Noricum

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Noricum (Begriffsklärung) aufgeführt.
Karte Noricums (grün) im Altertum
Keltische Stämme in Noricum um Christi Geburt
Lage der römischen Provinz Noricum im Römischen Reich zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan in den Jahren 115–117.

Noricum war ein keltisches Königreich unter der Führung des Stammes der Noriker auf einem Großteil des Gebietes des heutigen Österreich sowie angrenzender Gebiete Bayerns (östlich des Inn) und Sloweniens, das später unter der Bezeichnung Provincia Noricum eine Provinz des Römischen Reiches wurde. Die Provinz Noricum grenzte im Süden an Italien, im Osten an Pannonien und im Westen an Raetien.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühzeit[Bearbeiten]

Die hallstattzeitliche Bevölkerung wurde etwa ab 450 v. Chr. durch Zuwanderung keltischer Bevölkerungselemente aus dem keltischen Kerngebiet (Südwestdeutschland und Ostfrankreich) assimiliert. Inwieweit die Menschen der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit), benannt nach dem berühmten oberösterreichischen Gräberfeld und Salzbergbau von Hallstatt, bereits Kelten waren, ist nach wie vor umstritten. Bis etwa 1960 bezeichneten viele Sprachwissenschafter eine vorkeltische und über weite Bereiche Kontinentaleuropas verbreitete Sprachschicht als „Illyrisch“. In der Folge bezeichneten dann die Prähistoriker oftmals die Hallstattkultur und die vorkeltische norische Bevölkerung irrtümlicherweise als illyrisch. Beides ist heute nicht mehr Stand der Wissenschaft. Eine ethnische Deutung ältereisenzeitlicher archäologischer Kulturen ist nur beim Vorliegen eindeutig lokalisierbarer historischer Volksnamen möglich. Die ehemals als „illyrisch“ bezeichnete Sprachschicht wird laut Otto Helmut Urban heute von Linguisten zumeist als „alteuropäisch“ bezeichnet.[1]

Regnum Noricum[Bearbeiten]

Um etwa 200 v. Chr. schlossen sich unter der Führung der Noriker dreizehn Stämme zum Königreich von Noricum zusammen. Somit ist das Regnum Noricum das erste politische Gebilde auf österreichischem Boden. Acht der 13 Stämme Noricums sind durch die Ausgrabungen auf dem Magdalensberg namentlich bekannt: Alaunen, Ambidraven, Ambilinen, Ambisonten, Laianker, Noriker, Saevaten und Uperaken.

Nach 200 v. Chr. wurden die Kelten Noricums von den Römern nach dem bedeutendsten Stamm als Taurisker oder Noriker (Caesar) bezeichnet. Die Bevölkerung nahm infolge verbesserter Anbaumethoden und technologischem Fortschritt (eiserne Pflugschar) rasch zu. Der Landmangel wurde 186 v. Chr. so drückend, dass 12.000 Taurisker und Boier nach Italien an die Adria zogen. Rom konnte zwar eine Stadtgründung in Friaul verhindern, nicht jedoch dass sich die Kelten in der Poebene und der Küste des heutigen Venetiens ansiedelten.

Fünf Jahre später gründeten die Römer Aquileia aus einer Militärkolonie heraus. Die Stadt sollte für den Alpentransithandel große Bedeutung erlangen. Angelockt von Handelsmöglichkeiten und Goldreichtum („norisches Gold“) knüpften die Römer mit den Tauriskern des Noricum freundschaftliche Bande. Damit erhielten sie auch Zugang zu den Eisenlagerstätten des Regnum Noricum.

Um 170 v. Chr. verhandelte, wie Titus Livius berichtet, eine römische Gesandtschaft mit dem Stammesbündnis. Ab diesem Zeitpunkt stand König Cincibilus zu den Römern durch ein „hospitium publicum“ (staatliche Gastfreundschaft) in freundschaftlichem Verhältnis. In der Folge entwickelten sich gute Handelsbeziehungen und der Einfluss Roms nahm zu. Zentrum des Regnum Noricums war vermutlich die Siedlung auf dem Magdalensberg (später Virunum), eine dort gefundene frührömische Inschrift nennt die Namen der uns bekannten acht norischen Stämme. Im 2. Jahrhundert v. Chr. entstanden befestigte Zentralorte (oppida). Norische Münzen nach griechischen Vorbildern wurden geprägt. Im 1. Jahrhundert v. Chr. erreichte das Regnum Noricum seine größte Ausdehnung nach Osten und Norden. Wirtschaftliche Grundlagen waren Eisen (norisches Eisen), Bergbau (Steinsalz), Industrie, landwirtschaftliche Produkte und Handel.

