Katharina Diez

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Porträt von Katharina Diez; Stich um 1885.

Katharina Diez (* 2. Dezember 1809 in Netphen bei Siegen; † 22. Januar 1882 ebenda) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katharina Diez wurde als eine von drei Töchtern des Stift Keppeler Rentmeisters Diez in Netphen geboren, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Nach dem Tod der Eltern lebte sie bei ihrer Schwester, der Schriftstellerin Elisabeth Grube in Düsseldorf, wo sie ebenfalls schriftstellerisch tätig wurde. Bereits 1846 zog sie für zwei Jahre nach Berlin zu einer weiteren Schwester, kehrte jedoch zu ihrer Schwester Elisabeth nach Düsseldorf zurück, wo sie bis zu deren Tod 1871 lebte. Katharina Diez wurde von zahlreichen schweren Krankheiten heimgesucht. In Königin Elisabeth von Preußen fand sie eine Mäzenin, die die bürgerliche Katharina Diez 1864 zur Ehrenstiftsdame des adligen Stifts Keppel bei Hilchenbach ernannte. Dadurch stand ihr eine kleine Pension (Präbende) zu, eine Residenzpflicht bestand für sie jedoch nicht.

Nach dem Tod ihrer Schwester Elisabeth zog Katharina Diez nach Netphen, wo sie 1882 verstarb. Sie liegt auf dem alten Kirchspielfriedhof an der Martini-Kirche begraben.

Literarische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrale Bedeutung im Gesamtwerk von Katharina Diez haben die Epen, die oft ins lyrische übergehen und teilweise subjektiv aus der Sicht der Schriftstellerin selbst geschrieben sind. Ihre Werke wurden so als vortrefflich, gedankenreich und zart beschrieben, jedoch wurde auch kritisiert, dass die epische Dichtung als derartige ihre Charakteristik verliert.[1] Ihre epischen Dichtungen beschäftigten sich einerseits mit biblischen Stoffen (z. B. Hagar, Ruth, Abrahams Opfer, Joseph. Gedicht nach dem alten Testament), aber auch mit geschichtlichen Personen, wie z. B. Die heilige Elisabeth von Ungarn oder das von Zeitgenossen gelobte Epos Agnes Bernauer.

Mit ihrer Schwester Elisabeth Grube veröffentlichte Katharina Diez die beiden Gedichtsammlungen Liederkranz und Wiesenblumen von der Sieg und Feldblumen vom Rheine. Sie war zudem als Jugendschriftstellerin tätig[2] und schrieb mit Frühlingsmärchen ein Werk, zu dem Willibald Alexis 1851 das Vorwort verfasste. Ihr Werk Neue Märchen aus Wald, Feld und Wiese führte zu Vergleichen mit Gustav von Putlitz; sie schrieb zudem Sonette, Erzählungen, Romane und sogar Dramen. Das Schauspiel Frithjof, das 1879 entstand, wurde u. a. auf der Hofbühne in Sigmaringen erfolgreich aufgeführt.

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Netphen trägt heute eine Straße den Namen von Katharina Diez.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liederkranz (mit Elisabeth Grube, 1842)
  • Die heilige Elisabeth Von Ungarn, Landgräfin von Thüringen (1845)
  • Der Johannistag (1845)
  • Sonnenkönig's Bräutigam (1845)
  • Wiesenblumen von der Sieg und Feldblumen vom Rheine (mit Elisabeth Grube, 1847)
  • Dichtungen nach dem alten Testamente (1852)
  • Joseph. Gedicht nach dem Alten Testament (1855)
  • Agnes Bernauer. Gedicht (1857)
  • Biblische Frauen (1864)
  • Bilder aus dem Krieg (mit Elisabeth Grube und Julie Ludwig, 1866)
  • Der kleine Steinklopfer (undat.)
  • Der Kindesliebe Sieg (undat.)

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ostermorgen eines Küsters. - Berlin : Diesterweg u. Kalisch, 1847. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Frühlingsmärchen (1851)
  • Neue Märchen aus Wald, Feld und Wiese (1854)
  • Onkel Martin (1859)
  • Thoms. Aus dem Dorfleben (1860)
  • Eine Jugendfreundschaft (1861)
  • Stephanie, Königin von Portugal (1864)
  • Nach Mexiko und zurück in die Heimath (1868)
  • Editha (1867)
  • Heinrich Heines erste Liebe (1870)

Drama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jephta’s Opfer (1875)
  • Frithjof (Schauspiel nach Esaias Tegnér, 1879)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Groß: Deutsche Dichterinen und Schriftstellerinen in Wort und Bild. 1. Band. Fr. Thiel, Berlin 1885, S. 318–321.
  • Franz BrümmerDiez, Katharina. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 694 f.
  • Joachim Fischer/Ingeborg Längsfeld u. a.: Elisabeth Grube & Katharina Diez/ Zwei Dichterinnen und ihre Zeit. Verlag Vorländer, 1992, S. 93
  • Kulturforum Netphen: Katharina Diez S. 2–50
  • Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Reclam, Leipzig 1913, S. 26f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Katharina Diez – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Brümmer: ADB, S. 694.
  2. Insgesamt veröffentlichte sie zwölf Bände mit Volks- und Jugendschriften.