Katholisches Krankenhaus im Siebengebirge

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CURA Kath. Krankenhaus im Siebengebirge
Trägerschaft Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO)
Ort Bad Honnef
Koordinaten 50° 38′ 51″ N, 7° 13′ 34″ OKoordinaten: 50° 38′ 51″ N, 7° 13′ 34″ O
Betten 218 Planbetten
Mitarbeiter ca. 450 (2011)
Fachgebiete 6
Gründung 1888
Website http://www.cura.org/
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Katholisches Krankenhaus im Siebengebirge, Haupteingang (2014)
Katholisches Krankenhaus im Siebengebirge, Ursprungsgebäude von 1886–88 (2014)
Krankenpflegestation der Armen Dienstmägde Jesu Christi im ehemaligen Siegburger Hof an der Rommersdorfer Straße

Das Katholische Krankenhaus im Siebengebirge (ehemals St.-Johannes-Krankenhaus) ist ein Allgemeinkrankenhaus in Bad Honnef, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Krankenhaus liegt im Stadtzentrum an der Schülgenstraße (Hausnummer 15) auf etwa 75 m ü. NHN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger des heutigen Krankenhauses war eine „Klösterchen“, nach einer Stifterin auch „Kempscher Hof“ genannte Krankenpflegestation, die ab November 1857 von der Ordensgemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi nebst einer Kinderbewahranstalt und Nähschule am Standort der neuen Ordensfiliale Honnef im ehemaligen „Siegburger Hof“ der Abtei Michaelsberg an der Rommersdorfer Straße[2][3] aufgebaut wurde. Von 1868 bis 1873 kamen Spenden wohlhabender Bürger, darunter der Familien Schülgen, Kemp, Schaaffhausen und Bredt zusammen, die den Bau eines eigenen Krankenhauses ermöglichen sollten. Die Geschwister Elise und Philomene Schülgen († 1867 und 1868[4]) setzten ihre Brüder als Universalerben ein unter der Bedingung, den Neubau mit einem Kapital von 55.000 Talern und einem Grundstück von etwa drei Morgen[4] zu finanzieren. Diese Pläne konnten erst nach Beendigung des Kulturkampfs umgesetzt werden. Die katholische Kirchengemeinde St. Johann Baptist trat die Stiftung der Geschwister Schülgen, die auf Genehmigung Wilhelm I. vom 27. September 1885[4] hin durch den Kölner Kaufmann Franz Schülgen († 1907)[5] in Form eines Grundstücks von 80,74 Ar und eines Kapitals von 120.000 Mark geleistet wurde[6], an und wurde Trägerin des neuen Krankenhauses. Es entstand ab dem Frühjahr 1886[4] in neogotischen Formen nach einem Entwurf des Kölner Architekten August Carl Lange (1834–1883)[7], der in Honnef auch für den Bau der Rommersdorfer Annakapelle verantwortlich zeichnete, und wurde nach den Namen der Hauptstifterinnen in „Elise-Philomene-Stift“ benannt. Beim Bau wurden Fundamente der mittelalterlichen Kapelle Domus Dei freigelegt.[8] Die Einweihung des Krankenhauses erfolgte am 15. Oktober 1888.[4] Die Leitung übernahmen erneut die Armen Dienstmägde Jesu Christi.[9]

1901 wurde das Krankenhaus um ein Isolierhaus für ansteckende Krankheiten erweitert.[6] Im Ersten Weltkrieg diente es bereits ab dem ersten Kriegsmonat als Lazarett.[10] 1926 erfuhr das Krankenhaus eine erneute Erweiterung durch die Stadt Honnef bei Kosten von 110.000 Reichsmark. 1949 erhielt es den Namen „St. Johannes-Krankenhaus“.[11] 1961 kündigte der Krankenhausträger aufgrund des zunehmenden Mangels an Ordensschwestern den Gestellungsvertrag mit den Armen Dienstmägden Jesu Christi, die 1963 ihre Tätigkeit in Bad Honnef aufgaben.[9] Von 1964 bis 1968 wurde die Einrichtung um ein neues Bettenhaus und einen Behandlungstrakt für etwa 8,5 Mio. D-Mark erweitert, überwiegend aus Mitteln des Landes und des Erzbistums Köln. Zum 1. Januar 1980 schloss sich das St. Johannes-Krankenhaus mit dem St.-Josef-Krankenhaus der Pfarrei St. Remigius in Königswinter zum „Katholischen Krankenhaus im Siebengebirge“ in Trägerschaft des im Jahr zuvor begründeten „Katholischen Krankenhaus-Zweckverbands im Siebengebirge“[12] zusammen. Dabei wurden in Bad Honnef die operativen Abteilungen und in Königswinter die Abteilungen der Inneren Medizin einschließlich der Geriatrie konzentriert.[9][13][14]