Um 120–115 v. Chr. fielen in Noricum die germanischen Stämme der Kimbern, Ambronen und Teutonen ein, die vorher von den Boiern im Böhmischen Kessel, den Skordiskern am Balkan und schließlich von den Tauriskern abgewehrt worden waren. Im Jahre 113 v. Chr. erlitt bei Noreia ein römisches Heer eine vernichtende Niederlage, woraufhin die Invasoren Noricum verließen und nach Westen zogen. Durch den Druck der Germanen, besonders der Sueben, gerieten im Norden und Nordosten die Boier in Nachbarschaft Noricums (im Gebiet des späteren Regnum Vannianum – Marchfeld, Weinviertel, Wiener Becken), wobei Pressburg ihr wichtigstes Oppidum war. Um 58 v. Chr. versuchten die Boier, Noricum zu erobern, erlitten jedoch eine vernichtende Niederlage. Im Pakt mit den Tauriskern bedrohten sie dann über Jahre hinweg Noricum, bis ihr Reich von den Dakern zerstört wurde.

Im Jahr 49 v. Chr. schickte der norische König Voccio Hilfstruppen an Julius Caesar für dessen Krieg gegen Pompeius. Infolge der Niederlage der Boier gegen die Daker wurde der Donauraum angegliedert oder in Abhängigkeit gebracht, die Macht Noricums reichte bis ins Wiener Becken und nach Westungarn. Somit gelang den Norikern die letzte überregionale Machtbildung der Festlandkelten.

Zwei namentlich bekannte Könige des Königreiches Noricum sind Cincibilus, der 170 v. Chr. mit den Römern einen Freundschaftsvertrag schloss, und der norische König Voccio, der seine Schwester mit dem Germanenfürsten Ariovist verheiratete. Letzterer findet im Gallischen Krieg Erwähnung, da er Caesar 300 Reiter zur Verfügung stellte.

Provinz Noricum[Bearbeiten]

Die römischen Provinzen zur Zeit des Trajan (117 n. Chr.)

Noricum wurde im Jahr 15 v. Chr. unter Kaiser Augustus Teil des römischen Reichs. Zunächst behielt es eine eingeschränkte Autonomie als tributpflichtiges Fürstentum, doch unter Kaiser Claudius (41–54 n. Chr.) wurde es endgültig eine römische Provinz.

Es umfasste als Provinz ungefähr die heutigen österreichischen Bundesländer Kärnten, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark sowie den Südosten Bayerns mit dem Chiemgau. Außerdem gehörten Teile Tirols dazu. Südlich befand sich das italienische Kernland, im Norden reichte das keltische Königreich im Gegensatz zur späteren römischen Provinz über die Donau hinaus. Erst unter der Herrschaft Roms bildete die Donau die Grenze des Imperiums und somit auch der Provinz.

Bis zur Erhebung in den Provinzialstatus wurden die Grenzen jedoch laufend verändert. Während die Siedlungen Emona (Laibach), Poetovia (Ptuj, dt. Pettau), Colonia Claudia Savaria (Steinamanger) und Scarbantia (Ödenburg) entlang der Straße von Aquileia nach Carnuntum (die alte Bernsteinstraße) wahrscheinlich immer norisch waren, wurden sie um 8 n. Chr. mit der Errichtung der Provinz Pannonien dieser angegliedert. Carnuntum selbst gehörte 6 n. Chr. noch zu Noricum, wurde aber gemeinsam mit dem Wiener Becken ebenfalls der Provinz Pannonien zugeschlagen.

Im 2. Jahrhundert litt Noricum unter den Verheerungen der Markomannenkriege. Unter Kaiser Marc Aurel wurde die 2. Italische Legion an der Ennsmündung stationiert. Ihr Kommandant war gleichzeitig auch Provinzstatthalter mit Sitz in Lauriacum oder Ovilava.

Spätzeit[Bearbeiten]

Bei der unter Kaiser Diokletian vorgenommenen Verwaltungsreform wurde Noricum der Diözese Illyria zugeschlagen. Die Provinz selbst wurde geteilt in

  • Noricum Ripense („Ufer-Noricum“, gemeint ist das Donau-Ufer) im Norden des Alpenhauptkamms und
  • Noricum Mediterraneum („Binnen-Noricum“) im Süden.

Die Reichsreform Diokletians brachte erhebliche Veränderungen für Armee- und Verwaltungsorganisation der Provinz. Nach den Wirren der Soldatenkaiserzeit verstärkte Diokletian die Grenzeinheiten erneut. Unter anderem wurden die von Kaiser Gallienus für seine mobile Feldarmee abgestellten Legionsreiter wieder zu ihren Stammeinheiten zurückgeschickt.

