Rhein-Sieg-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Rhein-Sieg-Kreises Deutschlandkarte, Position des Rhein-Sieg-Kreises hervorgehobenKoordinaten: 50° 48′ N, 7° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Siegburg
Fläche: 1.153,2 km²
Einwohner: 596.213 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 517 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SU
Kreisschlüssel: 05 3 82
Kreisgliederung: 19 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Kaiser-Wilhelm-Platz 1
53721 Siegburg
Webpräsenz: www.rhein-sieg-kreis.de
Landrat: Sebastian Schuster (CDU)
Lage des Rhein-Sieg-Kreises in Nordrhein-Westfalen
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Über dieses Bild
Das Siegtal

Der Rhein-Sieg-Kreis ist eine Gebietskörperschaft in der Rechtsform eines Landkreises im Süden des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit seinen 596.213 Einwohnern (31. Dezember 2015)[2] ist er bevölkerungsmäßig nach der Region Hannover und dem Kreis Recklinghausen der drittgrößte Landkreis Deutschlands. Er umgibt die kreisfreie Bundesstadt Bonn fast vollständig und bildet mit ihr zusammen die Region Bonn/Rhein-Sieg. Zudem gehört der Rhein-Sieg-Kreis zur Region Köln/Bonn. Der Kreis wird vom Rhein geteilt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2015[3])

Städte

  1. Bad Honnef, Mittlere kreisangehörige Stadt (25.654)
  2. Bornheim, Mittlere kreisangehörige Stadt (47.636)
  3. Hennef (Sieg), Mittlere kreisangehörige Stadt (46.902)
  4. Königswinter, Mittlere kreisangehörige Stadt (40.702)
  5. Lohmar, Mittlere kreisangehörige Stadt (30.348)
  6. Meckenheim, Mittlere kreisangehörige Stadt (24.357)
  7. Niederkassel, Mittlere kreisangehörige Stadt (37.583)
  8. Rheinbach, Mittlere kreisangehörige Stadt (27.224)
  9. Sankt Augustin, Mittlere kreisangehörige Stadt (55.709)
  10. Siegburg, Mittlere kreisangehörige Stadt (Kreisstadt) (41.016)
  11. Troisdorf, Große kreisangehörige Stadt (74.400)

Gemeinden

  1. Alfter (23.435)
  2. Eitorf (18.864)
  3. Much (14.468)
  4. Neunkirchen-Seelscheid (19.862)
  5. Ruppichteroth (10.461)
  6. Swisttal (18.204)
  7. Wachtberg (20.457)
  8. Windeck (18.931)
Bad Honnef Königswinter Hennef (Sieg) Eitorf Windeck Ruppichteroth Much Neunkirchen-Seelscheid Lohmar Siegburg Sankt Augustin Troisdorf Niederkassel Bornheim (Rheinland) Alfter Swisttal Rheinbach Meckenheim (Rheinland) Wachtberg Rheinland-Pfalz Bonn Köln
Städte und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises

Nachbarkreise/-städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rhein-Sieg-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die kreisfreie Stadt Köln, den Rheinisch-Bergischen und an den Oberbergischen Kreis (alle in Nordrhein-Westfalen), an die Landkreise Altenkirchen (Westerwald), Neuwied und Ahrweiler (alle in Rheinland-Pfalz) sowie an den Kreis Euskirchen und den Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Bundesstadt Bonn wird fast vollständig vom Kreisgebiet umschlossen und grenzt im äußersten Süden an Rheinland-Pfalz.

Räumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weinbaugebiet im Siebengebirge, das nördlichste der alten Bundesländer
Bachlauf in Eitorf, das Ottersbachtal
Der „Aalschokker Aranka“ auf dem Rhein zwischen Bad Honnef und Insel Grafenwerth mit Blick zum Drachenfels (Siebengebirge)

Der Rhein-Sieg-Kreis ist aus topographischer Sicht äußerst differenziert. Grund hierfür ist die Lage zwischen dem Rheinischen Schiefergebirge und der Köln-Bonner Bucht. Geprägt ist der Rhein-Sieg-Kreis daher auf der einen Seite von einer Mittelgebirgslandschaft (Siebengebirge, Drachenfelser Ländchen, Voreifel, Nutscheid, Leuscheid) und auf der anderen Seite von weiten flacheren Gebieten nahe den Flüssen Rhein und Sieg. Höchster Berg im Rhein-Sieg-Kreis ist der zum Siebengebirge gehörende Große Ölberg mit 460 Metern, der mit 43 Metern tiefste Punkt des Kreises findet sich im Niederkasseler Ortsteil Lülsdorf am Rhein. Auffällig aus topographischer Sicht sind die verschiedenen „Terrassen“ des Rheins, die im Laufe der Jahrmillionen in die Landschaft geschnitten wurden.

Die naturräumliche Gestalt schwankt zwischen Wiesen, Mischwäldern und Agrar- beziehungsweise Weideflächen. Die Waldfläche nimmt fast 29 % des Kreisgebietes ein, die landwirtschaftliche Nutzfläche fast 43 %. Dem steht eine Siedlungsfläche von gut 25 % gegenüber. Weitere knapp 2 % der Kreisfläche sind Wasserfläche. Ebenso vielfältig ist die sozioökonomische Struktur des Rhein-Sieg-Kreises. Nahe den Großstädten Bonn und Köln hat die Suburbanisierung die Städte wie z. B. Sankt Augustin stark anwachsen lassen und diese urbaner geprägt. Dagegen herrscht in den weiter entfernten Gemeinden wie z. B. Much eher noch „ländliche Idylle“ vor und die Gemeindestruktur ist eher ländlich.

Naturparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Rhein-Sieg-Kreis ragen die Naturparke Bergisches Land, Rheinland und Siebengebirge. Mit 551, 334 und 38 Quadratkilometern Fläche im Kreis (gesamt 921 km²) sind somit 32,4 % des Kreises Teil eines Naturparks. 2005 standen zudem 9,3 % der Kreisfläche unter Naturschutz und 55,5 % unter Landschaftsschutz. Seit dem 1. Dezember 2010 beteiligt sich der Rhein-Sieg-Kreis unter dem Projektnamen „chance7 – wir fördern Heimat“[4] an dem Bundesförderprogramm chance.natur: „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“, das mit Bundes-, Landes- und Kreismitteln gefördert wird. Dabei sollen auf einer Fläche von 12.000 Hektar Biotopverbundsysteme geschaffen werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und ein Fördervolumen von 12,5 Millionen Euro.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die thüringische Burgruine Windeck, eine der vielen Burgen im Rhein-Sieg-Kreis
Im September blüht in der Wahner Heide die Besenheide.

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Durch die Römer wurde Gallien erobert und der linksseitige Rhein gegen die freien Germanen rechts des Rheins befestigt. Hierbei entstand neben anderen die römische Garnisonstadt Bonn. Während die hiesigen Sugambrer durch römische Vorstöße vernichtend geschlagen wurden, siedelten sich andere germanische Stämme wie die Ubier später friedlich links des Rheines an und bekamen gegen Wehrdienste Land zugewiesen. Während der Römischen Kaiserzeit gehörte der heutige linksrheinische Teil des Rhein-Sieg-Kreises zur römischen Provinz Niedergermanien, während der rechtsrheinische Teil zum Gebiet des „freien Germaniens“ gehörte.
  • Im 5. Jahrhundert wurden die Römer durch die Franken verdrängt. In dieser Zeit begann die Besiedlung des heutigen Kreisgebietes, später erfolgten die ersten Dorfgründungen und die Christianisierung.
  • Im Mittelalter gehörte das heutige Kreisgebiet zunächst zum Bonngau und zum Auelgau, später zu verschiedenen Herrschaften. Linksrheinisch war das im Wesentlichen das Erzstift Köln, rechtsrheinisch die Grafen von Sayn mit den Burgen Löwenburg, Blankenberg und Windeck und vor allem die Herzöge von Berg. Daneben gab es noch zahlreiche Freiheiten für Klöster oder Freiherren, die in den einzelnen Kommunen näher erläutert sind.
  • Ab 1794 wurde das linksrheinische Gebiet von Frankreich besetzt, von 1798 an gehörte der linksrheinische Teil des heutigen Kreises zum Rhein-Mosel-Département. Unter französischer Verwaltung wurden am 12. Dezember 1808 die Leibeigenschaft und am 11. Januar 1811 das Lehenswesen abgeschafft. Neben der Neueinteilung von Verwaltungsgebieten Kantone und Mairien kam es auch zur Einführung der Hausnummern und der bürgerlichen Personenstandsregister (1798 linksrheinisch, 1810 rechtsrheinisch).[6] Der rechtsrheinische Teil gehörte von 1806 an zum Großherzogtum Berg.

