Netphen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Netphen
Netphen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Netphen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 55′ N, 8° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Siegen-Wittgenstein
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 137,39 km²
Einwohner: 23.393 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57250
Vorwahlen: 02738, 02737 (N.-Deuz), 0271 (Dreis-Tiefenbach), 02732 (Unglinghausen), 02733 (Herzhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SI, BLB
Gemeindeschlüssel: 05 9 70 032
Adresse der
Stadtverwaltung:
Amtsstraße 2–6
57250 Netphen
Webpräsenz: www.netphen.de
Bürgermeister: Paul Wagener (parteilos)
Lage der Stadt Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein
Rheinland-Pfalz Hessen Hochsauerlandkreis Kreis Olpe Bad Berleburg Bad Laasphe Burbach (Siegerland) Erndtebrück Freudenberg (Siegerland) Hilchenbach Kreuztal Netphen Neunkirchen (Siegerland) Siegen WilnsdorfKarte
Über dieses Bild

Netphen [ˈnɛtfən] ist eine Mittelstadt in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) und gehört zum Kreis Siegen-Wittgenstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein

Netphen liegt im Südwesten des Rothaargebirges im Siegerland, das an der nordöstlichen Stadtgrenze an das Wittgensteiner Land grenzt. Die Kernstadt von Netphen befindet sich etwa 6,5 km (Luftlinie) nordöstlich der Innenstadt von Siegen. Das Stadtgebiet ist geprägt durch eine Landschaft mit zahlreichen Bergrücken und Tälern. Einige Stadtteile liegen im Südteil des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Netphen fließt die Sieg. Größere Fließgewässer im Stadtgebiet sind unter anderem der Werthenbach, dessen Zufluss Geiersgrundbach, die Netphe, die Obernau, welche die gleichnamige Obernautalsperre speist, und der Dreisbach. Als Stausee und gleichzeitig auch als Naherholungsort befindet sich bei Brauersdorf die Obernautalsperre, die neben der bei Hilchenbach befindlichen Breitenbachtalsperre die zweite Talsperre ist, die vom Wasserverband Siegen-Wittgenstein betrieben wird. Im Netphener Stadtgebiet entspringen die Siegquelle (nordöstlich von Walpersdorf), die Lahnquelle bei Lahnhof, und wenige Kilometer nordwestlich der Sieg die Eder

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Teile des Netphener Stadtgebiets befinden sich im Rothaargebirge oder in den Siegerländer Rothaar-Vorhöhen. Höchste Berge im Stadtgebiet sind mit jeweils 675,9 m ü. NHN die Oberste Henn und der Jagdberg. Die meisten der hohen Berge im Netpherland befinden sich links und rechts der Eisenstraße. Weitere markante Berge in Netphen sind der Söhler, der Haferhain, die Alte Burg mit gleichnamiger Wallanlage, und der Heinenberg.


Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden bzw. -städte Netphens sind Hilchenbach im Norden, Erndtebrück im Nordosten, Bad Laasphe im Osten, Dietzhölztal (Lahn-Dill-Kreis, Hessen) im Südosten, Haiger (Lahn-Dill-Kreis) und Wilnsdorf im Süden, Siegen im Südwesten und Westen sowie Kreuztal im Nordwesten.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netphen besteht aus 21 Stadtteilen, die teilweise schon Teil des alten Amtes Netphen waren:

Kernort Netphen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altstadt von Netphen

Die Kernstadt Netphen ist der größte Stadtteil Netphens. Der Ort liegt auf rund 283 m Höhe und dehnt sich in den Gemarkungen Nieder- und Obernetphen über etwa 10,7 km² Fläche aus. Die Bevölkerung umfasst 6104 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013).

Netphen verfügt über die Grundschule Netphen mit ihren zwei Standorten Obernetphen und Niedernetphen, eine Realschule, ein Gymnasium, das Rathaus der Stadt sowie den Freizeitpark Netphen inklusive Hallen- und Freibad sowie ein Eisstadion.

Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die evangelische Martinikirche, die simultane St. Peterskapelle, die katholische Pfarrkirche St. Martin und die katholische Kreuzbergkapelle.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der hohen Erhebungen außerhalb des Stadtgebiets ist das Klima in Netphen sehr verschieden. Nicht selten wird im Ortskern bereits der Frühling ausgerufen, wenn auf den Bergen noch Schnee liegt. Die Temperatur nimmt mit Zunahme der Höhe stark ab. Dies kann man besonders gut in den Wintermonaten beobachten. Dabei schwanken die Temperaturen zwischen Berg und Tal (Höhenunterschied etwa 400 m) teilweise um 5 bis 6 °C. Wenn Inversionswetterlagen auftreten, werden oft Temperaturen von unter −15 °C erreicht. Die Schneehöhe variiert je nach Höhenlage zwischen 20 bis 30 cm im Tal und bis zu 70 cm in den Bergen.

Des Weiteren hat die Meteomedia AG eine vollautomatische Wetterstation in Netphen stationiert. In klaren, windstillen Nächten kann es auch im Sommer empfindlich kalt werden. Aufgrund des Talkessels, wo sich die Kaltluft zu Boden setzt, können dann Temperaturen nahe der 0 °C-Marke erreicht werden.[2] Daher befindet sich Netphen auch häufig in der von Meteomedia ausgestellten „Hitliste“ der kältesten Orte mit morgendlichen Minimumtemperaturen. Die Temperatur erwärmt sich im Laufe des Tages jedoch normal, sodass durchaus 25 °C erreicht werden können. Im Höhepunkt des Sommers werden dann meist Temperaturen von bzw. über 30 °C gemessen. Mit rund 900 mm im Stadtgebiet und bis zu 1350 mm Niederschlag beim Forsthaus Hohenroth pro Jahr wird die Landwirtschaft erheblich erschwert.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsreste deuten auf eine frühe Besiedlung aus der Zeit um 500 v. Chr. hin, da aus der La-Tène-Zeit archäologische Funde vorliegen. Im Mittelalter gehen die ersten Erwähnungen dieser Netpher Region auf das 11. Jahrhundert zurück. Wie in den meisten Teilen des alten Kreises Siegen, wurde das Fürstenhaus Nassau als Landesherren von Netphen genannt. 1215 wurden die Herren von Hain auf Burg Hainchen aufgeführt.

1239 übertrug Graf Heinrich II. der Reiche von Nassau auf Bitten seines Lehnsmannes Friedrich vom Hain dem Prämonstratenserinnen-Kloster Stift Keppel die Einkünfte des Netphener Kirchspiels. Dieses ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung von Netphen. Der Ortsteil Niedernetphen wurde im Jahr 1439 erstmals urkundlich erwähnt.[4]

Am 28. Juli 1590 zerstörte ein Blitzschlag den Turm der Netphener Kirche.[5]

Namensgebend für den Nordost-Teil des Siegerlandes – das Netpherland – insbesondere der Gegend um Irmgarteichen, war Graf Johann VII. von Nassau-Siegen, durch dessen Testament aus dem Jahr 1621 die Region an seinen ältesten Sohn Johann VIII. (1583–1638) fiel. In den Jahren von 1635 bis 1637 wütete die Pest. Für den 3. Mai 1643 liegen Berichte von einem Überfall räuberischer Truppen auf Netphen vor, bei dem die Siedlung geplündert und weitgehend zerstört wurde.[6] Im Jahre 1742 gelangte Netphen – wie alle anderen Gebiete nördlich der Lahn – an den Prinzen Wilhelm Karl Friso von Oranien, Fürst von Diez und Erbe der Vereinigten Niederlande. Somit war das Fürstentum Nassau-Siegen Teil der Niederlande.

