Kongruenz (Grammatik)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Sehr kurz und unvollständig
Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

In der Sprachwissenschaft bedeutet Kongruenz[1] die regelhafte Übereinstimmung von Wörtern oder Satzteilen hinsichtlich grammatischer Merkmale. Die Kongruenz ist damit ein Mechanismus, der zur Flexion (Beugung) von Wörtern führt.

Häufig erfassen Kongruenzbeziehungen mehrere Merkmale gleichzeitig. So stimmen in einem deutschen Satz Subjekt und Verb hinsichtlich der Merkmale Person und Numerus überein. Beispiel: In dem Satz „Einige Leute im Saal lachten“ kongruieren Subjekt und Verb in der Ausprägung „3. Person“ des Merkmals „Person“ und der Ausprägung „Plural“ des Merkmals „Numerus“. Weiter stimmen in der deutschen Nominalphrase Artikel, Adjektiv und Substantiv in der Ausprägung der Merkmale Kasus, Numerus und Genus überein (sofern Formen dafür vorhanden sind). Beispielsweise zeigen bei „einem älteren Manne“ die Wörter in diesen Merkmalen die Ausprägungen Dativ, Singular und Maskulinum.

Da Kongruenz als Übereinstimmung hinsichtlich grammatischer Merkmale definiert ist, geht es nicht um eine lautliche Übereinstimmung der Beugungsformen, auch wenn diese in manchen Fällen zusätzlich vorliegen kann. So zeigen die beiden Endungen in „lange Sätze“ Kongruenz an, die Endungen in „lange Bretter“, „lange E-Mails“ aber ebenso.

Abgrenzung: Kongruenz und Rektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kongruenz ist eine Beziehung zwischen zwei Satzteilen, derart dass beide ein bestimmtes Merkmal tragen. Sie ist daher von Rektion abzugrenzen, bei der nur ein Satzteil ein Merkmal trägt und der andere Teil dieses dort verlangt. Beispiel:

Das Theaterstück gefiel den Kindern sehr gut.

In diesem Beispiel regiert das Verb „gefiel“ den Dativkasus an der Ergänzung „den Kindern“; da das Dativmerkmal nur an der Ergänzung, aber nicht am Verb vorliegt, ist dies ein Fall von Rektion, nicht Kongruenz. Im Innern des Dativobjekts gibt es hingegen Kongruenz in den Merkmalen Dativ und Plural: „d-en Kind-er-n“. Der Dativ wird also dem Objekt als Ganzem durch Rektion zugewiesen, durch die Kongruenzregel breitet er sich dann im Inneren auf jedes einzelne Wort aus; dies sind zwei getrennte Mechanismen. Ebenso gibt es im obigen Beispiel Kongruenz zwischen den Wörtern „das“ und „Theaterstück“, obwohl man das Merkmal, Neutrum, nur an der Artikelform „das“ sehen kann. Trotzdem trägt das Substantiv „Theaterstück“ das Merkmal Neutrum eindeutig auch selbst; daher ist auch dies ein Fall von Kongruenz, nicht Rektion.

Kongruenzformen von Verben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Sprachvergleich fehlt, Objektkongruenz fehlt, Zusammenhang mit Finitheit
Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

In vielen Sprachen stehen Subjekt und Prädikat in Kongruenz oder Übereinstimmung. Im Deutschen müssen beide in Person und Numerus übereinstimmen. Darum muss die Endung des finiten Verbs zum Subjekt passen.

Bei dem Beispielsatz „Sie hob das rote Blatt Papier auf.“ kongruiert das Verb („hob auf“, 3. Person Singular) mit dem Subjekt („sie“).

Kongruenzformen von Adjektiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Kongruenz bei prädikativen Adj in vielen Sprachen fehlt
Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Als KNG-Kongruenz (Merkhilfe: KöNiGs-Kongruenz) bezeichnet man die (z. B. im Deutschen und Lateinischen geforderte) Übereinstimmung von Kasus, Numerus und Genus bei Determinantien, Adjektiven und Nomen innerhalb einer Nominalphrase. Anders gesagt: Die übrigen Wortarten folgen dem Nomen in Kasus, Numerus und Genus.

Beispiele aus dem Deutschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das schöne Haus steht zum Verkauf.“

„schöne“ und „Haus“ stehen beide im Nominativ Singular Neutrum, sie beziehen sich aufeinander und sind daher kongruent in Kasus, Numerus und Genus.

„Der große Mann sieht die schmutzige Straße.“

„große“ und „Mann“ sind beide Nominativ Singular Maskulinum, „schmutzige“ und „Straße“ sind beide Akkusativ Singular Femininum.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hauptschwierigkeiten der deutschen Sprache (= Der große Duden, 9). Dudenverlag, Mannheim 1965, S. 358–384 (später unter dem Titel: Duden, Zweifelsfälle der deutschen Sprache).
  • Snježana Kordić: Die grammatische Kategorie des Numerus. In: Helmut Jachnow, Boris Norman, Adam E. Suprun (Hrsg.): Quantität und Graduierung als kognitiv-semantische Kategorien (= Slavistische Studienbücher. n.F., Band 12). Harrassowitz, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04408-X, S. 62–75 (PDF-Datei; 1,2 MB [abgerufen am 1. Februar 2013]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. lateinisch congruentia ‚Übereinstimmung‘, französisch accord, englisch agreement oder concord.