1815–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Rahmen der ersten Phase der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen wurde zum 1. August 1969 der bisherige Siegkreis um die neu geschaffenen Kommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg aus dem ehemaligen Landkreis Bonn erweitert und in Rhein-Sieg-Kreis umbenannt. Der bisherige Landkreis Bonn wurde aufgelöst. Ein Teil dessen wurde mit anderen Kommunen zur neuen Stadt Bonn vereinigt, der Rest – wie beschrieben – in den Rhein-Sieg-Kreis eingegliedert. Nach dem Gesetzeswortlaut sollte die Reform bereits zum 1. Juli 1969 in Kraft treten. Bedingt durch eine Eilentscheidung des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofs in Münster (geklagt hatten der Landkreis Bonn, die Städte Beuel und Bad Godesberg, sowie die Gemeinden Uckerath, Wahlscheid, Oberkassel, Oberpleis, Stieldorf, Duisdorf, Lengsdorf und Witterschlick) verschob sich der Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens auf den 1. August 1969.[7]
  • Im Rahmen der zweiten Phase der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen (Vorarbeiten zum späteren „Köln-Gesetz“) wurde u. a. eine Zuordnung der Kommunen Alfter, Meckenheim, Swisttal und Wachtberg zur Stadt Bonn und eine Eingliederung der Stadt Rheinbach in den Kreis Euskirchen diskutiert. Die Stadt Bornheim sollte zwischen Köln und Bonn aufgeteilt werden (etwa Roisdorf zu Bonn und Sechtem bzw. Walberberg zu Köln). Dieses Vorhaben konnte jedoch bereits im Anhörungsverfahren sowohl durch den Rhein-Sieg-Kreis, als auch durch die betroffenen Städte und Gemeinden verhindert werden.[8]
  • 1974–1978: Abriss des ehemaligen Landratsamtes am Kaiser-Wilhelm-Platz in Siegburg und Bau des heutigen Kreishauses an gleicher Stelle.
  • 1991: Bonn-Berlin-Beschluss des Deutschen Bundestages: Die Umzugsentscheidung des Bundestages nach Berlin hat beachtliche Auswirkungen auf den Rhein-Sieg-Kreis, da u. a. viele Kommunen neben Bonn sogenannte Hauptstadtfunktionen (beispielsweise Sitz von Botschaften und anderen Behörden) wahrnehmen.
  • 1994: Bonn-Berlin-Gesetz tritt in Kraft. Dadurch wird eine Arbeitsteilung zwischen Berlin und der Region Bonn/Rhein-Sieg-Ahrweiler mit Ausgleichregelungen für den Hauptstadtverlust festgeschrieben.
  • Mitte der 1990er Jahre: Bau und Errichtung der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Rheinbach und Sankt Augustin.
  • Ende der 1990er Jahre: Bau der ICE-Strecke Köln–Frankfurt sowie des neuen ICE-Bahnhofes Siegburg/Bonn.
  • 1999: Umzug des Deutschen Bundestages (nach der Sommerpause) nach Berlin.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[9]
1970 376.800
1975 435.027
1980 463.537
1985 479.330
1990 504.274
1995 546.670
2000 576.993
2005 597.857
2010 598.736

