Jahrhunderts, Italienische Malerei vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, Französische Malerei des 19. Jahrhunderts sowie Deutsche Malerei vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.

Frans Hals, Der Mulatte, 1627
Andreas Achenbach, Leuchtturm bei Ostende, 1887

Bedeutendste Teile der Sammlung sind Werke niederländischer und deutscher Alter Meister wie Frans Hals und Lucas Cranach dem Älteren, Romantikern wie Caspar David Friedrich und Vertretern der Düsseldorfer Malerschule wie Andreas Achenbach. Teil der Skulpturensammlung stellt die Beethoven-Plastik von Max Klinger dar. Den umfangreichen Werkschauen Klingers und Max Beckmanns ist eine eigene Etage gewidmet.

Im Bereich der Zeitgenössischen Malerei kann das Museum der bildenden Künste vor allem auf geschlossene Werkschauen der Leipziger Schule mit Malern wie Bernhard Heisig, Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer oder auf größere Bestände der jüngeren Malergeneration wie Neo Rauch und Daniel Richter verweisen.

Das Museum wird für den Ausbau seiner Bestände auch in Zukunft auf Schenkungen und Dauerleihgaben angewiesen sein. Die im 19. Jahrhundert begonnene Tradition großzügiger Stiftungen, die selbst erst zur Museumsgründung führte, setzt sich jedoch auch im 21. Jahrhundert fort. Anlässlich des Museumsneubaus stiftete das Kunstsammlerpaar Hans-Peter Bühler und Marion Bühler-Brockhaus 2004 41 Werke französischer Künstler, unter anderem von Jean-Baptiste Corot, Charles-François Daubigny, Jean-François Millet, Eugène Delacroix, Edgar Degas und Claude Monet, die die Kunstentwicklung des 19. Jahrhunderts von der Schule von Barbizon bis hin zum Impressionismus zeigen. In den 2000er Jahren erhielt das Museum von der BMW Group, die sich seit dem Leipziger Werksneubau kulturell in der Stadt engagiert, die Fotosammlung AutoWerke übereignet. Als Zeichen der Schenkungstradition ist den größten Mäzenen ein Stiftermosaik gewidmet, das im Eingangsfoyer zu sehen ist.

Sonderausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lovis Corinth, Frau Douglas, 1909

Im Museum werden regelmäßig Sonderausstellungen gezeigt.

Museumspädagogische Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das museumspädagogische Angebot beinhaltet neben Veranstaltungen für verschiedene Schulformen auch Führungen und Kurse auf Englisch (Test your English), für Senioren und für Pädagogen.[7]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leipziger Volkszeitung, Journal, Sonderbeilage zur Eröffnung des neuen Bildermuseums vom 3. Dezember 2004.
  • Peter M. Bode: Das Haus der tausend Räume. In: Art-Magazin, 12/2004, S. 19–31.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Museum der bildenden Künste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik der Stadt Leipzig, abgerufen am 21. September 2014
  2. https://mdbk.de/museum/#team
  3. Auge in Auge mit acht Päpsten in FAZ vom 15. November 2014, S. 13
  4. Kunst kommt nicht von Künstlichkeit in FAZ vom 1. August 2016, Seite 15
  5. Riding the Red Tide
  6. Ren Hang
  7. Angebot Bildung und Vermittlung 2014 (PDF)

Koordinaten: 51° 20′ 32″ N, 12° 22′ 32″ O