Napoleon schlug das Siegerland im Zuge seiner Neuordnung Deutschlands dem Großherzogtum Berg zu. Diese Veränderung wurde allerdings 1813 rückgängig gemacht und Netphen wurde wieder Eigentum der Oranier. 1815 verzichteten diese auf alle deutschen Landesteile und Netphen kam 1816 an das Königreich Preußen.

Am 1. Januar 1969 entstand im Zuge der kommunalen Neuordnung die Großgemeinde Netphen.[7] Diese erlangte am 30. Juni 1997 mit der Überschreitung der 25.000-Einwohnermarke Stadtstatus. Kurz vor Beginn des neuen Jahrtausends am 1. Januar 2000 wurde Netphen offiziell zur Stadt erklärt[8] und hat den Status einer mittleren kreisangehörigen Stadt.

Vom 15. bis zum 17. August 2014 fand die 775-Jahr-Feier von Netphen mit einem stehenden Festzug statt. Es wurden etwa 40.000 Besucher gezählt.

Telefonvorwahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurios ist bis heute, dass es in Netphen mehr als zwei Telefonvorwahlen gibt. Während dem Hauptort die Vorwahl 02738 zugewiesen wurde, sind das Amt Netphen-Deuz und die östlicheren Ortschaften über die Vorwahl 02737 zu erreichen. In einigen Orten werden jedoch Vorwahlen angrenzender Städte verwendet, so sind Dreis-Tiefenbach über 0271 (Siegen), Unglinghausen über 02732 (Kreuztal, seit 1911) und Herzhausen über 02733 (Hilchenbach) zu erreichen. Das angrenzende Wilnsdorf-Flammersbach ist dagegen über die N-Deuzer Vorwahl 02737 zu erreichen, steht aber im Telefonbuch unter Wilnsdorf. Diese Zuordnung wurde von der Post vor der heutigen Gliederung Netphens vorgenommen und hat sich bis heute im Telefonnetz erhalten. Sie liegt hauptsächlich in der Entfernung der Dörfer zu den Vermittlungsstellen begründet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Netphen gesamt gibt es annähernd gleich viel römisch-katholische wie evangelische (reformierte und lutherische) Christen, wobei es zwischen den einzelnen Orten durchaus Unterschiede gibt. In der Stadt bestehen einige Freikirchen: Die Christliche Versammlung Dreis-Tiefenbach, die Freie evangelische Gemeinde Netphen und die Gemeinschaft Deuz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtliche Einwohnerzahlen der Gemeinde bzw. Stadt Netphen seit ihrer Gründung[9]
Jahr Einwohner
1969 19.695
1970 20.435
1971 20.847
1972 20.902
1973 21.353
1974 21.573
1975 21.630
1976 21.649
1977 21.632
1978 21.683
Jahr Einwohner
1979 22.035
1980 22.437
1981 22.414
1982 22.594
1983 22.619
1984 22.498
1985 22.564
1986 22.627
1987 22.048
1988 22.257
Jahr Einwohner
1989 22.758
1990 23.293
1991 23.792
1992 24.146
1993 24.319
1994 24.588
1995 24.897
1996 24.943
1997 25.106
1998 25.027
Jahr Einwohner
1999 25.048
2000 25.034
2001 25.038
2002 25.078
2003 25.117
2004 24.855
2005 24.679
2006 24.568
2007 24.500
2008 24.349
Jahr Einwohner
2009 24.234
2010 24.101
2011 23.961
2012 23.844
2013 23.051

Kernort Netphen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen der Kernstadt:[10]

Jahr Einwohner
Niedernetphen Obernetphen Gesamt
1818 497 336 833
1885[11] 737 404 1141
1895[12] 791 443 1234
1905 934 470 1404
1910[13] 1009 541 1550
1925[14] 1401 732 2133
1933[15] 1447 750 2197
1939[15] 1634 787 2121
Jahr Einwohner
Niedernetphen Obernetphen Gesamt
1950 2108 696 2104
1961[16] 2779 1346 4125
1967 3050 1668 4718
1994[17] 6054
2005 6357
2009 6159
2012 6138
2013 6104