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreisgebiet ist von Alters her katholisch, der angrenzende Süden mit der früheren Grafschaft Sayn evangelisch. Durch die preußische Übernahme des Herzogtums Berg kamen preussische, also evangelische Verwaltungsbeamte ins Gebiet, nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch viele protestantische ostdeutsche Flüchtlinge. Mit den Gastarbeitern kamen auch Muslime, griechisch-orthodoxe und durch osteuropäische Aussiedler russisch-orthodoxe Gläubige in größerer Anzahl in das Kreisgebiet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreishaus am Kaiser-Wilhelm-Platz in Siegburg

Für die Bundestagswahlen ist der Rhein-Sieg-Kreis in die Wahlkreise 097 und 098 aufgeteilt, direkt gewählte Abgeordnete aus diesen sind derzeit Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU) und Norbert Röttgen (CDU). Über die Landeslisten sind Sebastian Hartmann (SPD) und Alexander Neu (Die Linke) seit 2013 Mitglied des Bundestages.

Für die Landtagswahlen Nordrhein-Westfalens ist der Rhein-Sieg-Kreis in folgende vier Wahlkreise eingeteilt:

(Ehrenamtliche) Landräte (zur Zeit der „Doppelspitze“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine Gesetzesänderung der britischen Militärregierung wurde das bisherige Amt des Landrats geteilt in das Amt des Oberkreisdirektors (als Hauptverwaltungsbeamten und damit Verwaltungschef) einerseits und das Amt eines gleichsam politischen (ehrenamtlichen) Landrates als Vorsitzender des Kreistages andererseits (sogenannte Doppelspitze). Sowohl der Oberkreisdirektor als auch der Landrat wurden vom Kreistag gewählt. Erst 1994 wurde die Doppelspitze durch eine Gesetzesänderung des nordrhein-westfälischen Landtages abgeschafft. Allerdings sah die Novelle eine Übergangszeit bis 1999 vor. Der Rhein-Sieg-Kreis machte von der entsprechenden Übergangsregelung jedoch keinen Gebrauch, sodass die Doppelspitze dort erst 1999 auslief.

Oberkreisdirektoren (Hauptverwaltungsbeamte zur Zeit der „Doppelspitze“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Oktober 1999 gibt es – wie vor 1946 – im (Rhein-)Sieg-Kreis keine sogenannte „Doppelspitze“ mehr. Das Amt des Oberkreisdirektors ist abgeschafft. Der Landrat ist nicht mehr ehrenamtlich, sondern hauptamtlich tätig. Außerdem wird er von den Einwohnern und nicht mehr vom Kreistag gewählt.

Landräte (als Hauptverwaltungsbeamte)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreisdirektoren (allgemeine Vertreter des Hauptverwaltungsbeamten)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1969–1977 Norbert Bestgen
  • 1977–1983 Walter Kiwit
  • 1983–1991 Günter Brahm
  • 1991–2007 Monika Lohr
  • seit dem 1. Oktober 2007 Annerose Heinze (CDU)

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Kreistages des Rhein-Sieg-Kreises 2014
Wahlbeteiligung: 56,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,10
26,58
12,75
5,86
3,72
3,47
1,72
1,65
2,16
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,93
+3,94
-0,86
-6,91
+0,65
+3,47
+1,72
-0,18
-0,89
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Der Kreistag ist die kommunale Volksvertretung des Rhein-Sieg-Kreises. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[10]

Mit Stand vom September 2014 besteht im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen:

CDU SPD Grüne FDP Linke AfD fraktionslos Gesamt
34 21 10 5 3 3 4 80

Fraktionslose Parteien mit jeweils einem Sitz: Piraten, FUW‑Freie Wähler, Volksabstimmung und NPD.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge des Rhein-Sieg-Kreises

Der Rhein-Sieg-Kreis führt laut Hauptsatzung ein Wappen, ein Dienstsiegel und eine Flagge.[11]