2005 übertrug der katholische Zweckverband den Betrieb beider Krankenhausbetriebsstätten auf die „CURA Kath. Einrichtungen im Siebengebirge gGmbH“, der außerdem noch mehrere Altenheime und Kindergärten angehören, und die Gesellschaftsanteile mehrheitlich auf die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO).[9] Zugleich wurden nach Bewilligung eines Zuschusses durch das Land Nordrhein-Westfalen Ende 2005 die Planungen für eine bereits 1998/99[15] beschlossene Zusammenlegung der Betriebsstätten in Bad Honnef und Königswinter am zu erweiternden Standort Bad Honnef aufgenommen. Im März 2008 begannen die Bauarbeiten, im Zuge derer nach Abriss der Krankenhauskapelle und der Cafeteria ein viergeschossiges Ärztehaus mit Küche im Erdgeschoss und ein neues Bettenhaus (62 Betten) entstanden sowie der Eingangsbereich erweitert und mit einer neuen Krankenwagenzufahrt ausgestattet wurde.[16][17] Bereits Anfang 2010 waren der neue Bettentrakt[11] und das neue Ärztehaus,[18] in das fünf Arztpraxen einzogen, fertiggestellt. Anschließend wurde der Altbau modernisiert und minimal erweitert. Der Umzug der bisher in Königswinter angesiedelten Abteilungen erfolgte nach Fertigstellung des Umbaus im Juni 2011 und war mit dem Abbau von 44 Arbeitsplätzen bzw. 30 Vollzeitstellen verbunden. Die Zusammenlegung nahm Kosten in Höhe von 22 Millionen Euro in Anspruch, von denen das Land NRW etwa 10 Millionen Euro übernahm.[19][20][21] Ein neuer Andachtsraum wurde Anfang 2012 eingeweiht.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alte des Landes Nordrhein-Westfalen: Krankenhausplan NRW 2015
  2. Karl Günter Werber: Bad Honnef: Zeitsprünge. Sutton Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-560-6, S. 51.
  3. Karl Günter Werber: Alt Honnefer Bilderbuch. Dritte, stark erweiterte Auflage, Verlag der Buchhandlung Karl Werber, Bad Honnef 1983, S. 116.
  4. a b c d e Heimat- und Geschichtsverein Rhöndorf (Hrsg.); August Haag: Bilder aus der Vergangenheit von Honnef und Rhöndorf. Gesamtherstellung J. P. Bachem, Köln 1954, S. 97/98.
  5. Hubert Wüsten: Die katholische Gemeinde Honnef in den letzten hundert Jahren. In: August Haag (Hrsg.): Bad Honnef am Rhein. Beiträge zur Geschichte unserer Heimatgemeinde anläßlich ihrer Stadterhebung vor 100 Jahren. Verlag der Honnefer Volkszeitung, Bad Honnef 1962, S. 151–165 (hier: S. 158).
  6. a b J[ohann] J[oseph] Brungs: Die Stadt Honnef und ihre Geschichte. Verlag des St. Sebastianus-Schützenvereins, Honnef 1925, S. 270/271 (Neudruck 1978 durch Löwenburg-Verlag, Bad Honnef).
  7. Karl Günter Werber: Die Perle unter den Kapellen. In: Horizont. Zeitung für den katholischen Kirchengemeindeverband Bad Honnef, Ausgabe 22, Dezember 2010, S. 8/9.
  8. Karl Günter Werber: Archivbilder Bad Honnef. Sutton Verlag, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-718-6, S. 106.
  9. a b c d 125 Jahre Katholisches Krankenhaus Bad Honnef, Neue Bad Honnefer Zeitung, 26. November 2013
  10. Heimat- und Geschichtsverein Rhöndorf (Hrsg.); August Haag: Bilder aus der Vergangenheit von Honnef und Rhöndorf. Gesamtherstellung J. P. Bachem, Köln 1954, S. 116.
  11. a b Umbau des Bad Honnefer Krankenhauses schreitet voran, General-Anzeiger, 13. Januar 2010
  12. Archiv für katholisches Kirchenrecht, Band 165, Verlag Kirchheim, 1996, S. 213.
  13. Unser Krankenhaus: Die Geschichte. Teil 1, Die Bad Honnefer Wochenzeitung, 22. Februar 2013
  14. Heinz Willi Fleischhacker: Unser Krankenhaus: Die Geschichte. Teil 2, Die Bad Honnefer Wochenzeitung, 8. März 2013
  15. a b „Sonst wären beide Standorte heute platt“, Rhein-Sieg-Rundschau, 11. Januar 2012
  16. 17,4 Millionen Euro werden ins Honnefer Krankenhaus investiert, General-Anzeiger, 17. Februar 2008
  17. Ein fast neues Krankenhaus in Bad Honnef, General-Anzeiger, 14. März 2008
  18. Ein echter Gewinn für Patienten (Memento vom 23. Februar 2014 im Internet Archive), Die Bad Honnefer Wochenzeitung, 4. Juni 2010
  19. Krankenhaus-Zusammenlegung in Bad Honnef kostet Jobs, General-Anzeiger, 26. Februar 2010
  20. Das Krankenhaus in Bad Honnef wächst und wächst, General-Anzeiger, 28. Juli 2009
  21. Eine Klinik zieht um, General-Anzeiger, 17. Mai 2011