Für Noricum wurde eine zusätzliche Legion aufgestellt, die Legio I Noricorum, die nach Auswertung von Ziegelstempeln in Adiuvense (Ybbs/Donau oder Wallsee) und Favianis (Mautern/Donau) stationiert war. Die norische Hauslegion, die Legio II Italica, wurde auf Lauriacum (Enns), Lentia (Linz) und Iovaco (Aschach) aufgeteilt. Die Zivilverwaltung der norischen Provinzen lag nun in den Händen von praesides, die in Ovilava (Wels) und Virunum, später in Teurnia/Tiburnia (St. Peter im Holz) ihren Amtssitz hatten. Im nicht so exponierten Reichsinneren und geschützt durch den Alpenhauptkamm scheint Noricum mediterraneum außer den vigiles (Wachen) in den größeren Städten und an Straßenposten über keine stehenden Truppen verfügt zu haben.

Das norische Heer wurde dennoch nicht geteilt, das Oberkommando hatte zunächst noch ein praeses provinciae Norici ripensis inne, der in Lauriacum residierte. Auch die separate Nennung der beiden Grenzheere der Pannonia I und Noricums in der Notitia Dignitatum spricht für eine lange Selbständigkeit der norischen Armee unter eigenen Kommandeuren. Unter Konstantin I. wurde ein neues, grenzübergreifendes Dukat eingerichtet und damit die norischen und oberpannonischen Limitanei einem Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis unterstellt.[2] Sein Amtssitz war die Hauptstadt der Pannonia I, Carnuntum. An allen Kastellen fanden seit Konstantin I. und besonders unter Valentinian I. umfangreiche Um- und Neubauten statt, die vor allem das Befestigungssystem modernisierten (etwa Anbau von vorkragenden Fächer- oder Hufeisentürmen, Erhöhung und Verstärkung der Kastellmauern) und damit die neuen Strategien und Angriffsmethoden der Gegner berücksichtigen sollten. Wie dringend die Kastelle am Limes einer Renovierung bedurften, lässt die Erwähnung von Carnuntum in den Schriften des Ammianus Marcellinus erahnen, der die einst blühende Stadt nun als verwahrlostes und schmutziges Nest beschrieb, obwohl selbst Valentinian I. hier zeitweise sein Hauptquartier aufschlug und sie immer noch eine hohe strategische Bedeutung hatte.[3] Eine defensivere Verteidigungsstrategie wurde besonders in Pannonien nach Aufgabe der Provinz Dacia unter Aurelian notwendig.

Vor allem gestempelte Ziegel des Ursicinus dux bzw. des Ursicinus magister, aber auch zwei Bauinschriften aus dem Legionslager Carnuntum und dem burgus von Ybbs belegen am gesamten niederösterreichischen Limes und darüber hinaus die Bautätigkeit dieser Epoche. Laut der Notitia Dignitatum wurde in Lauriacum, wohl unter Diokletian, auch eine staatliche Schildfabrik (fabrica Lauriacensis scutaria)[4] für die Versorgung der Armee eingerichtet. Die Legio II Italica betrieb bei Wilhering und in Erla bei St. Pantaleon Ziegeleien. Auch Städte im Hinterland des norischen Limes wurden nun mit einer Wehrmauer umgeben wie etwa Aelium Cetium, heute Sankt Pölten und Scarbantia, heute Sopron/Ungarn. Die Grenzlinie wurden zusätzlich mit einem Netz aus Wach- und Signaltürmen (siehe z. B. Bacharnsdorf/NÖ) und an besonders gefährdeten Abschnitten mit Gegenkastellen (d. h. am gegenüberliegenden Donauufer) überzogen. Bei diesen praesidia castra dürfte es sich in manchen Fällen allerdings nur um Erneuerungen schon bestehender Befestigungen gehandelt haben (Oberleiser Berg und Stillfried in NÖ). Zwischen den etablierten Kastellen wurden Kleinkastelle – sog. quadriburgi oder centenaria – z. B. in Oberranna, OÖ und Wachtürme (Wilhering, OÖ, Au-Rotte Hof bei St. Pantaleon, NÖ, Bacharnsdorf, NÖ, Rossatz, NÖ, Hollenburg, NÖ) errichtet.[5] Im Jahre 370 wurde der Burgus bei Ybbs/Donau laut einer Bauinschrift[6] durch milites auxiliares Lauriacenses (Hilfstruppen aus Lauriacum) unter dem Befehl des Leontius errichtet. Weiters fanden sich auf Ybbser Ziegelstempel weitere Namen von Offizieren oder Ziegelproduzenten (Ursicinus, Maxentius, Bonosus). Da die Grenzeinheiten damals schon erheblich ausgedünnt waren, konnten sie nun problemlos in Kleinfestungen (Restkastellen) in einer Ecke des Lagerareals untergebracht werden wie etwa in Cannabiaca/Zeiselmauer/NÖ und Wallsee/OÖ. Auch durften nun verdiente Soldaten offiziell ihre Familien innerhalb der Lager ansiedeln, etwas später war es jedem gestattet. Diese hauptsächlich zur Zeit Valentinians I. unter großen Anstrengungen errichteten Wehrbauten hatten nur eine kurze Lebensdauer und mussten größtenteils schon im frühen 5. Jahrhundert wieder aufgegeben werden. Nur größere Burgi und Kleinfestungen haben noch den Beginn des 5. Jahrhunderts überdauert (Cannabiaca), um 420–430 verloren aber auch sie ihre militärische Funktion. Da sich die Limitanei neben ihren Sicherungsaufgaben auf Grund von Steuererleichterungen auch als Bauern betätigten, wandelten sich die Kastelle im Laufe der Zeit aber immer mehr zu befestigten Kleinstädten und Wehrdörfern. In der Vita Sancti Severini des Eugippius werden diese als oppida bezeichnet.