Wappen des Rhein-Sieg-Kreises
Wappenbeschreibung:

„In silbernem Schild ein blaugekrönten und blaubewehrter, zweigeschwänzter roter Löwe, der sich mit der linken Pranke auf einen silbernen Schild mit schwarzem Balkenkreuz stützt, mit der rechten ein goldenes Flammenschwert über seinem Haupte schwingt.“

Wappenbegründung:

Das Wappentier ist der Bergische Löwe, womit auf die ehemalige Zugehörigkeit des rechtsrheinischen Kreisgebietes zum Herzogtum Berg verwiesen wird. Das Kurkölnische Kreuz im silbernen Schild weist auf die ehemals zu Kurköln gehörigen Gebiete des Kreises hin. Das Schwert stellt das Flammenschwert des Erzengels Michael dar, womit die Abtei Michaelsberg in Siegburg symbolisiert wird.[12] Das Wappen wurde am 26. Mai 1955 vom Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen.[11]

Verwaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreispolizeibehörde des Rhein-Sieg-Kreises ist für die rechtsrheinischen Kommunen bis auf Königswinter und Bad Honnef zuständig. Diese und die linksrheinischen Kommunen fallen in die Zuständigkeit des Polizeipräsidiums Bonn. Weitere Zuständigkeiten liegen bei der Autobahnpolizei des Polizeipräsidiums Köln und der Bundespolizei im Bereich der Bahngelände. Die obere Gerichtsbarkeit liegt beim Landgericht Bonn mit den Amtsgerichten Bonn, Königswinter, Rheinbach, Siegburg und Waldbröl für das Kreisgebiet.

Regionale Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bonn und dem Landkreis Ahrweiler kooperiert der Rhein-Sieg-Kreis im Regionalen Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler. Darüber hinaus zählt der Rhein-Sieg-Kreis zur Region Köln/Bonn, einem regionalen Zusammenschluss in Form eines eingetragenen Vereins.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sea Life Center Königswinter

Nachdem die Region in den 1980er-Jahren weit überdurchschnittlich gewachsen war, wurden aufgrund des Regierungsumzuges nach Berlin wirtschaftliche Einbußen befürchtet. Es stellte sich heraus, dass der Rhein-Sieg-Kreis als Wirtschaftsregion mit der heutigen Bundesstadt Bonn zusammen durch seine gute Verkehrsinfrastruktur den Strukturwandel erfolgreich bewältigt. Seit der Gründung 1969 gibt es beständig hohe Zuwachsraten bei Arbeitsplätzen und Unternehmen. Durch das hohe Fachkräftepotenzial sind viele Neugründungen und Expansionen der Wirtschaft, vornehmlich im Dienstleistungs- und Informationstechnologiebereich, zu verzeichnen.

Diese Entwicklung zeigt sich auch an der Entwicklung der Einwohnerzahlen: 2006 gab es mit ungefähr 600.000 Einwohnern ca. 100.000 mehr als 1990. Nahezu 140.000 Einwohner des Rhein-Sieg-Kreises pendeln zur Arbeit, die meisten davon nach Bonn (41.000) und Köln (27.000).

Der Rhein-Sieg-Kreis weist einen überdurchschnittlichen Kaufkraftindex in Höhe von 107,1 Prozent des Bundesdurchschnitts (100 Prozent) für das Jahr 2015 auf und liegt somit gleichauf wie die Bundesstadt Bonn. Von den 19 Kommunen im Kreis weisen lediglich vier einen unterdurchschnittlichen Kaufkraftindex (jeweils unter 100 Prozent) auf. Zu den kaufkräftigsten Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis zählen Bad Honnef (127,2 Prozent), Wachtberg (126,7), Königswinter (117,1), Meckenheim (113,9) und Lohmar (112,4 Prozent).[13]

Die wichtigsten Einkaufszentren des Kreises sind der HUMA Einkaufspark in Sankt Augustin und das Kaufland in Troisdorf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn in Siegburg
Flugplatz Hangelar

