Kay Hoff

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Kay Hoff bei einem Vortrag (um 2006)

Kay Hoff (* 15. August 1924 in Neustadt in Holstein als Adolf Max Hoff; † 26. März 2018 in Berlin)[1] war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kay Hoff war der Sohn eines Weinhändlers. Nach dem Besuch der Johann-Heinrich-Voß-Schule in Eutin, an der er 1942 das Abitur machte, meldete sich Hoff freiwillig zur Wehrmacht. 1945 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung studierte er von 1945 bis 1949 an der Universität Kiel Psychologie, Germanistik und Kunstwissenschaft. Er beendete dieses Studium mit der Promotion zum Doktor der Philosophie.

Von 1950 bis 1952 arbeitete Hoff als Bibliothekar in Düsseldorf. Anschließend war er als freier Journalist und freier Schriftsteller tätig. Von 1958 bis 1967 gehörte er der Redaktion der Zeitschrift Neues Rheinland an und von 1965 bis 1972 war er Mitinhaber des Guido Hildebrandt Verlags in Duisburg. Von 1970 bis 1973 hielt er sich in Israel auf und leitete das Kulturzentrum der Deutschen Botschaft in Tel-Aviv. Anschließend lebte er wieder als freier Schriftsteller in Deutschland. Nach Aufenthalten in Berlin, Amelinghausen und Lübeck lebte er seit 2006 wieder in Berlin.

Kay Hoffs Werk umfasst Erzählungen, Romane, Gedichte, Hörspiele und Radio-Features. Vorherrschendes Thema ist dabei die Bewältigung eines nachträglich als Schuld empfundenen Mitläufertums im „Dritten Reich“, dessen Bedingungen in Hoffs erfolgreichstem Roman Bödelstedt oder Würstchen bürgerlich aufgezeigt werden. In seiner Lyrik bediente Hoff sich eines stark verknappten Stils, um seinen häufig von Melancholie geprägten Gedanken unmittelbaren Ausdruck zu verleihen.

Kay Hoff war seit 1969 Mitglied des P.E.N.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Wandlung des dichterischen Selbstverständnisses in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Kiel 1949
  • In Babel zuhaus, Stierstadt im Taunus 1958
  • Zeitzeichen, Düsseldorf u. a. 1962
  • Die Chance, Hamburg 1965
  • Skeptische Psalmen, Duisburg 1965 (Radierungen: Friederich Werthmann)
  • Bödelstedt oder Würstchen bürgerlich, Hamburg 1966
  • Mit viel schönen Reden, Radiofeature, Hamburg 1966[2]
  • Ein ehrlicher Mensch, Hamburg 1967
  • Eine Geschichte, Krefeld 1968
  • Netzwerk, Hamburg 1969
  • Drei, Stuttgart 1970
  • Zwischenzeilen, Darmstadt 1970
  • Wir reisen nach Jerusalem, Düsseldorf 1976
  • Bestandsaufnahme, Düsseldorf 1977
  • Hörte ich recht?, Freiburg u. a. 1980
  • Gegen den Stundenschlag, Düsseldorf 1982
  • Janus, Düsseldorf 1984
  • Zur Zeit, Stuttgart 1987
  • Zeit-Gewinn, Düsseldorf 1989
  • Frühe Gedichte, Krefeld 1994
  • Voreheliche Gespräche oder Im goldenen Schnitt, Siegen 1996
  • Zur Neige, Krefeld 1999
  • Der Kopf in der Schlinge, Kiel 2000
  • Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Siegen: Carl Böschen Verlag
    1. Bödelstedt oder Würstchen bürgerlich, 2002
    2. Ein ehrlicher Mensch, 2003
    3. Drei, 2003
    4. Wir reisen nach Jerusalem, 2003
    5. Janus, 2003
    6. Voreheliche Gespräche oder Im goldenen Schnitt, 2003
    7. Der Kopf in der Schlinge, 2003
    8. Erzählungen und autobiographische Prosa, 2005
    9. Gedichte, 2004
    10. Hörspiele, Hörbilder und Funk-Features
      1. Hörspiele, 2005
      2. Hörbilder und Funk-Features, 2005
  • Reminiszenzen, Siegen 2006

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Wörther: Schriften eines Unbequemen. Das Prosawerk von Kay Hoff. Carl Böschen Verlag, Siegen: Carl Böschen Verlag 2010, ISBN 978-3-932212-79-6 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trauer um Schriftsteller Kay Hoff. Lübecker Nachrichten, 28. März 2018
  2. Gekürzter Auszug abgedruckt in: Festschrift zur feierlichen Übergabe des Erweiterungsbaues für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Eutin 1984, S. 113 f.