Der Zusammenbruch der römischen Herrschaft[Bearbeiten]

Der Zusammenbruch der römischen Herrschaft in Noricum ist eine Fallstudie dafür, was mit denjenigen Provinzen geschah, in denen die militärische Macht Roms dahinschwand, weil die finanziellen Mittel dafür nicht mehr aufgebracht werden konnten.[7] Die allgemeinen Lebensumstände an der Donaugrenze waren bis zum Ende des 4. Jahrhunderts noch erträglich geblieben, die kontinuierliche Reduzierung der Grenzeinheiten aufgrund ständig aufflammender innerrömischer Auseinandersetzungen oder Abwehrkämpfe gegen die Barbaren, brachte die Zivilbevölkerung aber auch ökonomisch immer mehr unter Druck. In den Jahren um 430/431 brach in Noricum wegen der hohen Steuerbelastung ein Aufstand aus, der vom weströmischen Regenten und Heermeister, Aëtius, blutig niedergeschlagen wurde. Der anschließende Verlust der reichen nordafrikanischen Provinzen an die Vandalen unter Geiserich im Jahr 439 zwang Aëtius, den Etat für das Heer zusammenzustreichen und weitere Einheiten von den Grenzen für den Schutz Italiens abzuziehen.

Der griechische Chronist Priskos berichtet um die Mitte des 5. Jahrhunderts (448/449) u.a. von der Ankunft norischer Würdenträger am Hof des Hunnenkönigs Attila, die als Mitglieder einer Gesandtschaft des Aëtius hierher gekommen waren. Einer von ihnen, Promotus, wird als „Leiter des Landes der Noriker“ bezeichnet, der andere, Romanus, als „Anführer der Heerschar“. Interpretiert man Priskos richtig, so muss Promotus ein praeses Norici (ob von Binnen- oder Ufernorikum, ist unbekannt) und Romanus der Befehlshaber der Grenztruppen am Donaulimes gewesen sein.[8] Ein ufernorischer Praeses wird von Priskos nicht extra erwähnt. Da anzunehmen ist, dass Aëtius alle hohen norischen Amtsträger zu Attila befohlen hatte, war das Amt des ufernorischen Praeses zu dieser Zeit entweder vakant oder schon aufgelöst. Auch in der unterpannonischen Provinz Valeria hatte der dortige Dux die Zivilverwaltung übernommen, was wiederum ein Indiz dafür sein könnte, dass Romanus als Kommandeur in Ufernorikum eingesetzt war. Priskos erwähnt Romanus in seiner Aufzählung ganz klar nach Promotus, was für die Einhaltung der traditionellen Rangordnung spricht und er deswegen auch kein Comes (vir spectabilis) gewesen sein konnte. Die Nennung von Romanus’ Namen nach dem des norischen Praeses disqualifiziert ihn nach der Rangeinteilung der Notitia Dignitatum aber auch als Dux, da die zivilen Statthalter am Kaiserhof als viri perfectissimi galten und daher dem Dux (vir spectabilis) im Rang nachgeordnet waren. Romanus war also möglicherweise der im Status herabgestufte und in seinem Territorium schon stark eingeschränkte administrative Nachfolger des Dux Pannoniae I et Norici Ripensis, der, wie es scheint, nur mehr im Westen von Ufernoricum das Sagen hatte, da Aëtius das weitgehend entvölkerte Oberpannonien 433 an die Hunnen abgetreten hatte.[9]

Vom Ende der römischen Herrschaft in Noricum wird sehr detailliert in der (Vita Sancti Severini) des Eugippius berichtet, im Absatz über die Auflösung der Grenztruppen heißt es:

Zur Zeit, als das römische Reich noch bestand, wurden die Soldaten vieler Städte für die Bewachung des Limes aus öffentlichen Mitteln besoldet (publicis stipendiis alebantur). Als diese Regelung aufhörte, zerfielen sogleich mit dem Limes auch die militärischen Einheiten.