Verkehrstechnisch ist der Kreis aufgrund seiner Lage zwischen Köln und Bonn gut erschlossen. Lediglich der östliche Teil des Kreises bildet hier eine Ausnahme, da dieser sich zwischen Bergischem Land und Westerwald befindet. Durch das Kreisgebiet führen die Autobahnen

Insgesamt existierten 2005 an Straßen des überörtlichen Verkehrs im Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises ca. 80 km Bundesautobahnen, ca. 145 km Bundesstraßen, ca. 520 km Landesstraßen und ca. 260 km kreiseigene Straßen. Es waren über 420.000 Kraftfahrzeuge zugelassen.

Der Kreis ist auch an Strecken der Deutschen Bahn gut angeschlossen:

Durch die Siegstrecke ist auch der östliche Teil des Kreises weitgehend erschlossen.

Dazu kommen noch Stadtbahnstrecken von Siegburg über Sankt Augustin und von Bad Honnef über Königswinter nach Bonn, die von der Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH in relativ dichtem Takt betrieben werden. Wichtigste Linie stellt die Stadtbahnlinie 66 dar, die alle oben genannten Städte miteinander verbindet.[14]

Der Rhein-Sieg-Kreis gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS).

Der viertgrößte deutsche Flughafen Köln/Bonn liegt teilweise auf Kreisgebiet. Die Straßenanbindung ist über die A 59 und die Schienenanbindung über die Flughafenschleife gewährleistet. Daneben gibt es den Verkehrslandeplatz Bonn/Hangelar (Sankt Augustin) und das Segelfluggelände Eudenbach (Bad Honnef/Königswinter).

Der Rhein als schiffbare Wasserstraße hat im Kreis eine Länge von 20,0 Kilometern, ein Yachthafen liegt in Niederkassel-Mondorf.

Hochschulen und Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rhein-Sieg-Kreis befinden sich die

Insgesamt wurden 2014 hier rund 14.000 Studenten gezählt.

Das Schullandheim des Rhein-Sieg-Kreises in Gemünd (Schleiden) wurde zum 31. Dezember 2015 geschlossen.[15]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodenrichtwert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baulandpreise im Kreis für Wohnbebauung variieren stark zwischen der städtischen Zone und den Landgemeinden. In Siegburg sind Preise zwischen 185 und 320 Euro je Quadratmeter zu zahlen, in Windeck zwischen 28 und 55 Euro. Die gebietstypischen Werte wurden zum Stichtag 1. Januar 2015 in folgender Höhe beschlossen:[16]

Kommune Gebietstypische Bodenrichtwerte in Euro pro Quadratmeter
Gute Lage Mittlere Lage Einfache Lage
Alfter 250 235 160
Bad Honnef 320 260 115
Bornheim 260 235 175
Eitorf 155 100 55
Hennef (Sieg) 270 150 70
Königswinter 235 190 110
Lohmar 190 170 100
Meckenheim 240 195 135
Much 135 90 44
Neunkirchen-Seelscheid 170 125 100
Niederkassel 290 260 210
Rheinbach 250 190 110
Ruppichteroth 120 75 50
Sankt Augustin 270 250 225
Siegburg 320 235 185
Swisttal 200 175 85
Troisdorf 250 210 175
Wachtberg 260 205 125
Windeck 55 50 28