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung Netphens

Die 34 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:

CDU SPD UWG GRÜNE FDP Die Linke Gesamt
2014 15 10 5 2 1 1 34

Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014, mit Nachwahl am 21. September 2014[18]

Hinzu kommt die Stimme des Bürgermeisters Paul Wagener (parteilos).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Erhöht geteilt von Blau und Gold; oben ein von sieben goldenen Schindeln begleiteter, wachsender, rot bewehrter goldener Löwe, unten ein springender, rot gezungter, schwarzer Keiler.

Es handelt sich oben um den nassauischen Löwen. Der springende Eber ist eine Nachbildung des ältesten erhaltenen Siegerländer Gerichtssiegels aus dem Jahr 1467. Es gehörte den „Schöffen tzo Netfe ind Irmgarteichen“. Das Sinnbild des Netpher hat seinen Ursprung im heidnischen Julfest, wo der Eber den Göttern geopfert wurde. Das Recht, das Wappen zu führen, wurde der Stadt Netphen mit Urkunde vom 17. August 1937 vom Oberpräsidenten der Provinz Westfalen verliehen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sagan (Polen), seit 1995

Partnerschaftliche Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum

Seit 1996 existiert im Heimatmuseum ein großer Ausstellungsraum mit Zeugnissen der Vor- und Frühgeschichte. Schwerpunkt ist die traditionelle Wirtschaft des Netpherlandes mit Gerberei, Köhlerei sowie Haubergswirtschaft, Hude und Imkerei. Im selben Gebäude befindet sich auch das Kultur- und Touristikbüro.

Martinikirche

Die evangelische Martinikirche ist eine Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert. Bei einbrechender Dunkelheit und in der Nacht wird der romanische Turm der Kirche beleuchtet. Nach dem durch den am 11. Dezember 1651 in Siegen abgeschlossenen Religionsvergleich wurde die Nutzung der Netphener Martini-Kirche durch die katholische und die evangelische Kirchengemeinde geregelt. Beide Gemeinden erhielten feste Gottesdienstzeiten im Wege des sog. Simultaneum, welches am 11. November 1895 durch Weihe der katholischen Kirche St. Martin zu Ende ging.[24] Die katholische St. Martin-Kirche ist im neogotischen Stil aus unverputztem Feldstein errichtet.

Obernautalsperre

Die Obernautalsperre ist mit 15 Mio. m³ die größte Trinkwassertalsperre des Siegerlands. Ein rund 9,6 km langer Wirtschaftsweg, der komplett um die Talsperre herumführt, lädt zu Wanderungen ein. Sie wird überragt von der Alten Burg (633 m), einer Fliehburg und Kultstätte aus der La-Tène-Zeit um 500 v. Chr. Dort wird jedes Jahr am 31. Dezember ein Volkslauf ausgetragen.

Wasserburg Hainchen

Im Stadtteil Hainchen befindet sich die wiederaufgebaute Wasserburg Hainchen.

Wassermühle Nenkersdorf

Mühle in Nenkersdorf

Die Geschichte der Mühle geht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Sie gehörte bis in das 14. Jahrhundert den Schlossherren von Hainchen. Der damalige Schlossherr schenkte sie dann seinem Pächter. Sie ist seitdem über fünf Generationen im Besitz der Familie Weber. Die im Kreis einzigartige Mühle besitzt ein oberschlächtiges Wasserrad mit drei Mahlwerken, je zwei Walzenstühlen und einem Schrotgang. Alle Mahlwerke und der Aufzug für die Getreidesäcke können über Wasserkraft angetrieben werden.