Diese fatale Entwicklung setzte vermutlich ab den späten 460er Jahren ein, als Folge der erfolglosen Militäroperationen zur Rückeroberung der für das Westreich lebenswichtigen Provinzen in Nordafrika. Zuerst scheiterte Kaiser Majorian, nachdem die weströmische Flotte bereits an ihrem Sammelpunkt bei Carthago Nova (Cartagena) (vielleicht durch Verrat) von Geiserichs Schiffen vollkommen aufgerieben worden war. Einige Zeit später wurde auch eine oströmische Invasionsflotte unter ihrem Admiral Basiliskos nahe Karthago vernichtet. Nach diesen katastrophalen Misserfolgen war die Wiedereroberung von Nordafrika in weite Ferne gerückt, denn auch die militärischen und finanziellen Möglichkeiten des Oströmischen Reiches waren damit erschöpft. Da die Kassen Ravennas auch weiterhin leer blieben, verfielen Verwaltung, Heeresorganisation und Disziplin im Westen sehr schnell. Nur mehr einige wenige versprengte Soldaten (wohl meist germanische foederati), die keinen Sold und Nachschub mehr aus Italien erhielten, versahen ihren Wachdienst in den norischen und rätischen Kastellen (in Lauriacum und Batavis bis Mitte des 5. Jahrhunderts). Bis zu dieser Zeit hielten sicher auch noch einige andere reguläre Einheiten die Stellung, ihre Zahl war aber wohl sicher nicht annähernd mehr mit der in der Notitia Dignitatum angegebenen Armee zu vergleichen. Auch im Kastell Favianis lag zu Zeiten Severins - der dort sein Stammkloster gründete - noch eine kleine Garnison (paucissimi milites) unter dem Befehl eines Tribunen, Mamertinus, dieser wurde später zum Bischof geweiht.[10] Da es bei der Vita vordergründig darum ging, das Wirken des Heiligen für die geplagte Provinzbevölkerung möglichst positiv herauszustreichen, hätte, nach Ansicht Peter Heathers, die Erwähnung der damals sicher noch größeren römischen Streitmacht in Noricum die Leistungen Severins nur geschmälert. Dennoch gibt es einige klare Hinweise dafür, dass die Donauarmee frühestens nach dem Ende der Hunnenbedrohung dramatisch an Substanz verlor. Archäologische Untersuchungen in norischen Kastellen brachten u.a zutage, dass der Münzumlauf kurz nach 400 fast überall, mit Ausnahme Lauriacums, abbrach. Vermutlich konnte Ravenna ab diesem Zeitpunkt die Grenzsoldaten nicht mehr bezahlen. Für die darauffolgende prekäre Sicherheitslage sprechen auch die bisher in Noricum entdeckten villae rusticae, die in diesem Zeitraum entweder aufgegeben oder zerstört wurden. Die romanische Bevölkerung flüchtete sich in stark befestigte Höhensiedlungen, die meist eine Kirche oder Basilika als Zentrum hatte. Einige dieser Zufluchtsorte befanden sich direkt an der Donau, die meisten aber lagen in Binnennoricum, im heutigen Osttirol (Lavant-Kirchbichl) und Kärnten.[11] Auch in der Severinsvita findet sich dazu eine diesbezügliche Passage:

Auf göttliche Veranlassung bereitete sie (den Landbewohnern um Lauriacum) der Knecht Gottes vorausschauenden Geistes vor, ihre ganze ärmliche Habe innerhalb der Mauern (des Legionslagers) sicherzustellen, damit die Feinde auf ihren schrecklichen Streifzug nichts vorfänden, was der Mensch zum Leben braucht, und alsbald vor Hunger ihr unmenschlich grausames Unternehmen aufgäben.

Die weiterhin hier ausharrenden Provinzbewohner mussten nun selbst für ihre Sicherheit sorgen, sie zogen sich dafür hinter die Mauern der Legionslager und Kastelle zurück und stellten Wachtrupps auf. Solche vigiles werden für Comagenis, Favianis, Lauriacum und Batavis erwähnt. Da die meisten Soldaten Familien hatten und hier Landwirtschaft betrieben, zogen wohl nicht alle von ihnen ab, sondern blieben weiterhin in ihren ehemaligen Stationierungsorten. Die Garnisonen verschwanden daher sicher nicht von einem Tag auf den anderen, wurden aber mit der Zeit personell immer schwächer und wandelten sich schließlich in reine Bürgerwehren um.[12] Eine andere (und altbewehrte) Möglichkeit war, barbarische Krieger anzuwerben, wie es die Einwohner von Comagenis taten. Dies führte aber wieder zu neuen Problemen. Solche Söldner nutzen ihre Macht oft skrupellos aus, sie stellten bald übertriebene Forderungen an die Bürger und konnten schlussendlich nur mit göttlichen Beistand, vermittelt durch Severin, wieder aus der Stadt vertrieben werden. Eine andere Passage aus der Severinsvita berichtet von einem Hinterhalt der Garnison von Favianis gegen eine Gruppe plündernder Barbaren an einem Flussufer, die niedergemacht wurden und sich dann alles Brauchbare aneigneten. Ihr Tribun Mamertinus zögerte zuerst sich den Plünderern zu stellen, da er nur wenige kampferprobte Soldaten und kaum Waffen zur Verfügung hatte. Aber Severin erteilte ihnen seinen Segen und ermutigte sie ausdrücklich zu diesen Unternehmen. Diese Geschichte wirft ein markantes Licht auf die erheblichen Schwierigkeiten, die durch den Wegfall der staatlichen Verwaltungs- und Militärorganisation für die Bewohner der Donaugrenze entstanden waren. Nun musste man sich die Ausrüstung offenbar erst vom Feind besorgen. Der Vita ist weiters zu entnehmen, dass die Bemühungen der Provinzbewohner um ihre Selbstverteidigung auch bei anderen Gelegenheiten erfolgreich waren. Spähtrupps (exploratores) der Romanen meldeten mehrmals rechtzeitig bevorstehende Angriffe auf Lauriacum, Batavis und Quintanis, sodass rechtzeitig Abwehrmaßnahmen getroffen werden konnten.

