Katakomben Salzburg

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Zugang Katakomben - Kommunegruft

Am Rand des Salzburger Petersfriedhofs befinden sich erhöht die Katakomben, die in den Festungsberg gehauen wurden. Sie sind höchstwahrscheinlich spätantik-frühchristlichen Ursprungs und dienten trotz ihres Namens nicht als Begräbnisstätten, sondern wohl als frühchristliche Versammlungsorte.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katakomben im Petersfriedhof in der Altstadt von Salzburg sind neben dem Friedhof des Stiftes Nonnberg die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs sowie ein komplett von Menschen aus dem Konglomerat des Mönchsberg gehauenes Höhlensystem. Die Anfänge des Petersfriedhof sowie die Katakomben gehen auf die spätrömische Stadt Iuvavum zurück, 1860 wurden die letzten Umbauten durchgeführt. Genau genommen handelt es sich bei den gemeinhin als „Katakomben“ bekannten Höhlen um die Einsiedelei des Klosters St.Peter. Der Name „Katakomben“ kam erst im 17. Jahrhundert, auf, ursprünglich hießen sie „Eremitorien“, da hier Eremiten (Einsiedler) im kargen Fels Unterschlupf fanden. Von außen wirken die Eremitorien sehr unscheinbar, da zuallererst neben dem unteren Teil, welcher durch einen Felssturz freigelegt und anschließend zugemauert wurde, nur kleine, leicht zu übersehende, Öffnungen im Fels sichtbar sind. Der Eingang zu den Höhlen erfolgt über den Petersfriedhof durch die leicht erhöhte Kommunegruft, welche die einzigen Grabstätten der Katakomben beherbergt. Hier wurden Mozarts Schwester Nannerl, sein Freund, der Komponist Michael Haydn und der Architekt und Baumeister des Salzburger Domes, Santino Solari beigesetzt.[1][2][3]

Aufbau und Erschließung der Katakomben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zutritt zu den Katakomben erfolgt vom Petersfriedhof aus über die 1659 angelegte und 1769 in die heutige Form umgebaute Kommunegruft. Der ursprüngliche Zweck der ebenerdigen Kommunegruft war die Zwischenlagerung der Toten, wenn im Friedhof kein Grab oder keine Gruft verfügbar war. Nähert man sich dem Eingang, so sieht man oberhalb des Friedhofes mehrere Löcher im Felsen, welche die Lichtöffnungen der drei Höhlenkapellen sind. Durch ein Marmorportal und durch ein barockes Langhaus mit romanischem Chor gelangt man in die der Öffentlichkeit nicht zugängliche Ägydiuskapelle. Eine Stiege mit 48 Stufen führt von hier aus zur ersten Höhle. Die Auftrittshöhen und Tiefen der einzelnen Stufen ist hier keineswegs gleichmäßig, sie folgen dem Höhenverlauf der Höhle. Am Ende der Treppe befindet sich zur rechten, Richtung Nordwesten, die 1178 eingeweihte Gertrauden Kapelle. Folgt man dem Weg weiter links gelangt man zu einer kleinen Aussichtsplattform, von welcher man die Stiftskirche St.Peter, die Franziskanerkirche, den Dom, die spätgotische Margarethenkapelle, einen Teil der Kollegienkirche, das Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg, die Kuppel der Kajetanerkirche sowie die Festung und große Teile der historischen Altstadt sieht. 36 weiter Stufen, welche erst im Jahr 1659 aus dem Felsen gehauen wurden, führen vom Aussichtspunkt hinauf in die Maximuskapelle. Vor der Errichtung der Treppenanlage war die Kapelle nur durch einen schmalen Felssteig zugänglich. Als letztes Überbleibsel zeugt eine kleine Türe am oberen Ende der Stiege von der vorhergehenden Erschließung.[4]

Die Gertraudenkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gertraudenkapelle wurde von Erzbischof Kardinal Konrad III. im Jahr 1178 dem acht Jahre zuvor ermordeten Thomas Becket geweiht. Unter Konrad III. von Wittelsbach wurde sie auch der Heiligen Gertraud von Nivelles geweiht. Freskenreste zeigen ein Martyrium des Heiligen Thomas Becket. In der Felswand finden sich sechs Rundbogennischen in neo-frühchristlichem Stil, die 1865 nach Entwürfen des Salzburger Denkmalpflegers Georg Pezolt geschaffen wurden. 1862 fügte er nach dem Vorbild der frühchristlichen römischen Katakomben einen aus Tonplatten gefertigten romanisch-gotischen Altar ein. Ein kleines Pultdach befindet sich auf der dem Berg abgewandten Seite über der im 12. Jahrhundert durch einen Felssturz im Klosterbezirk freigelegten Höhle, sowie ein Glockentürmchen. An der durchhängenden Decke im Kapellenraum und anderen Details ist die ursprünglich natürliche Höhle, in die die Kapelle hineingebaut ist, im Wesentlichen noch erkennbar. Mittig im Raum steht ein im 17. Jahrhundert eingefügter romanisch-gotischer Pfeiler. Er wurde nur aus dekorativen Gründen eingesetzt, wirkt aber wie aus dem Fels gehauen und erscheint lastabtragend. Noch heute wird in der Gertrauden-Kapelle die Messe gefeiert.[5]