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Drachenfels (Siebengebirge) ist der meistbesuchte Berg Europas.[17] Zwischen Siebengebirge und Rhein, auf dem Stadtgebiet von Königswinter und im Bad Honnefer Stadtteil Rhöndorf, liegen die einzigen gewerbsmäßig bewirtschaften Weinberge in Nordrhein-Westfalen. Durch den Rhein-Sieg-Kreis führen die Deutsche Alleenstraße, der Natursteig Sieg und der Rheinsteig.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt zählte der Kreissportbund 2007 etwa 158.000 Mitglieder in 582 Vereinen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Siegkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen SU (nach der Kreisstadt Siegburg) zugewiesen. Es wird im Rhein-Sieg-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben. Fahrzeuge, die bis 1969 im damaligen Landkreis Bonn zugelassen worden waren, weil Halter in Kommunen lebten, die früher zu diesem Landkreis gehörten und heute im Rhein-Sieg-Kreis liegen, tragen noch das Kennzeichen BN, das allerdings nicht mehr im Rhein-Sieg-Kreis vergeben wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Horn: Das Siegthal – von der Mündung des Flusses bis zur Quelle, Verlag von T. Habicht, Bonn 1854
  • Ernst Weyden: Das Siegthal – von der Mündung des Flusses bis zur Quelle, Adolf Lesimple’s Verlag, Leipzig 1865
  • Aenne Hansmann: Altes Archiv RSK – Urkunden, Quellen zur Geschichte des Rhein-Sieg-Kreises Bd. 7, 1977
  • Reinhard Zado: Reben, Hoz und Eisen – Das Siegtal von der Mündung bis zur Quelle, Edition Blattwelt, Niederhofen 2009, ISBN 978-3-936256-37-6
  • Die Kunstdenkmäler des Siegkreises, bearb. v. E. Renard, Düsseldorf 1907 (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd. 5.4)
  • Herbert Schmidt: Aus der Wald- und Forstgeschichte des Siegkreises. Eine Auswertung des Archivs des Staatlichen Forstamtes Siegburg, Siegburg 1973 (Veröffentlichung des Geschichts- und Altertumsvereins für Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis e. V., Band 10).
  • Die Akten des Landkreises Bonn, bearb. v. Herbert Weffer, Siegburg 1992 (Quellen zur Geschichte des Rhein-Sieg-Kreises, 13)
  • Claudia Maria Arndt, Sven Kuttner u. Monika Marner: Bibliographie zur jüdischen Geschichte und Kultur im Rhein-Sieg-Kreis. Ludwig-Maximilians-Universität, München 2005 (Volltext als PDF).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  3. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  4. Chance7-Homepage
  5. chance7 - neue Heimat für den Naturschutz (Memento vom 15. Dezember 2012 im Internet Archive)
  6. Theodor Rutt: Land an Sieg und Rhein – Geschichte-Kultur-Wirtschaft, Wissenschaftliches Archiv, Urkunde-Bild-Chronic GmbH, Bonn 1960
  7. Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen 1969, S. 236 ff. sowie VGH 13/69, 14/69, 16/69, 22/69, 34/69, 35/69, 36/69, 38/69, 41/69
  8. Franz Möller: Der Rhein-Sieg-Kreis im Spannungsfeld zwischen Bund und Land 1949–2000, Siegburg 2005
  9. Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  10. Rhein-Sieg-Kreis. Kreistagswahl – Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 16. Juni 2014.
  11. a b Hauptsatzung für den Rhein-Sieg-Kreis vom 31.03.2000, zuletzt geändert durch Satzung vom 13.12.2013. In: rhein-sieg-kreis.de. Rhein-Sieg-Kreis, abgerufen am 17. Juli 2016 (PDF; 2,5 MB).
  12. http://www.rhein-sieg-kreis.de/cms100/buergerservice/rhein-sieg-kreis/kreiswappen/index.shtml
  13. Kaufkraft und Kaufkraftkennziffern 2015. Rhein-Sieg-Kreis, 15. September 2015, abgerufen am 14. Dezember 2015 (PDF; 15 kB).
  14. Minifahrplan der Stadtwerke Bonn und des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg für die Linie 66 (Stand:1. Januar 2009)
  15. Rhein-Sieg-Rundschau v. 19. Juli 2016, S. 34: Letzten Wegweiser demontiert (bk)
  16. Grundstücksmarktbericht 2015 für den Rhein-Sieg-Kreis. Berichtszeitraum 2014. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-Sieg-Kreis und in der Stadt Troisdorf, 25. März 2015, S. 69, abgerufen am 26. September 2015 (PDF, kostenfreie Ausgabe).
  17. http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,614351,00.html