Nach dem völligen Verschwinden des römischen Grenzheeres konnten Noricum und Oberpannonien aber auf Dauer nicht weiter als selbsttragende Einheiten bestehen. Die Provinzialen waren für die hier um die Vorherrschaft ringenden Regionalmächte eine zu wertvolle Arbeitskraft- und Handwerkerressource, um sie einfach sich selbst zu überlassen. Auch für die Bewohner der binnennorischen Höhensiedlungen war es auf Dauer unmöglich, ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Mit der Aufgabe von Ufernorikum unter Odoaker und der Absiedlung der meisten Provinzialen unter Führung seines Bruders Hunwulf und des Comes Pierus nach Italien im Jahre 488 verschwand der letzte Rest römischer Herrschaft an der mittleren Donau. Zunehmend wurde auch die binnenorische Provinz auch von germanischen Wanderstämmen bedroht, Virunum wurde aufgegeben und die Hauptstadt von Binnennoricum nach Teurnia verlegt. 407 besetzte Alarichs Westgotenarmee die Provinz und forderte sie als Siedlungsland für seine Gefolgschaft ein, da „sie weitgehend verwüstet wäre und nur mehr geringen Steuerertrag einbrächte.“ Als dies abgelehnt wurde fiel Alarich in Italien ein, marschierte nach Rom und stürmte die Stadt. Die Provinzhauptstadt von Noricum Mediterraneum wurde während der Spätantike von Virunum nach Tiburnia verlegt. Der genaue Zeitpunkt der Verlegung ist unbekannt, sie muss aber vor der ostgotischen Belagerung Tiburnias im Jahr 467 erfolgt sein[13]. Eine herausragende Gestalt der römischen Spätzeit in dieser Region war der Severin von Noricum (um 410 – 8. Januar 482), Einsiedler, Abt von Favianis und vermutlich auch hoher römischer Verwaltungsangestellter. Severin wurde durch seine diplomatische und ausgleichende Verhandlungsführung bekannt, besonders mit dem nördlich der Donau um Krems siedelnden germanischen Stamm der Rugier. König Odoaker befahl 488 den Abzug der kelto-romanischen Bevölkerung aus Noricum Ripense. Entgegen früheren Ansichten wurde dieser Befehl aber nur teilweise befolgt. Namenskontinuität in Toponymen sowie eine Fülle archäologischer Funde belegen eine breite kulturelle Kontinuität über den offiziellen Zusammenbruch der römischen Verwaltung in den norischen Regionen hinaus und verbinden die römische Zeit über die Spätantike mit dem Frühmittelalter. Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches blieben in Binnennoricum Teile der römischen, später gotischen Verwaltung noch eine Zeitlang erhalten, bis schließlich die ehemalige Provinz von Awaren und Slawen einerseits und Baiuwaren andererseits besiedelt wurde.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßennetz[Bearbeiten]

Noricum wurde von den Römern in den folgenden Jahrhunderten mit einem dichten Fernstraßennetz überzogen. Zahlreiche Meilensteine und andere archäologische Funde legen davon Zeugnis ab. Die besterforschte römische Straßenstation Noricums ist Immurium (Moosham, Bundesland Salzburg), am Südfuß des Radstädter Tauernpasses. Eine andere wichtige Verbindung führte von Rom über Aquileia, Emona, Celeia, Poetovio nach Carnuntum. Zahlreiche Seitenstraßen zweigten in das norische Alpenland ab. Bei Aquileia ging eine Straße nach Aguntum, eine andere führte über Virunum nach Ovilava (Wels). Auch der Loiblpass war durch einen Saumweg über Emona bereits existent. Von Celeia aus gelangte man in das Hüttenberger Erzgebiet sowie über Virunum nach Iuvavum. Das Murtal mit Flavia Solva (bei Leibnitz) war von Poetovio aus erschlossen. Die zweitwichtigste Verbindung führte entlang des Donaulimes vom pannonischen Vindobona (Wien) über Cetium (St. Pölten), Lauriacum (Lorch-Enns) nach Boiodurum (Passau). An ihr zweigten bei Lauriacum Seitenäste nach Ovilava ab, die nach Iuvavum (Salzburg) führten.