Die Maximuskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salzburg St Peters Friedhof Katakomben Maximianuskapelle.jpg

Die Maximuskapelle, auch Maximushöhle genannt, ist die höchstgelegene der drei Katakombenkapellen. Sie ist dem heiligen Maximus geweiht, der fälschlicherweise mit dem heiligen Maximianus von Ioviacum in Verbindung gebracht wurde. Dies ist an der Inschrifttafel des Abtes Kilian von 1521 erkennbar. Eine erste urkundliche Erwähnung fand sie 1178, als sie durch Erzbischof Konrad III. von Wittelsbach eingeweiht wurde. Über dem Bogengrab, das von den Einsiedlern als Liegefläche benutzt wurde, befindet sich eine dem angeblichen Martyrium des Maximus gewidmete Gedenktafel. Die in die Öffnung der Höhle nach außen gelegene, nach einem Felssturz aufgemauerte Mauer besitzt drei Rundbogenfenster, im Höhlenraum selbst befinden sich eine Nische und eine Rundapsis. Die Tonaltäre wurden 1860 nach Entwürfen von Georg Pezolt geschaffen. Auch die Maximuslegende ist hier, fälschlicherweise aufgrund der Weihung, in Form einer Inschrifttafel des Abtes Kilian von 1521 festgehalten.

Die Katakombenlegenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tafel in der Maximuskapelle

Der Salzburger Maler und Denkmalpfleger Georg Pezolt setzte 1860, als er die drei neo-frühchristlichen „Katakomben“ Altäre entwarf die Legende, welcher zufolge die Katakomben als Unterschlupf und Versteck für die der Verfolgung des römischen Reiches ausgesetzten Urchristen diente, in die Welt. Seine Theorie wurde aber früh von Wissenschaftlern angezweifelt und später auch widerlegt. Außer Frage steht, dass es sich bei den Gebetsräumen um altehrwürdige Stätten der Urchristen handelt. Die von ihm entworfenen Altäre versuchen den von ihm geprägten Katakomben Charakter der Höhlen zu unterstreichen. Weit verbreitet ist die mittlerweile ebenfalls widerlegte, vom Abt von St.Peter, Kilian Püttricher (Abt von 1525 bis 1535) durch einen Irrtum ins Leben gerufene Katakombenlegende des Priesters Maximus. Dieser soll im Jahre 477, als sich die Römer zurückzogen und die Provinz aufgaben, die Katakomben als Versteck vor den Barbaren genutzt haben. Trotz Warnung durch Severin von Noricum blieb er mit 55 Gefährten in den Katakomben zurück und stürzte sich, nach Belagerung der Germanen, gemeinsam mit seinen Gefährten von den Katakomben aus in die Tiefe. In dem Bericht bezüglich des Martyriums des hl. Maximus (24. Kapitel des Lebensbeschreibung des heiligen Severins) ist von Ioviacum, einem damaligen römischen Kastell in Schlögen/ Aschbach an der Donau, die Rede. Abt Püttricher machte, wie viele frühe Historiker, den Fehler den Stadtname „Ioviacum“ mit Iuvavum (Salzburg) gleichzusetzen und verwechselte auch die Person Maximus mit dem Priester Maximianus aus Ioviacum. Er glaubte aufgrund seines Studiums der Lebensbeschreibung des Severins mitsamt seinen Berichten des Märtyrers Maximianus ein Kapitel der Salzburger Frühgeschichte gefunden zu haben. Um seine Theorie in Stein zu meißeln ließ er für eine der beiden Kapellen im Höhlensystem (heute als Maximuskapelle bekannt) eine Tafel mit folgender in Latein verfassten Beschreibung des Märtyrertots des Maximus anfertigen: „Im Jahr 477 als Odoaker, König der Tuthenen, Geppiden, Goten, Ungarn und Heruler, wider die Kirche Gottes wütete, stürzten sich die seligen Maximus mit fünfzig Gefährten von dieser Höhle, wo sie verborgen waren, ob ihres Glaubens grausam in die Tiefe. Und sie zerstörten mit Feuer und Schwert die Provinz Noricum.“ Damit versuchte er die Dramatik um die Geschichte der Entstehung der Frühchristlichen Gemeinde Salzburgs um ein Kapitel des Märtyrertums zu bereichern beziehungsweise im Märtyrerblut zu tränken.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Catacombs (Petersfriedhof Salzburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stift St.Peter
  2. Salzburg Cityful
  3. Salzburger Saalachtal
  4. Freudenthal
  5. Bundesdenkmalamt