Kongruenz (Grammatik)

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Kongruenz (lateinisch congruentia „Übereinstimmung“) ist in der Sprachwissenschaft die Übereinstimmung von Satzteilen in grammatischen Merkmalen. Beispiele im Deutschen sind die Übereinstimmung von Subjekt und Verb in den Merkmalen Person und Numerus, z.B. „Einige Leute (3.Pers.Pl.) im Saal lachten (3.Pers.Pl.)“, und die Übereinstimmung der Formen von Artikel, Adjektiv und Substantiv, z.B. „einige (Pl.) ältere (Pl.) Leute (Pl.)“.

Da Kongruenz als Übereinstimmung von Merkmalen definiert ist, geht es nicht um eine lautliche Übereinstimmung (obwohl diese in manchen Fällen außerdem auch vorliegen kann). Beispielsweise kann die Kongruenz im Plural beim deutschen Adjektiv folgendermaßen aussehen: lang-e Sätz-e, oder aber: lang-e Brett-er, lang-e E-Mail-s.

Abgrenzung: Kongruenz und Rektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kongruenz ist eine Beziehung zwischen zwei Satzteilen, derart dass beide ein bestimmtes Merkmal tragen. Sie ist daher von Rektion abzugrenzen, bei der nur ein Satzteil ein Merkmal trägt und der andere Teil dieses dort verlangt. Beispiel:

Das Theaterstück gefiel den Kindern sehr gut.

In diesem Beispiel regiert das Verb „gefiel“ den Dativkasus an der Ergänzung „den Kindern“; da das Dativmerkmal nur an der Ergänzung, aber nicht am Verb vorliegt, ist dies kein Fall von Kongruenz. Im Innern des Dativobjekts gibt es hingegen Kongruenz in den Merkmalen Dativ und Plural: „d-en Kind-er-n“. Der Dativ wird also dem Objekt als Ganzem durch Rektion zugewiesen, durch die Kongruenzregel breitet er sich dann im Inneren auf jedes einzelne Wort aus; dies sind zwei getrennte Mechanismen. — Ebenso gibt es im obigen Beispiel Kongruenz zwischen den Wörtern „das“ und „Theaterstück“, obwohl man das Merkmal, Neutrum, nur an der Artikelform „das“ sehen kann. Trotzdem ist es eindeutig so, dass das Substantiv „Theaterstück“ das Merkmal Neutrum ebenfalls selbst trägt, daher ist auch dies kein Fall von Rektion.

Kongruenzformen von Verben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In vielen Sprachen stehen Subjekt und Prädikat in Kongruenz oder Übereinstimmung. Im Deutschen müssen beide in Person und Numerus übereinstimmen. Darum muss die Endung des finiten Verbs zum Subjekt passen.

Bei dem Beispielsatz Sie hob das rote Blatt Papier auf. kongruiert das Verb (hob auf, 3. Person Singular) mit dem Subjekt (sie).

Kongruenzformen von Adjektiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Als KNG-Kongruenz (Merkhilfe: KöNiGs-Kongruenz) bezeichnet man die (z. B. im Deutschen und Lateinischen geforderte) Übereinstimmung von Kasus, Numerus und Genus bei Determinantien, Adjektiven und Nomen innerhalb einer Nominalphrase. Anders gesagt: Die übrigen Wortarten folgen dem Nomen in Kasus, Numerus und Genus.

Beispiele aus dem Deutschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das schöne Haus steht zum Verkauf.

„schöne“ und „Haus“ stehen beide im Nominativ Singular Neutrum, sie beziehen sich aufeinander und sind daher kongruent in Kasus, Numerus und Genus.

Der große Mann sieht die schmutzige Straße.

„große“ und „Mann“ sind beide Nominativ Singular Maskulinum, „schmutzige“ und „Straße“ sind beide Akkusativ Singular Femininum.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hauptschwierigkeiten der deutschen Sprache. (= Der große Duden. 9). Dudenverlag, Mannheim 1965, S. 358–384. (Später unter dem Titel: Duden, Zweifelsfälle der deutschen Sprache.)
  • Snježana Kordić: Die grammatische Kategorie des Numerus. In: Helmut Jachnow, Boris Norman, Adam E. Suprun (Hrsg.): Quantität und Graduierung als kognitiv-semantische Kategorien (= Slavistische Studienbücher. n.F., Band 12). Harrassowitz, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04408-X, S. 62–75 (PDF-Datei; 1,2 MB [abgerufen am 1. Februar 2013]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]