Städte, Kastelle und Flüsse[Bearbeiten]

Die Lage der Hauptstadt des Regnum Noricum, Noreia, ist nach wie vor unbekannt. In römischer Zeit avancierte Virunum zur Provinzmetropole, das nach der Teilung Verwaltungszentrum von Binnen-Noricum blieb. Später residierten hier auch Finanz- und Postverwaltung. Ab der 2. Hälfte des 5. Jh. n. Chr. übernahm Teurnia diese Funktion.

Ufer-Noricum wurde von Ovilavis aus verwaltet. Lauriacum, Poetovio, Aguntum, Teurnia und wahrscheinlich auch Virunum avancierten in der Spätantike zu Bischofssitzen.

Noricum Ripense wurde durchflossen von:

Narus (Salzach) und Anisus (Enns), die Grenze im Westen zu Raetien bildete der Aenus (Inn), die Nordgrenze zum Barbaricum der Danuvius (Donau), die Grenze im Osten zu Pannonien der Arrabo (Raab). Der Name Danuvius für den Oberlauf der Donau wurde seit der Mitte des 1. Jh. n. Chr. verwendet.

Die bedeutendsten Städte und Kastelle am norischen Limes waren:

Ovilavis (Wels/OÖ), Cetium (St.Pölten), Boiodurum (Passau), Lauriacum (Enns/OÖ), Lentia (Linz), Ioviaco (Schlögen), Favianis (Mautern), Zwentendorf, Comagenis (Tulln), und Cannabiaca (Zeiselmauer) das letzte norische Kastell vor der Grenze zu Pannonien.

Noricum Mediterraneum wurde durchflossen vom:

Dravus (Drau).

Die bedeutendsten Städte waren:

Iuvavum (Salzburg), Cucullis (Kuchl), Tiburnia oder Teurnia (Verwaltungssitz) (St. Peter in Holz bei Spittal an der Drau), Aguntum (Dölsach/Lienz), Virunum (Zollfeld), Poetovio (Pettau) und Flavia Solva (Wagna).

Mit Poststationen verbundene norische Siedlungen:

Noreia (Wildbad Einöd; nicht identisch mit dem gesuchten Noreia), Gabromagus (Windischgarsten), Graviacae (Flattnitz), Lotodos (?), Ad Anisum (Radstadt), Ad Medias (/SLO), Ad Pontem (Lind), Ad Vicesimum (?), Ad Vineas (?), Atrans (Trojane/SLO), Beliandrum (Feldkirchen in Kärnten), Candalicae (Friesach), Colatio (Stari trg bei Slovenj Gradec/Altenmarkt bei Windischgraz), Ernolatia (?), Inalpe (Radstädter Tauernpass), In Murio (auch Immurium; Moosham), Ioviacum (Schlögen/Donau), Iuenna (Globasnitz), Laciacis (bei Mösendorf), Littamum (Innichen/I), Matuc?alum (?), Monatae (Sankt Georgen ob Judenburg), Poedicum (Bruck an der Mur), Santicum (Villach), Sebatum (Sankt Lorenzen im Pustertal/I), Tarnantone (Neumarkt am Wallersee), Tarnasciae (?), Tartusanae (St. Johann am Tauern), Tergolape (bei Schwanenstadt), Tutatio (Micheldorf), Upellae (?), Vetonianae (?) und Vocario (?).

An sonstigen Siedlungen und Kastellen sind bekannt:

Kleinkastell Oberrana, Ad Iuvense (Ybbs?), Ad Mauros (Eferding), Arelape (Pöchlarn), Augustianae (Traismauer), Bedaium (Seebruck/D), Boiodurum (Passau), Cannabiaca (Zeiselmauer), Favianae (Mautern an der Donau), Gurina (Dellach im Gailtal), Lentia (Linz), Locus Felix (Wallsee), Meclaria (?), Namare (Melk/Donau), Piro torto/Asturis (?) (Zwentendorf), Stiriatae (Liezen), Surontium (Trieben) und Viscella (Oberzeiring).