Kohlenmeiler Walpersdorf

Die Köhlerei zur Herstellung von Holzkohle hat im Siegerland aufgrund der Eisenverhüttung eine lange Tradition. In Walpersdorf befinden sich die einzigen noch betriebenen Kohlenmeiler im Siegerland. Verkohlt wird Holz von Eichen, Birken und Buchen. Aus vier Tonnen Holz wird etwa eine Tonne Holzkohle hergestellt.

Sendeturm Ederkopf

Auch der 161 Meter hohe Betonturm des Senders Ederkopf steht im Stadtgebiet von Netphen.

Kriegerehrenmal Ferner existiert in Netphen ein am 20. Januar 1935 durch den Kaisersohn Prinz August Wilhelm von Preußen eingeweihtes Kriegerehrenmal.[25]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SV Netphen

Der Fußballverein SV Netphen kann auf die längste Tradition im Ort sowie auf sportliche Erfolge im Senioren- und Juniorenfußball zurückblicken.

SV Netphen – Hockeyabteilung

Mit der Hockeyabteilung verfügt der SV Netphen über die einzige sowohl im Feld- als auch Hallenspielbetrieb teilnehmende Hockeymannschaft im Landkreis Siegen-Wittgenstein.

TVE Netphen

Der örtliche Turnverein TVE Netphen ist einer der ältesten und mit über 1600[26] Mitgliedern auch einer der größten Vereine in Netphen.

EHC Netphen ’08

Der EHC Netphen ’08 wurde 2008 als Nachfolger des EC Siegerland und des früheren EHC Netphen gegründet. Die Herren-Mannschaft spielt in der Saison 2011/12 in der dritthöchsten Spielklasse, der Eishockey-Oberliga. Das 1b-Team nimmt am Spielbetrieb der Bezirksliga NRW teil. Heimstätte des Vereins ist der Sportpark Siegerland in Netphen.

Eisflitzer Netphen e. V.

Der einzige Frauen-Eishockey-Verein im Siegerland. Zwischen 1984 und 2014 wurde in Netphen im Fraueneishockey am Ligenspielbetrieb teilgenommen. Die Frauen begannen in der Eishockeyabteilung der TEG Netphen und machten sich 1986 als eigener Verein unter dem Namen Eisflitzer Netphen e. V. selbstständig.

Eissportgemeinschaft Siegerland (EGS) e. V.

Eiskunstlauf- und Eistanz-Verein, der 1983 gegründet wurde. Hier können Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Eislaufen erlernen. Auch der Leistungssport wird gefördert. Mit Saskia Stähler und ihrem Partner Sven Autorsen stellte die EGS 1990 sogar die Deutschen Meister im Eistanzen. Alljährlich finden die bundesweit beliebten Wanderpokale im Eistanzen und Eiskunstlaufen, der Dilldappen-Pokal und der Krönchen-Pokal, statt.

Freizeitpark

Der Freizeitpark mit Tennishalle, Eisstadion und Hallenbad. Die Tennishalle und das Eisstadion wurden im Oktober 1976 fertiggestellt und im 14. Mai 1977 zusammen mit dem Hallenbad eröffnet. Das Freibad folgte kurze Zeit später.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Firmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fa. Walzen Irle GmbH

Die Walzen Irle GmbH ist ein Walzenhersteller. Das Traditionsunternehmen kann auf eine über 180-jährige Firmengeschichte zurückblicken und war das erste Unternehmen in Deutschland, das Hartgußwalzen herstellte. Heute gehört Walzen Irle zur Irle-Gruppe und ist eine hundertprozentige Tochter der Irle-Deuz GmbH.

Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom eröffnete 1997 im Netpher Stadtteil Dreis-Tiefenbach eine Niederlassung. In dem Gebäude waren in den ersten Jahren unter anderem die Technikniederlassung Siegen, Teile der Kundenniederlassung Wuppertal/Hagen sowie ein Call-Center „Technik“ von T-Online untergebracht. Teile des Gebäudes sind derzeit an andere Firmen vermietet; zum Beispiel ist seit Frühjahr 2012 die Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebes Straßenbau in dem Gebäude untergebracht.[27] Das Gebäude wird von der Firma STRABAG verwaltet.

Flender-Flux

Flender-Flux ist ein im Stadtteil Deuz ansässiges Traditionsunternehmen mit einer 250-jährigen Firmengeschichte, dessen Hauptgeschäft die Herstellung von Metall-Dachsystemen ist.

Gerberei Jüngst

Gerberei Jüngst ist ein Familienbetrieb seit 1897.

Produkte und Leistungen der Gerberei: Gerbung von Fellen, Bälgen und Schwarten; Vorarbeiten für Tierpräparationen; Autofelle, Lammfelle und Fellprodukte.

Deuzer Maschinenfabrik Heitze GmbH & Co.

Die Firma begann am 1. Mai 1939 als Kommanditgesellschaft zum Zwecke der Herstellung von Maschinen und Apparaten sowie zum Handel mit denselben unter dem Namen Maschinenfabrik M Heitze, Kommanditgesellschaft unter dem persönlich haftenden Gesellschafter Montagemeister Martin Heitze, dem Ingenieur Edmund Dietrich und dem Geschäftsführer Ernst Zimmermann.

Bis Ende 1939 wurde die erste Werkshalle in einer Größe von 600 m² erstellt und mit drei kleinen Drehmaschinen, einer Bohrmaschine, einer Handschweißanlage und fünf Montagearbeitsplätzen ausgerüstet. Zu einer Maschinenproduktion kam es vor Kriegsbeginn 1939 nicht.

1939 betrug die Belegschaft sechs Personen, sie stieg bis Ende 1945 auf acht an. Es wurden zunächst Holzbearbeitungsmaschinen wie Brennholzschneidemaschinen, Tischlerkreissägen, Holzbohrmaschinen und Blockbandsägen gebaut. Diese Fertigung wurde 1945, nachdem über 200 Maschinen fertiggestellt waren, eingestellt.

Auf Grund der Verbindung von Herrn Honig, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Konstrukteur und später als Teilhaber in die Firma eintrat, mit seinem früheren Arbeitgeber Fa. Waldrich in Siegen wurde Ende 1945 in Zusammenarbeit mit der Firma Eugen Waldrich, Bad Godesberg, mit der Herstellung von Flachglasbearbeitungsmaschinen begonnen.

Das Programm wurde festgelegt auf Gelenkarmpoliermaschinen, kombinierte Schleif- und Poliermaschinen, Horizontalschleifmaschinen, Glasbohrmaschinen und Rillenschleifmaschinen. Die Fertigung ist etwa 1965 nach der Erfüllung des Nachholbedarfs der Glasindustrie langsam eingestellt worden.

Bombardier Transportation

In Dreis-Tiefenbach liegt ein Werk von Bombardier Transportation, in dem Drehgestelle gefertigt werden. Es handelt sich dabei um die ehemalige SEAG Waggonbau, später Waggon Union.

Eisen- und Blechwarenwerke Siegerland In Netphen liegt das Werk, das Behälter und Apparate herstellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Benzin-Omnibus Landauer

Das Stadtgebiet ist hauptsächlich über die B 62, die es von Südwesten nach Nordosten durchschneidet, zu erreichen. Ab dem Stadtteil Dreis-Tiefenbach besteht ein Anschluss an die Stadtautobahn Siegen.

Für den Güterverkehr existierte noch die Kleinbahn Weidenau–Deuz, die in früheren Jahren von Irmgarteichen nach Siegen-Weidenau verlief. Die Eisenbahnstrecke wurde 2004 stillgelegt. Es wird nunmehr lediglich ein Werksverkehr zwischen den Werken von Walzen Irle durchgeführt. Ansonsten wird der Öffentliche Personennahverkehr durch Linienbusse der VGWS abgewickelt. Über das Stadtgebiet verläuft im Nordosten ein kurzes Stück der Bahnstrecke Kreuztal–Cölbe, jedoch ohne einen Haltepunkt.

Nach Netphen führte die von der Netphener Omnibusgesellschaft am 18. März 1895 eröffnete erste Omnibuslinie der Welt mit einem benzinbetriebenen Omnibus. An den internationalen Luftverkehr ist der Ort über den Siegerlandflughafen in der Gemeinde Burbach südwestlich von Netphen angeschlossen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 wurde die Stiftung Gut für Netphen als Treuhandstiftung der Siegener Sparkassenstiftung gegründet. Deren Vorstand wird vom Rat der Stadt Netphen bestellt. Sie möchte insbesondere Projekte zur Integration fördern.[28]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Baales, Ingrid Koch: Letzte Jäger und Sammler Südwestfalens – das Spätmesolithikum von Netphen. In: Archäologie in Westfalen-Lippe (2009), S. 27–30.
  • Katholische und Evangelische Kirchengemeinden (Hg.): 750 Jahre Kirche in Netphen, Netphen 1989.
  • Frank Thomas: Der mesolithische Oberflächenfundplatz auf dem Wittig bei Netphen, Kreis Siegen-Wittgenstein. In: Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe, 4/1986 (1987), S. 1–32.
  • Alexander Wollschläger: Netphen. Bilder einer neuen Stadt, Netphen 2000, ISBN 3-923483-34-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Täglich aktualisierte Hitliste der kältesten Orte Deutschlands
  3. http://www.dreis-tiefenbach-wetter.de/html/daten_archiv.html
  4. Karte Fürstentum Nassau-Siegen: Urkundliche Zeugnisse der Besiedlung bis 1500
  5. Zurückgeblättert..., Siegener Zeitung vom 30. Juli 2011, S. 43
  6. Adolf Müller: Meilensteine aus der Siegerländer Vergangenheit. In: Siegerländer Heimatkalender 1966, S. 98
  7. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 71.
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2000
  9. Landesdatenbank NRW
  10. Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968
  11. Westfälisches Gemeindelexikon 1887, S. 110–111
  12. Westfälisches Gemeindelexikon 1897, S. 112–115
  13. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Siegen
  14. genealogy.net: Amt Netphen
  15. a b verwaltungsgeschichte.de: Stadt und Landkreis Siegen
  16. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 229 und 232.
  17. Bernhard Oltersdorf: Netphen (PDF; 9,0 MB), ca. 1995
  18. Ratswahl - Sitzverteilung, abgerufen am 25. März 2016
  19. Nachruf auf Gerhard Zimmermann, www.derwesten.de vom März 2009
  20. Mit dem Wachsen Netphens verbunden auf derwesten.de vom 6. März 2009, abgerufen am 16. März 2016
  21. Siegerländer Chronik vom 1. September 1989 bis 31. August 1990. In: Siegerländer Heimatkalender 1991, S. 173–174, 66. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., Verlag für Heimatliteratur
  22. Rüdiger Bartsch auf der Zielgeraden, www.derwesten.de vom 16. April 2008, abgerufen am 15. Juli 2011
  23. Lebenslauf Bürgermeister Wagener auf der Internetpräsenz der Stadt Netphen
  24. Heinz Stötzel: Der Siegener Religionsvergleich
  25. Zurückgeblättert..., Siegener Zeitung vom 29. Januar 2011
  26. Wir über uns des TVE Netphen mit Angabe der Mitgliederzahl
  27. Pressemitteilung des Landesbetriebs Straßenbau vom 27. Februar 2013, abgerufen am 8. Juni 2013
  28. http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/nachrichten-aus-siegen-kreuztal-netphen-hilchenbach-und-freudenberg/gut-fuer-netphen-hat-geld-aimp-id10112275.html?service=mobile

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Netphen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Netphen – Reiseführer