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die Illyrer - ein kriegerisches Bergvolk? auf science orf.at.
  2. Notitia Dignitatum occ. 34, 13.
  3. Ammianus Marcellinus 30, 5: cumque exinde (sc Valentinianus), Carnuntum Illyriorum oppidum introisset, desertum quidem nunc et squalens, sed ductori exercitus perquam opportunum.
  4. Notitia Dignitatum occ IX: Insignia magistri officiorum.
  5. Hannsjörg Ubl, 1980/2, S. 597.
  6. CIL 3, 5670a = Hermann Dessau, Inscriptiones Latinae selectae 774.
  7. Peter Heather: Der Untergang des Weströmischen Reiches. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 476.
  8. Priskos frag. 8; S. 84 und 89 = 11, 2 S. 262 und 276 (Edition von Roger C. Blockley); John Martindale u. a.: Prosopography of the Later Roman Empire 2, 926 (Promothus 1), 946-947 (Romanus 2) und 949-950 (Romulus 2 und 4).
  9. Zu den Amtsträgern siehe Ammianus Marcellinus 31, 16, 1-2; allgemein siehe Arnold Hugh Martin Jones: The Later Roman Empire, 284-602. A Social, Economic and Administrative Survey. Oxford University Press, Oxford 1964, Bd. 1, S. 142-143.
  10. Vita Severini 4, 2-4; Arnold Hugh Martin Jones: The Later Roman Empire, 284-602. A Social, Economic and Administrative Survey. Oxford University Press, Oxford 1964, Bd. 2, S. 924.
  11. Peter Heather: Der Untergang des Weströmischen Reiches. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 471.
  12. Peter Heather: Der Untergang des Weströmischen Reiches. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 473.
  13. Heiko Steuer, Volker Bierbrauer (Hrsg.): Höhensiedlungen zwischen Antike und Mittelalter von den Ardennen bis zur Adria. Unter Mitarbeit von Michael Hoeper. de Gruyter, Berlin u. a. 2008, ISBN 978-3-11-020235-9, (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Ergänzungsbände 58).

Literatur[Bearbeiten]

Allgemeines:

  • Géza Alföldy: Patrimonium Regni Norici – Ein Beitrag zur Territorialgeschichte der römischen Provinz Noricum. In: Bonner Jahrbücher Band 170, 1970, S. 163–177.
  • Géza Alföldy: Noricum. London 1974.
  • Géza Alföldy: Die regionale Gliederung in der römischen Provinz Noricum. In: G. Gottlieb (Hrsg.): Raumordnung im Römischen Reich. 1989, S. 37–55.
  • Peter Pleyel: Das Römische Österreich. 1994.
  • Hannsjörg UblNoricum. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 21, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017272-0, S. 324–340.

Vor- und frührömisches Noricum:

  • Gerhard Dobesch: Die Kelten in Österreich nach den ältesten Berichten der Antike – Das norische Königreich und seine Beziehungen zu Rom im 2. Jh. v. Chr.. Wien u. a., 1980.
  • Gerhard Dobesch, Die Okkupation des Regnum Noricum durch Rom. In: Studien zu den Militärgrenzen Roms Band 3. 1986, S. 308–315.
  • Robert Göbl: Die Münzprägung der norischen Fürsten. In: J. Grabmayer (Hrsg.): Die Kultur der Kelten. 1989, S. 54–66.

Militär- und Verwaltungsgeschichte:

  • H. Grassl: Noricum im Bürgerkrieg des Jahres 196–197 n. Chr.. In: Römisches Österreich Band 2, 1974, S. 7–10.
  • M. Hainzmann: Fragen der Militär- und Zivilverwaltung (Ufer-)Norikums. In: Spezima Nova Universitatis Quinqueecclesiensis Band 11, 1995, S. 59–70.
  • Norbert Hanel, Cathy Schucany (Hrsg.): Colonia-municipium-vicus – Struktur und Entwicklung städtischer Siedlungen in Noricum, Raetien und Obergermanien. 1999.

Sozial- und Wirtschaftsgeschichte:

  • S. Dusanic: Aspects of Roman Mining in Noricum, Pannonia, Dalmatia and Moesia Superior. In: Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Band II. 6, 1977 S. 52–94.
  • Jochen Garbsch: Die norisch-pannonische Tracht. In: Aufstieg und Niedergang der römischen Welt, Band II 12.3, 1985, S. 546–577.
  • K. Genser: Die ländliche Besiedlung und Landwirtschaft in Noricum während der Kaiserzeit (bis einschließlich 5. Jahrhundert). In: H. Bender und H. Wolff (Hrsg.): Ländliche Besiedlung und Landwirtschaft in den Rhein-Donau Provinzen des römischen Reiches. 1994, S. 331–376.

Noricum in der Spätantike

  • I. Bóna: Die Hunnen in Noricum und Pannonien – Ihre Geschichte im Rahmen der Völkerwanderung. In: D. Straub (Hrsg.): Severin zwischen Römerzeit und Völkerwanderung. 1982, S. 179–200.
  • R. Bratoz: Severinus von Noricum und seine Zeit – Geschichtliche Anmerkungen. 1983.
  • Helmut Castritius: Die Grenzverteidigung in Raetien und Noricum im 5. Jahrhundert n. Chr. – Ein Beitrag zum Ende der Antike. In: H. Wolfram u. A. Schwarz (Hrsg.): Die Bayern und ihre Nachbarn Band 1. 1985, S. 17–28.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Noricum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien