Tel Aviv-Jaffa

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Tel Aviv-Jaffa
Wappen von Tel Aviv-Jaffa
Flagge von Tel Aviv-Jaffa
Tel Aviv-Jaffa
Basisdaten
hebräisch: תל אביב-יפו
Staat: Israel Israel
Bezirk: Tel Aviv
Gegründet: 1909
Koordinaten: 32° 5′ N, 34° 48′ OKoordinaten: 32° 5′ 0″ N, 34° 48′ 0″ O
Fläche: 51,830 km²
 
Einwohner: 451.523 (Stand: 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 8.712 Einwohner je km²
Metropolregion: 3.850.100 (2017)
 
Gemeindecode: 5000
Zeitzone: UTC+2
Telefonvorwahl: (+972) 3
Postleitzahl: 61000-61999
 
Gemeindeart: Großstadt
Bürgermeister: Ron Huldai
Website:
Tel Aviv-Jaffa (Israel)
Tel Aviv-Jaffa

Tel Aviv, offiziell Tel Aviv-Jaffa (hebräisch תֵּל־אָבִיב–יָפוֹ Tel Avīv-Jafō), ist das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum Israels und gilt je nach Beurteilung des völkerrechtlichen Status von Jerusalem als größte oder zweitgrößte Stadt des Landes. Die Metropolregion Gusch Dan mit dem Bezirk Tel Aviv und insgesamt etwa 254 Gemeinden zählt mehr als 3 Millionen Einwohner, was rund einem Drittel der israelischen Gesamtbevölkerung entspricht.[2]

Das 1909 gegründete Tel Aviv war ursprünglich ein Vorort der seit der Antike bestehenden Hafenstadt Jaffa, mit der es 1950 vereinigt wurde. In den ersten Jahren nach der Staatsgründung Israels war die Stadt Regierungssitz.[3][4][5] Tel Aviv-Jaffa ist nach wie vor Sitz des Verteidigungsministeriums und der Nachrichtendienste Mossad und Schin Bet. In ihr befinden sich auch heute noch fast alle ausländischen Botschaften. Sie ist zudem Sitz der nationalen Börse (Tel Aviv Stock Exchange) und der Universität Tel Aviv.

Tel Aviv-Jaffa gilt als eine der größten Wirtschaftsmetropolen im Nahen Osten.[6] Die zu einem großen Teil im Bauhaus errichtete Weiße Stadt, das weltweit größte Zentrum von Gebäuden im Internationalen Stil, ist seit dem Jahr 2003 UNESCO-Weltkulturerbe.[7]

Die Namen „Jaffa“ und „Tel Aviv“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tel-Aviv bedeutet Frühlingshügel. Ein historischer Name von Jaffa ist Joppe,[8] dieser ist abgeleitet von Iopeia.[9]

Der Name „Tel Aviv“ ist einer poetischen Übersetzung des Titels des utopischen Romans Altneuland von Theodor Herzl entliehen. Darin steht „Tel“ (vielschichtiger Siedlungshügel) für „alt“ und „Aviv“ (Frühling[10]) für „neu“.[11] Der Name kommt bereits beim biblischen Propheten Ezechiel vor, wo er einen anderen Ort bezeichnet. Dazu und zur Wahl des Namens siehe weiter unten.

Der Name „Tel Aviv“ findet in politikwissenschaftlicher Literatur[12] und Berichten internationaler Organisationen häufig als Platzhalter für Jerusalem Verwendung. Damit soll der Ansicht Ausdruck gegeben werden, dass Jerusalem nicht die Hauptstadt Israels sei, oder es soll vermieden werden, dass die Kontroverse um die Hauptstadtfrage vom eigentlichen Anliegen einer Veröffentlichung ablenkt.

Der ehemals offizielle arabische Name von Tel Aviv-Jaffa ist arabisch تل أبيب يافا Tall Abīb Yāfā.[13] Er findet amtlicherseits heute nur noch in wenigen Bereichen, etwa bei Verkehrsschildern, Verwendung. Die Rückstufung des Arabischen zu einer Minderheitensprache steht im Zusammenhang mit der Forderung einer demokratischen Mehrheit im Land, das jüdische Wesen Israels stärker im Staat zu verankern.[14] Die amtliche Zweisprachigkeit galt lange als wichtiger Ausdruck des demokratisch-laizistisch verfassten Staatswesens, insbesondere nach außen,[15] sie war aber auch eine innenpolitische Forderung, beispielsweise von Wladimir Zeev Jabotinsky,[16] einem rechten Vordenker.

Nach der Eingemeindung Jaffas am 25. April 1950 nach Tel Aviv stand dessen Name zur Debatte. David Ben-Gurion favorisierte die vereinigte Stadt Jaffa zu nennen, wegen seiner langen Geschichte und historischen Bedeutung, der Stadtrat Tel Avivs wollte dessen Namen auch für die vergrößerte Stadt, den Streit löste das israelische Kabinett, indem es am 28. Juni 1950 mit Mehrheit, gegen Ben-Gurions Votum, beschloss, der vereinten Stadt den Namen Tel Aviv-Jaffa (hebräisch Tel Aviv-Jafo) beizulegen.[17] Am 19. August 1950 wurde dieser Name dann amtlich.

Bedeutung der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 hatte die Stadt 451.523 Einwohner und ist damit nach Jerusalem die zweitgrößte Stadt Israels. Der Großraum von Tel Aviv namens Gusch Dan umfasst ein dicht besiedeltes Gebiet mit den Nachbarstädten Ramat Gan, Giw’atajim, Cholon, Bat Jam und Bnei Brak, die bis zu 14 km von der Mittelmeerküste entfernt liegen, und ist mit etwa 3,8 Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum des Landes. Nach der Staatsgründung Israels richteten die meisten Länder ihre Botschaften in Tel Aviv ein, da der Status Jerusalems gemäß den Teilungsbeschlüssen der UN als unklar galt.

Nachdem Israel 1980 Ostjerusalem annektiert und im Jerusalemgesetz das „vollständige und vereinigte Jerusalem“ zur Hauptstadt Israels erklärt hatte, forderte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 478 alle Staaten, die ihre Botschaften in Jerusalem hatten, dazu auf, diese abzuziehen. Deshalb befinden sich heute fast alle diplomatischen Vertretungen in und um Tel Aviv. Auch haben die Tel Aviv Stock Exchange, die wichtigste Börse des Landes, sowie das Verteidigungsministerium und die Nachrichtendienste Mossad und Schin Bet[18] hier ihren Hauptsitz.

Tel Aviv wurde nach verbreiteter Auffassung einst auf Sanddünen[19][20][21] errichtet. Das Stadtzentrum liegt unmittelbar am Meer und teilweise nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. 2018 bezeichnete das Wissenschaftsmagazin Nature Tel Avivs Weiße Stadt, zusammen beispielsweise mit Rhodos,[22] Istanbul[22] und Dubrovnik[22] oder der libyschen Fundstätte Leptis Magna,[22] als eine von 47 wegen der Klimaerwärmung von Überflutung oder Erosion bedrohte UNESCO-Welterbestätten am Mittelmeer. In der Negativrangliste der CO2-Emittenten lag Israel 2020 mit 7,5[23] T/Einwohner weltweit auf Platz 45,[23] 2021 mit 6,5 T/Einwohner auf Platz 51.[24]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte Jaffas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masterplan für Tel Aviv: die erste Fassung, Patrick Geddes (1925): Er sah die Allenby Street/Ben Yehuda Street als durchgängige Nord-Süd-Verbindung vor. Im Süden ist Neve Scha'anan mit der von David Tischler[25] entworfenen und später verwirklichten Anlage in Form einer Menora erkennbar. Südlich liegt Jaffa. Der Stadtteil Manschiyya „trennt“ Neve Tsedek vom Meer.
Félix Bonfils: Jaffa, vue générale prise de la mer (um 1867–1870)

Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass die Küstenebene im Mündungsgebiet des Yarkon schon um 9000[26] v. Chr. bzw. vor der Zeitrechnung (v. d. Z.) von Jägern und Sammlern der Kultur von Natufien[26] durchstreift wurde. Sie wurden sesshaft und entwickelten Urformen der Landwirtschaft.[27] Siedlungskontinuität besteht laut den Ausgrabungsbefunden seit der mittleren Bronzezeit.[28] Um 3000[27] v. d. Z. wurde der aus dem Kaukasus stammende Olivenbaum in Palästina heimisch. Jaffa wird auf ägyptischen Inschriften um 2000 v. d. Z. unter dem Namen Ipu erwähnt und unter den Hyksos[9] besiedelt. Es wurde von Truppen des Thutmosis III.[29] bei der von Djehuti[30] kommandierten Eroberung von Joppe mittels eines Trojanischen Pferdes[31] eingenommen, bildete danach das Herrschaftsgebiet von Pu-Baʿlu[29] und war ab ungefähr dem 12. Jahrhundert v. d. Z. von den sogenannten Seevölkern,[32] den Philistern[33] und Kanaanitern[33] bewohnt, während die nicht[32] seefahrenden Israeliten[33] überwiegend im Landesinneren[34] siedelten, wo sich Juda und das Nordreich Israel herausbildeten, dessen Stammesgebiet Dan (Buch Josua 19,46[9]) es später zugeteilt war. Im Altertum befand sich Yapu[9] meist in den Händen der Phönizier, deren Zedernholz zum Bau des ersten und zweiten Jerusalemer Tempels (Buch Esra 3,7[9]) über[35] Jaffa nach Jerusalem transportiert wurden (2. Buch der Chronik 2,15[36]). Es wird vermutet, dass es ein Kultort für die Gottheit Derketo war. Von 587–539 v. d. Z. lag Jaffa im Machtbereich der Babylonier[37] und 539–332 v. d. Z. in dem der Perser,[37] deren phönizischer Vasall Eshmunazar II.[38] die Überlassung Jaffa und Dor[38] der Stadt Sidon[38] unterstellte. Von 332–142 v. d. Z. folgte die Dominanz des Hellenismus.[37]

In der Bibel wird Joppe als Hafen der Tarsis-Schiffe im Buch Jona[9] genannt; ebenso in der Begegnung des Judenchristen und Apostel Petrus mit dem römischen Offizier Cornelius (Apostelgeschichte 10). In Joppe erweckte der Apostel Petrus die Tabita[39] und wohnte einige Zeit im Hause von Simon dem Gerber (Apostelgeschichte 9, 36–43). Die griechische Mythologie verortet das Schicksal der Andromeda[40][41] in Jaffa.

Die Makkabäer bzw. Hasmonäer eroberten den Ort während ihrer Revolte der Jahre 167–161 v. d. Z.[42] und vertrieben[36] die griechisch-ptolemäischen Bewohner (1. Buch der Makkabäer 13,11[36]) als Rache für die Ermordung 200[9] Israeliten. 63 v. d. Z.[9] nahmen die Römer den Ort ein. Sie bauten mit Hilfe demobilisierter Veteranen die Hafenstadt Caesarea Maritima[43] an ihrer Via Maris, wodurch Joppe an Bedeutung verlor.[9] In der Herrschaftszeit von Julius Caesar wurde die Stadt 47[44] v. d. Z. unter jüdische Verwaltung gestellt.[9] Bei der Niederschlagung des Zelotenaufstands der Jahre 66–70 wurde Jaffa unter Gaius Cestius Gallus[9] und später Titus Flavius Vespasian[33] zerstört. Der Ort Javne südlich von Jaffa wurde mit dem dort begründeten Sanhedrin zur Keimzelle des Rabbinischen Judentums. Von 132–135[45] wurde das Gebiet vom jüdischen Bar-Kochba-Aufstand[46] gegen die Römer erschüttert. Jaffa unterstand dem römischen Prokurator der Provinz Judäa. Unter Konstantin dem Großen wurde die Stadt Bischofssitz.

Palästina blieb bis 636 unter römischer, beziehungsweise rhomäischer Herrschaft. Konstantinopel deckte seinen Getreidebedarf im 5. bis 8. Jahrhundert überwiegend durch Einfuhren aus dem Nildelta und dem Unterlauf des Nil.[47] Die Stadt am Bosporus benötigte und subventionierte[47] das Brot, um Hungeraufstände zu vermeiden. Schiffe mit Lademengen von bis 340[47] Kubikmeter legten an und Jaffa behielt damit seine Bedeutung für die küstennahe Schifffahrt. Ein Kaufmann musste für ein Schiff der größten Kategorie 1000 Solidi[47] hinlegen. Diese griechisch-römische Phase war insgesamt von kulturellem Synkretismus[48] geprägt, der die Juden und die teils stark aramäisierten[48] und polytheistischen[48] Araber erfasste. Der Araber Kallinikos von Petra wurde gar Lehrer für Rhetorik in Athen.[48] Menschen von der Antike bis zur Vormoderne verwendeten den Begriff Araber oft nur generisch für Nomaden.[48][49] Sich bildende christliche Gemeinden gehörten meist monophysitischen[50][51][52] und nestorianischen[52][51] Richtungen an, der despotischen[51][53] byzantinischen Staatskirche galten sie deshalb als Ketzer.[50][52][54] Sie wurden stark besteuert,[51][53] gedemütigt[51] und verschleppt.[51]

622[55][54] begann mit der Hidschra Mohammeds die islamische Zeitrechnung und mit der islamischen Expansion die Verbreitung des Islam auf der arabischen Halbinsel, ab 636 auch in der Levante. Beim ersten dokumentierten Angriff der Byzantiner auf „Araber des Mahomet“[56][54] starben am 4. Februar 634[56] bei Gaza 4000[56] christliche, jüdische und samaritanische[56] Zivilisten. Doch schrieb der Patriarch der von Byzanz gegängelten Nachfolger des Jakob Baradai: „Wenn, was wahr ist, wir Leid erfahren haben... war es doch von nicht geringem Vorteil für uns, von der Grausamkeit der Römer [hier für Byzantiner] erlöst worden zu sein.“[54] Entsprechend bereitwillig akzeptierten[54][51] syrische Christen die islamische Herrschaft. Spätere Generationen traten meist zum Islam über.[51] 636, nach der Schlacht am Jarmuk,[46][56] eroberten Krieger des Kalifen ʿUmar ibn al-Chattāb den Ort, in deren Gebiet Bilad al-Sham[57] und dessen südlicher Gebietshälfte Dschund Filistin[57][43] sich Jaffa befand. 661–749 war das Gebiet unter der Kontrolle der Umayyaden,[37] deren Macht ab 744[57][52] von Aufständen destabilisiert wurde. Ihnen folgten von 750 bis 972 die Abbasiden.[37] Sie investierten in den Ausbau von Jaffas Hafen- und Wehranlagen,[57] mussten jedoch von 969[57] bis 1071 der Macht der tunesischen Fatimiden weichen.[37] Die turksprachigen Seldschuken besiegten diese 1071[55] und machten sich Jaffa zu eigen. Abgesehen von nomineller Kontinuität, endete mit dem häufig gewaltsamen Tod eines Herrschers meist auch sein Staatswesen.[55]

Am 24. Juli 1100[58] nahm Gottfried von Bouillon Jaffa im Ersten Kreuzzug ein. Jerusalems nächstliegender natürlicher[59] Hafen war von strategischem Wert. Unweit davon lag im Norden zudem die Festung Arsuf.[60] Jaffa wurde 1100 mit Hilfe der Venezier für Bouillons bis nach Hebron[61] zerstreute Truppen – 300[61] Ritter und 2000[61] Fußleute – befestigt. Die Serenissima erhielt für ihre Kriegsdienste einen Viertel[62]/einen Drittel[61] neu eroberter Städte. Auch Genua,[63][58][64] Pisa[63][58][64] und Bari[58] verbanden eine militärische Außenpolitik mit Handelsinteressen in der Levante, denn Jaffa war ein Zielort[64] des Karawanenhandels und so mit der „Seidenstraße[64] verbunden. Pisa erhielt einen Stadtteil in Konzession,[58] nachdem ihre 120[61] Schiffe zählende Flotte auf dem Weg die byzantinischen Ionischen Inseln verwüstet hatte.[58][64] 1101 verschaffte sich Balduin II.[65] die Herrschaft über Jaffa und setzte den Ritter Eudes Arpin de Bourges[65] als Statthalter ein. 1102[55] zog ein ägyptisches Heer aus fast 20.000 Mann vor die Tore, musste jedoch wieder abziehen, ohne dass es zur Belagerung kam. Dagobert von Pisa,[64] Plünderer[64] der ionischen Siebeninseln, zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem[61] erklärt, beanspruchte[61] die Stadt. Als Hugo II. von Le Puiset 1134 gegen Fulko rebellierte, wurde die Grafschaft aufgeteilt.

Nach der Niederlage der Kreuzfahrer in der Schlacht bei Hattin[55][64] am See Genezareth im Juli 1187, eroberte der kurdischstämmige[55] Ayyubiden-Sultan[37] Saladin Jaffa. Guido von Lusignan hatte wider besseres Wissen den Kampf gesucht. Etwa 30.000[47] überlebende Soldaten und Gefolge des Kreuzfahrerheers wurden abgeführt und ließen die Preise für Sklaven in Damaskus einbrechen.[47] Am 10. September 1191[59] besetzte das Heer des Dritten Kreuzzugs unter Richard Löwenherz kampflos die Ruinen Jaffas, das auf Befehl Saladins vor der Schlacht bei Arsuf im Herbst 1190 geschleift[59][66] worden war. Am 7. September 1191 endete diese mit einem Sieg der Kreuzfahrer.[66] Die Franken bemächtigten sich Jaffas, was ihnen Zugang zu Jerusalem und Aschkelon eröffnete.[66] Ende Juli und im August 1192[59] nutzte Saladin die Abreise Richard Löwenherz' und eines Teils des Gefolges nach Akkon,[59] um sich in der Belagerung und Schlacht von Jaffa der Stadt zu bemächtigen, wurde aber zurückgeschlagen. Am 3. September 1192[62] sicherte Saladin den auf einen Küstenstreifen[55][67][61] von Jaffa bis Tyrus zurückgedrängten Kreuzfahrern Jaffa in einem fünfjährigen[55] Waffenstillstandsabkommen zu. Saladin, der sich zahlreiche Großzügigkeiten[68] und selbst von wohlwollenden zeitgenössischen Chronisten wie Ibn al-Athīr[66][68] oder Imad ad-Din al-Isfahani[66] kritisierte strategische Fehler[66] leistete, hatte 1192 die Stadt Jaffa zwar erobern lassen, dann aber auf die Erstürmung der Zitadelle verzichtet, was Löwenherz[66] die Zeit gab, Jaffa erneut einzunehmen.[66] Im Kreuzzug Friedrichs II. wurde am 11. Februar 1229[61] der Friede von Jaffa[68] zwischen dem exkommunizierten[69][54] und fließend arabischsprachigen[69] Kaiser und al-Kamil geschlossen, mit dem den Franken Jerusalem im Austausch für Damiette[68] kampflos[69][68] zufiel. Zuvor hatten Franken 1204 auch Konstantinopel gebrandschatzt.[70][52]

Im Königreich Jerusalem führte gewöhnlich der Thronerbe den Titel „Graf von Jaffa und Askalon“. Heinrich von Champagne hinterließ Jaffa seinen Töchtern. Nach dem Tod von Alice von Champagne fiel Jaffa an ihre Tochter Maria von Champagne, die mit Walter IV. von Brienne verheiratet war. Nach dessen Tod 1246 fiel Jaffa an Marias Bruder, König Heinrich I. von Lusignan. 1246 bis 1247 belehnte Heinrich I. Johann von Ibelin mit Jaffa. 1268[68] eroberten die aus Ägypten nach Norden vorgedrungenen Mamluken,[37] die 1260 in der Schlacht bei ʿAin Dschālūt[68][61] den mongolischen Vormarsch gestoppt hatten,[68] unter Baibars I. Jaffa in einer halbtägigen[59] Belagerung. Sie beendeten die Herrschaft der Kreuzfahrer und überwanden die von den Muslimen, den Juden[64] und auch von vielen nach orthodoxem Ritus praktizierenden Christen – seit dem Schisma ab 1054 von Rom abgewandt[70] – als traumatisch erlebte Fremdherrschaft der Franken[64] oder Lateiner. Ein Grund für den fast nur militärischen Charakter ihrer Präsenz lag in der sehr hohen Kindersterblichkeit[55][71] und erfolglosen[68][61] zivilen Ansiedlung. Die Kreuzfahrerstaaten erneuerten ihre Bevölkerung zu einem bedeutenden Teil durch immer neue und oft wesentlich gewaltbereitere Krieger aus Europa, die zuvor auf diplomatischem Wege Erreichtes zunichtemachten.[64]

Der Titel eines Barons von Jaffa wurde nach der Evakuierung der Stadt von Adligen im Königreich Zypern geführt.[72] Neben neuen Anbaufrüchten (Aprikose, Aubergine, Schalotte, Wassermelone etc.),[55][27] brachten Kreuzfahrer auch die Brieftaubenzucht[55] nach Europa. Ähnlich wie in al-Andaluz, waren auf Zeiten des Krieges Zeiten des Friedens gefolgt,[73] was den Franken erlaubte, Kenntnisse in Arabisch und in arabischer Medizin[52] zu erlangen. Hilfe in der Not versprachen sie sich auch von einem Bündnis mit der von den Franken gefürchteten aber von syrischen und armenischen Christen euphorisch[68] begrüßten mongolischen Goldenen Horde, das Philippe de Toucy,[74] in einem strategischen Richtungswechsel,[68][61] gesucht hatte. Die Mamluken ließen die Häfen zugunsten der Verteidigungslinie im Hinterland[68] weitgehend zerstören und entvölkern.[59][68][64] Fortan dominierten Sunniten der hanafitischen Rechtsschule. Mit der wiedererlangten Hoheit des Islam lag Jaffa im Gebiet des Dār al-Islām. Wirkungsgeschichtlich begann eine Phase von Stabilität und zunehmender Stagnation,[75] bis zum Schock[76][75][77] der „Ägyptischen Expedition[75] 1798.

1516[78] fiel Jaffa ans Osmanische Reich und erlangte die alte wirtschaftliche Bedeutung. Der Kriegseintritt Schwedens im Dreißigjährigen Krieg beendete Importe aus dem Baltikum.[79] Die italienischen Staaten ließen Schiffe der englischen Levant Company,[80] der Niederländer und der Hanse für ihren Getreidebedarf deshalb Jaffa anlaufen.[79] Wichtigste Exportgüter waren Zucker[81] und seit dem 10. Jahrhundert[82] Baumwolle.[82] Textilien und Olivenölseife – die Nabulsi-Seife – lieferte die Stadt Nablus[83][82] im östlichen Hügelland. Durch die Kapitulationen des Osmanischen Reiches[83][84] wurden 1535 französische, venezianische und genuesische Handelsniederlassungen[85] von den Osmanen großzügig steuerlich privilegiert[84] und erhielten Autonomie.[86] Vom Status der Dhimmi ausgenomme[86] Verwalter und Konsuln führten mit schutzbefohlenen lokalen „Übersetzern“[84] (Dragoman[87]) die Angelegenheiten der extraterritorialen[87] ausländischen Kontore.

Zunehmend war Jaffa auch Pilgerhafen auf dem Weg nach Jerusalem und zu anderen Loca Sancta,[88] welche Christen an das irdische Leben Jesu erinnern, und die seit dem 4. Jahrhundert[88] für Wallfahrten zugänglich waren. Die kostspielige, aber sichere Seereise auf venezianischen Galeeren mit je knapp 100[39] Pilgern dauerte 30 bis 40 Tage und begann meist im Mai und Juni.[39][89] Doch mussten sich weniger bemittelte Reisende oft mit Schiffen begnügen, die weder Sicherheit noch Hygiene boten, zudem lauerte Gefahr durch eigene „Sünde[90] und das Verhalten von kriminellen[90] Mitreisenden. Katholische Pilger unterstanden der Lex peregrinorum,[90] die ihnen, neben anderen Schutzrechten, das damals nur wenigen zugängliche Recht einräumte, vor der Abreise ein Testament zu machen. Bestimmt wurde zudem der Tag, ab dem die zuhause verbleibende Ehegattin[90] sich bei ausbleibender Rückkehr wieder verheiraten durfte. Behörden erklärten verschollene Pilger oftmals nach 366[90] Tagen für tot. Armenier fanden in Jaffas Hokedun[91] (dt. Haus der Seele) Zuflucht. Erfolgreich pilgerte auch der Benediktinermönch Dom Loupvent[92] (ca. 1490–1550) aus Lothringen 1531 nach Jerusalem: Für die Hin- (22. Juni–4. August) und die Rückreise (27. August–20. November) mit allen Aufenthalten, sowie den Weg von Jaffa nach Jerusalem und zurück (4.–27. August) benötigte er 245 Tage. Stationen seiner Reise waren Venedig, Rovinj (Rovigno), Otrante, Iraklio (Candie) auf der venezianischen Besitzung Kreta, Limassol auf dem ebenfalls venezianischen Zypern, Jaffa, Jerusalem, dann wiederum Jaffa, die Salinen[93] von Larnaca an Zyperns Südküste, ein Zwischenhalt in einer Bucht an der Südküste des Peloponnes, die griechischen Inseln Zakynthos (Zante) und Korfu, Rovinj und schließlich wieder Venedig. Erstaunt berichtete er über die gemeinsamen Gebete von Christen und Muslimen am Grab des Lazarus.[92]

Christen und Juden hatten als Inhaber von göttlichen Offenbarungsschriften und „Leute der Schrift“[94][95][96] (arabisch: ahl al-kitāb[53]), denen freilich – etwa hinsichtlich ʿĪsā ibn Maryam – eine Verfälschung[50][97][53] (Tahrīf) der Schriften vorgeworfen wurde, den untergeordneten Dhimmi-Status,[94][50] wobei Hadith 29:47 gebot, mit ihnen „nur auf anständige Weise“[53] zu streiten. Sie bezahlten bis 1855[98] die Kopfsteuer Dschizya,[94] hatten aber auch Rechtssicherheit,[99] weitestgehende Berufsfreiheit[100] und freie Religionsausübung.[94] Verboten war das Läuten von Kirchenglocken,[101] die Taufe[101] von Muslimen und das Studium des Koran.[101] Auch galten Baueinschränkungen,[101] ein Pferdereitverbot[102][99][103] und Kleiderregeln.[101][102] Wurden Schutzbestimmungen oder die Urteile lokaler Qādī nicht ausreichend befolgt, konnten die Minderheiten jedoch an die Hohe Pforte gelangen, die wiederholt für sie intervenierte.[104] Um 1665 versetzte das Auftauchen des angeblichen Messias Schabbtai Zvi[105][106] und seines „ProphetenNathan von Gaza[105] die jüdische Gemeinde in Aufregung. Der jüdische Hoffnungsträger aus Smyrna bewegte sich frei im östlichen Mittelmeerraum, denn die Osmanen boten ihren Untertanen Reisefreiheit.[83]

Bonaparte visitant les pestiférés de Jaffa, 11 mars 1799 (Bonaparte besucht die Pestkranken von Jaffa, 11. März 1799) in der Darstellung von Antoine-Jean Gros von 1804, Öl auf Leinwand, 523 cm × 715 cm, Louvre, Paris[107]

1775 wurde Jaffa von Mamluken unter Muhammad Bey Abu Dahab[108] belagert und eingenommen, an der ganzen Bevölkerung ließ er ein Massaker verrichten. Von Gaza[109] kommend, das seine Truppen am 25. Februar 1799[109] eingenommen hatten, belagerte Napoleon Bonaparte Jaffa während seiner Ägyptischen Expedition vom 4.[109] bis zum 7.[110][111] März 1799. Dem französischen Offizier, der die Verhandlungen über eine kampflose Übergabe der Stadt führen sollte, wurde von osmanischen Kämpfern der Kopf abgeschnitten[109] und von der Stadtmauer herab den Franzosen, auf einen Pfahl gespießt, gezeigt. Es folgte ein sechsstündiger Artilleriebeschuss und, nach der Eroberung, Plünderungen und am 10. März[25] die Erschießung der 3000[64]–4000[25] Gefangenen, einschließlich Frauen und Kinder.[64] Gerechtfertigt[112] wurde das Blutbad mit fehlendem Wasser und Lebensmitteln für die Kriegsgefangenen. Gleichzeitig war die Pest[109][64] ausgebrochen und es kam zu zahlreichen Fällen sexueller Gewalt gegen Frauen.[109][113][25] Napoleon gab seinem Militärarzt René-Nicolas Dufriche Desgenettes den Auftrag, die erkrankten französischen Soldaten zu vergiften.[114] Begünstigt durch schlechte hygienische Bedingungen, kehrten Pest und Cholera[33] in den folgenden Jahrzehnten wiederholt zurück.[33] 1806 beklagte der Reisende François-René de Chateaubriand[114] in Itinéraire de Paris à Jérusalem den elenden Zustand des für 1800 auf 2750[115][116] Einwohner geschätzten Orts. Zucker und Baumwolle verschifften längst vor allem Häfen in der Neuen Welt.[81]

Modern gerüstete ägyptische Truppen Muhammad Ali Paschas rückten zur Eroberung Syriens und Südostanatoliens[117] 1832 auch in Jaffa ein, das jedoch, nach dem militärischen Eingreifen[99] der europäischen Großmächte im Jahr 1839,[33] ab 1841 wieder vom Osmanischen Reich regiert wurde. Muhammad Ali erhielt die osmanische Anerkennung seiner Dynastie über Ägypten[99] und den Sudan.[117] Das kleine Jaffa unterstand nun dem Sandschak von Jerusalem, an dessen nördlicher Grenze es lag.[118][34][119] Dieser war noch Teil der Provinz Damaskus.[120] Ab 1872[121] Istanbul direkt unterstellt, wurde er vom Vilâyet von Beirut unabhängig.[119] Ab 1839 brachte die Tanzimat-ı Hayriye[122][123][99] genannte „Heilsame Neuordnung“[99] der Wirtschafts- und Rechtsordnung[84] einen Entwicklungsschub. 1842[123] wurde Papiergeld eingeführt, 1844[123] gab es eine Volkszählung. Nach 1841 waren, mit der Befriedung des Gebiets Soldaten Ibrahim Paschas mit ihren Familien in Palästina angesiedelt worden. Diese waren mehrheitlich ägyptische Bauern und Fellachen,[33] aber auch Maghrebiner, Tscherkessen und Bosniaken.[124] 1857[125] wurde der Sklavenhandel[123] per Ferman verboten, ging aber de facto vermutlich bis 1910 weiter.[125] Der auf der Verbindung DschiddaTabukAmman[125] oder auf See via Kyrenaika verlaufende arabische Sklavenhandel brachte so Menschen aus Afrika nach Jaffa.[126] Ibrahim schaffte Pilgersteuern für Nichtmuslime ab und führte Kopfsteuern auch für Muslime ein.[127] Die Bedel-i askeriye,[98] eine Militärbefreiungssteuer für Christen und Juden, noch vor dem Pariser Frieden[99] und mit Ende des Millet-Systems rechtlich gleichgestellt,[99] ersetzte 1856 die Dschizya. 1856 bis 1882 stieg Jaffas Hafenumschlag von 44.845[115] auf 305.853[115] Tonnen.

1840 lebten unter den 4750[116] Einwohnern etwa 200[108] meist maghrebinische Juden. Ab den 1820er[114] Jahren förderte Istanbul ihre Ansiedlung, als Gegengewicht zu den Arabern und in Erwartung guter Steuererträge.[128] Juden und Christen bezahlten oft erhebliche Steuern und Tributsummen[64] für Schutzrechte,[129][96] wozu für die Juden das Beten am Kotel[129][127] oder der beschwerliche Bau der Jerusalemer Hurva-Synagoge[64] gehörten. Da der Posten eines Steuerpächters (mültezim[120][130][131]) der Hohen Pforte ersteigert[131] wurde, versuchten Notabeln (a'yân[98]) möglichst viel einzunehmen, um den Ämterkauf profitabel erscheinen zu lassen. Nun drängten nach dem Krimkrieg christliche Untertanen des Russischen Kaiserreichs nach Palästina und versuchten, Frankreich, in Jaffa mit den Messageries Maritimes[87] oder AFP[132][133] präsent, den Rang als Schutzmacht[134] der arabischen Christen abzulaufen.[118][64] Die griechisch-orthodoxe Bevölkerung Jaffas wuchs auf 2900[87] um 1904. Russland erhob diese Ansprüche spätestens 1774.[34][126][115] Auch bei Jaffa ließ sich die Kaiserlich Orthodoxe Palästina-Gesellschaft[43] nieder und betreute vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs 11.000[87] Schüler an über 100[87] Schulen und jährlich 14.000[43] meist aus ländlichen Gegenden stammende vom Zar subventionierte[43] Pilger. Hinzu kamen privilegierte Ausländer und einheimische Christen unter dem konsularischen Schutz[34][87] verschiedener Staaten. Laurence Oliphant schrieb über die unberücksichtigten Muslime: „Überall in der Türkei [sic] gehören die Muslime zu derjenigen Gruppe der Bevölkerung, die wirklich hart dran genommen wird.“[49] Jaffa, die „Mutter der Fremden“,[135] wurde Anlaufpunkt westlicher Glückssucher mit kapitalistischen Interessen und es entstand eine lokale Mittelschicht.[43] Von 1860 bzw. 1873 bis 1881 versechsfachten[119] sich Jaffas Orangen- und verdoppelten[119] sich Jaffas Getreideexporte nach England. Von Jaffa reisten auch Shadar,[104] von jüdischen Gemeinden entsandte Schnorrer, in der Hoffnung auf dringend benötigte Finanzhilfe zu Glaubensbrüdern in Europa und Afrika. Die Institution war als Halukka[86][136] bekannt. Islamische Wohltätigkeit regelten Waqf-Stiftungen[98] und die Zakāt, die dritte der Fünf Säulen des Islam.[137]

Markt in Jaffa, 1887, Darstellung des deutschen Orientmalers Gustav Bauernfeind, Privatsammlung[138]
Männer im Hafen von Jaffa um 1900: Reisende warteten auf Stegen darauf, zu ihren auf See vor Anker liegenden Schiffen gebracht zu werden.

Ab den 1860er Jahren gab es nach Fahrplan verkehrende Dampfschiffverbindungen ab Marseille und Triest,[33] die Pilger und Touristen[43] ins Land brachten. Ab 1867[123][104][84] garantierte das Gesetz das Grundeigentum von Ausländern. 1869[98] wurde eine asphaltierte Straße nach Jerusalem eröffnet,[104] die ab 1879[98] ganzjährig befahrbar war. Die Ottomanische Bank[87] und 1875 die Istanbuler Bankiersfamilie Valeiro[104] eröffneten Filialen. 1884 entstand das Hôtel du Parc von Plato von Ustinow.[114] Telegraphenämter,[119] Postdienste und Tramlinien[87] eröffneten. Auch Freimaurerlogen, wie die Barkai-Loge,[87][139] erfreuten sich bei Juden und Arabern großer Beliebtheit.[87] Während sich zuvor meist britische Erben in spe auf ihrer Grand Tour[43] in Jaffa einstellten, folgten nun die Kunden von Thomas Cook.[43][33] Am 31. März 1890 begann eine französische Gesellschaft mit dem Bau der Jaffa–Jerusalem-Bahn, sie ging am 26. September 1892[140] in Betrieb. Auch aus Französisch-Algerien ausgewiesene Sœurs de Saint-Joseph-de-l’Apparition[98] ließen sich nieder.

Elite und Mittelschicht unterlagen der Verwestlichung,[141][98] worauf italienische Architekten,[135] französische, britische, skandinavische[142] und US-amerikanische Kliniken,[117] Missionsschulen[141][117][101] und Universitäten[117] Einfluss hatten. So betrieben die United Free Church of Scotland und die Church of Scotland in Jaffa die Tabeetha School.[143] Ihr Missionserfolg beschränkte sich auf Christen.[143] Institutionen in den Metropolen Beirut,[144] Damaskus und Kairo lockten die wohlhabendsten Jaffaer Familien häufig fast das ganze Jahr zu sich.[57] Allein die mit 23[144] bis 28[145] Karakol (Polizeirevieren) gesicherte gesamtarabische Vergnügungsmetropole[146] Beirut hatte 1890 mit dem elitären[147] Syrian Protestant College,[144][101] den 50[144] Arztpraxen, 30[144] Apotheken und 6[144] Krankenhäusern, sowie mit 55[144] Cafés, 45[144] Juwelieren, 30[144] Uhrmachern, 30[144] Basaren, 25[144] Hotels, 3[144] Casinos, 2[144] Zirkussen und um 1900 auch 40[144] Bordellen wesentlich mehr zu bieten als das provinzielle Jaffa. Weiterführende Studien[117] führten Söhne der örtlichen Oberschicht nach Europa.[126] Doch vermochte Jaffas Handelskommitee in der Bosnischen Annexionskrise[87] Österreich-Ungarn die Stirn zu bieten, als es am 12. Oktober 1908[87] den Hafen für Frachter aus Triest blockierte, was 1908 ein Exportvolumen von 12,5[87] Millionen Francs tangierte. Als erstes musste dies eine Mannschaft des Österreichischen Lloyd[87] am folgenden Tag erfahren, als die Ruderer[87] der Frachtlöschung einfach an Land blieben.

Die Familie al-Taji al-Faruqi[118] aus Jaffa verfügte Ende des 19. Jahrhunderts über Grundbesitz von 50.000[118] Dunam. Der Landbesitz reicher Familien war mit der osmanischen Gesetzgebung ab 1858[34][123][119] arrondiert worden, da Bauern, um Steuern und dem Einzug der Kinder[148] ins Militär[57] zu entgehen, unwissentlich auf ihre Landrechte verzichtet hatten.[57][148] Manche der oft stark verschuldeten[117][149] Aristokraten verkauften nun bereits verpachtetes Land an die Neueinwanderer.[78][123] Auch deshalb waren Osmanischen Reich viele Bauern zu Landflucht[141][123] und Lohnarbeit in den Städten gezwungen,[150] die ihnen aber von den zunehmend[148][151] sozialistisch gesinnten Zionisten der 2. Alija[119] (1904–1914) immer häufiger vorenthalten wurde,[150][148] da sie keine „Ausbeutung“[128][151] arabischer Lohnarbeiter betreiben wollten, sondern eine rein jüdische Wirtschaft aufbauten.[78] Die Politik der Pioniere folgte dem Prinzip der „jüdischen Arbeit“ (hebräisch: avoda ivrit[33][43][119]), das auch als die Eroberung der Arbeit[150][104][119] (kibusch ha'avoda[152]) bezeichnet wurde. Die Juden sollten eine normale[119][153][151] gesellschaftliche Struktur aus „Bauern und Arbeitern“[153][151] erhalten und deren Masseneinwanderung[154][155] vorbereiten. Der andere Teil derselben Gesellschaftsauffassung war die „jüdische Selbstverteidigung“.[153] Aus beidem erwuchs der Vorwurf, der Zionismus sei ein imperialistischer Komplott[128][155] und die Juden würden Segregation[33][128][156] zu Lasten der arabischen Bevölkerung betreiben.

Junger Zeitungsverkäufer der Filastin (فلسطين) in Jaffa 1921, Aufnahme von Frank Scholten

Anders als die Elite, suchten viele entwurzelte Bauern Halt an traditionellen islamischen Wertvorstellungen. Aus der unteren Mittelschicht war die „arabische Renaissance“,[157][126][98] ein „islamisches Erwachen“,[141] die Nahda, von Dschamal ad-Din al-Afghani[157][75][99] oder des weltlicheren Rifa’a at-Tahtawi[98][75][99] hervorgegangen, der begann, die Gesellschaft am französischen Vorbild zu modernisieren.[141][158][75] Intellektuelle wie Khalil Beidas[43] und Khalil Sakakini[159][139] oder die ab 1911[136][139] in Jaffa gedruckte und mit Unterbrüchen[139] bis 1967[43] bestehende Zeitung Filastin[33][154][126] gaben Impulse für das wachsende arabische Nationalbewusstsein. Sie entstand durch die Journalisten Issa Dawud al-Issa und Yousef Hanna al-Issa.[43][139][160] Ihre Ausrichtung war panarabisch[43] und griechisch-orthodox.[43][139] Zum Vorlesen wurde sie gratis[87][135] an Jaffas Distrikt-Mukhtar[135] ab 100[87][135] Dorfbewohnern versendet. 1915 gab es in Palästina mehr als 20[161] Zeitungen. Auch Al-Akhbar,[87] Al-Asmai[136][160] und Al-Taraqqi[87] erschienen in Jaffa. Aus Haifa kam ab 1909[160] die Wochenzeitung Al-Karmil[154][136] von Najib Nassar,[161][104] zuvor griechisch-orthodoxer[139] Protestant[160] und Angestellter[104] der Landkaufgesellschaft JCA,[160] der sich mit seiner Frau Sadij Nassar[162] einem vehementen Antizionismus zugewandt hatte. Verweise auf alte Traumata[59][53] der Kreuzzüge dienten der politischen Mobilisierung. Ein Artikel in Filastin von 1913 trug ganz unverblümt den Titel Die zionistische Gefahr.[154] Zeitungen unterstanden strenger Zensur,[161] bis 1908 osmanisch,[84][99] ab 1917 britisch. Der Großteil der Bevölkerung war nicht[104][86][163] lesekundig und kannte Medien durch das Grammophon, etwa der Berliner Firma Odeon,[161][135] die 1913 und 1914 in Kairo 458[161] arabische Aufnahmen herstellte.

Abdülhamid II. unterdrückte bis zur Jungtürkischen Revolution[104] von 1908, an deren Spitze das bald der Kollusion[163] mit dem Zionismus bezichtigte Komitee für Einheit und Fortschritt[163] stand, die europäische[164][165] Idee der vaterländischen Nation (arabisch: Watan[163][98][87]). Die nationalistische und antizionistische Schrift Le Réveil de la nation arabe dans l’Asie turque [ou le péril juif universel][166][159][86] (dt. Erwachen der arabischen Nation in Türkisch-Asien [Oder die jüdische Weltbedrohung]) des maronitischen Christen Negib Azoury war 1905[166] in Paris erscheinen. Sie machte offene Anleihen am Antisemitismus Europas.[159][167] Insgesamt erreichte der von arabischen Christen[167] und französischen Geistlichen[167] importierte[86][168] und übersetzte[164][86] „moderne“[169] Antisemitismus eines Édouard Drumont oder der ab 1925[167] arabisch vorliegenden Protokolle die Muslime noch kaum,[167] für die die Juden ein Bestandteil[159][86] ihres islamischen Weltbildes waren. Nach der Wiedereinsetzung der Verfassung per osmanischem Dekret, am 6. August 1908[87] von Jerusalems Ex-Gouverneur Ali Ekrem Bey[87][170][121] auch in Jaffa vor tausenden begeisterten Menschen jeden Glaubens verlesen, wurde 1909[104] ein Jaffaer ins Osmanische Parlament gewählt. Mendel Kremer, ein osmanisierter Jude in Jaffa und Journalist für HaHashkafa schrieb: „Ohne Chaos oder Blutvergießen hat 'unser Volk' das wertvollste mögliche Gut erlangt [eine repräsentative Regierung].“[87] In Paris entstand 1911[171] die geheime Liga der arabischen Jugend (al-Fatât[166][126][160]) von Mohammed Izzat Darwaza,[166] die auch in Nablus und Jaffa Zellen bildete.[160] Die von den etwa 200[171] fast zur Hälfte[158] christlichen Delegierten einer sechstägigen[171] syrisch-ägyptischen[126] Konferenz im Juni 1913[166][126] in der Pariser Société de Géographie[126] erhobenen Forderungen umfassten Dezentralisierung[166][171] im Osmanischen Reich, Militär-[171] und Verwaltungsreform[166] und sprachliche Anerkennung.[166][171] Hocharabisch[161] löste Osmanisch als Bildungssprache ab, eine wachsende[157] Buchproduktion aus Ägypten,[161] wo die Presse relativ frei war, wurde rezipiert. Im 19. Jahrhundert erschienen über 10.000[157][126] Titel. In Palästina entstanden der den Naschaschibi verbundene al-Muntada al-ʿAdabi[166][160] („Der Literaturclub“) und Husseini-nahe al-Nadi al-Arabi[166][160] („Der arabische Club“), die aus Studienabgängern[166] und höheren Angehörigen der Sicherheitskräfte[166] bestanden.

Im Ersten Weltkrieg zwang die osmanische Verwaltung in Jaffa lebende Juden zum Verlassen der Stadt, da sie wegen ihrer russländischen oder rumänischen Herkunft als feindliche Staatsbürger[114][104][154] galten, war doch am 27. August 1916[172] schließlich auch Rumänien in den Krieg eingetreten. Am 16. November 1917[133][173][136] ergab sich Jaffa der Übermacht britisch-australischer[136] ANZAC unter Edmund Allenby. So endete die osmanische Oberherrschaft. Die vertriebenen Juden waren durch Vermittlung[114] des mit den Türken verbündeten Deutschen Kaiserreichs zuvor aus Damaskus[87] und Anatolien[87] zurückgekehrt. Nach dem jungtürkischen Völkermord an den Armeniern[99] wuchs ab 1916 die armenisch-orthodoxe[110] Gemeinde durch den Zustrom der Flüchtlinge.[174][175][91] 1915 hatten die Briten arabischen Politikern ein Gebiet von Adana[176] (heute Türkei) bis Akaba[176] (heute Jordanien), einschließlich Jaffas, versprochen.[176] Im Mai 1916[176] lag Jaffa im Gebiet, das nach Plänen der Triple Entente[176] unter gemeinsamem britischem, französischem und russischem Protektorat hätte stehen sollen. Mark Sykes spielte mit dem vagen Plan, Jaffa und Akkon als Stützpunkte einzufordern, aber das übrige Palästina zu internationalisieren.[177] Indes erfüllten sich auch arabische Versprechungen nicht, denn die umfassende Desertion ihrer Soldaten aus osmanischen Verbänden blieb aus.[178] Das Faisal-Weizmann-Abkommen[179] blieb unverwirklicht, zu dem Faisal I. im März 1919 an Felix Frankfurter[103] schrieb: „Wir Araber, insbesondere die gebildeten unter uns, schauen mit großer Sympathie auf die zionistische Bewegung.“[180][103] Im Ringen um die Pariser Friedenskonferenz kam im Juni 1919[181] die King–Crane-Kommission[181] in Jaffa an. Chaim Weizmann versprach, „Palästina so jüdisch zu machen wie England englisch ist.“[181]

Vier Orangenpacker im Hafen von Jaffa als Stereobildpaar um 1930
Das Grüne Haus (1934), arabischer Eklektizismus im Zentrum von Jaffa

Nach dem Ersten Weltkrieg an der Palästinafront formierten sich Islamisch-christliche Komitees,[136][33] die vom 27. Januar bis 9. Februar 1919[182][159] beim panarabischen[78] Allsyrischen Kongress in Jerusalem ein Programm gegen die Ansiedlung von Juden in „Südsyrien“[159][78][155] verfassten. Unter den Aktivisten, in der Ablehnung des Zionismus vereint, entstand Uneinigkeit[166] über mögliche Alternativen: Während sich Muslime für ein Palästina als „untrennbaren Teil Syriens“[159] aussprachen, gab es bei griechisch-orthodoxen auch Zustimmung für ein britisches Protektorat; katholische Araber traten für ein französisches Protektorat ein. 1920 folgte die Zuwendung zum palästinensischen Staatsprojekt. Die Bevölkerung war in Anhänger rivalisierender[183] Dynastien, den Husseini (Arabisch-palästinensische Partei ab 1934[184]) und den Naschaschibi gespalten (Nationale Verteidigungspartei von Raghib al-Naschaschibi[185][166][184] 1934), was die Briten gezielt[119][186] verstärkten und islamisierten.[163][165] Mohammed Amin al-Husseini vereinnahmte die Macht zu Lasten der Landnotabeln[184] im Arabischen Exekutivkomitee,[104] im Obersten Islamischen Rat[119] und dominierte schließlich ab 1936 das Arabische Hohe Komitee,[119] was zu Spaltungen der Nationalbewegung führte.[184] Der Historiker Amnon Cohen bezeichnet den Machtkampf als Vendetta.[104] Ab 1936 gab es sechs[184][104] arabische Parteien. Militärische Strukturen, die eine Eigenstaatlichkeit hätten sichern können, waren kaum vorhanden, so hatte die Jaffaer Miliz Al-najjada[104][187][136] nur lokale Bedeutung. Gesamtregional konkurrierte unter den Eliten (khâssa[163][98]) der Lokalpatriotismus[165] mit dem Panarabismus, Libanonismus[178] und Großsyrianismus.[178] Benny Morris beklagt „einen fundamentalen Mangel an autonomen Institutionen, Normen und Traditionen“.[104] Es fehlte der Arbeiter und Massen (ʿâmma[163][98]) einbindende Arabismus, die einheitliche palästinensische Identität.[178][188] Indes errichtete die Jewish Agency vorstaatliche Strukturen. Während im nahen Bayt Dajan (heute Beit Dagan) die feine Stickerei blühte,[35] erreichten Werbung und Konsumgüter, beispielsweise von Nestlé,[135] Bayer (Aspirin),[135] Colgate/Palmolive,[135] Amstel,[135] HMV,[135] Austin,[135] oder DeSoto,[135] das Land.

Karte von Jaffa und Tel Aviv um 1930 des Survey of Palestine

Im Sommer 1920 wuchsen die Spannungen nach Frankreichs Einmarsch[86][189] in Damaskus und der Aufteilung der Mandatsgebiete auf der Konferenz von Sanremo.[190] Das geheime[191][189][177] Sykes-Picot-Abkommen[192][46] vom Mai 1916 – ein britisch-französischer Interessenausgleich[178] –, von den Bolschewiki[177][193] publik gemacht, wurde entgegen anderslautenden Versprechungen und gegen den Willen der Mehrheitsbevölkerung umgesetzt. Dem Wortlaut ihrer Absichtserklärung zufolge, sollte das Völkerbundsmandat eine Vormundschaft[194] über „minderjährige Völker“[195] ausüben, „die noch nicht imstande sind, sich unter den besonders schwierigen Bedingungen der heutigen Welt selbst zu leiten“.[194] Die Mandatsmächte verstanden ihre geopolitische Einmischung als „eine heilige Aufgabe der Zivilisation“.[194][196] Anfang Mai 1921[159] entstanden aus Spannungen[197] zwischen Juden arabisch-jüdische Unruhen in Jaffas Vorort Neve Shalom.[198] Unter den 47[199][200] jüdischen Opfern war der Schriftsteller Josef Chaim Brenner.[201][199] Die Pogrome in Osteuropa meldende jiddische Zeitung Forverts[197] erkannte, trotz 48[154] arabischen Opfern, unvermeidlich[197] einen Pogrom. Um die Lage zu entschärfen, verboten die Teile und herrsche[46][119][165] praktizierenden Briten Einwanderungsschiffen die Landung in Palästina.[159] In ihrer Rolle des „honest broker“[155] sahen sie Palästina und den von ihnen erstmals so bezeichneten Mittleren Osten[80][98] als Brückenkopf via Suezkanal nach Indien[80][119][202] und standen unter dem Einfluss millenaristischer[163][203][154] Protestanten. Argwöhnisch beobachteten sie entstehende Kontakte von Wladimir Zeev Jabotinsky und anderen radikalen Zionisten mit der IRA,[80] wähnten sie sich doch in einer Wiederholung des Irischen Unabhängigkeitskriegs,[146] dem „Anfang vom Ende des Empire“. 1922 verlegten die Briten Teile der Royal Irish Constabulary[204] und deren mörderische Auxiliaries[204] von Irland nach Palästina.

27. Oktober 1933: Arabische Demonstranten und britische Polizisten, darunter berittene[205] Polizei, auf dem Martyr-Ground Square[206] in Jaffa. Die Bilderserie zeigt im weiteren Verlauf die Eskalation der Lage.[207]

Laut der Volkszählung von 1931 hatte der Bezirk Jaffa 30.877[208] sesshafte Landbewohner in 24[20] Dörfern, diese waren zu etwa 70 %[208] Muslime. Die arabische Bevölkerung Jaffas war von 1922 bis 1931 um 63 %[209] (von 27.429[209] auf 44.638[209]) gestiegen. Eine Dürre im Frühjahr 1932[184] trieb noch mehr Bauern in die Stadt. Das Einzugsgebiet reichte nun bis ins syrische Hauran.[184] Die arabische Bevölkerung, proletarisiert[78][154] und von Saisonarbeit[154] abhängig, machte ihrer Frustration mit Streiks Luft. Nach Feuereröffnung[136][205] britischer Polizisten auf nicht abzugsbereite Demonstranten am 27. Oktober 1933, als ein[210] Polizist und 26[136][210]/29[211] Zivilisten, darunter ein sechsjähriger Junge,[211] starben und dem Politiker Musa Kazim al-Husaini schwere Schläge[136][210] zugefügt wurden, denen er darauf erlag,[34][210] radikalisierte[155][212] sich die Bewegung. Unter Jaffas Muslimen entstanden vereinzelte neo-salafitische[184][213] Gruppen, deren lokaler Anführer Yaʿqūb al-Ġuṣain[184][104] der 1932[104] gegründeten Gesellschaft der Muslimischen Jugend[184] war. Izz ad-Din al-Qassam[213][184][136] war bald ihr einflussreichster Sprecher in Palästina. Seine kurzlebige Organisation Schwarze Hand (arabisch: al-Kaff al-A(s)wad[154][136]) zerbrach jedoch am harten Durchgreifen der Briten und an der geringen (200–800 Personen[154]) und zuletzt minimalen[214] Mobilisierungskraft des von ihm neu propagierten Dschihad,[212] der, wie die Historikerin Nadine Picaudou schreibt, der Gesellschaft fremd[212] war. Al-Qassam und die weiterhin großsyrische[210] Istiqlal,[211] der al-Husseini zu moderat[210] war, begehrten gegen probritische Grundbesitzer auf.[212][196]

Mit Methoden der britischen Aufstandsbekämpfung in Irland[163] wurden zu Beginn des Krieges[196]Großer arabischer Aufstand[195][136][160] am 18.[115] bis 21.[115] Juni 1936 in der „Operation Anker“[80][25] weite Teile der Kasbah[80] gesprengt,[115] um befahrbare Schneisen[206] in diese Rückzug[206] bietende umwallte[215] Bausubstanz zu schlagen. Der britischen Zerstörungswut, einer „Sanierung“,[210] fielen 220[210] bis 250[80] mehrstöckige Bauten zum Opfer. Vom Minarett der Hassan-Bek-Moschee wurde auf Passanten geschossen. Etwa 7000[80] jüdische und 6000[136][210] arabische Jaffaer verloren die Wohnung. Abhilfe schaffen sollte der Peel-Teilungsplan,[34][196] der vorsah, dass Jaffa Teil einer britischen Zone blieb, während er Tel Aviv einer jüdischen Zone zuschlug. In einer Abfolge von Gewalt und Gegengewalt wurden am 26. August 1938[214] vierundzwanzig Besucher eines arabischen Marktes in Jaffa durch eine Bombe getötet. Die Briten, der arabischen wie auch der jüdischen Forderungen überdrüssig, veröffentlichten 1939 das Weißbuch[78] und machten ihrer Politik einer freundlichen Duldung jüdischer Einwanderung ein Ende. Diese britischen Stellungnahmen waren für die Zionisten ein Affront,[163] David Ben-Gurion, der für die Briten 5500[196] jüdische Freiwillige rekrutierte,[183] ließ 1942 auf dem 22. Zionistenkongress in New York verlauten: „Wir führen Krieg an Englands Seite, als gäbe es kein Weißbuch, und wir bekämpfen das Weißbuch, als gäbe es keinen Krieg.“[78][155][183]

Anfang 1936[161] ging ein britisch zensierter dreisprachiger[211] Radiosender in Ramallah[161] und im Jerusalemer Palace Hotel[211] in Betrieb. 1938 eröffnete der Hafen von Tel Aviv[114][150][104] als einfacher Holzkai,[211] was den boykottierten[150] Jischuv eigenständiger machte. Jaffas streikende Transportfahrer[104] und Docker,[104] angeführt vom Istiqlal,[104] hatten 1936 den Hafen blockiert. Die Kais konnten wegen Untiefen ab Mitte des 19. Jahrhunderts von den einen größeren Tiefgang aufweisenden Dampfschiffen nicht mehr direkt angelaufen werden,[87][216] weshalb Jaffa – ʿArus al-Bahr[135] (dt. die Meeresbraut[136][25][135]) oder nach jüdischer Lesart Sha'ar Zion[25] (dt. Tor Zions) – den Namen Hafen ohne Hafen[80] trug. 1965 wurde jedoch auch Tel Avivs Hafen vom Tiefwasserhafen in Aschdod[173] abgelöst. 1945 hatte Jaffa 101.580 Einwohner, von denen 53.930 muslimisch, 30.820 jüdisch und 16.800 christlich waren.[217] Während Tel Aviv im UN-Teilungsplan 1947 dem jüdischen Staat (14.700 km²,[218] das ist 55 %[155][119][218] der Fläche des Mandatsgebiets, mit rund 500.000[155][119][218] Juden und 400.000[155][119][218] Arabern) zugeschlagen wurde, war Jaffa als kleine Enklave des arabischen Staates vorgesehen. In den Tagen nach der UN-Resolution vom 29. November 1947, noch vor dem Gewaltausbruch, ging die Mehrheit der städtischen Eliten[104][205][219] – Beamte, Ärzte, Anwälte, Geschäftsleute und ihre Familien – ins Exil, zu Ferienhäusern[135] im Libanon oder zu im Ausland lebenden Verwandten.[219][108]

Straßenszene im nunmehr mehrheitlich jüdischen Jaffa (Aufnahme von 1948/1951)
Ostern in Jaffa (2011)
Manschiyya in Jaffa, mit 13.000[154][220] Einwohnern in den Jahren 1944 bis 1947, liegt nach dem Palästinakrieg in Trümmern. Aufnahme von Rudi Weissenstein von Ende 1948.

Am 4. Januar 1948[221][25] verübte die Irgun einen Bombenanschlag auf das Sarraya-Haus,[20] das al-Saray al-Kabir,[136] den Lokalsitz des Arabischen Nationalkomitees und tötete 26[20][221] Menschen. Tel Avivs Stadtpolitiker protestierten bei Sitzungen am 7.[20] und bei David Ben-Gurion am 25.[20] Januar gegen den Irgun-Terror und beklagten die Provokationen[20] der Hagana gegen Jaffa, da sie den am 9. Dezember 1947[222] mit Nimr Hawari[221] vereinbarten Nichtagressionspakt[221] mit Jaffa einhielten. Wenige Wochen später gab die Stadt Tel Aviv diese Haltung auf.[20] Am 14. Mai 1948[223] erklärte Israel seine Unabhängigkeit: „Wir fühlten uns hoffnungslos. Wir konnten nichts machen. Es war ein schlimmes Gefühl der Erniedrigung. Ich weinte“,[223] erinnert sich der Zeitzeuge Mohammed Hasan Scheich Yosef, der es im Radio vernahm, es in der Zeitung las. Am 11.[187]/13.[199][219][25]/14.[159][136] Mai 1948 wurde Jaffa im Palästinakrieg unter Beschuss[20][188][219] nach dreiwöchiger[20] Einkreisung[199][187] von 5000[20] Irgun-Kämpfern und der im südöstlichen Umland[136] operierenden Hagana eingenommen. Ahmed Abu-Laban[25] unterzeichnete die Kapitulation. Die abziehenden Briten sahen sich zur Intervention[199][187][188] genötigt. Der Christ Michael al-Issa[20] und 50 bosnische[20] „Freiwillige“ hatten versucht, Jaffas 1500[20][188] Verteidiger zu organisieren. Bei der Einnahme von Jaffa kamen Strategien des Plan Daleth[224][187][165] zur Anwendung. Meldungen über ein Massaker im Dorf Deir Yasin[108][225][150] nahe Jerusalem am 9. April 1948[196] und gezielt verbreitete[225] aber teils auch falsche Gerüchte über weitere Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, sowie Drohungen[225][224] per Lautsprecher[188] lösten bis im Juni eine zweite,[104] nun bedeutend größere Fluchtwelle aus. Betroffen waren die Orte im Dreieck[158] zwischen Jaffa, Jerusalem und der nördlichen Grenze des heutigen Gazastreifens, sowie um Be’er Scheva,[158] und im Norden zwischen Haifa, Safed und der Grenze zum Libanon.[158] In Panik[25] verließen Menschen Jaffa auf dem Seeweg[114][20][136] und flohen nach Gaza[226] ins Lager al-Shati[227] oder nach al-Arisch.[181]

Viele arabische Familien rechneten mit einer baldigen Rückkehr in ihre Häuser.[228][229][230] Dies kam in den meisten Fällen einer materiellen Enteignung[231][150] gleich und bedeutete den Verlust der Heimat.[165] Zum Symbol dafür wurden die bei der Flucht mitgeführten und weitervererbten Hausschlüssel.[232][104][165] Von der bis 1967 in 40.500[165] Fällen zugelassenen Familienzusammenführung[57][155] abgesehen (auf über 700.000[165][183][233] Vertriebene aus ganz Israel), blieb eine Rückkehr – al-Awda[155] – ausgeschlossen.[165][219] Bei Ausgangssperren[20] von 21:00–5:00[234] Uhr (später 22:00–4:00[234]) und Hausdurchsuchungen[20] gab es willkürliche Erschießungen[20] und sexuelle Gewalt.[20] Weitere Plünderungen[154][235][155] durch israelische Zivilisten[20][165][236] und die Armee[20][165][236] sollten unterbunden werden. Jaffas Militärgouverneur Yitzhak Chizik[20] drängte darauf, als diese außer Kontrolle gerieten.[20] „Verlassenes“ arabisches Eigentum wurde nach dem 25. Juni 1948[20] zunehmend vom Treuhänder[236] jüdischen Einwanderern zugewiesen.[57] 45.000[154][236] dieser Olim chadaschim wurden in Jaffa einquartiert.[236] Durch die Gesetze Absentee Property Law[57][237][222] (1950) und Land Acquisitions Law[237] (1953) fielen fast 40 %[237] und ab dem IBLL[181] (1960) schließlich 93 %[181] des neuen Staatsgebiets unter die Sachwaltung des Jüdischen Nationalfonds,[57] wovon abwesende,[237] Internally displaced[57][104] present-absentees[237] (dt. anwesende Abwesende[181]) und anwesende[237] Eigentümer und Waqf[233][236] betroffen waren. Die Weigerung der arabisch-palästinensischen Führung, dem UN-Teilungsplan zuzustimmen und andere sogenannte „verpasste Chancen“,[119][155][238] führten zum verbreiteten zionistischen Vorwurf, Araber und Palästinenser seien letztlich für ihre Verluste „selber schuld“.[155][119][237]

Laut dem Historiker Albert Hourani bewirkte die Talentabwanderung[239][231] bessergestellter Schichten und der Vermögensabfluss in Gebiete außerhalb[231] von Palästina, ein Wachstum der jordanischen Hauptstadt Amman.[231][119] Wobei mittellosen Flüchtlingen die Integration in Jordanien häufig erschwert blieb.[240] In der Folge dieser von den Palästinensern als Nakba[193] bezeichneten Ereignisse, der Flucht bzw. Vertreibung großer Bevölkerungsteile[241] (73 %[139] von Jaffas Christen) reduzierte sich ihre Zahl in Jaffa um rund 50.000[20] auf 3647[136][215] – darunter Umgesiedelte[136] aus der Umgebung – und lag 2017 bei rund 20.000.[226] Der Begriff Nakba wird von einer Mehrheit der Israelis abgelehnt, das Thema ist weitgehend ein Tabu,[242][225][235] auch wenn Aktivisten von Zochrot[155][226] (dt. Sie erinnern sich) versuchen, die jüdische Öffentlichkeit für den Schmerz zu sensibilisieren, der mit der Erinnerung verbunden ist. Jedoch soll ein 2011 verabschiedetes Nakba-Gesetz[243][235] das öffentliche Gedenken verhindern. Widerhall fand die Nakba zunächst nur im Werk israelischer Schriftsteller wie Yizhar Smilansky.[150] Auf palästinensischer Seite schrieben darüber Schriftsteller wie Mahmud Darwisch[154][165] und Emile Habibi.[154] Ab den späten 1980er Jahren begannen sich auch Israels Neue Historiker[57][235][155] (ההיסטוריונים החדשים) dafür zu interessieren und sich ohne Rücksicht auf Tabus selbstkritisch damit auseinanderzusetzen. Die Nakba wird häufig als Gründungsereignis[235] Israels bezeichnet.

Symbolischer Schlüssel am Zugang zum Flüchtlingslager Aida (Bethlehem)

Im Erinnerungsdiskurs vieler Palästinenser wurde Jaffa zum fernen Sehnsuchtsort,[188] der in einem Idealzustand nostalgisch[157][162][188] konserviert wird. So schilderte der israelische Schriftsteller David Grossman 1988 ein Gespräch mit einem Flüchtlingsjungen der dritten Generation im Lager Dheischeh[244] südlich von Bethlehem: „Ich frage einen fünfjährigen Jungen, woher er kommt. Er antwortet sofort: »Jaffa.« […] – »Warst du schon einmal in Jaffa?« – »Nein, aber mein Großvater hat es gekannt.« […] – »Und ist Jaffa schön?« – »Ja. Dort gibt es Obstgärten und Weinberge und das Meer.«“[244] Diese Vorstellung besteht bis heute und findet sich z. B. im friedenspolitisch vermittelnden Film Tel Aviv on Fire (2018) von Sameh Zoabi, in dem Jaffa als unerreichbare Silhouette am Horizont erscheint. In seltenen Fällen konnten Palästinenser Häuser in Jaffa zurückkaufen,[188] Palästinenser mit Reisepässen besuchen[188] den Ort als Touristen. Im krassen Gegensatz führen auch die extremsten Anhänger des Religiösen Zionismus, deren großisraelische Ambitionen weit[183] über das Gebiet innerhalb der Grünen Linie und des Westjordanlands – den sogenannten Umstrittenen Gebieten[155][245] – hinausgehen, den Namen Jaffa im Munde. So zitiert David Grossman den Siedler-Rabbiner Mosche Levinger mit den Worten: „Vor fünfzig Jahren haben unsere Gegner mit uns über Jaffa gestritten; heute streiten sie mit uns über Alfei Menasche; in fünfzig Jahren werden sie mit uns über Amman [die Hauptstadt Jordaniens] streiten. So ist das eben.“[244]

Dass die Nationenbildung der Palästinenser erst mit der Nakba einsetzte ist eine verbreitete Auffassung,[57] die, wie der Autor Elias Sanbar schreibt, „gewissen Israelis lieb“[246] ist, doch ist die Zugehörigkeit der arabischen Israelis zu dieser Nation umstritten.[247][243] In Jaffa befinden sie sich derweil auf dem Rückzug, auch wenn sich Tel Avivs jüdische Bevölkerung gewisse, meist ironisch befrachtete Elemente des Arabischen aneignet.[248] Rechtsgerichtete Organisationen wie Yad L'Achim[208] und Lehava bekämpfen mit ihren Kampagnen Mischehen zwischen jüdischen und arabischen Israelis, sowie alle weiteren gemischtreligiösen Ehen, wobei sie vor allem jüdische Frauen davor „retten“[208] wollen, „widernatürliche“[208] Beziehungen einzugehen. Neutrale oder positive Begegnungen sind durchaus möglich: 1999 wurde mit Rana Raslan erstmals eine arabische Israelin zur Miss Israel[243] gewählt und die Zahl arabischer Studierender steigt weiter.[243] Doch haben Arbeitslosigkeit,[249] Kinderarmut[243][98] und verbreiteter illegaler Waffenbesitz[250] zur Entstehung krimineller Netzwerke beigetragen. 2021 gab es einen Anstieg[249] tödlich verlaufender innerarabischer Gewalt.[250] Abrechnungen unter Bandenmitgliedern erreichen inzwischen auch die arabische Gemeinschaft in Jaffa.[249]

Old Jaffa wird heute touristisch[135] genutzt und beherbergt zahlreiche Souvenirläden und private Galerien.[251][114][162] Die konsumorientierten[114] und, wie Raja Shehadeh schreibt, entseelt „niedlichen Rekonstruktionen“[162] Old Jaffas als Touristenattraktion[252][253] erfolgten hauptsächlich in den 1990er Jahren, wobei ein Großteil der historischen Bausubstanz beseitigt[252] wurde. Begründet wurde dieses Vorgehen teilweise mit dabei durchgeführten archäologischen Ausgrabungen.[28] Die staatslegitimierenden[234] Zielen dienende Archäologie ist in Israel ebenso beliebt wie Gegenstand erbitterten Streits.[155][254][166] 2002 standen nur zwei[43][222] zionistische Bauten in Old Jaffa (das Bilu-Haus,[222] erster Sitz der Bewegung ab 1882[222]/der erste Standort des Hebräischen Gymnasiums[222]) unter dem Schutz der Israel Antiquities Authority, jedoch keines der arabischen Gebäude.[43] Das südlich an die Altstadt anschließende al-ʿAjami galt zuvor als „Problemviertel“[114] und Drogenumschlagsplatz,[114] ein Thema, das der Film Ajami[114][255] (2009) von Scandar Copti behandelt. Eyal Sivan behandelt in seinem Dokumentarfilm Jaffa, the Orange's Clockwork[256] (2009) die Vereinnahmung der Jaffa-Orange für den Zionismus. Ein Teil Jaffas ist heute eine zusammenhängende Ausgehmeile[114] für zahlungskräftige Besucher. In Jaffa befinden sich bis heute aber auch Einrichtungen und Kirchen der arabischen Christen, sowie Botschaften, darunter die französische. Wie andere Stadtteile unterliegt Jaffa der Gentrifizierung.[226][257][258]

Geschichte Tel Avivs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1909: Die Teilhaber der Terraingesellschaft Achusat Bajit losen Bauparzellen in den Dünen zu, Aufnahme von Avraham Soskin[25]
Das Hebräische Herzlia-Gymnasium im Tel Aviv der 1930er Jahre

Die ersten jüdischen Ansiedlungen im späteren Stadtgebiet entstanden als nördliche Vororte Jaffas im Süden des heutigen Tel Aviv: Ab 1881 bauten jemenitische Juden Kerem HaTeimanim (dt. Weinberg der Jemeniten;[140] auch: Mahane Israel[25]). Sie widmeten sich ihrem traditionellen Handwerk als Silberschmiede. 1900 bildeten Jemeniten rund 10 %[124] der jüdischen Einwohner Palästinas. 75[131][86] oft arbeitslose jemenitische Handwerker- und arme Händlerfamilien gründeten 1903[131][86] in Jaffa die Organisation Peulat Sachir[131][86] (dt. Lohnarbeiter-Bestreben)[131][86] mit der Absicht, die Interessen dieser zum tieferen „arabischen Tarif“[86] bezahlten Juden gegenüber arabischen Arbeitskräften zu begünstigen.[131] In ihrem Antrag an den Vorstand der jüdischen Zitrus-Pflanzer von Rechovot gaben sie als Wunsch an, „die Zahl der arabischen und muslimischen Arbeiter zu reduzieren, und uns – die wir doch die Kinder eines [einzigen] Vaters sind – das Land an ihrer Stelle kultivieren“ zu lassen.[131] Bitter enttäuscht, ausgebeutet[86] und als „Hunde! Gojim!“[86][259] oder „Schwarze“[86] bezeichnet, kehrten viele Juden in den Jemen zurück.[86] Durch frühzionistische Einwanderung und die jahrhundertelange Präsenz des traditionalistischen „Alten Jischuv“ lebten 1880 etwa 24.000[84] bis 25.000[163] Juden in Palästina. 1887[25] gründeten die Sephardim Aharon Chelouche,[140] Chaim Amzalak[140] und Joseph Moyal[140] vor den Toren der Stadt eine Siedlung mit dem ambitionierten Namen Neve Tsedek (dt. Oase der Gerechtigkeit),[140] in Anlehnung an einen Vers im Buch Jeremia. Bürgermeister Solomon Abulafia[216] vereinte den Ort 1909 mit Tel Aviv. 1890 entstand Neve Shalom. Die 1840[104] aus Algerien[216] eingewanderte Familie Chelouche etablierte sich im Immobiliengeschäft.[104][87] Sie unterhielt beste Beziehungen[87][216][25] mit der arabischen Elite. Jaffas Juden hatten arabische Vorstellungen über die Kleidung,[210] aschkenasische Frauen und Mädchen waren ihnen zu freizügig. Der lokale Büroleiter[136][160] Arthur Ruppin[87] beklagte 1913[136] am 11. Zionistenkongress in Wien mangelnde „nationale Solidarität“.[136]

Ab 1900[104] überstieg die Zahl der Aschkenasim jene der Sephardim. 1904 wurde Abraham Isaak Kook[127] aschkenasischer Oberrabbiner. Er und sein Sohn Zwi Jehuda Kook[244] schufen die ideologische Basis für den späteren religiösen Zionismus von Gusch Emunim,[260][244] damals noch die Sichtweise einer kleinen Minderheit, mit deren Auflösung[236] manche rechneten. Bereits ab 1871[261][220] arbeiteten im Weiler Sarona (1947 zu Tel Aviv) pietistische[262] württembergische Protestanten, die Templer, am Aufbau einer modernen Landwirtschaft. In Jaffas Vororten Walhalla und Amerikanisch-Deutsche Siedlung, trieben Templer die gewerbliche und industrielle Modernisierung Palästinas voran. So führten Deutsche bis zum Ersten Weltkrieg die Gießerei Palestinian Iron and Brass Foundry Company.[188] In Jaffas Stadtteil Manschiyya entstanden 1887 die jüdischen Häusergruppen Jefeh Nof[25] (Bella Vista) mit Krankenhaus und 1904 die Privatsiedlung Feingold Häuser.[25] Der Zuwachs wirtschaftlicher Möglichkeiten dank der noch wenig expansionistischen 1. Alija (1882–1903) wurde kritisch begrüßt.[155] Raschīd Ridā[184] und andere islamische Intellektuelle äußerten sich vereinzelt positiv. Ridā, Herausgeber der Zeitschrift al-Manār,[126] betonte aber auch, dass das Land „allen Kindern Abrahams gehört.[159]

1906 entstand die Terraingesellschaft Achusat Bajit[136][98] (אחזת בית), zu deren Gründern am 6. Juli 1906[25] die Familie des späteren Ministerpräsidenten Mosche Scharett gehörte. Am 11. April 1909[25] wurden das vom niederländischen Bankier Jacobus Kann[263] angekaufte parzellierte Land unter der Leitung von Akiva Aryeh Weiss[264][25] und in Anwesenheit der 60[220]/66[25] Gründerfamilien, die Anteile an der Gesellschaft besaßen, verlost: Auf am selben Morgen am Strand gesammelte Muscheln schrieb er mit schwarzer Tinte die Namen der Gesellschafter und auf weitere Muscheln die Parzellennummern. Während des Losverfahrens[265] zogen ein Junge und ein Mädchen gleichzeitig je eine Muschel mit Nummer bzw. Namen, so entschied sich, wer welches Grundstück erhielt. Das damals wenig beachtete Ereignis markiert den Beginn von Tel Avivs offizieller Geschichtsschreibung. Achusat Bajit vereinigte sich später mit zwei anderen neuen Vierteln – Nachalat Binjamin[266] und Geʾula. Nach dem Titel von Nachum Sokolows[25] hebräischer Übersetzung des utopischen Romans Altneuland von Theodor Herzl wurde der Ort „Tel Aviv“ genannt, nachdem am 21. Mai 1910[25] auf der Vollversammlung Achusat Bajits über den neuen Namen entschieden worden war. Unter den Vorschlägen waren: Neu JaffaJefefija („Die Schönste“)[267][216]Neweh Jafo („Aue Jaffas“) – ʾAvivah („Die Frühlingshafte“) – ʿIvrija („Die Hebräische“) und schließlich Tel Aviv („Frühlingshügel“). Tel Aviv setzte sich durch. In Sokolows poetischer Übersetzung steht Tel (antiker Siedlungshügel[136]) für „alt“, Aviv (Frühling[136]) für „neu“.[268] Tel Aviv – die „erste hebräische/jüdische Stadt“[104][269][20] – wurde bald Zufluchtsort für seit längerer Zeit ansässige Juden aus Jaffa.

Auffaltbare Grußkarte zu Rosch ha-Schana mit idealisierender Abbildung von Tel Aviv, der „Ersten jüdischen Stadt“. Der obere Schriftzug ist jiddisch und bedeutet Panorama von Tel Aviv, gedruckt in Deutschland, 1912.[269]

Sokolow hatte den Namen dem Buch Ezechiel entnommen, in dem er einen Ort am Fluss Kebar[114] in Babylonien[114][43] bezeichnet, wo der Prophet seine Offenbarungen empfängt: „So kam ich zu den Verschleppten, die in Tel Abib wohnten“ (Ez 3,15a EU; 37, 1–12[114][9]). Darin heißt es, dass „einmal das ganze zerstreute Volk Israel[270] nach Eretz Israel zurückgeführt werden wird“.[271] Die grundlegende Motivation des politischen Zionismus war jedoch politischer und kaum religiöser Natur.[272][119] Der auf eine Staatsgründung ausgerichtete Zionismus bildete die Hauptrichtung[155] der Bewegung, konkurrierte aber mit dem national-kulturellen[273][151] Zionismus, der emanzipatorische[273] Forderungen an die Diaspora stellte.[272] Alternativ zum Zionismus entstand der Algemeyner Yidisher Arbeter-Bund in Lite, Poyln un Rusland (Bundisten).[272][151] Die ab 1870[34][136] bei Rischon LeZion[159] südlich von Jaffa tätige Mikwe Israel[224][136] der zionismuskritischen[86] Alliance Israélite Universelle, mit 242[159] Schülern in Palästina im Jahr 1885 und 1.591[159] bereits 20 Jahre später, bot Kindern aus orientalisch-sephardischen und wohlhabenden arabischen[131] Familien eine Ausbildung an, die an Frankreich orientiert war. Ihr Vorsitzender hatte im Décret Crémieux[159] den algerischen Juden 1870 Frankreichs Staatsbürgerschaft aufgezwungen.[159] Auch Spanien[87][274] und der italienische Imperialismus im Dodekanes und Italienisch-Libyen[275] versuchten dies. Die osmanische[87] Staatsbürgerschaft erschien vielen Juden attraktiver.

Am 7. Zionistenkongress 1905 in Basel[176] war die endgültige Entscheidung für die zionistische Landnahme in Palästina gefallen und die 1903 vorgeschlagene jüdische Siedlungskolonie in Uganda[176][119][163] verworfen worden. Ber Borochov[154] und seine Mitstreiter setzten auf die mobilisierende Kraft des Mythos vom Heiligen Land. Erste Stadtanlagen nach Plänen von Boris Schatz,[114] entstanden in einem am Jugendstil angelehnten Eklektizismus, Architekturkritiker bezeichneten Tel Aviv deshalb bald als provinzielles „Klein Odessa“.[262] In jener von Pogromen[154] erschütterten Schwarzmeer-Metropole lebten etwa 200.000[276] Juden, viele in bitterer Armut,[151] was ihren Auswanderungswillen[154] verstärkte. Theodor Herzls Buch Der Judenstaat und seine diplomatischen[119] Bemühungen fanden dort manchmal Zustimmung.[277] 1882 bis 1914 wanderten dann auch 2,5[119] Millionen russische Juden aus, doch fanden weniger als 50.000,[119] teils nur vorübergehend, nach Palästina. Hier sollten Juden endlich wieder Bauern[160][278] sein, so die Forderung, entsprechend kritisch sahen die handlungsorientierten Arbeiterzionisten[119][151] den städtischen und individualistischen Lebensstil. Jaffas 420[115] Orangenhaine um 1873 hatten mit der Jaffa-Orange[214][131][119] international Bekanntheit erlangt. Südlich und südöstlich der Stadt entstand 1880 bis 1914 auch der Schwerpunkt jüdischer Agraransiedlung,[279][104] ein weiterer Siedlungsschwerpunkt lag im Norden, westlich des See Genezareth,[104] wo 1910 in Degania[280][150] der erste Kibbuz entstand. Am 2. November 1917[195][86] sprach sich der britische Außenminister Arthur James Balfour mit einer vagen[196] Zusage erstmals für „die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“[195] aus. Die Balfour-Deklaration machte geltend, dass „zivile und religiöse Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften“, damals 92 %[196] der Bevölkerung, nicht tangiert werden dürfen.

Der erste Kiosk der Stadt um 1910, Aufnahme von Avraham Soskin
Das Wappen und die Flagge der Stadt enthalten unter dem roten Davidstern zwei Worte aus dem biblischen Jeremiabuch: „Ich (Gott) werde dich aufbauen, und du sollst gebaut werden.“ (Jer 31,4)
Ein Zug auf dem Weg nach Jaffa, Aufnahme von Zoltan Kluger
Tel Aviv und Jaffa im Survey of Palestine von 1929. Sichtbar sind die Parzellierungen mit Zuordnung der Bepflanzungsart: Orangen, Bananen, Oliven, Obst, Wein und Nadelhölzer.

Am 11. Mai 1921[25] wurde die Verbindung mit Jaffa gelockert und Tel Aviv erhielt durch den Hochkommissar Sir Herbert Samuel eine eigene kommunale Verwaltung als teilautonome Township innerhalb Jaffas.[281][98] Dies war die britische Reaktion auf die Unruhen von Jaffa von 1921.[211][210] Im Juni 1923 bestimmte die Mandatsregierung, welche Viertel Jaffas zur Township Tel Aviv gehörten,[282] neben Tel Aviv auch Jaffas ältere nordöstliche Vororte und Häusergruppen mit überwiegend jüdischen Bewohnern, wie Neve Tsedek (1887[25] gegründet), Neve Shalom (1890[25]), Machaneh Jehudah (1896[25]), Jefeh Nof (1897), Achawah (1899), Battej Feingold (1904), Battej Warschah, Battej Schmerling, Battej Joseph (1904), Kerem HaTeimanim (1905) und Ohel Moscheh (1907[220]). Im Frühling 1923 ging das erste Elektrizitätswerk Tel Avivs in Betrieb,[283] die Jaffa Electric Company,[43] damit endete bald das Zeitalter der Petroleumlampen und Generatoren. Federführender Unternehmer war Pinchas Ruthenberg,[43][167][136] Gründer der Anglo-Palestine Electricity Company.[283] Die 3. Alija (1919–1923) hatte inzwischen viele lohnabhängige Menschen an Land gebracht. Tel Aviv zählte nun über 2000[154] Arbeitslose bei fast 20.000[154] Einwohnern.

Sehr zum Missfallen[33] der linkszionistischen Pioniere, deren Ideal nicht weniger als der „Neue Jude“[284][159][146] war, bestand die „Grabski-Einwanderung“[211][229] der 4. Alija (1924–1928) mit wachsendem Anteil aus bürgerlichen[33][285] („kleinbürgerlichen[199][151]) und „kapitalistischen“[33][211] (im Besitz von über 500,[211] dann 1000 £[199]) ehemaligen Klein- und Kleinstunternehmern[154] ohne Interesse an Landwirtschaft.[154][199] Es kam zu innerjüdischen Arbeitskämpfen, oft mit solidarischer Teilnahme arabischer Arbeiter.[33][167] Die Histadrut, deren Organisierungsgrad 1924 bei 70 %[154] aller jüdischen Arbeiter lag, förderte die Entstehung arabischer Gewerkschaften[33] wie der PLL.[209] Mitglieder von Poale Zion[209] hatten eine getrennte[160] antikapitalistische Front bereits 1906[209] bei einer Versammlung in Jaffa gefordert. Am linken Rand des politischen Spektrums pflegten jüdische Kommunisten mit der 1925[43][229] gegründeten Palestine Arab Workers Society (PAWS)[43][229] und der 1934 entstandenen Arab Workers Society (AWS)[209] in den 1920er und 1930er Jahren eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsamer Gegner war die „jüdische Bourgeoisie[154][131] oder sie sabotierten[209] manchmal die Strategie der Histadrut. Diese versorgte die jüdische Bevölkerung mit Notwendigem, betrieb z. B. Egged.[202] In ihrem Hauptquartier befand sich die Genossenschaft Beit Brenner,[286] das größte Restaurant im Land, das für Tel Avivs meist küchenlose Unter- und Zimmermieter täglich 2500–3000[286] Abendessen kochte. Der Preiszerfall[184][154] bei Landwirtschaftserzeugnissen brachte sie so wie viele Araber um das Einkommen. 1927 lag die Arbeitslosigkeit des Jischuv bei geschätzten 40 %,[154] ausländische Investitionen waren rückläufig.[154] Rund 25.000[153] Juden verließen Palästina in der Weltwirtschaftskrise nach kurzer Zeit in Richtung europäischer Siedlungskolonien in Übersee, den meisten war die zionistische Ideologie völlig fremd.[153][287] Die PAWS wurde 1936 von den Briten zerschlagen, ihr Sekretär, Sami Taha,[154][221] am 12. September 1947[221][209][43] vermutlich auf Anweisung des „Großmuftis[154][209] ermordet.

Im Streit um die Durchsetzung der selbst der Einhaltung des Jom Kippur religiös übergeordneten Schabbatruhe[288][289] auch im erweiterten Tel Aviv, drohten die Vertreter Neve Tsedeks und Neve Shaloms 1923 für den Fall, die künftige gemeinsame Township würde sich nicht auf die Schabbatwahrung verpflichten, die Rückgliederung ihrer Viertel zu Jaffa anzustreben.[290] So vereinbarten die Verantwortlichen für ganz Tel Aviv, sich amtlich für die Schabbatwahrung einzusetzen, ohne den Anspruch, ihre Einhaltung im Privaten bestimmen zu können. 1926 wurde die aschkenasische Große Synagoge fertiggestellt, 1925 bis 1931 folgte der Bau der sephardischen Großen Synagoge Stiftszelt. Weitere Minjanim und Betsäle entstanden in den Stadtteilen, doch Uriel Halperin, Kanaanäer und „kein Jude“,[236] rauchte auch am Samstag.

Am 20. Januar 1924 wählten die Einwohner des erweiterten Tel Avivs erstmals ihren Township-Rat, der am 31. des Monats aus seiner Mitte Meir Dizengoff als Bürgermeister bestimmte.[291] Im Juli 1926 erstritt der Hauseigentümerverband Tel Aviv per Feststellungsklage vor dem Obergericht in Jerusalem die Feststellung, wer wahlberechtigt sei, da die Statuten darüber nicht eindeutig waren. Das Obergericht entschied, dass nur Steuerzahler wahlberechtigt sein würden, was viele bislang Wahlberechtigte von künftigen Wahlen ausschloss.[292] Im Dezember 1926 schloss die Stadt Jaffa die Einwohner Tel Avivs von der Teilnahme an den Stadtratswahlen aus, nach Protesten konnten die Tel Avivis dann aber am 27. Mai 1927 ihre Vertreter nachwählen, die Mandate gingen an Dizengoff und Chaim Mutro.[293] Wer Mitte der 1920er Jahre sagte „Ich gehe in die Stadt“, meinte damit Jaffa, schrieb ein Zeitzeuge.[136] Begegnungen mit provozierenden Shabab[136] – nationalistisch eingestellten „Jungs, Grobianen und Rowdys“[136] – und feindseligen britischen Polizisten[136] waren häufig.

Einwanderer nach ihrer Ankunft im Hafen von Jaffa zwischen 1921 und 1923, Aufnahme von Frank Scholten

Patrick Geddes,[136][216] gefeierter Urbanist und Durchreisender für Indien,[294] wurde vom anglophilen[294] Chaim Weizmann eingeladen und mit Plänen beauftragt, die er nach seinen Zwischenhalten (über zwei Monate ab September 1919[294] und im Mai 1920[294]) vorlegte: Hygiene[294] und Ideen einer Neuen Gesellschaft[294] verbindend, plante Geddes eine Gartenstadt[267] mit organisch[98][294] freistehenden Gebäuden, Baron Empains[98] Planstadt Heliopolis[98] ähnlich. Die erdachte Stadt sollte am Meer liegen, denn sie sollte – vergleichbar mit New York und Buenos Aires – die Eingangspforte[265] zu einer neuen Heimat werden. Und die Stadt, die sich Theodor Herzl optisch ähnlich wie Wien vorstellte,[114] sollte gesunde Meeresluft haben, denn den Zionisten stand vor Augen, wie in den von der Schwindsucht[295] geplagten mitteleuropäischen Metropolen tausende Juden in stickigen Gangküchenhäusern[296] hausten. Die Umsetzung des Geddes-Plans gelang nur in Ansätzen, da private Investoren häufig ihren finanziellen Eigeninteressen gehorchten,[297][199] was sie heftiger öffentlicher Kritik aussetzte. Von 60[267] vorgesehenen Parks konnten nur die Hälfte angelegt werden. Ohne Planung oder Standabgaben[258] und mit „beklagenswerter“[258] Hygiene – so 1925[258] ein britisches Lamento – kam ab 1921[258] der Shouk HaKerem[258] (dt. Markt des Weinbergs [der Jemeniten][258]) aus. 1927[140] entstand für Juden aus Thessaloniki das eng bebaute Arbeiter- und Industrieviertel Florentin. Das östlich anschließende Shapira bauten ab 1922[220] usbekische[253] Einwanderer. So bildete sich ein Wohlstandsgefälle[253] zwischen den von linken Idealen oder von der Haskala[298] geprägten Angehörigen der Elite[113] bewohnten Stadtteilen im Norden, der sogenannten „Aristokratie“,[235][254] und den wirtschaftlich schwächeren Mizrachim im Süden, die sich sozial benachteiligt fühlten und es meist auch waren,[299] da sie kaum Kapital und westliche Bildung besaßen. Oft wurde ihnen mit Misstrauen[110] begegnet, ihre Einwanderung war nicht[86] in größerem Umfang vorgesehen und ihre jüdisch-israelische Identität mussten sie beim Aufbau des „Staats vor dem Staat“[19] unter Beweis stellen.[300][150] Im Mai 1930 organisierte der jemenitische Jude Zachariah Gluska[86] eine Demonstration in Tel Aviv, die die Gleichgültigkeit[86] der Jischuv-Leitung gegenüber den entrechteten[86] Juden im Jemen anprangerte.

Volle Unabhängigkeit von Jaffa erhielt Tel Aviv am 12. Mai 1934, das aber schon seit März 1921 die Selbstbezeichnung ʿIr (Stadt) nutzte, als es gemäß der palästinensischen Gemeindeordnung (englisch Municipal Corporations Ordinance ‚Kommunalgebietskörperschaftsverordnung‘) zur eigenständigen Stadt erhoben wurde.[301] Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland wuchs der Wohnungsbedarf; daher musste, entgegen der ursprünglichen Absicht, nun schnell, funktional und kostengünstig gebaut werden, von Architekten wie Richard Kauffmann,[302] Wilhelm Haller, Erich Mendelsohn, Lotte Cohn, Leo Adler, Arieh Sharon,[302] Genia Awerbuch,[302] Dov Karmi,[302] oder Yehuda Magidovitch, allesamt Architekten, die sich den Prinzipien des Bauhaus und des Internationalen Stils[262] verpflichtet fühlten. Mit Zeev Rechter[262] fand sich auch ein Schüler des Berliner Architekten Erich Mendelsohn in Tel Aviv ein, Sam Barkai[262] hatte beim international stilbildenden Le Corbusier[25] in Paris studiert. Jedoch machten sie zahlreiche funktionale Zugeständnisse an die Bedingungen der Levante und passten ihre Pläne entsprechend an,[262] denn das Klima Palästinas war kontrastreich: „Auf brutheiße Tage folgen frostkalte Nächte, auf wilde Regengüsse Zeiten der wolkenlosen Dürre, auf eisige Nordstürme glühende Südwinde“,[303] beschrieb es Egon Friedell im Jahr 1936. Die Architekten schufen die modernistischen Entwürfe für die Pavillons der Levante-Messe[304] im heutigen Alten Norden. Als Vorbild diente auch die von den Nazis als „jüdisch-bolschewistisch“[262] oder „kulturbolschewistisch[305] beschimpfte Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Das florierende Exportgeschäft erlaubte innovatives Bauen, wie das Beit Hadar zeigt. Neben dieser durchaus bürgerlichen[25] Lebensmodellen dienenden Architektur baute das Gewerkschaftsunternehmen Solel Boneh[173] der Histadrut auch Vorstädte für Arbeiter, die Kiriot HaOvdim.[173]

Zu Tisch im Café Lorenz bei Fritz Gerstmann, „singender Kellner“, 1935
Links Bauhausstil der 1930er und rechts Levantinischer Eklektizismus der 1920er Jahre in Neve Tsedek

Das Haʿavara-Abkommen[262][154][202] mit dem NS-Staat ermöglichte es Deutschen, welche den Großteil der 5. Alija (1933–1939) stellten, deutsches Baumaterial und andere Waren, wie Maschinen, die für den Neuanfang dienlich erschienen, zu importieren, die sie mit zurückgelassenen Guthaben bezahlten. Direkten internationalen Finanzverkehr belastete ab Dezember 1931 die Reichsfluchtsteuer, deren Abgabesätze die Nazis wiederholt erhöhten, um Halter von Vermögen in Deutschland, egal welcher Religion oder Staatsbürgerschaft, durch Besteuerung von der Ausfuhr ihrer Guthaben abzuschrecken, bzw. Guthaben per Steuer auszuplündern, wodurch Flüchtlinge mittellos ausreisten. Unter den neuen Olim waren viele Angehörige des assimilierten Bildungsbürgertums, für die es nicht immer eine geeignete Arbeit gab, zudem eckten die Jeckes, wie Deutsche und Österreicher spöttisch genannt wurden, mit ihrer Förmlichkeit an. Das Wort machte die Runde, man habe sich auf Baustellen mit „Bitte schön, Herr Doktor! – Danke schön, Herr Doktor!“[153] Ziegelsteine gereicht. Shlomo Dov Goitein klagte: „Gute Manieren und Höflichkeit sind [den Sabra] suspekt.“[146] Auch von der Jacke mochten sich die Jeckes in der Hitze nicht trennen.[286] Sie lebten im gesellschaftlichen Kanton Ivrit („kein Ton Ivrit“).[306] Einige zionistische Politiker veranlasste dies, die Einwanderung der leichter zu integrierenden Polen[307] zu fördern. Am 16. Juni 1933[199] wurde der in Berlin ausgebildete Ökonom und Linkszionist Chaim Arlosoroff[308][199][136] tödlich verletzt am Strand aufgefunden. Der Rechtszionismus galt als Bedrohung: David Ben-Gurion nannte seinen Gegner, den Mussolini-Bewunderer[196] Wladimir Jabotinsky, „Wladimir-Hitler“.[285] Am 17. April 1933[199] kam es beim Aufmarsch des Betar[199] in Tel Aviv zu Zusammenstößen mit Arbeitern. Noch weiter rechts war Brit HaBirionim,[199] der Arlosoroffs Mörder nahe stand.[199] Die Revisionisten ihrerseits sahen im Arbeiterzionismus antidemokratische Tendenzen.[285]

Auch wenn im August 1937, bei der Annahme des Peel-Teilungsplans am 20. Zionistenkongress in Zürich, ihr „Transfer“[154][119][238] gefordert wurde, blieb die arabische Bevölkerung von jeder Vertreibung unbehelligt. Bürgerliche jüdische Familien beschäftigten arabische Hausangestellte.[154][211] Doch brachten deutsche Einwanderer in ihrem geistigen Gepäck, neben dem 1901[163][148] von Israel Zangwill[225][163][148] in der New Liberal Review[309][310] gegebenen Versprechen „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“,[130][155][119] weitere Anschauungen mit, die ein Interesse an ihren neuen arabischen Nachbarn gar nicht erst aufkommen ließen. So stufte Alfred Weber 1935 in Kulturgeschichte als Kultursoziologie den Islam als „Sekundärkultur zweiter Stufe“[50] ein und der verantwortlich im Reichskolonialinstitut[311] tätige Islamwissenschaftler und preußische Kultusminister Carl Heinrich Becker präzisierte: „[Der Islam ist] nichts anderes als weiterlebender, auf Dauer sich aber immer mehr asiatisierender Hellenismus.“[50] Deutsche Professoren „wussten in der Regel fast nichts über die zeitgenössische islamische Welt“,[312] schreibt Rebekka Habermas. Eine binationale Verständigung suchte dennoch 1925 bis 1933 Brit Schalom[192] und ab 1942 ihre Nachfolgerin Ihud.[155] Auch ihr arabisches Pendant, die 1946 von Fawzi Darwisch al-Husseini[154][221] gegründete Filastin Al-Jadida (Das neue Palästina),[154][313] blieb politisch und gesellschaftlich isoliert. Husseini, vom Arabischen Hohen Komitee[221] als Landesverräter[154] verunglimpft, wurde im November 1946[221] ermordet.[154] Sich jüdischerseits mit „den Arabern“[179] zu beschäftigen wurde zur Aufgabe von ausgewählten arabischen Juden[314] (Mista’aravim[300][146]) und blieb eine rein geheimdienstliche Tätigkeit. Die Mehrheit verdrängte wohl bewusst diesen Teil der Wirklichkeit. Arabisches Unabhängigkeitsstreben galt für sie demzufolge als unauthentisch,[155][165][179] vorübergehend[155][165] und als das Resultat von Manipulation[155] durch die Eliten.

Ab Februar 1939 betrieb die Reichszentrale für jüdische Auswanderung[315] die forcierte Auswanderung von etwa 30.000[315] Juden. 66.848[316] Menschen flohen auf diese Weise bis Oktober 1941 aus Österreich. Insgesamt brachte die 5. Alija 197.235[192] Flüchtlinge ins Land. Im Juli 1941 wurden im Stadtteil Sarona lebende nichtjüdische Palästinadeutsche zur Internierung nach Australien[220] ausgeschifft. Ihre Deutsche Schule Sarona wurde zunächst zum Quartier der jüdischen Hilfspolizei Notrim. Die städtische Polizei beschäftigte sich auch mit jüdischen Delinquenten, die es zur großen Zufriedenheit des künftigen israelischen Nationaldichters Chaim Nachman Bialik schon seit längerer Zeit gab. Als nämlich in den 1920er Jahren ein gewisser Renzel,[283] der erste in Tel Aviv verhaftete Dieb, gefasst wurde, meinte er zu dieser programmatisch angestrebten[19] Normalisierung: „Wir werden erst ein normales Volk sein, wenn es endlich jüdische Polizisten, jüdische Prostituierte und jüdische Banditen in unseren Straßen geben wird.“[283][317] 1939 zählte Tel Aviv 700[224] jüdische Polizisten. Einwanderung von Prostituierten[211] und in den 1930er Jahren Frauen im Allgemeinen (nur 20 %[211] der legalen Einreisen) und von Personen mit körperlichen[211] und mentalen[211] Gebrechen oder Alkoholismus[211] versuchte die Zionistische Kommission zu verhindern.

Postkarte aus Haifa nach Tel Aviv vom 27. März/Mai 1947: „Mein lieber Wolfi, Du hast wirklich eine schöne Erholungsstätte für uns ausgesucht und wir danken Dir nochmals dafür. Die Luft ist herrlich, das Wohnen sehr bequem und das Essen in Qualität und Quantität erstklassig. Hoffentlich können wir uns einmal bei Dir in gleicher Weise revanchieren. Innigst grüßen u. küssen Dich Papa & Mama.“
Der Dizengoff-Platz im Herzen der Weißen Stadt in den 1940er Jahren
Tel Avivs nördliches Umland (1944)

1939 lebte die jüdische Bevölkerung zu 90 %[318] in den Städten, denn das Anfang der 1940er Jahre rund 20 %[318][238] des Agrarlandes umfassende Gebiet, das vor allem der Jüdische Nationalfonds[318] arabischen Latifundienbesitzern abgekauft hatte, konnte nicht mehr Menschen aufnehmen. Dennoch bestimmte das ländliche Leben in Kibbuz[318] und Moschaw das Bild,[119] das der Zionismus von sich verbreitete. Verkäufer der insgesamt 681.978[131] verkauften Dunam waren von 1878 bis 1936 zu 52,6 %[150][131] außerhalb Palästinas lebende osmanische Eigentümer, 13,4 %[150][131] des Landes hatten Kirchen, nichtarabische ausländische Eigentümer und Regierung verkauft, 24,6 %[150][131] gehörte zuvor lokalen Notabeln und ihren Familien, wie beispielsweise der Jaffaer Familie al-Dajani.[131] 1935 war mit 1225[184] offiziellen Landgeschäften der Höhepunkt erreicht. Der Endbegünstigte eines Landkaufs war dem Verkäufer häufig unbekannt.[98] Im Gegensatz Jaffa hatte Tel Aviv, trotz zugehöriger arabischer Dörfer (Sumail,[220] asch-Schaich Muwannis,[222] Jammasin,[222][258][220] Salama[258]), eine überwiegend jüdische Bevölkerungsmehrheit. Die Stadt wuchs rasch, weil sie, neben Haifa, zum wichtigsten Ankunftshafen nach Palästina wurde. 1926 hatte Tel Aviv 40.000[319] Einwohner, 1936 waren es bereits 150.000[319] Einwohner.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Tel Aviv und Sumail[136] am 9. September 1940[136][80] von auf Rhodos gestarteten italienischen Alcione[136] bombardiert, 137[136] Menschen starben.[320] Deutsche Luftangriffe forderten am 11. und 12. Juni 1941 mindestens zwölf Tote.[80][159] Getroffen hatten ihre Bomben ein Invaliden- und Altersheim.[80] Im Gegensatz zum britischen Flottenstützpunkt[80] Alexandria, und zu Haifa,[192] das wegen der irakischen Kirkuk-Haifa-Pipeline[191][139][321] – der „Halsschlagader des British Empire,[191] so das Time Magazine vom 21. April 1941[191] – seiner Treibstofflager[80] und Raffinerien,[80][322] als strategisch wichtig galt, hatten Tel Aviv und Jaffa keine Bodenluftabwehr.[80] Die Angst, dass die Achsenmächte über Nordafrika nach Palästina vorstoßen würden, verbreitete sich im Jischuw, als italienische und deutsche Einheiten 1942 kurz vor Kairo standen und der dem italienischen Faschismus zugeneigte[323] König Faruk I. sich für die Neutralität Ägyptens ausgesprochen hatte, weshalb ein Teil der zionistischen Führung nach Großbritannien evakuiert[159] wurde. Die Bombardierungen trafen unterschiedslos Juden wie Araber.[80] Von den Italienern abgeworfene Flugblätter,[80] die die arabische Bevölkerung zum Aufstand gegen die Briten aufforderten, fanden keinen Widerhall,[80] vielmehr prangerte Jaffas arabische Zeitung Filastin, die bereits 1934[136] gegen die Nazis Stellung bezogen hatte, die Luftangriffe auf Tel Aviv als „kriminelle Bombardierung“[80] an. Bei Begräbnissen der jüdischen Opfer auf dem Friedhof Nachalat Yitzhak[80] sprachen der arabische Bürgermeister[80] von Jaffa und weitere arabische Würdenträger ihr Beileid[136] aus.

Tel Aviv wurde zum Anlaufpunkt alliierter Truppen auf Durchreise oder Erholungsurlaub, darunter Neuseeländer[114] und Australier,[114] ebenso wie für polnische Streitkräfte der Sowjetunion,[114] woran bis heute ein polnisches Gräberfeld[324] in Jaffa erinnert. Auch Angehörige der Armee des Freien Frankreichs[114] und griechische Streitkräfte[114] harrten auf ihren Einsatz. Bei El-Alamein, 250[191] km vor Kairo, konnte durch diese von den Briten kommandierten Verbände der deutsche Vormarsch aufgehalten werden.[191] Trotz eines Stillhaltens[238][285] der bewaffneten jüdischen Bewegung Hagana[192] gegenüber den Mandatstruppen, kam es seitens der 200–400[192] Leute zählenden Gruppierung Lechi[192] und ab 1. Februar 1944[196] des Irgun (auch Etzel) zu Angriffen gegen deren Sicherheitsorgane,[325] da die Briten auch nach Bekanntwerden erster Meldungen über den Holocaust an einer restriktiven Einwanderungspolitik für Juden nach Palästina festhielten.[190][228] So legte Lechi eine Bombe, die am 20. Januar 1942[277] in Tel Aviv drei (teils jüdische) Polizisten tötete. Am 6. November 1944[196] starb Britanniens Kolonialminister Lord Moyne bei einem Mordanschlag des Lechi in Kairo.[326][119][202]

1948: Die brennende Altalena vor Tel Aviv, Aufnahme von Hans Pinn

Die Briten, die das Weißbuch vom 17. Mai 1939[196] veröffentlicht hatten und Schiffe wie die Struma[228] (1942) oder später die Exodus[155][196] (1947) zum Schutz der arabischen Bevölkerung von der Landung abhielten,[325] befürchteten „ein weiteres Irland[325] und das Abdriften der Araber ins Lager der Achsenmächte.[196][307] Bestätigte Nachrichten über Massenmorde an Juden in Europa, führten in Tel Aviv zu Großdemonstrationen.[307] Doch erlaubten die Briten nur die Youth Aliyah.[228] Die übrige jüdische Einwanderung, die Alija Bet,[18] erfolgte bis zum Ende des Mandats meist illegal und ab 1945 auf Schiffen der ZIM.[304] Fast 50.000[327][228] Passagiere abgefangener Schiffe wurden auf Zypern[228][155][192] interniert. 1947, vor Ausbruch des Palästinakriegs, lebten in Tel Aviv bereits 230.000[319] Einwohner. Das Drama der Exodus wurde vom UNSCOP-Leiter Emil Sandström[204] bezeugt[155][119][133] und beeinflusste[155] seine Entscheidungsfindung. Der UNO-Teilungsplan für Palästina sah Tel Aviv Ende 1947 als Teil eines für verbindlich erklärten jüdischen Staatsgebiets vor.

Überlebende des nationalsozialistischen Völkermords, die Displaced Persons,[195] konnten zwar nach dem Ende des britischen Mandats, nach häufig mehrjährigem Ausharren in deutschen DP-Lagern,[328][329] nach Eretz Israel einreisen,[330] doch hatte das Schicksal der über 250.000[154] oft körperlich und seelisch gebrochenen Überlebenden, die zwischen 1946 und 1949 im Land eintrafen, nur einen sehr geringen Anteil am öffentlichen Diskurs im neuen Staat,[329][225][154] vielmehr dominierte das Ideal des wehrhaften, leistungsfähigen und von Zukunftsoptimismus getragenen (männlichen) Pioniers oder Tzabar,[158] für das Max Nordau den Begriff „Muskeljudentum“[287][151][278] prägte und dessen wichtigster Ausdruck die Makkabiade war. Das Ideal konterkarierte das Selbstbild und das im westlichen wie im arabischen[86] Raum verbreitete Zerrbild vom „verweiblichten“[331][167][86] Juden. Da der Zionismus auch eine Bewegung der jüdischen Selbstkritik[284][332] war, ergab sich diese Überschneidung.[333] David Ben-Gurion, Mapai-Politiker und Exekutivchef der Jewish Agency for Palestine, äußerte sich kritisch[329][334][236] über die Eignung der Überlebenden, sich im Land zu integrieren. Zu der im Jischuv vorherrschenden Einstellung passte, dass am 22. März 1946[277] der Leiter der deutschen Templergesellschaft und Nazi-Propagandist Gotthilf Wagner[277] in Tel Aviv aufgespürt und getötet wurde. Die Tat war eine der ersten sogenannten Gezielten Tötungen in Israel.[277] Im Juni 1948 kam es zu einem Gewaltausbruch mit 19[150] Toten zwischen jüdischen Verbänden bei der Entladung von Waffenlieferungen des Frachters Altalena,[133][150] der dabei vor Tel Aviv versenkt wurde. Frankreich hatte der Irgun[119] auf dem Schiff Waffen im Wert von 153[133] Millionen Francs geliefert und sicherte sich politische Einflussnahme[133] und weitere Exportgeschäfte.[155][335][202] Auch die USA, UdSSR und ČSR[237][193] gehörten zu den ersten Unterstützern des neu entstehenden Staates Israel.[336][119][136]

Nach der Unabhängigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Mai 1948 wurde in der Independence Hall am Rothschild-Boulevard die israelische Unabhängigkeitserklärung verlesen und der Staat Israel gegründet. Ab Januar 1948[196] war Bürgerkrieg,[148][155][237] die erste Kriegsphase. Der Zeitzeuge Yakov Keller erinnert sich: „1948 war ich noch in der Schule. Jeder um mich herum hatte gefeiert. Aber ich war nicht froh, ich hatte das Gefühl: Das bedeutet Krieg. Und ich lag richtig.“[223] Nach durchfeierter[223] Nacht bombardierte[33][104][199] die ägyptische Luftwaffe Tel Aviv „vier oder fünf Mal“.[20] Sie beschädigte mit sonst geringer Wirkung am 4. Juni 1948[20] das Haus David Ben-Gurions. Als Antwort bombardierte Israel arabische Großstädte, worauf 1948–1951 vertriebene jemenitische,[299] irakische[337] und ägyptische[299] Juden in großer Zahl nach Israel kamen. Am 18. Mai 1949 wurde das durch Gefechte in Trümmern liegende Manschiyya und weitere nordöstliche Vororte Jaffas umgemeindet, das übrige Jaffa wurde am 25. April 1950 Tel Aviv eingegliedert. Am 28. Juni 1950 beschloss das israelische Kabinett gegen den Willen David Ben-Gurions, der den Namen Jaffa[25] oder zumindest Jaffa-Tel Aviv[25] favorisierte, und des Stadtrates, der Tel Aviv vorzog, die vereinte Stadt offiziell in Tel Aviv-Jaffa umzubenennen.[17] Am 18. Juni 1950[25] wurde sie in Tel Aviv-Jafo umbenannt, um den historischen Namen Jaffa zu erhalten.

Rationierung in Tel Aviv im Februar 1954, Aufnahme von Hans Pinn

Mit dringend benötigten Geldern aus dem umstrittenen[173][223][234] Luxemburger Abkommen[338] – dem sogenannten Wiedergutmachungsabkommen[311] mit der Bundesrepublik Deutschland – wurde ab 1952 die Infrastruktur weiter ausgebaut, gleichzeitig profitierte[339] die deutsche Industrie. Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung, wie Strauss,[214] erhielten Maschinen, was half, der Rationierung[304][173][223] und dem Schwarzmarkt[304][173][236] von Alltagsgütern entgegenzuwirken. 1949 war es zu Hungerunruhen[236] und Angriffen auf die Knesset im alten Kessem-Kino[236] gekommen. Konrad Adenauer begründete die Hilfen und Waffenlieferungen[339] 1965 sowohl moralisch als auch mit der „Macht der Juden“,[339] die es „auch heute noch“[340][339] nicht zu unterschätzen gelte und berief den offen antisemitischen Rolf Pauls[339] als Botschafter nach Tel Aviv. Oppositionspolitiker Menachem Begin, selber ein Überlebender der nationalsozialistischen Judenverfolgung, der sagte, „zur Hölle mit den Gojim[155] und auf solche Händel schlecht zu sprechen war, ließ später das Verhältnis zur Bundesrepublik Deutschland deutlich abkühlen, sah er doch alle Deutschen in einer Kollektivschuld.[341] Im Weltbild von Begin wurden auch die am Völkermord in Europa unschuldigen[342] Palästinenser, die klagten, in Wirklichkeit nur „für die Sünden Europas zu bezahlen“[155] zu Nazis[155][167] erklärt. Beide Konfliktparteien machen bis heute von dem Wort Gebrauch.[155][273][274]

Die Jahre 1955–1957[192] und 1961–1964[192] brachten neue Einwanderungswellen aus arabischsprachigen Ländern, wo bis 1939 nur 6 %[86] der jüdischen Weltbevölkerung gelebt hatte. Eine Minderheit um den Knessetabgeordneten Peretz Bernstein[304] stellte sich erfolglos dagegen. Die seit 1922[86][233] offizielle semitische Sprache Ivrit,[343] erlernt im Ulpan,[304][150][233] und die Verdrängung des Jiddischen aus der Gesellschaft,[287] erleichterten zwar ihre sprachliche Integration, doch mussten 80 %[166] umgeschult[234] werden, da die meisten zuvor als Kaufleute gearbeitet hatten. Sie verfügten meist nicht über die gezielte Hachschara- oder ORT-Vorbereitung auf das Leben in Israel, sprachen Synagogen-Hebräisch[314] (lashon ha-kodesh[287]) und das schambehaftete[344] Arabisch. Andere fanden keine ihrer akademischen[234] Ausbildung entsprechende Arbeit und erlebten einen sozialen Abstieg.[234] Unterkunft boten Zelte[234] und Ma'abarot-Baracken.[150][223][234] Der schulische Werdegang von Kindern aus Mizrachim-Familien war steinig. So glaubte die jüdische Schweizer Schriftstellerin Salcia Landmann 1967 berichten zu müssen: „Lehrer und Erzieher in Israel klagen allgemein über die zum Teil schwache Begabung und den geringen Lerneifer der Kinder von Einwanderern aus arabischen Ländern.“[345] Die Rechtspflege verfolgte Verfehlungen dieser Jugendlichen, sowie besonders auch junger Araber, wesentlich härter.[130] Zu dieser zur Schau getragenen Mischung aus Strenge und Paternalismus[346] der meist links-laizistischen[233] Elite gehörte, dass sie, wie es auch Salcia Landmann gleich im Nachsatz zu diesem Zitat tut, durchaus „Mischehen“[345][114] zwischen Aschkenasim und den – oft rechts (Cherut[236]) wählenden – „Orientalen“[347][348] (Mizrachim) befürworteten. 1967 gab es vorerst nur 15 %[346] gemischte Eheschließungen. In den 1970er Jahren setzte sich die Überzeugung durch, dass es besser sei, Einwanderern einen Teil ihrer Herkunftskultur zu belassen.[166] Vorausgegangen war eine Radikalisierung empörter Mizrachim, die sich 1971 in der kommunistischen Gruppe Schwarze Panther[234] organisierten und auch in Tel Avivs südlichem Viertel HaTikwa[154] Rückhalt fanden. Der frühere Umgang mit ihnen gilt als ein Grund für die Erosion[349] der Arbeitspartei.[350][119][207] Der linksliberale Soziologe Nissim Mizrachi ortet Ausgrenzung bis in die letzte Linksregierung Ehud Barak.[350] Der Awoda-Parteitag hat im Juni 1997 in Netiwot[347] um Entschuldigung gebeten.

Strandspaziergang an einem Schabbattag des Jahres 1948, Aufnahme von Willem van de Poll

Jiddisch galt als „Jargon der feigen Diasporajuden“,[351] um mit der Vergangenheit zu brechen, wurden Familiennamen hebräisiert.[352][150][146] Die Verbindung zu Europa sollte gekappt[298] werden, der neue Jude war, wie Mosche Shamir es schrieb, „aus dem Meer geboren“.[150] Erst der politisch[225] unterlegte Eichmann-Prozess in Jerusalem führte in den 1960er Jahren zu einer Neubewertung[228][225][150] der Diaspora. Bei dessen Radioübertragung wurde den Überlebenden zum ersten Mal wirklich zugehört.[351][344] David Ben-Gurion, der den Prozess angestrengt hatte, versuchte zunächst jedoch nur, den Holocaust in die Kontinuität antisemitischer Pogrome einzuschreiben.[284] Unter den Regierungen von Golda Meir und Menachem Begin[167] wurde jedoch das Menschheitsverbrechen nachträglich zum zentralen Grundstein des Existenzrechts Israels umgedeutet.[284] Bis heute wird diskutiert, ob Juden Lehren aus dem Holocaust[232][353][354] ziehen müssen: Eine Mehrheit sieht es als erwiesen an, dass Stärke und militärische Überlegenheit[232] vor einer befürchteten[355][298][167] erneuten Vernichtung schützen. In Tel Aviv-Jaffa findet sich auch die Minderheitsposition, wonach daraus eine Verpflichtung zum menschlichen Respekt[232][202] erwächst, was ein Negieren des Anderen[202] verbietet. Refusenik,[232] wie die Offiziere von Ometz LeSarev,[154] haben deshalb Militärdienst verweigert.[154]

In Armee[354] und Schule sollen Reisen zu Yad Vashem[356][166] und heute sogar ins polnische Oświęcim[159] eine jüdisch-israelische Identität stärken,[150][287][167] die, wie der Philosoph Raphael Zagury-Orly schreibt, bis heute stark auf der Erfahrung des „Wir sind allein in der Welt“[298][357] basiert. Auch für arabische Israelis werden solche Bildungsreisen organisiert,[155] um für sie besser verständlich zu machen, wie sich diese „offene Wunde“[155] auf das Verhalten ihrer Mitbürger auswirkt. In den 1970er Jahren entstand ein neues Interesse an der Kultur der Diaspora, was z. B. den Erfolg der Sängerin Chava Alberstein begründete.[358] Auch das judenspanische Ladino[140] und Lieder in Haketia[359] wurden in Tel Aviv wiederbelebt. 1984[253] brachte die von Michael Levin[267][25] kuratierte Ausstellung White City. International Style Architecture in Israel[220] im Tel Aviv Museum of Art die Neubewertung des architektonischen Erbes und die Bezeichnung Weiße Stadt. Verschiedene Autoren haben argumentiert, dass dieser Stadtplanung identitätspolitische Motive[360] zugrunde liegen. 1994[267] begann ein umfangreiches Sanierungsprogramm[267] für die bröckelnden[267] Bauten. Mittlerweile sinkt der Anteil der Israelis mit einer vom Holocaust geprägten Familiengeschichte. Nichtaschkenasische Juden, wie die Rabbiner Ovadja Josef[353] und Mordechai Elijahu,[353] verhalten sich ihnen gegenüber auch unsensibel.

Die Stadt wurde zum Zentrum städtischen Lebens in Israel und wuchs weiter: Nachdem mit der Einwanderung von aus Deutschland vertriebenen Juden – den sogenannten Jeckes – bis 1936 das Siedlungsgebiet am Meer verbaut worden war, entstanden zwischen 1950 und 1960 Stadtteile im Osten. Hier siedelten sich später, hauptsächlich 1984 (Operation Moses[361]) und 1991 (Operation Salomon[361]), meist weniger zahlungskräftige äthiopische Juden an, die Beta Israel„echte Juden“,[361] „deren Einwanderung nach Israel“,[361] entschied Oberrabbiner Josef 1973[361] rechtsgültig, „zu beschleunigen“[361] war – während ab 1975 wohlhabendere Familien nach Ramat Aviv im Norden und ins östliche und südliche Umland[265] zogen. Dabei entstanden für den sozialen Zusammenhalt auch weniger geeignete Bauten mit viel Sichtbeton, etwa im Stil des Brutalismus.[362] Eilig und unter Spardruck[363] gebaute Stadtteile aus meist staatlich subventionierten Wohnungen, die Shikunim,[363] entwickelten die Probleme einer großstädtischen Banlieue. Der häufig mit Stress[364] verbundene Bevölkerungsdruck, weitere Verdichtungen und Nachverdichtungen[262] und eine wachsende Zahl von Hochhäusern[262][265] haben seit den 1990er Jahren das Stadtbild erneut stark verändert und damit auch die Sozialstruktur, durch die dabei einhergehende Gentrifizierung. Indes sind die dunkelhäutigen äthiopischen Juden im Leben der Innenstadt wenig sichtbar. Sie, die sich – trotz staatlicher Affirmative Action[166] – oft ausgegrenzt und diskriminiert[365][166][366] fühlen, bleiben ihrerseits auf Distanz zur Weißen Stadt. 2015 und 2019 führten Polizeiübergriffe auf äthiopische Juden zu anhaltenden Protesten[365][367][150] in Tel Aviv.

1964: Der Schalom-Meir-Turm befindet sich im Bau, Aufnahme von Rudi Weissenstein, dem Fotografen der israelischen Unabhängigkeitserklärung

Der Umbau Tel Avivs zur Hochhausstadt begann 1962, als der Gewerkschaftsbund Histadrut das architektonisch wertvolle[262] Herzlia-Gymnasium abreißen ließ, um Platz für den Schalom-Meir-Turm[114] zu schaffen. Der Verlust dieses kulturellen Erbes führte zur ersten Initiative für Denkmalschutz[262] in der Stadt. An der Dizengoffstraße, wo mit dem Lebensgenuss der sixties das Verb dizengoffen[368][140] erfunden wurde, entstand mit dem Dizengoff Center 1984[369] das erste Einkaufszentrum. 2006 hatte Tel Aviv-Jaffa 385.000 Einwohner, 2015 waren es 433.000. Der Staat unternimmt Anstrengungen, die Bevölkerung im Land zu verteilen und Entwicklungsstädte wie Aschdod und Be’er Scheva im Süden Israels werden laufend weiter ausgebaut. Während Schule[167] und Militärdienst[166][167] bei den Kindern von Neueinwanderern zu einer raschen Anpassung führen, können die idealisierten Vorstellungen[153][370][368] von Israel, die bei ihren Eltern vorhanden sind, meist nicht gegen die Realität[370][368][223] bestehen. Sie erleben Israelis häufig aus rau,[153][353] aggressiv[371] und gleichgültig,[153][236] aber auch als angstfrei.[371][372] Manche Juden empfinden eine historisch neuartige[373] und dennoch authentische[373] Israeliness als unjüdisch.[371] Auch die Haltung der schon im Land lebenden ist oft ambivalent,[153][374] da jeder neuen Alija bessere Anfangsbedingungen geboten werden. Immer gab es auch Abwanderung[375][167][173] bzw. Transitwanderung[192] von Juden aus oder über Israel. Entsprechend dem ideologischen Konzept der Alija, das Aufstieg[119] bedeutet, wird die Auswanderung als Abstieg[119][356]jerida[150][119][173] – bezeichnet. Den 600.000[376] bis 1 Million[376][98] Auslandisraelis – den jordim[98][356][33] (Einzahl: jored[25]) – wird Fahnenflucht[368] vorgeworfen, oder sie sollen, wie Jitzchak Rabin 1976 meinte, Verachtung[376][25] verdienen. Auch Aktivisten der Friedensbewegung verlassen das Land.[376] Ins Exil treibt sie die Verfolgung durch Nichtregierungsorganisationen wie Im Tirtzu,[243][154] welche die Arbeit von Akademikern und Künstlern überwacht und bekämpft und die Unterstützung Naftali Bennetts[243] hatte. Auch die als „linke Maulwürfe“[243] verunglimpften Schriftsteller Amos Oz,[243][370] Abraham B. Jehoshua[243] und David Grossman[243] sind ihre Zielscheibe.

Die Hassan-Bek-Moschee mit Hochhäusern für Hotels und Büros der 1990er und 2000er Jahre (2014)

Durch die Konsolidierung der politischen Rechten, die mit liberal-konservativen wie Chaim Weizmann oder dem Revisionismus von Anfang an in Israel angelegt war, sich mit der Wahl Menachem Begins 1977 erstmals konkretisierte und in der Ära Benjamin Netanjahu, mit dem Zuspruch[377][378][379] der populistischen[164] und in der Hinterhand häufig antisemitischen[380][298][164] internationalen Rechten, den politischen Diskurs bestimmte, hat sich eine merkliche Entfremdung[381][382][383] zwischen Israel und den überwiegend links und liberal orientierten Juden in der westlichen Diaspora eingestellt.[377] Autoren wie Yoram Kaniuk und Politiker – wie Schimon Peres (1996)[384] oder Avrum Burg[385][154][379] – haben, aus teils gegensätzlicher Warte, einen grundlegenden Interessenkonflikt[386][353] zwischen den Juden und Israel angesprochen und mitunter eine Rückbesinnung[386][376][379] auf die Diaspora – oder gar, als eine Extremposition[298] einiger Juden außerhalb Israels, eine völlige Rückgabe[298] des Landes „vom Fluss bis zum Meer“ – als wünschenswert bezeichnet. Hingegen fördert beispielsweise der New Israel Fund[159][180][173] Projekte, die einen Ausgleich mit den Palästinensern suchen. Dennoch ist für linksliberal, ebenso wie für wirtschaftsliberal bis neokonservativ gesinnte Juden, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten, Tel Aviv weiterhin ein wichtiger Referenzpunkt. Letztere haben sich wiederholt für die Privatisierung[159][154][254] staatlicher und gewerkschaftlicher Betriebe der Histadrut starkgemacht. Da sich diese Personen meist nur vorübergehend[254] in Tel Aviv aufhalten, verstärkt dies die Freizeitorientierung der Menschen in der Stadt, deren Arbeitszeiten, zumal in hochqualifizierten Bereichen, sich häufig nach den Bürozeiten[114] von San Francisco oder Los Angeles richten. Ein bekanntes Diktum besagt deshalb „Jerusalem betet, Haifa arbeitet – und Tel Aviv feiert“.[387][114] Tel Avivs Hedonismus,[388][389][390] dem deutschsprachigen Publikum beispielsweise in der Filmserie Eis am Stiel medial vermittelt, wird der rastlosen Nonstop City[123][150] in Israel und in der jüdischen Diaspora oft zur Last gelegt.[252] Die als Ahavat Israel[284] bezeichnete emotionale Zugehörigkeit zu Israel ist häufig auch mit Kritik verbunden, und mit der Frage, wie und von wem diese Kritik geäußert werden darf.[391][180] Beispielsweise werden der sogenannten BDS-Kampagne unlautere[392][393][331] Motive vorgeworfen.

2011: Der Tent Protest auf dem Rothschild gegen unbezahlbare Wohnungen. Die Aktion verwies auch auf die zunehmend sichtbare Obdachlosigkeit[254] in Tel Aviv.
Regenbogenfahnen anlässlich der Tel Aviv Pride am Strand Hilton Beach

Die auch für israelische Verhältnisse sehr hohen Lebenskosten[394] und die durch den Abbau[154] des Sozialstaats verstärkte soziale Ungleichheit[395][159][247] führten zu den Protesten von 2011/2012. Bei gleichzeitig stagnierenden[154] Löhnen waren 2006 bis 2011 die durchschnittlichen Wohnungsmieten in der Stadt um 32 %[154] gestiegen. Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Israel brachte zuletzt eine erneute Verschärfung[396] der häufig prekären[397] Einkommenssituation. Tel Aviv pflegt jedoch auch ganz offiziell[390] sein Image als internationale Party-Metropole[398] mit Toleranz für Homosexuelle (LGBT) und der Veranstaltung Tel Aviv Pride.[214][399] Ihre Interessen vertritt unter anderem die Organisation Agudah for Gays, Lesbians, Bisexuals, and Transgender in Israel. Affirmativ besetzen besonders die als Trendsetter umworbenen und in der Stadt allgemein akzeptierten homosexuellen Männer die sonst meist negativ konnotierten Begriffe Hedonismus und Nihilismus.[400] Damit verbunden ist eine Diskussion um Pinkwashing[154] in und außerhalb Israels.

Nichtjüdische Arbeitsimmigranten aus Osteuropa[199] (Rumänien,[401][254][390] Moldawien[254]), aus Süd- (Nepal), Südost-[199] (Thailand,[401][254][390] Philippinen[401][254][390]) und Ostasien[402] leben befristet[233][166] in der Stadt. Die postsowjetische Einwanderung brachte viele Menschen ins Land, die nach halachischer Auffassung nicht als Juden gelten,[353][167][287] was regelmäßig zu Debatten über die Frage Wer ist Jude?[150][192][254] und der wissenschaftlich umstrittenen[403][404] Forderung nach „jüdischer DNA[232][405] führt. Die Forderung wird besonders von den „Russen“[287][254] heftig kritisiert. 2019 waren in Israel rund 300.000[405][98] Personen betroffen. Sie stehen vor allem bei Eheschließungen,[397][234] die nur unter Aufsicht des orthodoxen Rabbinats durchgeführt werden können, unter Legitimationsdruck,[405][254] viele ziehen deshalb eine Heirat im Ausland[150] vor. Beliebtestes Hochzeitsziel ist Zypern.[150][19] In zweiter Generation gibt es in Tel Aviv Konversionen,[354] meist von Frauen, zum Judentum. Sowjetische Juden waren 1989 zu 90,5 %[406] russischsprachig, was im Alltag bis heute bemerkbar ist. Russlands Regierung versucht, sich ihre Verbundenheit zu erhalten, sind doch beide Länder wirtschaftlich stark miteinander verflochten.[308][407] Auch im Tourismus- und Pilgergeschäft bestand ein starkes Interesse nichtjüdischer Russen an Israel.[287]

Eine weitere Bevölkerungsgruppe sind sogenannte Neue Juden,[408] zu denen unterschiedliche Gruppen von Menschen zählen,[409] die neu als Juden anerkannt werden, darunter die Falascha Mura.[366] Die in den südlichen Stadtteilen von Tel Aviv lebenden nichtjüdischen Geflüchteten kommen seit 1990[410] meist aus Ländern südlich der Sahara, wie dem Sudan/Südsudan,[166] Eritrea,[166] Kongo, Nigeria und Somalia.[253][411] 140.000[410] Menschen wurden im Jahr 2000 ausgewiesen.[410] 2000 bis 2012 gab es erneut fast 50.000[247] illegale Einreisen aus Afrika. Ein bedeutender Teil der Geflüchteten verbleibt im Land, da Rückführungen oft nicht durchführbar sind.[247] 2017[166] unterzeichnete Israel mit dem aufnahmewilligen Drittstaat Ruanda[166] gegen Bezahlung ein Übernahmeabkommen. Ihr Aufenthaltsstatus der bleibt unsicher. Viele hoffen, Israel als Transitland[412] nutzen zu können, wobei ihre Kinder teils in Israel aufgewachsen[253] sind. Die zeitweilige Kulturministerin[349] Miri Regev (Likud) bezeichnete sie 2012 als „ein Krebs in Israels Körper“.[413][253]

Nachdem die großen Einwanderungswellen der russisch-postsowjetischen Alija, nach einem Neuanstieg durch die Kriege in der Ukraine ab 2014,[98] weitgehend verebbt sind, haben sich, wegen des zunehmend als Bedrohung[414][415] erlebten Antisemitismus[416][417] in Frankreich, zuletzt vor allem französische[418][98] Juden in Tel Aviv-Jaffa niedergelassen. Israel bietet ihnen eine Art „Sicherheitsgarantie“,[419][353][167] viele kauften für sich vorsorglich Wohnungen in Tel Aviv-Jaffa.[418] Ausgelöst hat diese Fluchtbewegung hauptsächlich eine Serie äußerst brutaler Morde[420][421][202] an Jüdinnen und Juden in Frankreichs Ballungszentren. Die Opfer, wie die 85-jährige Mireille Knoll,[352] waren unauffällige Franzosen, was trotz der eigentlich stabilen Sicherheitslage, oft zu der Einschätzung führt, als jüdische Person Frankreich verlassen zu müssen,[422] um besonders die Kinder in Sicherheit zu wissen, und um nicht, wie Eliette Abécassis schreibt, ein Leben im Verborgenen, als „Marranen“,[423] führen zu müssen. Viele Franzosen arbeiten in Tell Aviv in Callcentern für den frankophonen Sprachraum. Eine französische Schule in Neve Tsedek und zahlreiche Geschäfte werben mit Angeboten um diese als kaufkräftig geltenden Einwanderer.

In Tel Aviv wurde bei einer Friedenskundgebung von Schalom Achschaw,[159] mit mehr als 100.000[192] Teilnehmern, die am 4. November 1995[195] auf dem Platz der Könige Israels[252] (heute Rabin-Platz) stattfand, Ministerpräsident Jitzchak Rabin zum Opfer eines politischen Mordes. Erschüttert[372][199] nahm die Bevölkerung Tel Avivs zur Kenntnis, dass der Täter jüdisch war. Dieses Trauma[424] brach bei Vielen den Glauben an die „Unschuld“[372] Israels. Die Stadt ist die Hochburg der säkularen Juden[408] in Israel (rund 40 %[158] der Gesamtbevölkerung), in der, entgegen der Entwicklung im übrigen Land und insbesondere in Jerusalem, die sozialdemokratische Partei Awoda[408] und die ebenfalls säkularen Parteien Jesch Atid[408] und Meretz[408] weiterhin weitgehend allein die lokale Politik bestimmen. Als orthodox bzw. „ultraorthodox[425][233] geprägter Ort im Großraum Tel Aviv-Jaffa hat sich hingegen Bnei Berak[408][426][167] etabliert. Ein Nebeneinander, das durch die Sympathie[427] der politischen Linken für diese am „Alltag weitgehend desinteressierten“[427] und deshalb mithin oft auch „toleranten Bürger“[427] erleichtert wird. Dennoch begegnen sich religiöse und weniger religiöse Juden zunehmend mit Unverständnis,[428][19][298] was sich an der Frage der Militärdienstpflicht,[247][232][254] weltlicher Bildungsinhalte,[353][232] der Nichtteilnahme[232] am Arbeitsmarkt, der Geschlechtertrennung[254][395] und zuletzt an der orthodoxen Nichteinhaltung[428][298][245] der Maßnahmen gegen COVID-19 entzündet, doch gibt der Soziologe Natan Sznaider zu bedenken, dass der eigentliche innenpolitische Konflikt zwischen jüdischen und arabischen Israelis ausgetragen werde.[429] Und auf die Säkularen bezogen sagt er: „Wir sind alle religiös, sonst würden wir hier ja nicht leben.“[429] Ein Teil der säkularen Bewohner von Tel Aviv erwirbt erneut religiöses Wissen in den säkularen Jeschiwot,[408] wie etwa BINA – The Jewish Movement for Social Change[430] in Tel Aviv/Ramat Gan, Haifa und Be’er Scheva. Diese Schulen verbinden meist jüngere Menschen, welche die Erfahrung machen, dass die jüdische religiöse Lebensweise von der Orthodoxie vereinnahmt[431][353] wird, haben doch das Liberale Judentum und das Konservative Judentum in Israel im Allgemeinen einen schweren Stand.[225][234] Daneben machen auch christliche Freikirchen, wie Messianische Juden, religiöse Angebote. Evangelikale[432][202] im Ausland haben zunehmenden Einfluss auf die politische Entwicklung, namentlich in Bezug auf das Westjordanland.

Theodor Herzl, postmodern (2013)

Die von den gescheiterten[190][127] Friedensbemühungen desillusionierte[433] Bevölkerung ist unter dem Schutz des sogenannten Iron Dome[183][245] nach verbreiteter Auffassung zunehmend apolitisch.[37] „Zur Friedensskepsis kommt Politikverachtung“,[357] meinte Tom Segev im August 2009 im Spiegel. Die Resignation[353][357] resultiert aus dem auch bei linken Wählern vorhandenen Gefühl, Israel habe auf palästinensischer Seite „keinen Partner für Frieden“[190][353] und aus der schmerzlich ins allgemeine Bewusstsein gerückten[356] gesellschaftlichen Fragmentierung[353][247][427] unter den Juden, deren Erwartungen an sich selbst enttäuscht[356] wurden. Dadurch wächst der Druck[397] auf die israelischen Araber in Jaffa. So erhob Jisra’el Beitenu 2014, wie bereits 1973[434] von Meir Kahane[434] gefordert, die „freiwillige Umsiedlung“[225] der Araber aus „Jaffa oder Akkon“[225] zum Parteiprogramm.[357] Ähnlich[225] tönt es seitens der religiös-zionistischen Partei HaTzionut HaDatit (ehemals Tkuma) von Bezalel Smotrich, die bei der Parlamentswahl 2021 den Sprung in die Knesset schaffte. Die Partei steht im Umfeld des terroristischen[98] (Kach) und ultrarechtsextremen Kahanismus, was der Journalist Anshel Pfeffer ansprach, als er 2021 in der Haaretz titelte: „Junge Haredim schwemmten die niederträchtigen Kahanisten in die Knesset“,[435] wobei Pfeffer die Bezeichnung Nazis für diese politischen Kräfte entschieden ablehnt.[436] Doch berichtete die Zeitung Jedi’ot Acharonot am 28. Juni 1985, nach Befragungen an Schulen, über Zustimmung für Kahane bei 17- bis 18-jährigen Jugendlichen selbst im hochprivilegierten Nord Tel Aviv (dortige Stichprobe: 64 Schüler) von 27,7 %.[434] 72,3 %[434] lehnten diese Ideen ab.

Auch die loyalen[243] Drusen fühlen sich von einem fortgesetzten[349] Rechtsruck[357] an den Rand gedrängt:[180] 50.000 Drusen und ebenso viele Juden demonstrierten am 4. August 2018[437] in Tel Aviv gegen das neue Nationalstaatsgesetz. Die härtesten Gegner „außenpolitischer“ Zugeständnisse im Sinne der von der israelischen Linken erhobenen Forderung „Land für Frieden“[37][155][119] sind dabei die Nationalreligiösen,[438] derweil wird in Tel Aviv offen über postideologische Ansätze diskutiert. Tel Aviv gilt aus ihrer Sicht, im Gegensatz zu den über bypass roads[401] schnell erreichbaren Siedlungen im Westjordanland, als legitimes[429][25] Kernland, während der Gedanke der zionistischen Landnahme neu nationalreligiös und messianisch[353][119] besetzt ist. Die Tatsache, dass Tel Aviv früher ebenfalls durch diese Landnahme für die Juden angeeignet wurde, führt rechte Kommentatoren zu der Schlussfolgerung, dass auch die Siedlungsexpansion im Westjordanland legitim sei.[119][25] So meinte Benjamin Netanjahu: „Wenn wir nicht das Recht haben in Hebron zu leben, dürfen wir in diesem Land nirgendwo leben; nicht in Jaffa, nicht in Akkon, nicht in Jerusalem und schon gar nicht in Tel Aviv.“[439] Und der Soziologe Natan Sznaider fasst ein häufiges Gegenargument an die Adresse der Friedensaktivisten so zusammen: „Und was ist an deinem Aufenthalt in Tel Aviv legitim?“[429]

Zahlreiche Kommentatoren beschreiben einen Werteverlust,[353][254][390] verursacht durch die Besatzung, der das beanspruchte moralische Fundament von Staat und Gesellschaft angreift.[244][154][232] Als Hinweis darauf gilt die Zunahme sexueller- und häuslicher Gewalt,[254][395] bis hin zu Staatspräsident Mosche Katzav (2006). Manche Tel Avivis wenden sich nun eher unpolitischen Bewegungen wie dem Veganismus[308] zu.[173] Selbst das liberale Leitmedium New York Times bezeichnete Tel Aviv im Mai 2021 als eine Blase (englisch bubble)[440][354][395] und auch die Bezeichnung „Staat Tel Aviv“[440] ist verbreitet. Gegen die Stadt mit ihrer lebendigen Zivilgesellschaft hält sich beständig die Vorstellung, diese sei von der Realität des Nahen Ostens abgekoppelt. Die politische Linke – die Israel aufgebaut, mehrere Kriege geführt hat, und das „zionistische Projekt“[441][429][237] oder gar die „zionistische Revolution“[429][376][154] für nun weitgehend verwirklicht hält – wird hierfür regelmäßig als „linke Feiglinge“[424] oder „Verräter“[350][243][442] bezeichnet.[298] Der gehässige Diskurs[199][243] der extremen Rechten[199] wandert von Facebook[443] auf die Straßen und Plätze, rechte Gegendemonstranten und die Hooligan-Gruppe La Familia[424] von Beitar Jerusalem bedrohen regierungskritische Demonstrationen in Tel Aviv. Indes wendet sich ein bedeutender Teil der Stadtbevölkerung von ideologischen Prämissen ab.[379][167] Ironisch verfremdete Versatzstücke[444] des Zionismus und das Konterfei Theodor Herzls werden in Tel Avivs Straßen zu postmodernen Ikonen.[253] In Worte fasst dies ein berühmt gewordenes Graffito in Florentin, das in Umkehrung des herzlschen „Wenn ihr wollt, ist es kein Traum“[445] den Vorbeigehenden verheißt: „Wenn ihr nicht träumen wollt, dann müsst ihr es nicht.“[369][253] Was ans Schlusswort zu Altneuland erinnert: „Wenn ihr aber nicht wollt, so ist es und bleibt es ein Märchen, was ich euch erzählt habe.“[445]

Terroranschläge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 19. Oktober 1994 (21 Tote)[159][192] und im Juli 1995[192] waren öffentliche Einrichtungen in Tel Aviv das Ziel von Terroranschlägen. Weitere Anschläge in der Stadt folgten im Frühjahr 1996.[192] Diese Anschläge begleiteten und untergruben den damaligen Friedensprozess.[447][438][243]
    Die ausgebombte Diskothek Dolphinarium (2012)
  • Am 1. Juni 2000 wurden am Strand von Tel Aviv 21 Jugendliche ermordet und Dutzende weitere schwer verletzt, als sich ein Selbstmordtäter mit einer mit Metallteilen gefüllten Bombe in die Luft sprengte.[448]
  • Am 23. Januar 2001 wurden die beiden Besitzer des Sushi-Lokals Yuppies in der Tel Aviver Sheinkin-Straße, Motti Dayan (27) und Etgar Zeitouny (34), von Palästinensern entführt und ermordet.[449] Die Jahre 2000 bis 2005 waren die Jahre der Zweiten Intifada.[450]
  • Am 14. Februar 2001 raste ein Palästinenser mit einem Bus nahe Tel Aviv in eine Menschenmenge und tötete acht Personen.[208]
  • Am 1. Juni 2001[195] sprengte sich ein 22-jähriger Palästinenser vor der Diskothek Dolphinarium[195] in Tel Aviv selbst in die Luft. Bei dem Selbstmordanschlag kamen 21[354] Personen ums Leben, die meisten von ihnen Jugendliche, über 100 wurden verletzt.
  • Am 5. März 2002 tötete ein palästinensischer Täter in zwei Restaurants im Zentrum von Tel Aviv drei Menschen und verletzte mehr als 30. Die Todesopfer waren der Polizist Salim Barakat, der 52-jährige Yosef Haybi und der 53-jährige Eli Dahan.[451]
  • Am 30. März 2002 sprengte sich ein Selbstmordtäter in dem Cafe Bialik an der Kreuzung Allenbystraße/King George- und Tschermichowskystraße in die Luft. Dabei wurden mehr als 30 Menschen zum Teil schwer verletzt.[452]
  • Am 25. Februar 2005 wurden fünf Personen getötet und 50 verwundet, als sich ein Selbstmordtäter vor dem Stage Club in die Luft sprengte. Zu der Tat bekannte sich der Islamische Dschihad.[455]
  • Am 19. Januar 2006 brachte ein im Namen des Islamischen Dschihad handelnder Selbstmordtäter bei einem Sandwich-Stand nahe der Central Bus Station einen Sprengsatz zur Explosion, 30 Personen wurden verletzt.[455]
  • Am 17. April 2006 war das Fast-food-Restaurant Shawarma das Ziel eines Selbstmordtäters des Islamischen Dschihad. Sieben Tote und mindestens 50 Verletzte fielen der Tat zum Opfer.[455]
  • Am 21. November 2012 starben 29 Menschen bei einem Bombenanschlag auf einen Bus in Tel Aviv. Zur Tat bekannten sich der sogenannte Islamische Dschihad in Palästina und die Hamas.[18]
  • Am 10. November 2014 wurde beim Bahnhof HaHagana ein 20-jähriger Soldat von einem mutmaßlich aus „nationalistischen Motiven“ handelnden Täter aus Nablus mit einem Messer schwer verletzt.[456]
  • Am 21. Januar 2015 wurden bei einem Anschlag in einem Bus der städtischen Verkehrsbetriebe mehrere Menschen verletzt, fünf von ihnen mittel bis schwer. Bei dem Täter, der mit einem Messer auf die Fahrgäste losging, handelte es sich um einen 23-jährigen Palästinenser aus Tulkarem, der keine Aufenthaltsgenehmigung für Israel besaß. Er wurde in der Nähe des Tatortes angeschossen und festgenommen.[457]
  • Am 19. November 2015 erstach ein palästinensischer Täter in einem Bürogebäude im Süden von Tel Aviv zwei Menschen und verletzte eine weitere Person.[458]
  • Am 1. Januar 2016 erschoss im Zentrum von Tel Aviv ein Palästinenser in der Bar Simta zwei Menschen und verletzte sieben weitere.[459][460]
  • Am 8. Juni 2016 erschossen zwei palästinensische Täter vier Menschen, sieben weitere wurden schwer verletzt. Die Tat ereignete sich im Sarona-Viertel im Stadtzentrum.[461][462][463]
  • Am 9. Februar 2017 eröffnete im Vorort Petach Tikwa ein 19-jähriger Palästinenser das Feuer auf die Besucher eines Marktes und stach mit einem Messer auf sie ein. Sechs Personen wurden leicht verletzt.[464]
  • Am 7. April 2022 erschoss ein Täter aus Dschenin[250] drei Personen in einer Bar im Zentrum von Tel Aviv und verletzte zehn Personen. Der zunächst flüchtige Täter wurde von der Polizei erschossen.[465] Am 9. April 2022 drangen israelische Einsatzkräfte nach Dschenin vor. In Husan[250] erschossen Soldaten am folgenden Tag eine unbewaffnete Mutter von sechs[250] Kindern.

Gewalttätige Ausschreitungen im Mai 2021[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Eskalation des Nahostkonflikts im Mai 2021, dem Israel-Gaza-Konflikt 2021, kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen in Tel Aviv-Jaffa und anderen Orten im israelischen Kernland, hauptsächlich in der Stadt Lod.[245] Dem Gewaltausbruch vorausgegangen war die von Siedlern juristisch betriebene Zwangsräumung[245] von palästinensischen Familien in Sheikh Jarrah in Ostjerusalem, Polizeisperren am Damaskustor am 12. April während des Ramadan, das Eindringen der Polizei in die al-Aqsa-Moschee am 13. April, Aufmärsche rechtsradikaler Israelis, darunter die Mitglieder der ultranationalistischen Gruppe Lehava,[466] am 22. April und am Jerusalemtag[466][245] am 10. Mai und schwere Zusammenstöße auf dem Haram al-Scharif (Tempelberg) am 7. Mai 2021 mit Hunderten verletzten Palästinensern.[467] Raketenbeschuss der radikalislamischen Hamas auf den Großraum Jerusalem am 10. Mai[468] und andere Orte in Israel und israelische Luftangriffe auf Gaza folgten.

  • Am 12. Mai 2021 marschierten Dutzende rechtsradikale Israelis durch Tel Aviv und griffen eine Reihe von Geschäften im Besitz von Palästinensern (bzw. arabischen Israelis) an. Die Randalierer schlugen Scheiben ein, warfen Gegenstände und riefen rassistische Parolen.[469] Danach zerrte der rechtsextreme Mob nahe der Strandpromenade von Bat Jam den Automobilisten Said Moussa,[470] den sie für einen Araber hielten, aus seinem Auto und prügelten auf ihn ein, bis er reglos und blutig auf der Straße lag. Der Vorfall wurde im Fernsehen live übertragen. Polizei und Rettung trafen erst fünfzehn Minuten später ein, während das Lynchopfer reglos dalag.[471]
  • Am 13. Mai 2021 marschierte ein rechtsextremer jüdischer Mob durch das Viertel HaTikwa, skandierte „Tod den Arabern!“ und attackierte arabische Einwohner des Viertels sowie einen Journalisten und Kameramann des Fernsehsenders Kan. Rechtsradikale hatten im Internet zu bewaffneten Demonstrationen und zum Mord an arabischen Bewohnern aufgerufen.[472]
  • Am 14. Mai 2021 wurde in Jaffa ein 12-jähriger arabischer Junge durch zwei in ein Wohnhaus geworfene Brandflaschen im Gesicht schwer verletzt.[473] Am folgenden Tag kam es in Jaffa zu Protestkundgebungen.[474] Polizeiquellen sprachen zuletzt von mutmaßlich arabischen Tätern, die die Bewohner des Hauses für Juden gehalten hätten.[475]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tel Aviv
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Israel Meteorological Service
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tel Aviv
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 17,5 17,7 19,2 22,8 24,9 27,5 29,4 30,2 29,4 27,3 23,4 19,2 Ø 24,1
Min. Temperatur (°C) 9,6 9,8 11,5 14,4 17,3 20,6 23,0 23,7 22,5 19,1 14,6 11,2 Ø 16,5
Niederschlag (mm) 126,9 90,1 60,6 18,0 2,3 0,0 0,0 0,0 0,4 26,3 79,3 126,4 Σ 530,3
Regentage (d) 12,8 10,0 8,5 3,1 0,8 0,0 0,0 0,0 0,3 3,2 7,5 10,9 Σ 57,1
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Tel-Aviv-Jaffa (bis 1950 Tel Aviv) sind:

Name Amtszeit Partei
1 Meir Dizengoff[476] 1920–1925 Allgemeine Zionisten
2 David Bloch-Blumenfeld 1925–1928 Achdut haAwoda
3 Meir Dizengoff 1928–1936 Allgemeine Zionisten
4 Mosche Chelouche 1936–1936 unabhängig
5 Jisra’el Rokach 1936–1953 Allgemeine Zionisten
6 Chaim Levanon 1953–1959 Allgemeine Zionisten
7 Mordechai Namir 1959–1969 Mapai
8 Jehoschua Rabinowitz 1969–1974 Awoda
9 Schlomo Lahat 1974–1993 Likud
10 Roni Milo 1993–1998 Likud
11 Ron Huldai seit 1998 Awoda

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der symbolische Schlüssel für Tel Aviv, der 1992 zum Anlass der Gründung der Städtepartnerschaft mit Sofia übergeben wurde

Die Stadt Tel Aviv hat mit den folgenden Städten der Welt einen Partnerschaftsvertrag unterschrieben (zeitlich geordnet):[477]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tel Aviv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Druckerei der Tageszeitung Haaretz
Das Herta-und-Paul-Amir-Gebäude im Tel Aviv Museum of Art
Ein Straßencafé im Bauhaus-Stil in Florentin, einem bei szenebewussten Personen angesagten Stadtteil (2008)

Tel Aviv sei keine gewöhnliche Stadt der Sehenswürdigkeiten, sagt der Polyglott-Reiseführer (2021), und führt weiter aus: „Dass die Stadt an sich existiert, ist die Sehenswürdigkeit.“[369] Tatsächlich bietet sich ein farblich und architektonisch heterogenes Bild,[265][267] wie Jean Nouvel[25] 1995 über die Weiße Stadt, dieses Inventar von etwa 4000[220] Gebäuden, errichtet überwiegend im Internationalen Stil und Bauhaus, konsterniert[25] feststellte. Entworfen haben sie Architekten, die nach Studien in Wien und Rom oder Brüssel und Paris, oder in Osteuropa, vor dem Nationalsozialismus geflohen waren. Jedoch haben nur vier[220] von ihnen am Bauhaus studiert (Arieh Sharon, Shmuel Mestechkin, Munio Gitai-Weinraub, Shlomo Bernstein[220]). Die Bauten konzentrieren sich in den Stadtteilen Kerem HaTeimanim und Merkaz Hair und gehören seit 2003[484] zum UNESCO-Welterbe, da sie zwei der zehn möglichen Auswahlkriterien der UNESCO erfüllen.[484] In der Dizengoffstraße befindet sich das neue Bauhaus Center.[485] Hier beginnen Führungen[486] zu Bauhausgebäuden. Auch das von der Bundesrepublik Deutschland mitfinanzierte[220] Museum Beit Liebling (Baujahr 1936/1937)[487] und die Bauhaus Foundation Tel Aviv befassen sich mit dem Bauhaus. Wenige Meter davon entfernt befinden sich Beit Bialik und Beit Rubin, die Wohnmuseen über Chaim Nachman Bialik und Reuven Rubin, sowie das Felicja Blumental Music Center and Library im Andenken an Felicja Blumental und das ehemalige Rathaus der Stadt, der Beit Skora,[488] heute ebenfalls ein Museum. Das Scholem-Alejchem-Museum[487] informiert über das Leben und Werk Scholem Alejchems, eines bedeutenden Schriftstellers der jiddischen Literatur. Die Werke seines Berufskollegen Achad Ha'am[114] erschienen hingegen auf Hebräisch.

Tel Aviv ist Ort zahlreicher Verlage und Zeitungen, deren bekanntestes liberales Aushängeschild die von Salman Schocken gegründete, auf hebräisch und englisch erscheinende Tageszeitung Haaretz ist.[140] Die Redaktion war 1923[211][210] von Jerusalem nach Tel Aviv umgezogen. Ein wichtiges Datum im Kulturkalender ist die seit 1959 durchgeführte Hebräische Buchwoche.[304] Buchläden sind in Tel Aviv-Jaffa relativ selten, wozu die Aufhebung der Buchpreisbindung[413] im Jahr 2016 beiträgt, häufigster Anbieter ist die Ladenkette Steimatzky. An der Allenby Street, der einstigen New Society Road,[211] einer legendären, aber heute sichtlich vernachlässigten Einkaufsstraße im Stadtzentrum, finden sich auch Antiquariate. Tel Avivs häufig als links geltende Verlagshäuser, das israelische Filmschaffen mit Produktionen wie The Band's Visit und Tel Aviv on Fire, sowie die deutsch[413] geprägte Klassische Musik, stehen von rechter Seite in der Kritik.[413] Der Dirigent Daniel Barenboim löste 2001 eine hitzig geführte Debatte aus, als er ein Werk des in Israel geächteten[489] Richard Wagner zur Aufführung brachte. Auch der Tel Aviver Regisseur Samuel Maoz[243] wurde wegen des Films Foxtrot (2017) stark angegriffen. Ab August 2010[154] weigerten sich 60[154] israelische Künstler, in der Siedlerstadt Ariel[243] aufzutreten, worauf sich der Ton ab 2011[243] verschärfte. Davon unbeirrt wird von Kulturschaffenden weiterhin der Tabubruch betrieben, etwa in der Satireserie The Jews Are Coming[490][491] oder im Werk von Adi Nes,[150] der sich mit dekonstruierender[150] Kunst dem Thema des Militarismus[167][154] in der eigenen Gesellschaft stellt. Innere und äußere Spannung halten auch Rutu Modan[492] und Asaf Hanuka[492] in ihren Graphic Novels aus. Assaf Gavrons[492] Krimi Achtzehn Hiebe (2017) durchforscht Erinnerung.

Sehenswert ist auch das weiter südlich liegende Neve Tsedek. Am 22. August 1914 eröffneten hier Moshe Abarbanell[286] und Mordechai Weisser[286] das Eden,[251] Tel Avivs erstes Kino. Vier Jahre später gab hier der Tänzer Baruch Agadati[283] seinen triumphalen Auftritt. Die beiden Kinounternehmer übernahmen das 1922 eröffnete Strandlokal Casino Galey Aviv,[286][211] das jedoch kein Geldspiel anbot, und führten es, trotz dieses Mangels, „in der besten europäischen Tradition“.[286] Der Betrieb schloss 1936. Seinetwegen[286] macht die Allenby Street noch heute eine abrupte Biegung zum Jerusalem Beach. Auch Samuel Agnon,[369][216] der sein Tel Aviv im Roman Gestern, Vorgestern[269] (1945) verewigte, lebte in Neve Tsedek. Im heute von Boutiquen und Szene-Cafés geprägten verkehrsberuhigten Stadtteil befinden sich das Museum über den in Jaffa aufgewachsenen[159] Maler Nahum Gutman,[418] das Suzanne Dellal Center for Dance and Theater,[261] das lokalgeschichtliche Museum Beit Rokach,[418] sowie das Kulturzentrum Neve Schechter[487][220] im Lorenz-Haus (Baujahr 1886)[487] mit einer Synagoge der Masorti-Bewegung. Unweit davon liegt das lange vernachlässigte Viertel Florentin, eine Gründung des griechischen Unternehmers David Florentin.[418] Der Stadtteil war bis 1933 ein Flüchtlingslager für 53.000[418] vertriebene Juden aus Thessaloniki. Ende der 1990er Jahre[493] begannen junge Kreative, Garagen und verlassene Bauten zu Bars und Ateliers umzufunktionieren.[494] Alternativkultur und Gentrifizierung[494] verdrängen inzwischen zunehmend Wenigverdiener und die angestammten Möbelgeschäfte. Der Stadtteil ist für seine Streetart[302] bekannt, dazu zählen etwa die melancholischen Arbeiten des 1981 in Tel Aviv geborenen Künstlers Know Hope.[495][496] Die Galerie-Szene expandiert zunehmend ins südlich an Florentin anschließende Industriegebiet Kiryat Hamelacha.[388]

Tel Aviv Nacht
Blick von Jaffa auf Tel Avivs Skyline bei Nacht

Am Rothschild-Boulevard liegt die Independence Hall. Am 14. Mai 1948 rief David Ben-Gurion hier den Staat Israel aus. Vor dem Museum befindet sich das Tel-Aviv-Gründer-Monument[220] für Achusat Bajit von 1951[220] mit einem Bibelzitat (Jer 31,4 EU).[497] Das Tel Aviv Museum of Art[486] zeigt klassische und zeitgenössische Kunst. Das Eretz Israel Museum dokumentiert Geschichte und Archäologie. Die Geschichte der Juden in der Diaspora dokumentiert das Museum ANU (dt. „Wir“).[498] Am ehemaligen Zweitwohnsitz des Politikers befindet sich das Ben-Gurion Museum.[499] Das Hagana-Museum ist ein Museum der Geschichte der jüdischen Untergrundorganisation, Vorläufer der israelischen Armee IDF.[500] Das Palmach-Museum[488] in Ramat Aviv ist einer Spezialeinheit der Hagana gewidmet.[501] Es liegt beim Eretz-Israel-Museum im Neuen Norden. Der Person Jitzchak Rabin widmet sich das Jitzchak-Rabin-Zentrum.[502] Es liegt zwischen dem Eretz-Israel-Museum und dem Museum der Palmach, zu der Rabin in jungen Jahren gehörte. Auf dem Rabin-Platz erinnert ein Denkmal der Bildhauerin Yael Artsi[251] an seine Ermordung.

Sehenswert ist auch die lutherische Immanuelkirche in der 1866[220] gegründeten American Colony (המושבה האמריקאית ha-moschawa ha-ʾamerikaʾit). Das Charles Bronfman Auditorium ist Heimat des Israel Philharmonic Orchestra und mit 2482 Plätzen größter Konzertsaal der Stadt. Daran anschließend steht das Gebäude des 1931[299] in Moskau gegründeten israelischen Nationaltheaters Habimah. Zu seinen Dramaturgen zählte Max Brod,[503] der als einer der wenigen jüdischen Angehörigen der literarischen Intelligenz im deutschsprachigen Raum ein Exil in Israel wählte. Während Franz Kafka, dessen Manuskripte Brod nach Tel Aviv mitbrachte,[308] mit schwankendem Entschluss Ivrit lernte,[504] war eine Alija für den ihnen nahestehenden Franz Werfel keine Option, seine Flucht führte ihn über Portugal in die USA. Noch ablehnender[505] war die Haltung des Dresdner Professors Victor Klemperer, der schrieb: „[Ich kann] nur Geistesgeschichte vortragen, und nur in deutscher Sprache und in völlig deutschem Sinn. Ich muß hier leben und hier sterben.“[505] Entsprechend erfolgte der Aufbau des Kulturlebens im „Krieg der Sprachen[233][33] (1913–1914[233]) gegen den das Deutsche propagierenden Hilfsverein der deutschen Juden[306] und den deutschsprachigen Lehrbetrieb am Technion[306] zu Haifa nach dem Grundsatz „Jude, sprich Hebräisch“[211] in häufig militanter[343][211][306] Abgrenzung zur Diaspora, etwa durch die von Schülern des Herzlia-Gymnasiums gegründete Brigade der Verteidiger der hebräischen Sprache.[211] Gelebt wurde das am seit 1944 bestehenden Tmu-na-Theater[261] und am Cameri-Theater.[486] Das Yiddishpiel Theater[486] pflegt hingegen seit 1988 die Tradition des jiddischen Theaters. Das Tel Aviv LGBTQ Memorial[506] im Me'ir Park gedenkt allen Menschen, die ihrer sexuellen Orientierung wegen von den Nazis verfolgt wurden.

Im Mai 2019 war Tel Aviv Austragungsort des 64. Eurovision Song Contest, da Netta mit Toy den Wettbewerb 2018 in Lissabon gewonnen hatte. Aktuelle Hauptrichtung[146] der israelischen Popmusik ist die griechisch-arabisch beeinflusste Mizrahi-Musik. Westlich geprägte Musikstile beginnen beim Sänger Arik Einstein, einer unumstrittenen Identifikationsfigur des Neuen Israel,[408][173] und reichen von hebräischem Reggae über Rap bis zu Independent. Zum demonstrativen Optimismus eines Klassikers wie Shafshafs Lied (שירו של שפשף, Shiro Shel Shafshaf)[507] und einem leichten Mainstream gesellt sich manchmal ein grimmiger Fatalismus: So kontrastiert der Rapper Tuna im Video zum Erfolgssong Rock 30 (Rock schloschim)[508] private Kindheitserinnerungen aus der zuversichtlichen[155] Zeit der 1990er Jahre mit dem Weltbild des desillusionierten 30-jährigen ohne berufliche und persönliche Perspektiven, der aus purem Überlebenstrieb Party macht.[356]

Jaffa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alt Jaffa mit dem Fischerhafen

Zu den Sehenswürdigkeiten von Old Jaffa und South Jaffa gehören der Uhrenturm (erbaut 1906),[9] die Ausgrabungsstätte Kikar Kedumim, der Al-Saraya al-'Atika-Palast (Governor’s New Palace), der Leuchtturm Jaffa Light von 1865 (hebräisch: מגדלור יפו), die Moschee Muhamidiya, die Libysche Synagoge Khan Zunana,[261] der Andromeda-Felsen,[9] das Jaffa Museum of Antiquities, das Haus des ehemaligen Palästinaamtes[43] in der Rechov Resi'el 17, das Ilana-Goor-Museum, das Grüne Haus[487] im Stil des arabischen Eklektizismus (erbaut 1934) und das katholische Kirchengebäude Sankt Peter.[9] Am Strand von Jaffa befindet sich das Peres Center for Peace and Innovation.[114][188] Weitere Sehenswürdigkeiten, die meist nicht öffentlich zugänglich sind, liegen in Jaffas Stadtteil Ajami. Dazu zählen die Schule Collège des frères,[418] die 1882 von Lasallien-Mönchen gegründet wurde, die maronitische Terra Santa High School[418][43] und die 1932 erbaute katholische Kirche St. Antonius von Padua.[418] Im Süden Jaffas liegen die Friedhöfe der Muslime[188] und von vier christlichen[509][510][511] Gemeinden beieinander.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tel Aviv ist die Heimat der Fußballvereine Maccabi Tel Aviv, Hapoel Tel Aviv und Bne Jehuda Tel Aviv. Basketball auf internationalem Niveau spielen der Hapoel Tel Aviv Basketball Club und die Basketball-Abteilung von Maccabi Tel Aviv. 2009 wurde der Tel-Aviv-Marathon nach 15-jähriger Pause wiederbelebt und wird seitdem wieder jährlich veranstaltet.[512] Im Mai 2018 wurde das Sylvan Adams Velodrome eingeweiht.[513] Am Stadtgebiet führt der Wanderweg Israel National Trail vorbei.[514]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vordergrund der Azrieli Sarona Tower (2016) im Stadtteil Sarona

Tel Aviv-Jaffa ist stark durch den Dienstleistungssektor bestimmt. Dazu zählen 1748[369] Bars, Restaurants und Cafés im Jahr 2021. Arbeitsstellen in Handel und Dienstleistung generieren auch rund 36.000[369] Hunde, die in der Stadt gehalten werden. Ein bedeutender Bereich ist auch die Diamantenverarbeitung mit der Israel Diamond Exchange[261] im Vorort Ramat Gan. Die Stadt ist Sitz der Börse Tel Aviv Stock Exchange und mehrerer großer Banken wie der Bank Leumi oder der Bank Hapoalim. Die israelischen Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen 2019 bei 4,3 %[515] des BIP. Davon wird viel im Gebiet zwischen Kfar Saba,[515] Tel Aviv und Rechovot,[515] dem Silicon Wadi[369][515] des Landes, in Start-up-Unternehmen investiert. 2013 zählte die Stadt über 700 Start-up-Unternehmen und wurde vom Wall Street Journal als zweitinnovativste Stadt der Welt nach Medellín und vor New York City bewertet.[516] In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Tel Aviv 2018 den Platz 34.[517] Als Ausdruck für dieses politisch-wirtschaftliche Selbstverständnis, hat sich die Bezeichnung Start-up-Nation Israel[518] verbreitet, ein Begriff, der von den Buchautoren Dan Senor und Saul Singer 2009[308] für die Wirtschaft Israels geprägt wurde.

In den 2000er Jahren erzielten die ökonomischen Aktivitäten der Kernstadt Tel Aviv Anteile im Bereich von 17 % am nationalen Bruttoinlandsprodukt. Während die Arbeitslosenquote im Jahr 2011 noch bei 4,4 % lag,[519] stieg sie im Zusammenhang mit der weltweiten COVID-19-Pandemie bis im Juli 2020 auf vorübergehende 21 %.[520] Im 3. Trimester 2020 lag die Quote erneut bei 4,7 %,[23] Ende 2021 bei 5,1 %.[24] Der Internationale Währungsfonds rechnete für 2020 mit einer Reduktion des realen Bruttoinlandsprodukts um −5,9 %.[23] Das Land erzielte 2021 ein Wirtschaftswachstum von 7,1 %.[24]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ayalon Highway, dazwischen der Ajalon, ein Zufluss des Yarkon

Im Umland der Stadt befindet sich in Lod mit dem Flughafen Ben Gurion der größte Flughafen des Landes, welcher im Jahr 2017 mehr als 20 Millionen Passagiere zählte. Der Betrieb des stadtnahen Flughafens Sde-Dov wurde eingestellt.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als großes Problem gilt der motorisierte Individualverkehr auf den Einfallstraßen. Staus sind an der Tagesordnung, viele Zufahrtsstraßen sind chronisch verstopft. Im Bereich der Stadt laufen mehrere Autobahnen zusammen. Zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, entfällt jedoch – als Brauch, den auch weniger streng Gläubige einhalten, und ohne ein staatliches Gesetz – der Autoverkehr bis auf wenige Notdienste von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang für 25 Stunden, sodass Kinder und Erwachsene zu Fuß und auf Fahrrädern in dieser Zeit den leeren Raum der größten mehrspurigen Stadtstraßen einnehmen.[521][522] Im Mai 2020 wurden elf Straßenabschnitte in der Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt und zu Fußgänger- und Radfahrerzonen umgestaltet. E-Scooter[369] erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Den öffentlichen Nahverkehr im Großraum Tel Aviv-Jaffa betreibt die Busgesellschaft Dan mit 192 Linien. Im Großraum Tel Aviv nutzen etwa 700.000 Menschen täglich die Busse von Dan.[523] Ergänzt wird das Angebot durch ein engmaschiges Netz an Scherut[369] genannten Sammeltaxis. Die Stadt ist zentraler Knotenpunkt für die Busverbindungen der Busgesellschaft Egged. Der Busbahnhof Tel Aviv Central Bus Station war lange Zeit der größte der Welt.

2020 wurde ein Pilotprojekt gestartet bei dem Elektrobusse während der Fahrt über unter der Asphaltdecke verlegte „elektronischer Infrastruktur“ aufgeladen werden. Dazu wurde ein 600 Meter langes Teilstück einer Straße nahe der Universität ausgestattet.[524]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HaTachhanah (dt. der Bahnhof): Historisches Empfangsgebäude der Eisenbahn Jaffa–Jerusalem

Im Stadtteil Jaffa befand sich der eine Endbahnhof der ersten Eisenbahnstrecke auf heutigem israelischen Gebiet: 1891/1892 wurde die Bahnstrecke Jaffa–Jerusalem in Betrieb genommen. Das Empfangsgebäude und die umliegenden Bauten des Bahnhofs Jaffa sind museal erhalten.

Israel Railways[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zunehmende Individualverkehr ist einer der wesentlichen Gründe dafür, dass in den zurückliegenden Jahren der Regionalverkehr auf der Schiene durch die Israel Railways erheblich verbessert und ausgeweitet wurde. Tel Aviv liegt an der Eisenbahn-Magistrale des Landes, der Bahnstrecke Naharija–Be’er Sheva. Die weiteren Strecken sind Jarqon- und Scharonbahn nach Petach Tiqwah, Hod haScharon und Raʿanannah, die Schnellfahrstrecke via Ben-Gurion-Flughafen nach Modi’in und Jerusalem und die südliche Vorortstrecke nach Cholon, Bat Jam und Aschqelon.

Stadtbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Danqal-Stadtbahn-System des Großraums Tel Aviv (Tel Aviv LRT), das teilweise im Tunnel geführt werden soll, ist mit mehreren Strecken seit vielen Jahren in Planung. Zuletzt wurde der Bau einem chinesischen[402] Konsortium in Auftrag gegeben. Die Bauarbeiten an der ersten Strecke (Rote Linie) mit 23 km Länge begannen im August 2015. Die Strecke soll vom Zentralen Omnibusbahnhof Tachanah Merkasit in Petach Tikwa nach Bat Jam führen. Die Inbetriebnahme ist für 2023 vorgesehen. Im Februar 2017 begannen in der Ibn-Gavirol-Straße erste Vorbereitungsarbeiten zum Bau der Grünen Linie, die Tel Aviv nach Norden hin mit Ramat Aviv und Herzlia verbinden wird. An den Stationen der Roten Linie wird bereits in ganz Tel Aviv, Ramat Gan und Petach Tikwa gebaut (Stand: Februar 2017). Problematisch sind vor allem die Kosten: Zum einen waren zuletzt bei der Roten Linie erhebliche Kostenüberschreitungen abzusehen, zum anderen die Planungen für die weiteren Linien aufgrund des enormen Wachstums des Verkehrs in Tel Aviv inzwischen für eine zu geringe Kapazität ausgelegt.[525]

Siehe dazu Stadtbahn Tel Aviv.

Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaffa erfüllte seit der Antike die Funktion eines Hafens für Jerusalem. Bis heute befindet sich dort ein kleiner Fischereihafen sowie eine Marina. Zwischen 1938 und 1965, bis zur Fertigstellung des Hafens von Aschdod, gab es auch einen eigenen Hafen von Tel Aviv.

Campus der Universität Tel Aviv im Norden der Stadt

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Tel Aviv, die größte Universität in Israel, liegt im Viertel Ramat Aviv im Norden der Stadt, dort wo sich zuvor das Dorf asch-Schaich Muwannis[225][43][20] befand. Die zweite Universität im Großraum ist die Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan. Zusammen haben sie mehr als 50.000 Studierende. Südlich der Stadt, in Rechovot, befindet sich zudem das Weizmann-Institut für Wissenschaften, welches wiederum mehr als 1000 Studierende, vornehmlich auf der Doktoratsstufe, zählt.[526] Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren eröffnete am 22. Oktober 2018 in Tel Aviv ihr viertes Auslandsbüro. Ziel sei es, die Zusammenarbeit mit israelischen Partnern weiter zu stärken.[527] Auch die International Union of Microbiological Societies und das Stephen Roth Institute haben ihren Sitz in Tel Aviv-Jaffa.

In Tel Aviv befindet sich außerdem das erste hebräischsprachige Gymnasium des Landes, welches im Jahr 1905 an der Herzl-Straße im Zentrum der Stadt zu Ehren von Theodor Herzl als Hebräisches Herzliya-Gymnasium benannt wurde. Weiter gibt es die Buchmann-Mehta-Musikschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berühmte Persönlichkeiten aus Tel Aviv-Jaffa sind unter anderem der ehemalige israelische Staatspräsident Ezer Weizman, die Schauspielerin Ayelet Zurer, das Model Esti Ginzburg, die Sängerin Ofra Haza, der Schauspieler Chaim Topol, der Astronaut Ilan Ramon, der Bühnenmagier Uri Geller sowie die frühere israelische Außen- und Justizministerin Tzipi Livni.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbücher

Belletristik

Erlebnisberichte

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tel Aviv-Yafo – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Tel Aviv-Jaffa – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. אוכלוסייה ביישובים 2018 (Bevölkerung der Siedlungen 2018). (XLSX; 0,13 MB) Israel Central Bureau of Statistics, 25. August 2019, abgerufen am 11. Mai 2020.
  2. Localities, Population and Density per Sq. Km., By Metropolitan Area and Selected Localities. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Israelisches Zentralbüro für Statistik, archiviert vom Original am 15. April 2016; abgerufen am 31. Januar 2018 (englisch, hebräisch).
  3. Moshe Gilad: Homes fit for a prime minister: From Ben Gurion's shack to Netanyahu's compound. In: Haaretz. 15. Mai 2012, abgerufen am 20. August 2020 (englisch).
  4. Internetseite der Knesset: The Need to Construct a Permanent Building for the Knesset, 1949–1955. Abgerufen am 20. August 2020 (englisch).
  5. Basic Law of Israel. (englisch, wikisource.org [abgerufen am 20. August 2020]).
  6. Alan Berube, Jesus Leal Trujillo, Tao Ran, Joseph Parilla: Global Metro Monitor. In: Brookings. Washington, D.C. 22. Januar 2015 (englisch, Online [abgerufen am 3. November 2020]).
  7. White City of Tel-Aviv – the Modern Movement. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 17. November 2017 (englisch).
  8. Jean-Claude Margueron, Luc Pfirsch: Le Proche-Orient et l’Égypte antiques. In: Michel Balard (Hrsg.): Série Histoire de l’Humanité. 3. Auflage. Hachette Supérieur (Hachette Livre), Paris 2005, ISBN 978-2-01-145679-3, S. 19.
  9. a b c d e f g h i j k l m n o Erhard Gorys: Heiliges Land – Ein 10.000 Jahre altes Kulturland zwischen Mittelmeer, rotem Meer und Jordan. In: DuMont Kunstreiseführer. 3. Auflage. DuMont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-3860-0, S. 323 f., 327, 330 ff.
  10. Naftali Herz Tur-Sinai: Deutsch-hebräisches Taschen-Wörterbuch. Dvir Verlag, Tel Aviv, S. 96.
  11. Shlomo Avineri: Zionism According to Theodor Herzl. In: Haaretz, 20. Dezember 2002. Zitat: “‘Altneuland’ is […] a utopian novel written by […] Theodor Herzl, in 1902; […] The year it was published, the novel was translated into Hebrew by Nahum Sokolow, who gave it the poetic name ‘Tel Aviv’ (which combines the archaeological term ‘tel’ and the word for the season of spring).” Auf Deutsch: „Altneuland“ ist […] ein utopischer Roman, geschrieben von […] Theodor Herzl im Jahre 1902; […] Im gleichen Jahr wurde der Roman von Nachum Sokolow ins Hebräische übersetzt, wobei er ihm den poetischen Titel „Tel Aviv“ gab, in dem der archäologische Begriff „Tel(l)“ und das Wort für die Frühlingsjahrezeit kombiniert wurden.
  12. Thomas Gomart: L'Affolement du monde – 10 enjeux géopolitiques (Kapitel: De la Méditerranée au Moyen-Orient, multiplication des dangers). In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2020, ISBN 979-1-02104261-2, S. 262 (Thomas Gomart, Direktor des Institut français des relations internationales und Redaktor der Zeitschrift Politique étrangère, schreibt beispielsweise über die aktuelle russische Außenpolitik: „Il est probable que la Russie, à la différence des États-Unis, cherchera à maintenir la nature de ses relations avec Tel-Aviv, Ankara, Riyad et Téhéran, afin d’apparaître comme la puissance d’équilibre de la région et de marginaliser un peu plus l’Europe.“).
  13. Lamia Ziadé: Ma très grande mélancolie arabe – Un siècle au Proche-Orient. 2. Auflage. P.O.L. éditeur/Centre national du livre, Paris 2017, ISBN 978-2-8180-4062-1, S. 407 (auf Arabisch gebraucht man gewöhnlich nicht beide Namen zusammen: man spricht entweder von يافا Yāfā oder von تل أبيب Tall Abīb).
  14. Abraham B. Jehoschua: Das Ringen um die Seele der israelischen Nation – Soll die Thora oder der Staatsgedanke den jüdischen Staat definieren? In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 36. Zürich 13. Februar 2012, S. 31 (übersetzt von Ruth Achlama).
  15. Bernard-Henri Lévy: L’esprit du judaïsme. Nr. 34427. Éditions Grasset & Fasquelle, Paris 2016, ISBN 978-2-253-18633-5, S. 74–83.
  16. Mosche Arens: Ein Staat – zwei Sprachen. In: Yves Kugelmann (Hrsg.): tachles – Das jüdische Wochenmagazin. Nr. 37/14. JM Jüdische Medien, Zürich 19. September 2014, S. 10.
  17. a b Menachem Klein: Lives in common: Arabs and Jews in Jerusalem, Jaffa and Hebron. Haim Watzman (Übers.), London: Hurst & Co., 2014, ISBN 978-0-19-939626-9. S. 248.
  18. a b c Éric Denécé, David Elkaïm: Les Services secrets israéliens – Aman, Mossad et Shin Beth. In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2017, ISBN 979-1-02104458-6, S. 64, 158 ff.
  19. a b c d e Pierre Haski: Israël – Une histoire mouvementée. In: Les Essentiels Milan. Éditions Milan, Toulouse 2009, ISBN 978-2-7459-3745-2, S. 13, 23, 34 f.
  20. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac Ilan Pappe: Die ethnische Säuberung Palästinas. 2. Auflage. Westend Verlag, Frankfurt am Main 2019, ISBN 978-3-86489-258-5, S. 93 f., 99 f., 146 f., 192, 202, 268–271, 274 f. (englischsprachige Originalausgabe: The Ethnic Cleansing of Palestine, Oneworld Publications, London 2006; Übersetzungen von Ulrike Bischoff und Abraham Melzer).
  21. Edward W. Said, prefazione di Robert Fisk: La questione palestinese. il Saggiatore casa editrice, Milano 2011, ISBN 978-88-428-1638-6, S. 140 f. (Originalausgabe: The Question of Palestine, 1992; übersetzt von Stefano Chiarini e Antonella Uselli).
  22. a b c d Nils Minkmar: Der Hilferuf – Weltkulturerbe. Auch die großen Monumente der Menschheit sind vom Klimawandel bedroht. Wie lassen sie sich retten? In: Der Spiegel Special – Klimakrise. Hamburg 27. Oktober 2020, S. 117–120, hier 119.
  23. a b c d Louis Imbert (für den Artikel Israel/Palästina) et al.: Le bilan du monde – géopolitique, environnement, économie: Atlas de 198 pays. In: Le Monde Hors-Série. Le Monde, 2021, ISBN 978-2-36804-118-5, ISSN 0395-2037, S. 173.
  24. a b c Louis Imbert (für den Artikel Israel/Palästina) et al.: Le bilan du monde – géopolitique, environnement, économie: Atlas de 198 pays. In: Le Monde Hors-Série. Le Monde, 2022, ISBN 978-2-36804-132-1, ISSN 0395-2037, S. 173.
  25. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am Sharon Rotbard: White City Black City – Architecture and War in Tel Aviv and Jaffa. Pluto Press, London 2015, ISBN 978-0-7453-3511-7, S. 5 f., 16, 19, 30 f., 43 ff., 48 f., 51, 66–69, 76, 83, 92 ff., 98, 100, 104, 110, 144 f. (hebräischsprachige Originalausgabe bei Babel, Tel Aviv 2005; übersetzt von Orit Gat; die mündliche Aussage von Jean Nouvel gegenüber Sharon Rotbard bei einer Veranstaltung der französischen Botschaft in Tel Aviv lautet: „They told me that the city is white. Do you see white? I don't see any white.“ S. 16 und Fußnote 10, S. 193 f.).
  26. a b Jean-Paul Demoule: Mais où sont passés les Indo-Européens? – Le mythe d’origine de l’Occident. In: Maurice Olender (Hrsg.): Points Histoire. 2. Auflage. Nr. 525. Éditions du Seuil, Paris 2014, ISBN 978-2-7578-6591-0, S. 367 f., 405, 409 f. (édition revue et augmentée).
  27. a b c Jean-Paul Aeschlimann, Alain Bourbouze, Jean-Pierre Brun, Zeev Gourarier, Jean Guilaine, Isabelle Hairy, Édouard de Laubrie, Marcel Mazoyer, Jean-Denis Vigne et al.: Invention des agricultures, naissance des dieux. Hrsg.: J. Guilaine. Éditions Hazan/Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée, Marseille 2015, ISBN 978-2-7541-0834-8, S. 39–61, 99–103.
  28. a b Josette Elayi: Histoire de la Phénicie. In: Marguerite de Marcillac, Mary Leroy (Hrsg.): Collection tempus. Éditions Perrin, Paris 2018, ISBN 978-2-262-07446-3, S. 31.
  29. a b Damien Agut, Juan Carlos Moreno García: L’Égypte des Pharaons – De Narmer à Dioclétien, 3150 av. J.-C.–284 apr. J.-C. In: Joël Cornette (Hrsg.): Collection Mondes anciens. Éditions Belin/Centre national du livre, Paris 2016, ISBN 978-2-7011-6491-5, S. 352 f., 365 f.
  30. Nicolas Grimal: Histoire de l’Égypte ancienne. In: Références/Le Livre de Poche. Librairie générale française (Hachette Livre), Paris 1988, ISBN 978-2-253-06547-0, S. 279 f.
  31. Mario Liverani: Oriente Occidente. In: Collana Cultura storica. Laterza editore, Roma/Bari 2021, ISBN 978-88-581-4130-4, S. 138 (dort zitiert nach Sergio Donadoni, 1969, S. 382 f.).
  32. a b Predrag Matvejević, introduction de Claudio Magris, postface de Robert Bréchon: Bréviaire méditerranéen. 3. Auflage. Librairie Arthème Fayard/Pluriel, Paris 2020, ISBN 978-2-8185-0623-3, S. 91, 128 f.
  33. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas – Von der osmanischen Eroberung bis zur Gründung des Staates Israel. In: Beck'sche Reihe. Nr. 1461. Verlag C. H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47601-5, S. 15, 88 f., 97 f., 108, 142 f., 149, 221, 230 f., 319, 238–241, 368 (Pestausbrüche gab es in Jaffa auch in den Jahren 1834 und 1838).
  34. a b c d e f g h Pierre Guillossou: La Palestine contemporaine – Des Ottomans aux Israéliens. In: Jean-Paul Chagnollaud (Hrsg.): Collection Comprendre le Moyen-Orient. Éditions L’Harmattan, Paris 2013, ISBN 978-2-336-00533-1, S. 13 f., 24, 28 ff., 33, 62, 65.
  35. a b Widad Kamel Kawar, Tania Tamari Nasir unter Mitarbeit von Iman Assali Dajani, Hala Tomeh Ibrahim und Farideh Saleh Mayer: Palestinian embroidery – Traditional "Fallahi" cross-stitch. 2. Auflage. al-Mo'assasa al-Aarabiyya Lildirasat wa al-Nashr, Beirut 2003, ISBN 9953-441-94-4, S. 44 f.
  36. a b c Dan Cohn-Sherbok: Ebraismo. Hrsg.: Elena Loewenthal. Edizioni San Paolo, Cinisello Balsamo (Milano) 2000, ISBN 978-88-215-4161-2, S. 213 (Originalausgabe: The Blackwell Dictionary of Judaica, Blackwell Publishers, Oxford 1992; übersetzt von Elena Loewenthal).
  37. a b c d e f g h i j Hans Küng: Das Judentum – Die religiöse Situation der Zeit. Nr. 3490. Piper Verlag, München 1999, ISBN 3-492-22827-5, S. 644 (Zeittafel), 646 (Küng zitiert in Bezug auf das belegte Stichwort apolitisch den Soziologen Stanley Cohen).
  38. a b c Corinne Bonnet, Élodie Guillon, Fabio Porzia: Les Phéniciens – Une civilisation méditerranéenne. In: Collection Texto inédit. Éditions Tallandier, Paris 2020, ISBN 979-1-02105102-7, S. 85, 119, 134 (Originalausgabe: La civiltà dei Fenici. Un percorso mediterraneo nel I millennio a. C., Carocci editore, Roma 2020).
  39. a b c Arnold Esch: Von Rom bis an die Ränder der Welt – Geschichte in ihrer Landschaft. Verlag C. H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-75854-6, S. 187, 196, 239.
  40. Catherine Saliou: Le Proche-Orient – de Pompée à Muhammad, Ier s. av. J.-C.–VIIe s. apr. J.-C. In: Joël Cornette (Hrsg.): Mondes anciens. Belin Éditeur/Humensis, Paris 2020, ISBN 978-2-7011-9286-4, S. 462, 464.
  41. Pierre Grimal, préface de Charles Picard: Dictionnaire de la mythologie grecque et romaine. 15. Auflage. Presses Universitaires de France, Paris 2011, ISBN 978-2-13-050359-0, S. 36 (Erstausgabe: 1951).
  42. Simon Schama: L’histoire des juifs – Trouver les mots: de 1000 avant notre ère à 1492. Band 1. Librairie Arthème Fayard, Paris 2016, ISBN 978-2-213-65483-6, S. 445 ff. (chronologie) (Originalausgabe: The Story of the Jews. Finding the Words, 1000 BCE–1492 CE, The Bodley Head (publisher), London 2013; übersetzt von Pierre-Emmanuel Dauzat).
  43. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Nur Masalha: Palestine – A Four Thousand Year History. 2. Auflage. Zed Books, London 2020, ISBN 978-1-78699-272-7, S. 66, 93, 219, 247 f., 253 f., 262/274, 300, 326, 344 f., 376.
  44. Jonathan Bourgel: Hérode, roi d’Israël? – Judaïsme anciens et christianisme primitif. Hrsg.: Dan Jaffé. Les Éditions du Cerf, Paris 2019, ISBN 978-2-204-11173-7, S. 122.
  45. Melanie Peetz: Das biblische Israel: Geschichte, Archäologie, Geographie. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2018, ISBN 978-3-451-38048-8, S. 283.
  46. a b c d Michael Sommer: Syria – Geschichte einer zerstörten Welt. J. G. Cotta'sche Buchhandlung (Klett-Cotta Verlag), Stuttgart 2016, ISBN 978-3-608-94977-3, S. 184 (Epilog), 211–216 (Zeittafel).
  47. a b c d e f Heinz Voigtlaender: Löhne und Preise in vier Jahrtausenden. In: Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer. Band 35, 1994, ISSN 0938-7269, S. 112, 114 ff.
  48. a b c d e Paul Veyne: L’Empire gréco-romain. In: Points histoire. 2. Auflage. H459. Éditions du Seuil, Paris 2005, ISBN 978-2-7578-5155-5, S. 365, 375, 379–383.
  49. a b Annegret Nippa: Lesen in alten Photographien aus Baalbek. Verlag des Völkerkundemuseums der Universität Zürich, Zürich 1996, ISBN 3-909105-29-7, S. 121 (das Buch behandelt die Arbeiten des deutsch-jüdischen Fotografen und Privatreisenden Hermann Burchardt; die Aussage von Laurence Oliphant wird zitiert in: L. Oliphant: The Land of Gilead with Excursions in the Libanon, Edinburgh and London 1880, S. 446, siehe Im Text erwähnte Literatur, S. 224).
  50. a b c d e f Johann Christoph Bürgel: Allmacht und Mächtigkeit – Religion und Welt im Islam. Verlag C. H. Beck, München 1991, ISBN 3-406-35374-6, S. 18, 65, 88 f. (die Aussage von C. H. Becker stammt aus Das Erbe der Antike im Orient und Okzident. S. 17).
  51. a b c d e f g h Franco Cardini: “L’Islam è una minaccia” (Falso!). 6. Auflage. Editori Laterza, Roma/Bari 2021, ISBN 978-88-581-2369-0, S. 113.
  52. a b c d e f John Freely: Platon in Bagdad – Wie das Wissen der Antike zurück nach Europa kam. 2. Auflage. Klett-Cotta Verlag (J. G. Cotta’sche Buchhandlung), Stuttgart 2012, ISBN 978-3-608-94913-1, S. 92, 99, 138 ff., 219 (Originalausgabe: Aladdin's Lamp: How Greek Science Came to Europe Through the Islamic World, Alfred A. Knopf (publisher), New York 2009; übersetzt von Ina Pfitzner).
  53. a b c d e f Gerhard Schweizer: Syrien verstehen – Geschichte, Gesellschaft und Religion. 4. Auflage. Klett-Cotta Verlag (J. G. Cotta’sche Buchhandlung), Stuttgart 2016, ISBN 978-3-608-94908-7, S. 80 f., 83 und Fußnote 7, S. 468, 235–243, 295 (Der Ausspruch im arabischsprachigen Original laut myislam.org: وَكَذَٰلِكَ أَنزَلْنَآ إِلَيْكَ ٱلْكِتَـٰبَ ۚ فَٱلَّذِينَ ءَاتَيْنَـٰهُمُ ٱلْكِتَـٰبَ يُؤْمِنُونَ بِهِۦ ۖ وَمِنْ هَـٰٓؤُلَآءِ مَن يُؤْمِنُ بِهِۦ ۚ وَمَا يَجْحَدُ بِـَٔايَـٰتِنَآ إِلَّا ٱلْكَـٰفِرُونَ. Die Formulierung ist eine von verschiedenen möglichen Übersetzungen dieser Aussage.).
  54. a b c d e f Zachary Lockman: Contending Visions of the Middle East – The History and Politics of Orientalism. In: Eugene L. Rogan (Hrsg.): The Contemporary Middle East. 2. Auflage. Band 3. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-11587-2, S. 22 f., 25, 29 (das Zitat des Patriarchen der Jakob-Christen ist dort zitiert nach Robert G. Hoyland: Seeing Islam as Others Saw It: A Survey and Evaluation of Christian, Jewish and Zoroastrian Writings on Early Islam, The Darwin Press, Princeton 1997, S. 23, siehe Fußnote 9, S. 280).
  55. a b c d e f g h i j k Amin Maalouf: Les croisades vues par les Arabes – La barbarie franque en Terre sainte. In: J’ai lu. 2. Auflage. Nr. 1916. Éditions Jean-Claude Lattès, Paris 2003, ISBN 2-290-11916-4, S. 86 f., 139 f., 148, 246, 300, 303, 314 ff.
  56. a b c d e Robert G. Hoyland: Dans la voie de dieu – La conquête arabe et la création d’un empire islamique VIIe et VIIIe siècle. Alma éditeur, Paris 2018, ISBN 978-2-36279-289-2, S. 61, 65 ff. (Originalausgabe: In God's Path: The Arab Conquest and the Creation of an Islamic Empire, Oxford University Press, Oxford 2015; übersetzt von Bernard Frumer, durchgesehen von Johanna Blayac).
  57. a b c d e f g h i j k l m n o Cloé Berger: Palestine. In: Mathieu Guidère (Hrsg.): Monde arabe/Monde musulman. De Boeck Supérieur, Louvain-la-Neuve (Belgien), 2014, ISBN 978-2-8041-8531-2, ISSN 2295-2810, S. 12–16, 19, 36.
  58. a b c d e f Alvise Zorzi: La Repubblica del Leone – Storia di Venezia. In: Collana Tascabili Bompiani. 5. Auflage. Nr. 226. Giunti Editore/Bompiani, Firenze 2021, ISBN 978-88-452-9136-4, S. 68, 626.
  59. a b c d e f g h Thomas Asbridge: Die Kreuzzüge. 7. Auflage. J. G. Cotta'sche Buchhandlung (Klett-Cotta Verlag), Stuttgart 2016, ISBN 978-3-608-94921-6, S. 110, 511, 534, 546 f., 681, 723 f. (Originalausgabe: The Crusades: The War for the Holy Land. Simon & Schuster, London 2010; übersetzt von Susanne Held).
  60. Christophe Picard: La mer des Califes – Une histoire de la Méditerranée musulmane (VIIe–XIIe siècle). In: L’Univers Historique. Éditions du Seuil, Paris 2015, ISBN 978-2-02-098381-5, S. 264, 407.
  61. a b c d e f g h i j k l Cécile Morrisson: Les Croisades. In: Que sais-je? 12. Auflage. Nr. 157. Presses Universitaires de France, Paris 2020, ISBN 978-2-7154-0302-4, S. 32 f., 49, 62, 68, 94 ff.
  62. a b Jacques Heers: Chute et mort de Constantinople 1204–1453. Éditions Perrin, Paris 2005, ISBN 2-262-02098-1, S. 61, 66.
  63. a b Peter Frankopan: Les routes de la soie – l’histoire du coeur du monde. In: Champs histoire. Flammarion, Paris 2019, ISBN 978-2-08-148040-7, S. 220 (Originalausgabe: The Silk Roads. A New History of the World, Bloomsbury, London 2015; übersetzt 2017 von Guillaume Villeneuve bei Éditions Nevicata).
  64. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Franco Cardini: Europa und der Islam – Geschichte eines Missverständnisses. In: Beck'sche Reihe. Nr. 1589. Verlag C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51096-5, S. 73, 84–88, 91, 241, 259, 265 (Originalausgabe: Europa e Islam. Storia di un Malinteso, Editori Laterza, Roma-Bari 1999; übersetzt von Rita Seuß).
  65. a b Peter Frankopan: La première croisade – L’appel de l’Orient. Société d’édition Les Belles Lettres, Paris 2019, ISBN 978-2-251-44990-6, S. 238 (Originalausgabe: The First Crusade, The Bodley Head (publisher), London 2012; übersetzt von Pascale Haas).
  66. a b c d e f g h Anne-Marie Eddé: Saladin. In: Collection Grandes biographies. 3. Auflage. Éditions Flammarion, Paris 2016, ISBN 978-2-08-020525-4, S. 196 f., 296, 310.
  67. John Julius Norwich: Bisanzio – Splendore e decadenza di un impero, 330–1453. 3. Auflage. Mondadori Libri, Milano 2020, ISBN 978-88-04-72496-4, S. 326 (Originalausgabe: A Short History of Byzantium, Alfred A. Knopf (publisher), New York 1997; übersetzt von Carla Lazzari).
  68. a b c d e f g h i j k l m Gabriel Martinez-Gros: De l’autre côté des croisades – L’Islam entre croisés et Mongols XIe–XIIIe siècle. Passés composés/Humensis, Paris 2021, ISBN 978-2-37933-390-3, S. 14 f., 134 f., 143, 184, 230.
  69. a b c John Julius Norwich: Histoire de la Sicile – De l’Antiquité à Cosa Nostra. In: Collection Texto. Éditions Tallandier, Paris 2015, ISBN 979-1-02104476-0, S. 201 f. (Originalausgabe: Sicily. A short history from the Greeks to Cosa Nostra. London 2015; übersetzt von Denis-Armand Canal).
  70. a b Johann Hinrich Claussen: Christentum – Die 101 wichtigsten Fragen (Kapitel 52: Was unterscheidet die Kirchen des Westens und des Ostens?). In: Beck'sche Reihe. Nr. 1676. C. H. Beck Verlag, München 2006, ISBN 978-3-406-54094-3, S. 83 f.
  71. Thomas F. Madden et al.: Die Kreuzzüge. In: T. F. Madden (Hrsg.): Weltgeschichte. Evergreen Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-8365-0763-9, S. 66 (Originalausgabe: The Crusades. The Ilustrated History, Duncan Baird Publishers 2004; übersetzt von Isabelle Fuchs).
  72. Benjamin Arbel: Greek Magnates in Venetian Cyprus: The Case of the Synglitico Family. Dumbarton Oaks Papers 49, 1995 (Symposium on Byzantium and the Italians, 13th–15th Centuries), p. 326.
  73. Nikolas Jaspert: Die Reconquista – Christen und Muslime auf der Iberischen Halbinsel 711–1492 (darin die Unterkapitel: 2.4: Diplomatie und interreligiöse Heiratspolitik; 3.1: Tribute und Bündnisse; 7.3: «Heiße Grenze» oder Zone des Austauschs?; 8.4: Seitenwechsel und Verträge). In: C. H. Beck Wissen. Nr. 2876. Verlag C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-74007-7, S. 23, 26 f., 73 f., 93 ff.
  74. François Angelier: Dictionnaire des voyageurs et explorateurs occidentaux du XIIIe au XXe siècle. Édition Pygmalion (Flammarion), Paris 2011, ISBN 978-2-7564-0156-0, S. 665 f.
  75. a b c d e f Koert Debeuf, foreword by Guy Verhofstadt: Inside the Arab Revolution – Three Years on the Front Line of the Arab Spring. Lannoo Campus Publishers, Leuven (Belgien) 2014, ISBN 978-94-014-1824-9, S. 53.
  76. Adel Theodor KhouryLudwig HagemannPeter Heine: Islam-Lexikon: Geschichte – Ideen – Gestalten. Stichwort: Modernismus, Autor des Artikels: P. Heine. 2/3 (G–N), Nr. 4036. Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1991, ISBN 3-451-04036-0, S. 528.
  77. Mohammad R. Salama: Islam, Orientalism and Intellectual History – Modernity and the Politics of Exclusion since Ibn Khaldun. 2. Auflage. I. B. Tauris & Co., London and New York 2013, ISBN 978-1-78076-450-4, S. 148–152/241 (der Autor bezeichnet den Effekt von Napoleons Expedition nach Ägypten zwischen 1789 und 1801 in kritischer Anlehnung an einen Essay über den Literatur-Nobelpreis-Träger Nagib Mahfuz des südafrikanischen Schriftstellers J. M. Coetzee als „Rude Awakening“; dort zitiert aus: J. M. Coetzee: Stranger Shores: Literary Essays: 1986–1999, Viking Press, New York 2001, S. 191: [„When Napoleon Bonaparte invaded Egypt in 1798, the slumbers of the Arab Near East were rudely awakened. Egypt, followed by the rest of the region, was forced to reorient itself away from Turkey and toward Europe. A body of secular European ideas – those that had inspired the French Revolution – broke through the barriers that had separated Islam from the West.“]).
  78. a b c d e f g h Jörn Böhme, Christian Sterzing: Kleine Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts. 8. Auflage. Wochenschau Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-7344-0583-9, S. 11, 20, 23 f.
  79. a b Guillaume Calafat: Une mer jalousée – Contribution à l'histoire de la souveraineté (Méditerranée, XVIIe siècle). In: Patrick Boucheron (Hrsg.): L’Univers Historique. Éditions du Seuil/Centre national du livre, Paris 2019, ISBN 978-2-02-137936-5, S. 259 f.
  80. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Dan Diner: Ein anderer Krieg – Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg, 1935–1942. 3. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt (Penguin Random House), München 2021, ISBN 978-3-421-05406-7, S. 36–39, 91, 134–137.
  81. a b James Walvin: Histoire du sucre, histoire du monde. Éditions La Découverte, Paris 2020, ISBN 978-2-348-04621-6, S. 20–24 (Originalausgabe: How Sugar Corrupted the World. From Slavery to Obesity. Constable & Robinson (Little/Brown Book Group)).
  82. a b c Beshara Doumani: Rediscovering Palestine – Merchants and Peasants in Jabal Nablus, 1700–1900 (Kapitel 3: Cotton, Textiles, and the Politics of Trade; Kapitel 5: Soap, Class, and State). University of California Press, Berkeley 1995, ISBN 0-520-08895-6, S. 95–130/321, 182–232 (zur Baumwolle darin insbesondere S. 97 und die Aufstellung über französische Baumwollausfuhren aus der Levante von 1700 bis 1789, S. 98, dort zitiert nach Roger Owen: The Middle East in the World Economy, 1800–1914, London 1981, S. 7).
  83. a b c Françoise Cloarec, Marc Lavaud: L’âme du Savon d’Alep. Mit einem Vorwort von Gérard Oberlé. Éditions Noir sur Blanc (Groupe Libella), Paris 2013, ISBN 978-2-88250-298-8, S. 28 f., 37 (dort zitiert nach André Raymond: La Ville arabe – Alep à l’époque ottomane – XVIe–XVIIIe siècles. Institut français de Damas, p. 272 und nach Véronique Bontemps: Naplouse, Alep: des «villes du savon», Institut d’ethnologie méditerranéenne, européenne et comparative (IDEMEC)/Maison méditerranéenne des Sciences de l’homme (MMSH), Aix-en-Provence, p. 3).
  84. a b c d e f g Klaus Kreiser, Christoph K. Neumann: Geschichte des Osmanischen Reichs und der modernen Türkei (Kapitel: Das kurze 18. Jahrhundert (1703–1768); Unterkapitel: Die osmanische Wirtschaft; sowie Kapitel: Das letzte osmanische Jahrhundert (1868–1920); Unterkapitel: Die Jahrzehnte der Tanzîmât (1839–1876); Abdülhamîd II. – ein aufgeklärter Despot? (1876–1908); Die Epoche der »Zweiten Konstitution«). In: Klaus Kreiser (Hrsg.): Universal-Bibliothek. 3. Auflage. Nr. 14028. Reclam Verlag, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-15-014028-4, S. 280, 335, 346, 358.
  85. In der französischsprachigen Geschichtsschreibung werden diese Handelsniederlassungen als Échelles du Levant bezeichnet.
  86. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab Georges Bensoussan: Juifs en pays arabes – Le grand déracinement 1850–1975. In: Denis Maraval (Hrsg.): Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021, ISBN 979-1-02105090-7, S. 227–230, 269, 271 f., 331, 480 f., 490–494, 496.
  87. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af Michelle U. Campos: Ottoman Brothers – Muslims, Christians, and Jews in Early Twentieth-Century Palestine. Stanford University Press, Stanford (California) 2011, ISBN 978-0-8047-7068-2, S. 28 f., 62 f., 70, 77/271, 79, 100 ff., 138, 141, 149, 182–196 (189, 190), 199, 201/231, 203 f., 266, 306 (die Angabe zur Zahl der griechisch-orthodoxen Bevölkerung Jaffas wird zitiert nach Usiel Oskar Schmelz: Population Characteristics of Jerusalem and Hebron regions according to Ottoman census. In: Gad G. Gilbar (Hrsg.): Ottoman Palestine, 1800–1914: Studies in Economic and Social History. In: Journal of Palestine Studies, Vol. 21, No. 4, 1992; die Gesamtzahl der griechisch-orthodoxen Bevölkerung Palästinas wird mit 49.596 angegeben; die Aussage von Mendel Kremer erschien am 31. Juli 1908 in Ha-Haskafa (dt. Die Beobachtung), siehe S. 77 und Notes S. 271).
  88. a b Neslihan Asutay-Effenberger, Arne Effenberger: Byzanz – Weltreich der Kunst. Verlag C. H. Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-58702-3, S. 77, 83, 139.
  89. André Zysberg, René Burlet: Venedig und die Galeeren. In: Martin Sulzer (Hrsg.): Abenteuer Geschichte. Nr. 17. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 1991, ISBN 3-473-51017-3, S. 39 (Originalausgabe: Gloire et misère des galères, Éditions Gallimard, Paris 1987; übersetzt von Hans Poser, wissenschaftliche Überarbeitung von Bernd Röck, Thorsten Marr).
  90. a b c d e Albero Pelissero, Nicoletta Celli, Fabrizio Vecoli, Gabriele Mandel Khân: Pellegrinaggi. In: Matilde Battistini (Hrsg.): I Dizionari delle Religioni. Mondadori Electa, Milano 2011, ISBN 978-88-370-6606-2, S. 201, 210 f.
  91. a b Astrig Tchamkerten: The Gulbenkians in Jerusalem. Calouste Gulbenkian Foundation Armenian Communities Department, Lisboa 2006, ISBN 972-8767-19-6, S. 24, 26, 29 f. (Originalausgabe: Les Goulbenkian à Jérusalem; übersetzt von Caroline Beamish).
  92. a b Pierre-Yves Beaurepaire, Cyrille Suss: Atlas de l’Europe moderne – De la Renaissance aux Lumières. In: Collection Atlas/Mémoires. Éditions Autrement, Paris 2019, ISBN 978-2-7467-4789-0, S. 20 f. (dort zitiert nach Michel Fontenay: La Méditerranée entre la Croix et le Croissant – Navigation, commerce, course et piraterie. Classiques Garnier, Paris 2010; sowie nach: Jean Lanher und Philippe Martin: Dom Loupvent. Récit d’un voyageur lorrain en Terre sainte au XVIe siècle. Éditions Place Stanislas, Nancy 2007).
  93. Pierre Laszlo: Storia del sale – Miti, cammini e saperi. Donzelli editore, Roma 2004, ISBN 88-7989-891-4, S. 41, 43 (Originalausgabe: Chemins et savoirs du sel, Hachette Littératures, Paris 1998; übersetzt von Annalisa Merlino).
  94. a b c d Adel Theodor Khoury, Ludwig Hagemann, Peter Heine: Islam-Lexikon: Geschichte – Ideen – Gestalten. Stichwort: Juden (Kinder Israels), Autor des Artikels: L. Hagemann. 2/3 (G–N), Nr. 4036. Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1991, ISBN 3-451-04036-0, S. 421.
  95. Meir M. Bar-Asher, préface de Mohammad Ali Amir-Moezzi: Les Juifs dans le Coran. In: Mireille Hadas-Lebel (Hrsg.): Collection Présences du judaïsme. Éditions Albin Michel, 2019, ISBN 978-2-226-32680-5, ISSN 1773-6765, S. 81 f.
  96. a b Gabriel Martinez-Gros: L’Empire islamique – VIIe–XIe siècle. Passés composés/Humensis, Paris 2019, ISBN 978-2-37933-196-1, S. 284.
  97. Adel Theodor Khoury, Ludwig Hagemann, Peter Heine: Islam-Lexikon: Geschichte – Ideen – Gestalten. Stichwort: Verfälschung, Autor des Artikels: A. Th. Khoury. 3/3 (O–Z), Nr. 4036. Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1991, ISBN 3-451-04036-0, S. 736 f.
  98. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa Anne-Laure Dupont, Catherine Mayeur-Jaouen, Chantal Verdeil: Histoire du Moyen-Orient du XIXe à nos jours. In: Collection U Histoire. Éditions Armand Colin, Malakoff 2016, ISBN 978-2-200-25587-9, S. 33, 48 f., 94, 101, 104, 131, 134, 149, 168, 190, 211, 222, 319, 358, 387, 412 (die Autorinnen nennen die Zahl von etwa 800.000 Auslandisraelis).
  99. a b c d e f g h i j k l Bernhard Maier: Die Bekehrung der Welt – Die Geschichte der christlichen Mission in der Neuzeit. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77443-0, S. 223, 234, 236 ff., 241–244.
  100. Thomas Bauer: Warum es kein islamisches Mittelalter gab – Das Erbe der Antike und der Orient. 2. Auflage. Nr. 6407. Verlag C. H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-75813-3, S. 49 ff.
  101. a b c d e f g Ussama Makdisi: Artillery of Heaven – American Missionaries and the Failed Conversion of the Middle East. Hrsg.: Mark Philip Bradley, Paul A. Kramer. Cornell University Press, Ithaca (New York State) and London 2008, ISBN 978-0-8014-5774-6, S. 33 f., 168.
  102. a b Sami Zubaida: Law and Power in the Islamic World. 2. Auflage. I. B. Tauris, London and New York 2005, ISBN 1-85043-934-6, S. 60.
  103. a b c Emmanuel Navon, préface d’Isaac Herzog: Histoire diplomatique d’Israël. Hermann Éditeurs, Paris 2022, ISBN 979-1-03701331-6, S. 67, 115, 119 (Originalausgabe: The Star and the Scepter. A Diplomatic History of Israel, Jewish Publication Society/University of Nebraska Press, Lincoln 2020; übersetzt von Claire Darmon; Navon zitiert die Aussage von Faisal I. nach: Chaim WeizmannTrial and Error: The Autobiography of Chaim Weizmann, Jewish Publication Society of America, 1949, S. 307; in Mark Tessler A History of the Israeli-Palestinian Conflict, 2. Auflage, 2009, S. 152 lautet diese: „We feel the Arabs and Jews are cousins in race, having suffered similar oppressions at the hands of powers stronger than themselves, and by happy coincidence have been able to take the first step toward the attainment of their national goals together. [Zeilenumbruch] We Arabs, especially the educated among us, look with the deepest sympathy on the Zionist movement. [...] We will wish the Jews a most hearty welcome home.“ Felix Frankfurter antwortete darauf auszugsweise: „The Zionist leaders and the Jewish people for whom they speak have watched with satisfaction the spiritual vigor of the Arab movement. Themselves seeking justice, they are anxious that the just national aims of the Arab people be confirmed and safeguarded by the [Paris] Peace Conference.“ (siehe ebendort)).
  104. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah Amnon Cohen, préface de Michel Abitbol et Abdou Filali-Ansary: Juifs et musulmans en Palestine et en Israël – Des origines à nos jours. In: Jean-Claude Zylberstein (Hrsg.): Collection texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021, ISBN 979-1-02104776-1, S. 52, 57 ff., 63, 66, 87, 90, 93, 95, 96, 98, 102 ff., 113, 122 f., 127 ff., 160, 174 ff./261, 190, 195.
  105. a b Joseph Dan: Die Kabbala – Eine kleine Einführung. In: Universal-Bibliothek. 2. Auflage. Nr. 18946. Verlag Philipp Reclam, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-15-018946-7, S. 124–132 (Originalausgabe: Kabbalah. A Very Short Introduction, Oxford University Press, Oxford 2005; übersetzt von Christian Wiese).
  106. Klaus Davidowicz: Kabbalah (Kapitel: Mystische Häretiker). Hrsg.: Domagoj Akrab, K. Davidowicz, Mirjam Knotter. Jüdisches Museum Wien und Kerber Verlag, Wien und Bielefeld 2018, ISBN 978-3-7356-0518-4, S. 147–157.
  107. Bonaparte visitant les pestiférés de Jaffa (11 mars 1799). In: Musée du Louvre. 16. Februar 2020, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  108. a b c d Michel Abitbol: Le passé d’une discorde – Juifs et Arabes: du VIIe siècle à nos jours. Librairie Académique Perrin, Paris 1999, ISBN 2-262-01494-9, S. 112, 190, 417.
  109. a b c d e f Max Gallo: Napoléon – Le chant du départ. Band 1/4, Nr. 10353. Éditions Robert Laffont, Paris 1997, ISBN 2-266-08055-5, S. 430 ff.
  110. a b c Florian Louis (auteur), Fabrice Le Goff (cartographie): Atlas historique du Moyen-Orient. Hrsg.: Anne Lacambre. Éditions Autrement (Flammarion), Paris 2020, ISBN 978-2-7467-5507-9, S. 50, 56, 70, 72 (Datumsangabe zur Belagerung von Jaffa vom 03.–07.03.1799 dort zitiert nach P. Bret: L’Histoire, N° 216).
  111. Jean Carpentier, François Lebrun, Bartolomé Bennassar, Dominique Borne, Élisabeth Carpentier, Claude Liauzu, Alain Tranoy: Histoire de la Méditerranée. In: J. Carpentier, F. Lebrun (Hrsg.): Points Histoire. 2. Auflage. Éditions du Seuil, Paris 2001, ISBN 978-2-7578-6978-9, S. 233.
  112. Ferenc Majoros, Bernd Rill: Das Osmanische Reich (1300–1922) – Die Geschichte einer Großmacht. Bechtermünz Verlag/Friedrich Pustet Verlag, Regensburg 1999, ISBN 3-8289-0336-3, S. 308.
  113. a b Simon Sebag Montefiore: Jerusalem, die Biographie. 4. Auflage. Nr. 17631. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-596-17631-1, S. 447, 685 (Originalausgabe: Jerusalem. The Biography, Weidenfels & Nicolson, London 2011; übersetzt von Ulrike Bischoff und Waltraud Götting).
  114. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad René Guitton, Alain Bouldouyre, Lassaâd Metoui: Dictionnaire amoureux de l’Orient. Éditions Plon (un département des Éditions Édi8), Paris 2016, ISBN 978-2-259-22743-8, S. 389–395 (Jaffa), 645–654 (Tel Aviv).
  115. a b c d e f g h Elias Sanbar: Il Palestinese – Figure di un’identità: le origini e il divenire. In: Collana Di fronte e attraverso. Nr. 712. Editoriale Jaca Book, Milano 2005, ISBN 88-16-40712-3, S. 28, 57, 59, 77, 152 (Originalausgabe: Figures du Palestinien. Identité des origines, identité de devenir, Éditions Gallimard, Paris 2004; übersetzt von Anna Maria Cagiano Malvezzi; der Autor zitiert die Bevölkerungszahl Jaffas um 1800 nach Yehuda Ben-Arieh: The population of the large towns in Palestine during the first eighty years of the nineteenth century, according to Western sources, in: Ma'oz, Studies on Palestine During..., cit., pp. 49–69).
  116. a b Ruth Kark: The rise and decline of coastal towns in Palestine. In: Gad G. Gilbar (Hrsg.): Ottoman Palestine 1800–1914 (= Studies in Economic and Social History). E. J. Brill Publisher (Leiden) for Gustav Heinemann Institute of Middle Eastern Studies (Haifa), Leiden (Netherlands) 1990, ISBN 90-04-07785-5, S. 69–89, hier S. 73.
  117. a b c d e f g Arnold Hottinger: Die Länder des Islam – Geschichte, Traditionen und der Einbruch der Moderne. 2. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2008, ISBN 978-3-03823-478-4, S. 306–310.
  118. a b c d Nadine Picaudou: Les Palestiniens – Un siècle d’histoire: Le drame inachevé. 2. Auflage. D/1638/2003/12. Éditions Complexe, Paris 2003, ISBN 2-87027-962-0, S. 17, 19.
  119. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap Martin Bunton: The Palestinian-Israeli Conflict. In: A Very Short Introduction. Nr. 359. Oxford University Press, Oxford 2013, ISBN 978-0-19-960393-0, S. XV, 3 ff., 6, 10 f., 13, 16 f., 26 f., 30, 33, 39 ff., 42, 45, 46/48, 49, 52 f., 61, 64, 71, 77, 79, 81.
  120. a b Douglas A. Howard: Das Osmanische Reich 1300–1924. Theiss Verlag (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt), Darmstadt 2018, ISBN 978-3-8062-3703-0, S. 275—278 (Originalausgabe bei Cambridge University Press, 2017; übersetzt von Jörg Fündling, Michael Reinhard Heß).
  121. a b Vincent Lemire, avec Katell Berthelot, Julien Loiseau et Yann Potin: Jérusalem, histoire d’une ville-monde des origines à nos jours. In: Collection Champs histoire. Éditions Flammarion, Centre national du livre, Centre de recherche français à Jérusalem (CNRS), Paris 2016, ISBN 978-2-08-138988-5, S. 333, 345.
  122. Michael Turner, in: Habiter la planète – Atlas mondial de l’architecture traditionnelle et vernaculaire. Hrsg.: Sandra Piesik. Éditions Flammarion, Paris 2017, ISBN 978-2-08-141183-8, S. 244–249 (Originalausgabe: Habitat: Vernacular Architecture for a Changing Planet. Thames & Hudson, London 2017; übersetzt von Frédérique Popet et al.).
  123. a b c d e f g h i Olivier Bouquet, Philippe Pétriat, Pierre Vermeren: Histoire du Moyen-Orient de l’Empire Ottoman à nos jours – Au-delà de la question d’orient. In: Collection Libres cours. Commission de la recherche de l’université Paris 1 Panthéon-Sorbonne/Publications de la Sorbonne, Paris 2016, ISBN 978-2-85944-970-4, S. 64 f., 217, 273.
  124. a b Simon Schama: L’histoire des juifs – Appartenir, de 1492 à 1900. Band 2. Librairie Arthème Fayard, Paris 2017, ISBN 978-2-213-70093-9, S. 607, 615 ff. (Originalausgabe: The Story of the Jews. Belonging, 1492–1900, The Bodley Head (publisher), London 2017; übersetzt von Pierre-Emmanuel Dauzat).
  125. a b c Murray Gordon: L’Esclavage dans le monde arabe – VIIe–XXe siècle. In: Jean-Claude Zylberstein (Hrsg.): Collection Texto. Éditions Tallandier, Paris 2009, ISBN 978-2-84734-633-6, S. 169 f., 269 (annexe) (Originalausgabe: Slavery in the Arab World, New Amsterdam Books, 1998; übersetzt von Colette Vlérick).
  126. a b c d e f g h i j k Jean-Pierre Filiu: Les Arabes, leur destin et le nôtre – Histoire d’une libération. Éditions La Découverte, Paris 2015, ISBN 978-2-7071-8661-4, S. 14, 18, 20, 32 f., 37 f., 39.
  127. a b c d Joseph Croitoru: Al-Aqsa oder Tempelberg – Der ewige Kampf um Jerusalems heilige Stätten. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76585-8, S. 47, 67, 89 ff., 266.
  128. a b c d James Hughes, Monika Unger, Ursula Blombach-Schäfer, Annabel Else, Julia Gorton, Alfred LeMaitre, Hans-Georg Michel, Reela Veit (Hrsg.): Das Länderlexikon. Bertelsmann Lexikon Verlag, München 1998, ISBN 3-577-10474-0, S. 916 (Originalausgabe: Unsere Welt heute in 10 Bänden, erstmals erschienen bei Mitchell Beazley Ltd., London).
  129. a b Bat Yeʾor: Juifs et Chrétiens sous l’Islam face au danger intégriste. In: Collection Pensée Politique et Sciences Sociales. Berg International Éditeurs, Paris 2005, ISBN 2-911289-70-6, S. 83 (das Islam-Lexikon von Adel Theodor Khoury, Ludwig Hagemann und Peter Heine macht unter dem Stichwort Abgabe; Abgabe der Schutzbürger (S. 25–32) keine näheren Angaben zu solcher, über die Djizya hinausgehender, Besteuerung, nennt jedoch regionale Abweichungen, wie zusätzlich erhobene kumulative Besteuerung. Weiter gilt als bekannt, dass die Besteuerung der Dhimmi regional, so etwa im Jemen, erheblich war).
  130. a b c Leyla Dakhli, Azadeh Kian, Angelos Dalachanis, Emma Aubin-Boltanski, Vincent Lemire, Edhem Eldem, Noémi Lévy-Aksu, Philippe Bourmaud, Elena Chiti, Mehdi Sakatni, Philippe Pétriat, Emmanuel Szurek, Matthieu Rey: Le Moyen-Orient (Fin XIXe–XXe siècle). In: L. Dakhli (Hrsg.): Points histoire. Éditions du Seuil, Paris 2016, ISBN 978-2-7578-6197-4, S. 179 f., 237, 263 (zur Ungleichbehandlung in der Rechtspflege wird zitiert: Mimi Ajzenstadt: Crime, social control, and the process of social classification. Juvenile delinquacy/justice discourse in Israel, 1948–1970. In: Social Problems, Band 49, Nr. 4, November 2002, S. 585–604).
  131. a b c d e f g h i j k l m n o p Gershon Shafir: Land, labor and the origins of the Israeli-Palestinian Conflict, 1882–1914. In: Roger Owen et al. (Hrsg.): Cambridge Middle East Library. Nr. 20. Cambridge University Press, Cambridge 1989, ISBN 0-521-35300-9, S. 29, 31 f., 41 f., 45, 92 f., 205.
  132. Lucien Franc, 1895–1948, Directeur de l'Agence France-Presse. In: Find a Grave. 4. Januar 2021, abgerufen am 7. November 2021.
  133. a b c d e f James Barr: Une ligne dans le sable – Le conflit franco-britannique qui façonna le Moyen-Orient. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.): Collection Tempus. Nr. 783. Éditions Perrin, Paris 2019, ISBN 978-2-262-08165-2, S. 92, 507, 511, 526 (Originalausgabe: A Line in the Sand: the Anglo-French struggle for the Middle East 1914–1948. New York 2011; übersetzt von Johan Frederik Hel-Guedj).
  134. Bernard Bajolet: Mémoires d’Orient – Le soleil ne se lève plus à l’est. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.): Collection tempus. Nr. 819. Éditions Perrin, Paris 2020, ISBN 978-2-262-08058-7, S. 59 f.
  135. a b c d e f g h i j k l m n o p q Mark LeVine: The Palestinian Press in Mandatory Jaffa: Advertising, Nationalism, and Public Sphere. In: Rebecca L. Stein, Ted Swedenburg (Hrsg.): Palestine, Israel, and the Politics of Popular Culture. Duke University Press, Durham (North Carolina) 2005, ISBN 978-0-8223-3516-0, S. 51–76, hier S. 55, 57, 59, 61 f., 65, 67, 70, 74 f.
  136. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar Ian Black: Nemici e vicini – Arabi ed ebrei in Palestina e Israele, 1917–2017. In: Collana La Biblioteca. Nr. 44. Giulio Einaudi editore, Torino 2018, ISBN 978-88-06-23851-3, S. 21 ff., 32 f., 39, 46, 54 f., 57, 72 f., 75 ff., 79, 82, 98, 100 f., 118, 120, 127 ff., 149 (Originalausgabe: Enemies and Neighbours. Arabs and Jews in Palestine and Israel, 1917–2017. Penguin, London 2017; übersetzt von Luigi Giacone).
  137. Yahya Pallavicini, introduzione di Mulayka Enriello Croce, conclusioni di IlhamAllah Chiara Ferrero: I cinque pilastri. Fondamenti del culto musulmano. In: Islam: saperne di più. Band 6. Edizioni Paoline/Centro Federico Peirone, Roma 2019, ISBN 978-88-315-5067-3, S. 68–76.
  138. Attilio Brilli: Il grande racconto del favoloso Oriente. Società editrice il Mulino, Bologna 2020, ISBN 978-88-15-29065-6, S. 150.
  139. a b c d e f g h i Paola Pizzo: La croce e la kefiah – Storia degli arabi cristiani in Palestina. Salerno Editrice, Roma 2020, ISBN 978-88-6973-524-0, S. 56 f., 58 ff., 89, 109.
  140. a b c d e f g h i j Rebecca Benhamou: Dictionnaire insolite de Tel Aviv. Hrsg.: Patrick Arfi, Vanessa Pignarre. Cosmopole, Paris 2015, ISBN 978-2-84630-093-3, S. 50 f., 57, 72 f., 74, 87, 90, 104.
  141. a b c d e Imad Mustafa: Der Politische Islam – Zwischen Muslimbrüdern, Hamas und Hizbollah. Promedia Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-85371-360-0, S. 17 ff.
  142. Inger Marie Okkenhaug: Swedish Imaginings, Investments and Local Photography in Jerusalem, 1925–1939. In: Karène Sanchez Summerer and Sary Zananiri (Hrsg.): Imaging and Imagining Palestine – Photography, Modernity and the Biblical Lens, 1918–1948 (= Open Jerusalem. Band 3). Brill, Leiden (Netherlands) and Boston 2021, ISBN 978-90-04-43793-7, S. 66–96 (zur schwedischen Missionstätigkeit in Palästina siehe insbesondere: Gustaf Björck: Sverige i Jerusalem och Betlehem : Svenska Jerusalemsföreningen 1900–1948, Uppsala 2000).
  143. a b Michael Marten: Scottish Presbyterian Churches and Humanitarianism in the Interwar Middle East. In: Inger Marie Okkenhaug and Karène Sanchez Summerer (Hrsg.): Christian Missions and Humanitarianism in the Middle East, 1850–1950 – Ideologies, Rhetoric, and Practices (= Leiden Studies in Islam & Society. Nr. 11). Brill, Leiden (Netherlands) and Boston 2020, ISBN 978-90-04-39466-7, S. 209–230, hier S. 210 f. (über die Schule in Jaffa siehe: Isobel Goodwin: May You Live to Be 120! The Story of Tabeetha School, Jaffa, Saint Andrew Press, Edinburgh 2000).
  144. a b c d e f g h i j k l m n Justin Marozzi: Islamische Imperien – Die Geschichte einer Zivilisation in fünfzehn Städten. Suhrkamp Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-458-17869-9, S. 409 f. (Originalausgabe: Islamic Empires – Fifteen Cities that Define a Civilization, Penguin Books, London 2020; übersetzt von Ulrike Bischoff).
  145. Noémi Lévy-Aksu: La naissance de la police ottomane. In: Leyla Dakhli (Hrsg.): Le Moyen-Orient – Fin XIXe–XXe siècle (= Points Histoire). Éditions du Seuil, Paris 2016, ISBN 978-2-7578-6197-4, Kap. 3, S. 145–167, hier S. 156 f. (dort zitiert nach Jens Hanssen: Fin de Siècle Beirut. The Making of an Ottoman Provincial Capital, Oxford University Press, Oxford 2005, S. 207 ff.).
  146. a b c d e f g Matti Friedman: Espions de nulle part – L’avant Mossad. Éditions Liana Levi, Paris 2019, ISBN 979-1-03490084-8, S. 73, 81–85, 127, 143 ff., 257 f. (Originalausgabe: Spies of No Country. Secret Lives at the Birth of Israel. Algonquin Books (Workman Publishing Company), New York, 2019; übersetzt von Anne Rabinovitch).
  147. Jessica Lee: Beirut. In: Stephanie Rebello (Hrsg.): Focus Middle East. 2. Auflage. Footprint Handbooks, Bath 2014, ISBN 978-1-909268-91-3, S. 29.
  148. a b c d e f g Gregory Harms, Todd M. Ferrey: The Palestine-Israel Conflict – A Basic Introduction. 4. Auflage. Pluto Press, London 2017, ISBN 978-0-7453-9926-3, S. 60/227, 62, 91 ff.
  149. David S. Landes: Bankers and Pashas – International Finance and Economic Imperialism in Egypt. Heinemann, London 1958 (Literaturangabe zitiert nach Arnold Hottinger: Die Länder des Islam. Geschichte, Traditionen und der Einbruch der Moderne. Zürich 2008).
  150. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac Noam Zadoff: Geschichte Israels – Von der Staatsgründung bis zur Gegenwart. In: C. H. Beck Wissen. Verlag C. H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-75755-6, S. 15, 22, 26, 33, 36 f., 41 f., 46, 51, 55 f., 58, 60 ff., 72 f., 116 f.
  151. a b c d e f g h i j Klaus Holz, Thomas Haury: Antisemitismus gegen Israel. Hamburger Edition (Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung), Hamburg 2021, ISBN 978-3-86854-355-1, S. 34 f., 37 f., 40–47.
  152. Lorenzo Kamel: Terra contesa – Israele, Palestina e il peso della storia. In: Collana Frecce. Nr. 345. Carocci editore, Roma 2022, ISBN 978-88-290-1450-7, S. 192.
  153. a b c d e f g h i j Willy Guggenheim (Autor), Fred Mayer (Fotograf): Das Heilige Land. Silva Verlag, Zürich 1979, S. 96 f., 104, 116.
  154. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb Thomas Vescovi: L’échec d’une utopie – Une histoire des gauches en Israël. Éditions La Découverte, Paris 2021, ISBN 978-2-348-04311-6, S. 33, 41–44, 50 ff., 55 ff., 58, 65, 70 ff., 79, 86 f., 95, 107 f., 111, 132, 193, 259–262, 265 ff., 287 f., 290, 295 f., 298 (monde-diplomatique.de – ein zusammenfassender Beitrag dieses Autors kann über den Link zur Zeitung Le Monde diplomatique (Artikel Abschied vom Kibbuz, Mai 2021), abgerufen werden).
  155. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am Neil Caplan: The Israel-Palestine Conflict – Contested Histories. In: Contesting the Past. Wiley-Blackwell (John Wiley & Sons), Hoboken (New Jersey) 2010, ISBN 978-1-4051-7539-5, S. 8, 24 f., 42 f., 44, 51, 62, 68, 70 ff., 73, 81 f., 88, 105, 107 f., 111 f., 119 f., 121, 141, 145, 148, 160, 187 f., 232 f., 233–241, 262.
  156. Peter Ustinov, im Gespräch mit Harald Wieser und Jürgen Ritte: Achtung! Vorurteile. Nr. 23928. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2005, ISBN 3-499-23928-0, S. 94 f.
  157. a b c d e Salah El Gharbi: La « cause palestinienne », cette malédiction arabe. In: Points de vue. Éditions L’Harmattan, Paris 2018, ISBN 978-2-343-14672-0, S. 14, 27 (auf Seite 27 macht der tunesische Autor die Aussage: „Ainsi, l’expression d’un sentiment d’indignation contre « l’entité sioniste », à l’origine légitime et juste, donne lieu à une sorte d’hystérie collective qui traverse les générations, les classes sociales et les pays.“ (dt. etwa: „So weicht der Ausdruck einer ursprünglich berechtigten und gerechten Entrüstung gegen den « zionistischen Staat » einer Art kollektiven Hysterie, welche die Generationen, sozialen Schichten und Länder durchdringt.“)).
  158. a b c d e f g Chantal Cabé (rédactrice en chef), Aymeric Christensen (directeur La Vie), Michel Lefebvre (coord.) et al.: Le Moyen-Orient en cartes. In: Le Monde-La Vie Hors-Série. Le Monde (Société éditrice du Monde)/La Vie (Malesherbes Publications), 2020, ISBN 978-2-36804-108-6, ISSN 0151-2323, S. 83, 91, 95, 98 f. (dort zitiert nach Daten von: für Fluchtwelle UN-Nothilfekoordinator; Außenministerium der Vereinigten Staaten; Palestinian Central Bureau of Statistics; Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten; für sekuläre Juden: Sergio Della Pergola 2017; Pew Research Center 2015).
  159. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Michel Abitbol: Histoire des juifs – De la genèse à nos jours. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.): Collection tempus. 2. Auflage. Nr. 663. Éditions Perrin, Paris 2016, ISBN 978-2-262-06807-3, S. 473 ff., 545, 670–675, 633 ff., 636, 682 f., 686, 775, 808, 835 f., 843 f., 852.
  160. a b c d e f g h i j k l m Benny Morris: Vittime – Storia del conflitto arabo-sionista, 1881–2001. In: Collana La Storia – Le Storie. 6. Auflage. BUR Rizzoli (Mondadori Libri), Milano 2019, ISBN 978-88-17-10756-3, S. 45, 51, 70, 72, 86 f., 168 (Originalausgabe: Righteous Victims: A History of the Zionist-Arab Conflict, 1881–1999, Alfred A. Knopf (publisher), New York 1999; übersetzt von Stefano Galli).
  161. a b c d e f g h i Bettina Gräf, Abir Kopty et al.: Arabische Medien (Kapitel: Transnationale Phänomene arabischer Medien/Geschichte arabischer Medien; Arabische Länder und ihre Mediensysteme/Palästina). Hrsg.: Carola Richter, Asiem El Difraoui. UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz und München 2015, ISBN 978-3-86764-509-6, S. 27–35, 227 f.
  162. a b c d Ted Swedenburg: Memories of Revolt – The 1936–1939 Rebellion and the Palestinian National Past. 2. Auflage. The University of Arkansas Press, Fayetteville 2003, ISBN 1-55728-763-5, S. 65, 71, 177 (bezüglich Old Jaffa wird zitiert: Raja Shehadeh: The Third Way. A Journal of Life in the West Bank, 1982, S. 21).
  163. a b c d e f g h i j k l m n Jean-Pierre Filiu: Le Milieu des mondes – Une histoire laïque du Moyen-Orient de 395 à nos jours. Éditions du Seuil, Paris 2021, ISBN 978-2-02-142024-1, S. 204 f., 235 f., 259 ff.
  164. a b c d Pascal Ory: De la haine du Juif – Essai historique. In: Bouquins essai. Éditions Bouquins, Paris 2021, ISBN 978-2-38292-058-9, S. 125, 128.
  165. a b c d e f g h i j k l m n o Muriel Asseburg: Palästina und die Palästinenser – Eine Geschichte von der Nakba bis zur Gegenwart. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77477-5, S. 28–33, 37, 40, 42, 45.
  166. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Jean-Claude Lescure: Le conflict israélo-palestinien en 100 questions (Kapitel 6: Pourquoi l’archéologie est-elle un enjeu entre Israéliens et Palestiniens?; Kapitel 12: Quelles différences entre nationalisme arabe et nationalisme palestinien?; Kapitel 31: Comment Israël accueille-t-il les migrants juifs?; Kapitel 51: Comment l’État organise-t-il les musées pour forger la mémoire israélienne?; Kapitel 80: Comment Israël accueille-t-il les migrants non juifs?). In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021, ISBN 979-1-02104253-7, S. 29 ff., 46 ff., 107–110, 165 ff., 257 ff.
  167. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Derek Jonathan Penslar: Israel in History – The Jewish State in Comparative Perspective. Routledge (Taylor & Francis Group), London and New York 2007, ISBN 978-0-415-40036-7, S. 40, 42, 76–82, 87 f., 124 ff.
  168. Wolfgang Benz: Israelkritik, Antizionismus und Antisemitismus. Israel – Geschichte und Gegenwart. In: Brigitte Bailer (Hrsg.): Politische Wirklichkeit. Nr. 24. Braumüller-Universitäts-Verlagsbuchhandlung, Wien 2009, ISBN 978-3-7003-1695-4, S. 77–89, hier S. 81.
  169. Chantal Meyer-Plantureux et al.: Histoire universelle de la connerie (Kapitel: Antisémitisme et homophobie ordinaires dans le spectacle). Hrsg.: Jean-François Marmion. Sciences Humaines Éditions, Auxerre 2019, ISBN 978-2-36106-566-9, S. 307.
  170. Vincent Lemire: Au pied du mur – Vie et mort du quartier maghrébin de Jérusalem (1187–1967). In: L’Univers Historique. Éditions du Seuil, Paris 2022, ISBN 978-2-02-146195-4, S. 73 (Ali Ekrem Bey amtierte von Dezember 1906 bis Juli 1908).
  171. a b c d e f Xavier Baron: Histoire du Liban – Des origines à nos jours. In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2019, ISBN 979-1-02103687-1, S. 114.
  172. Gerhard P. Groß: Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Dolchstoßlegende. In: Kriege der Moderne. Reclam Verlag, Ditzingen 2018, ISBN 978-3-15-011168-0, S. 9.
  173. a b c d e f g h i j k l Steve Jourdin, préface de Élie Barnavi: Israël : autopsie d’une gauche (1905–1995). In: Jean-Luc Veyssy (Hrsg.): Collection « Documents ». Éditions le bord de l’eau, Lormont (Gironde) 2021, ISBN 978-2-35687-802-1, S. 31, 46, 86, 95 f., 160, 168, 275, 283 f.
  174. Raymond Haroutioun Kévorkian: Le génocide des Arméniens. Éditions Odile Jacob, Paris 2006, ISBN 978-2-7381-1830-1, S. 837 f., 852 (Um die zwischenstaatlichen Beziehungen mit der Türkei nicht zu belasten, hat Israel den Völkermord an den Armeniern nie anerkannt. Siehe dazu: Tigrane Yégavian, préface de Gérard Chaliand: Géopolitique de l’Arménie. Éditions BiblioMonde, Paris 2022, S. 125 f.).
  175. Raymond Haroutioun Kévorkian, Yves Ternon, préface de Gérard Chaliand: Mémorial du génocide des Arméniens. Éditions du Seuil, Paris 2014, ISBN 978-2-02-113940-2, S. 493 (Eine Aufstellung auf Seite 493 nennt für die Region Jerusalem (zu der wohl auch Jaffa zu zählen ist) 2.000 armenische Flüchtlinge am 10. August 1920 (Vertrag von Sèvres), im Vergleich werden für Damaskus 400, Beirut 1.000 und für die Region Hauran 400 Flüchtlinge angegeben. Dafür von den Autoren als Quelle angegeben wird: APC/PAJ, Bureau d’information du Patriarcat arménien de Constantinople).
  176. a b c d e f g Michael Schaaf, Manfred G. Schmidt, Wichard Woyke: Zeitgeschichte – Vom Vorabend des Ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart. In: Jürgen Hotz (Hrsg.): Der Brockhaus. F. A. Brockhaus Verlag, Mannheim/Leipzig 2003, ISBN 3-7653-0161-2, S. 214, 378.
  177. a b c Eberhard Kolb: Der Frieden von Versailles. In: C. H. Beck Wissen. 3. Auflage. Nr. 2375. Verlag C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-72928-7, S. 45.
  178. a b c d e Jörn Leonhard: Die Büchse der Pandora – Geschichte des Ersten Weltkriegs. 6. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-72168-7, S. 487 f.
  179. a b c David Hirst: Une Histoire du Liban 1860–2009. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.): Collection Tempus. 2. Auflage. Éditions Perrin, Paris 2016, ISBN 978-2-262-06516-4, S. 38–41 (Originalausgabe: Beware of Small States. Lebanon, Battleground of the Middle East. Faber and Faber, London 2010; übersetzt von Laure Stephan).
  180. a b c d Julia Neuberger: Antisemitismus: Wo er herkommt, was er ist – und was nicht. Berenberg Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-946334-77-4, S. 75, 83, 87, 101 f. (Originalausgabe: Antisemitism: What it is; What it isn't and why it matters, 2019; übersetzt von Anne Emmert).
  181. a b c d e f g Saree Makdisi: Palästina: Innenansichten einer Belagerung (= Edition Provo. Nr. 4). Laika Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-942281-90-4, S. 266, 271, 273, 287 f. (Originalausgabe: Palestine Inside Out, W. W. Norton, New York 2010; übersetzt von Sigrid Langhäuser).
  182. Yves Ternon, préface de Marc Goutalier: L’Empire ottoman – Le déclin, la chute, l’effacement. In: Histoire & sociétés. Éditions du Félin, Paris 2020, ISBN 978-2-86645-898-0, S. 368.
  183. a b c d e f David Elkaïm: Histoire des guerres d’Israël – De 1948 à nos jours. In: Collection Texto. 2. Auflage. Édition Tallandier, Paris 2019, ISBN 979-1-02103961-2, S. 29, 34 f., 46, 208, 239 f.
  184. a b c d e f g h i j k l m n Reinhard Schulze: Geschichte der islamischen Welt im 20. Jahrhundert. 2. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-48873-0, S. 128–132.
  185. Eugene L. Rogan: Histoire des Arabes de 1500 à nos jours. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.): Collection tempus. Nr. 651. Éditions Perrin, Paris 2013, ISBN 978-2-262-06658-1, S. 295 (Originalausgabe: The Arabs. A History. Basic Books, New York 2009; übersetzt von Michel Bessières).
  186. Musa S. Braizat: The Jordanian-Palestinian Relationship – The Bankruptcy of the Confederal Idea. British Academic Press (I. B. Tauris & Co.), London 1998, ISBN 1-86064-291-8, S. 41.
  187. a b c d e Ilan Pappe: The Making of the Arab-Israeli Conflict, 1947–1951. I. B. Tauris, London 2015, ISBN 978-1-78076-492-4, S. 55, 79 f.
  188. a b c d e f g h i j k l Lila Abu Lughod, Diana Keown Allan, Haim Bresheeth, Rochelle Davis, Samera Esmeir, Isabelle Humphries, Lena Jayyusi, Laleh Khalili, Omar al-Qattan, Ahmad H. Sa'di, Rosemary Sayigh, Susan Slyomovics: Nakba – Palestine, 1948, and the Claims of Memory. Hrsg.: Ahmad H. Sa'di, Lila Abu-Lughod. Columbia University Press, New York 2007, ISBN 978-0-231-13578-8, S. 20, 85, 89, 98 f., 194, 297 (Ahmad H. Sa'di schreibt auf Seite 297: „The power struggle between the Husaynis and their arch rivals the Nashashibis was debilitating. And Palestinian notables indeed suffered from a failure of vision, unconnected to emerging social groups. Yet, these failures hardly justify the uprooting of this people from their patrimony or the destruction of their society.“).
  189. a b Philip Robins: A History of Jordan. Cambridge University Press, Cambridge 2004, ISBN 0-521-59895-8, S. 12 f.
  190. a b c d Muriel Asseburg, Jan Busse: Der Nahostkonflikt: Geschichte, Positionen, Perspektiven. Verlag C. H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69776-0, S. 17 f., 38 f.
  191. a b c d e f Matthieu Auzanneau: Or noir, la grande histoire du pétrole. 2. Auflage. Nr. 450. Éditions La Découverte, Paris 2016, ISBN 978-2-7071-9062-8, S. 157, 170 f., 233, 235, 799.
  192. a b c d e f g h i j k l m n o p Angelika Timm, Johannes Glasneck: Israel – Geschichte des Staates seit seiner Gründung. 3. Auflage. Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02753-1, S. 12, 27, 32, 40 f., 49, 208, 240, 296, 340–347 (Zeittafel).
  193. a b c Karl E. Meyer, Shareen Blair Brysac: Faiseurs de Rois – L’invention du Moyen-Orient moderne. Éditions Hozhoni, Lagorce (Ardèche) 2020, ISBN 978-2-37241-058-8, S. 303, 418 f. (Originalausgabe: Kingmakers. The Invention of the Modern Middle East, W. W. Norton & Co., New York/London 2008; übersetzt von Bernard Frumer).
  194. a b c Christopher de Bellaigue: Die islamische Aufklärung – Der Konflikt zwischen Glaube und Vernunft 1798 bis heute. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-10-397354-9, S. 406 (Originalausgabe: The Islamic Enlightenment. The modern struggle between faith and reason. The Bodley Head, London 2017; übersetzt von Michael Bischoff).
  195. a b c d e f g h Alain Gresh: Israel–Palästina – Die Hintergründe eines unendlichen Konflikts. 2. Auflage. Unionsverlag, Zürich 2002, ISBN 3-85869-245-X, S. 39, 86 f., 173–184 (Zeittafel) (Originalausgabe: Israël, Palestine. Vérités sur un conflict. Librairie Arthème Fayard, Paris 2001; übersetzt von Bodo Schulze).
  196. a b c d e f g h i j k l m n o Luigi Bruti Liberati: Storia dell’impero britannico 1785–1999 – Ascesa e declino del colosso che ha impresso la sua impronta sulla globalizzazione. Giunti Editore/Bompiani, Firenze 2022, ISBN 978-88-301-0585-0, S. 350 f., 356, 358–364.
  197. a b c Jeffrey Veidlinger: In the midst of civilized Europe – The Pogroms of 1918–1921 and the Onset of the Holocaust. Pan Macmillan/Metropolitain Books, London 2021, ISBN 978-1-5098-6744-8, S. 327 f., 434 (der Artikel in der jiddischen Zeitung Forverts vom 3. Mai 1921 trug den Titel 20 Iden toyt, 150 farvundet in a pogrom [dt. 20 Juden tot, 150 verwundet in einem Pogrom]).
  198. Xavier Baron: Les Palestiniens – Genèse d’une nation. In: Points Histoire. Éditions du Seuil, Paris 2003, ISBN 2-02-039820-6, S. 29 f.
  199. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u Simon Epstein: Histoire du peuple juif au XXe siècle – De 1914 à nos jours. In: Collection Pluriel. Hachette Littératures, Paris 1998, ISBN 978-2-01-278993-7, S. 52, 54, 57 f., 112 f., 211, 214, 346 ff., 380, 387, 397, 420.
  200. Ze'ev Tzahor, in: The Histadrut: From Marginal Organization to „State-in-the-Making“. In: Jehuda Reinharz and Anita Shapira (Hrsg.): Essential Papers on Zionism. Cassell/New York University Press, London and New York 1996, ISBN 0-304-33585-1, S. 483.
  201. Michael M. Laskier: Juifs et Musulmans en Égypte – Des origines à nos jours. In: Collection Histoire partagée. Éditions Tallandier/Projet Aladin, Paris 2020, ISBN 979-1-02104152-3, S. 121 (Originalausgabe: The Jews of Egypt, 1920–1970 : In the midst of Zionism, anti-Semitism, and the Middle East conflict. New York University Press, New York 1992; übersetzt von Françoise Bloch).
  202. a b c d e f g h i Pierre Stambul: Contre l’antisémitisme et pour les droits du peuple palestinien. In: Coup pour coup. Éditions Syllepse, Paris 2021, ISBN 978-2-84950-973-9, S. 32 f., 39 ff., 44–47, 54 f., 64, 69 (Der Autor äußert sich auf Seite 32 f. im Kapitel La guerre du proche-orient et l’antisémitisme zu den Morden an Ilan Halimi und der Anschlagsserie in Midi-Pyrénées. Wie der politisch entgegengesetzte, aber ebenfalls antizionistische Éric Zemmour, kritisiert Stambul, dass die Opfer in Israel und nicht in Frankreich beerdigt worden sind, sowie dass die Zeitung Le Parisien die Überführung der Toten als „Repatriierung“ bezeichnet hat.).
  203. Jacques Pous, postface de Michel Warschawski: L’invention chrétienne du sionisme – De Calvin à Balfour. In: Comprendre le Moyen-Orient. L’Harmattan, Paris 2018, ISBN 978-2-343-15082-6, S. (Monografie) (Anmerkung: Der Autor kommt zu dem Schluss, der Zionismus sei kolonialistisch.).
  204. a b c Thomas G. Fraser: Contested Lands – A History of the Middle East since the First World War. Haus Publishing, London 2021, ISBN 978-1-913368-24-1, S. 64, 100.
  205. a b c Hisham Sharabi: A Palestinian Point of View. In: Hatem I. Hussaini, Fathalla El-Boghdady (Hrsg.): The Palestinians: Selected Essays. Palestine Information Office, Washington, D. C. 1976, S. 41–48, hier S. 41 f. (Sharabi schreibt auf Seite 42: „It is this class [people mostly coming from rural areas and the smaller towns and villages] which in 1947–48, when the well-armed and well-organized Haganah took the offensive against the Arab cities of Jaffa, Haifa, Safad, Acre and elsewhere, assumed the leadership of the struggle against Zionism. The urban politicians made poor leaders. As the cities collapsed one after the other they were the first to seek safety in the neighboring Arab capitals.“).
  206. a b c Nadi Abusaada, in: Urban Encounters: Imaging the City in Mandate Palestine. In: Karène Sanchez Summerer and Sary Zananiri (Hrsg.): Imaging and Imagining Palestine – Photography, Modernity and the Biblical Lens, 1918–1948 (= Open Jerusalem. Band 3). Brill, Leiden (Netherlands) and Boston 2021, ISBN 978-90-04-43793-7, S. 359–389, hier S. 364–367 und 383.
  207. a b Claude Klein: Israël – État en quête d’identité, XXe siècle. Casterman–Giunti Gruppo Editoriale, Firenze 1999, ISBN 2-203-61032-8, S. 17, 54 f.
  208. a b c d e f Pierre Blanc, Jean-Paul Chagnollaud, Sid-Ahmed Souiah, Madeleine Benoit-Guyod: Atlas des Palestiniens – Un peuple en quête d'un État. In: Collection Atlas/Monde. 3. Auflage. Éditions Autrement, Paris 2017, ISBN 978-2-7467-4538-4, S. 12, 36, 82.
  209. a b c d e f g h i j Zachary Lockman: Comrades and Enemies – Arab and Jewish Workers in Palestine, 1906–1948. University of California Press, Berkeley 1996, ISBN 0-520-20419-0, S. 46, 71, 196 f., 223 ff., 341 f.
  210. a b c d e f g h i j k l Gardner Thompson: Legacy of Empire – Britain, Zionism and the Creation of Israel. 2. Auflage. Saqi Books, London 2021, ISBN 978-0-86356-482-6, S. 21, 182, 208, 214 f., 220 f.
  211. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Tom Segev: Es war einmal ein Palästina – Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. Nr. 84978. Siedler Verlag (Random House), München 2006, S. 97, 199 f., 233, 247, 249, 256 ff., 286–292, 380, 392, 401, 424, 432 (englischsprachige internationale Originalausgabe: One Palestine, Complete: Jews and Arabs Under the British Mandate, Metropolitain Books, New York 2000; übersetzt von Doris Gerstner; Buch ohne ISBN).
  212. a b c d Nadine Picaudou: Visages du politique au Proche-Orient. In: Collection Folio histoire. Nr. 279. Éditions Gallimard, Paris 2018, ISBN 978-2-07-273013-9, S. 139 f.
  213. a b Reinhard Schulze: Geschichte der islamischen Welt – Von 1900 bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-68855-3, S. 157 f.
  214. a b c d e Ari Shavit: Mein gelobtes Land – Triumph und Tragödie Israels (Kapitel 3: Der Orangenhain, 1936; Kapitel 4: Masada, 1942; Kapitel 12: Sex, Drugs und die Zustände im Land, 2000; Kapitel 15: Occupy Rothschild, 2011). 1. Auflage. Bertelsmann Verlag, München 2013, ISBN 978-3-570-10226-8, S. 78–105, 114, 413–430, 469 (Originalausgabe: My Promised Land: The Triumph and Tragedy of Israel. Spiegel & Grau, New York 2013; übersetzt von Michael Müller).
  215. a b Baruch Kimmerling, Joel S. Migdal: The Palestinian People, a History. 2. Auflage. Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 2003, ISBN 0-674-01129-5, S. 129, 171 und Fußnote 3, S. 497 (Kimmerling und Migdal nennen die Zahl von 3000–4000 verbliebenen arabischen Einwohnern in Jaffa unmittelbar nach der Nakba, basierend einer tieferen Schätzung von C. Kamen (1984) und einer höheren Schätzung der UNRWA, unterstützt von Ian Lustick (1980) und Sammy Smooha (1984)).
  216. a b c d e f g David Abulafia: Il grande mare – Storia del Mediterraneo. 7. Auflage. Mondadori Libri, Milano 2021, ISBN 978-88-04-68293-6, S. 560–563 (Originalausgabe: The Great Sea. A Human History of the Mediterranean, Oxford University Press 2010; übersetzt von Luca Vanni).
  217. Zahlen aus dem Supplement to a Survey of Palestine, einem Bericht der britischen Mandatsverwaltung an die UNO von 1947, S. 4, Ausgabe 50942.
  218. a b c d Alain Dieckhoff: Israël Palestine, une guerre sans fin? – 22 questions décisives. 3. Auflage. Armand Colin (Dunod Éditeur), Malakoff 2022, ISBN 978-2-200-63369-1, S. 22.
  219. a b c d e Helga Baumgarten: Kein Frieden für Palästina – Der lange Krieg gegen Gaza, Besatzung und Widerstand. Promedia Verlag, Wien 2021, ISBN 978-3-85371-496-6, S. 22, 25, 27 f., 30 (Baumgarten zitiert bezüglich der Vorgänge bei der militärischen Einnahme Jaffas aus: Ibrahim Lada'a: Arzt aus Jaffa. Geschichte eines palästinensischen Vertriebenen. Verlag auf dem Ruffel, Engelschoff (Niedersachsen) 2018, S. 32 ff.; sowie aus: Lila Abu Lughod: »Pushing at the Door«. In: Penny Johnson and Raja Shehadeh (Hrsg.): Seeking Palestine. Olive Branch Press, Northampton (Massachusetts) 2013, S. 48 f.).
  220. a b c d e f g h i j k l m n o p q Alexandra Klei: Wie das Bauhaus nach Tel Aviv kam – Re-Konstruktion einer Idee in Text, Bild und Architektur. 2. Auflage. Neofelis Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-95808-244-1, S. 10, 16, 30, 39, 77, 88, 91 f., 98, 103–107, 109, 126, 135 f.
  221. a b c d e f g h i Simha Flapan: The Birth of Israel – Myths and Realities. Croom Helm Publisher, London and Sydney 1987, ISBN 0-7099-4911-1, S. 66, 73 f., 95.
  222. a b c d e f g h Meron Benvenisti:  Sacred Landscape – Buried History of the Holy Land Since 1948. University of California Press, Berkeley and Los Angeles 2002, ISBN 978-0-520-23422-2, S. 106, 137, 158, 305 (übersetzt von Maxine Kaufman-Lacusta).
  223. a b c d e f g h Martin Schäuble, Noach Flug: Die Geschichte der Israelis und Palästinenser. In: Reihe Hanser. 2. Auflage. Nr. 62631. dtv Verlagsgesellschaft, München 2016, ISBN 978-3-423-62631-6, S. 48 f., 66–70 (darin die Oral-History-Beiträge von Mohammed Hasan Scheich Yosef, Hava und Yakov Keller, Yosef Levi und Karla Pilpel, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen).
  224. a b c d Pierre Vidal-Naquet (préface), Sami Adwan, Dan Bar-On, Adnan Musallam, Eyal Naveh et al.: Histoire de l’autre. Hrsg.: Sami Adwan, Dan Bar-On, Adnan Musallam, Eyal Naveh, Shoshana Steinberg, Linda Livni. Éditions Liana Levi/Peace Research Institute in the Middle East, Paris/Beit Jallah 2004, ISBN 978-2-86746-470-6, S. 21, 41, 46 f. (übersetzt von Rachid Akel (arabisch) und Rosie Pinhas-Delpuech (hebräisch); die angegebene ISBN entspricht der Neuauflage von 2008).
  225. a b c d e f g h i j k l m Omri Boehm: Israel – Eine Utopie. Propyläen Verlag (Ullstein Buchverlage), Berlin 2020, ISBN 978-3-549-10007-3, S. 81 f., 103, 107 f., 112, 124 ff., 129 f., 169 f. (Originalausgabe: A Future for Israel: Beyond the Two-State Solution. New York Review Books, New York 2020; übersetzt von Michael Adrian).
  226. a b c d Das Stadtviertel Jaffa. In: Österreichischer Rundfunk. 8. April 2017, abgerufen am 17. Januar 2020.
  227. Christiane Hessel (Vorwort), Brigitte Challande, Véronique Hollebecque, Sara Katz, Frank Mérat, Pierre Stambul, Annie Vera: Gens de Gaza – Vivre dans l’enfermement – Témoignages 2011–2016. Riveneuve éditions, Paris 2017, ISBN 978-2-36013-443-4, S. 38.
  228. a b c d e f g Leo Trepp: Die Juden – Volk, Geschichte, Religion. Hrsg.: Anne Alter. 2. Auflage. Nr. 1990. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1998, ISBN 3-499-60618-6, S. 163–166, 179.
  229. a b c d Mark Tessler: A History of the Israeli-Palestinian Conflict. In: Mark Tessler (Hrsg.): Indiana Series in Middle East Studies. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington and Indianapolis 2009, ISBN 978-0-253-22070-7, S. 186, 216, 306.
  230. Aude Signoles: Idées reçues: Les Palestiniens. In: Marie-Laurence Dubray (Hrsg.): Histoire & Civilisations. Éditions Le Cavalier Bleu, Paris 2005, ISBN 2-84670-116-4, S. 47 (die Autorin zitiert aus Elias Sanbar: Figures du Palestinien: identité des origines, identité de devenir, 2004).
  231. a b c d Albert Hourani: Histoire des peuples arabes. In: Points Histoire. Éditions du Seuil, Paris 1993, ISBN 978-2-02-020001-1, S. 507 (Originalausgabe: A History of the Arab Peoples, Faber and Faber, London 1991; übersetzt von Paul Chemla).
  232. a b c d e f g h i j Shelley Kästner: Jewish Roulette – Vom jüdischen Erzbischof bis zum atheistischen Orthodoxen – 21 Gespräche (Kapitel: Der frustrierende Konflikt, Gespräch mit Michal, Psychologin; Wir sind alle gemischt, Gespräch mit Joëlle Apter, Genetikerin und Anthropologin). Salis Verlag, Zürich 2018, ISBN 978-3-906195-78-0, S. 41, 45 ff., 170 ff.
  233. a b c d e f g h i Michel Bruneau, postface de Christian Grataloup: Peuples-monde de la longue durée – Chinois, Indiens, Iraniens, Grecs, Juifs, Arméniens. CNRS Éditions du Centre national de la recherche scientifique, Paris 2022, ISBN 978-2-271-13121-8, S. 92, 174 ff.
  234. a b c d e f g h i j k l Michael Krupp: Die Geschichte des Staates Israel – Von der Gründung bis heute. In: erschienen in der Reihe Nes Ammim. 3. Auflage. Gütersloher Verlagshaus (Random House), Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-06401-7, S. 22–25, 29 f., 32–35.
  235. a b c d e f Aluf Benn: Arrêtons d’avoir peur de la Nakba – Aluf Benn, rédacteur en chef du quotidien israélien Ha'aretz, évoque dans cet éditorial la mémoire plus que sélective des événements de 1948. Selon lui, il est temps que la société israélienne cesse de fuir son passé. In: Courrier international Hors-série: Moyen-Orient – Les nouveaux maîtres du jeu. Juli 2021, ISSN 1169-114X, S. 52 f. (Ersterscheinung dieses Artikels in Haaretz am 30. April 2021; die Angaben zu den ironischen Bezeichnungen Aristokratie oder auch Adel stehen in einer redaktionellen Ergänzung von Courrier international über Aluf Benn).
  236. a b c d e f g h i j k l m n Tom Segev: Die ersten Israelis – Die Anfänge des jüdischen Staates. 2. Auflage. Pantheon Verlag (Random House), München 2010, ISBN 978-3-570-55113-4, S. 26, 108–114, 116, 120, 170, 177, 190, 215, 286 f., 355–364 (englischsprachige Originalausgabe: 1949. The First Israelis, Free Press (Macmillian), New York 1986 und überarbeitete Ausgabe bei Owl Books (Henry Holt), New York 1998; übersetzt von Helmut Dierlamm und Hans Freundl).
  237. a b c d e f g h i j Joel Beinin: Was the Red Flag Flying There? – Marxist Politics and the Arab-Israeli Conflict in Egypt and Israel, 1948–1965. University of California Press, Berkeley and Los Angeles 1990, ISBN 0-520-07036-4, S. 8, 66 f., 69.
  238. a b c d John A. Lynn: Une autre guerre – Histoire et nature du terrorisme. Passés composés/Humensis/Ministère des Armées, Paris 2021, ISBN 978-2-37933-568-6, S. 203 f. (Originalausgabe: Another Kind of War: An Introduction to the History of Terrorism, Yale University Press, 2019; übersetzt von Antoine Bourguilleau).
  239. Ibrahim Abu-Lughod: The Palestinians Today. In: Hatem I. Hussaini, Fathalla El-Boghdady (Hrsg.): The Palestinians: Selected Essays. Palestine Information Office, Washington, D. C. 1976, S. 27–39, hier S. 30 (Abu Lughod schreibt: „The eventual development of new States, particularly in the Gulf region, enabled well-developed Palestinian manpower to participate in their construction and development. It would be difficult to conceive of the development of Jordan, the Gulf States, and others without the active participation of the Palestinians. The relatively small Palestinian middle class was able to utilize its initiatives and capital in the formation of corporations and banks that contributed to the development of the infrastructure of the rest of the developing states in the region.“).
  240. Karin Wenger, mit einem Nachwort von Arnold Hottinger: Checkpoint Huwara – Israelische Elitesoldaten und palästinensische Widerstandskämpfer brechen das Schweigen. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2008, ISBN 978-3-03823-408-1, S. 38–41.
  241. Serge Nessi, préface de Cornelio Sommaruga: Autrefois... l'humanitaire. Éditions Slatkine, Genève 2019, ISBN 978-2-8321-0924-3, S. 87.
  242. Thomas Vescovi: Der dunkle Fleck – Seit Ende März protestieren die Palästinenser im Gazastreifen mit dem „Marsch der großen Rückkehr“ gegen ihre Vertreibung vor 70 Jahren. Doch in Israel ist die Nakba immer noch ein Tabuthema. In: Barbara Bauer, Dorothee d'Aprile (Hrsg.): Le Monde diplomatique. Nr. 05/24. TAZ/WOZ, Mai 2018, ISSN 1434-2561, S. 8 (monde-diplomatique.de – Thomas Vescovi ist Autor des Buches La Mémoire de la Nakba en Israël beim Verlag Éditions L'Harmattan, collection Comprendre le Moyen-Orient, Paris 2015).
  243. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Samy Cohen: Israël – Une démocratie fragile. Librairie Arthème Fayard/Centre de recherches internationales de Sciences Po, Paris 2021, ISBN 978-2-213-71672-5, S. 69 f., 74 f., 217 f., 225 ff., 230 ff., 239 f., 270.
  244. a b c d e f David Grossman: Der gelbe Wind – Die israelisch-palästinensische Tragödie. Kindler Verlag, München 1988, ISBN 3-463-40102-9, S. 10, 47, 55, 158, 220 f. (Originalausgabe: Haz-Zeman haṣ-ṣāhov. 1988; die deutschsprachige Ausgabe ist basierend auf der englischsprachigen Ausgabe: The Yellow Wind. 1988; übersetzt von Jürgen Benz; Anmerkung: Weitere Aussagen von Rabbi Levinger finden sich auf den Seiten 214 f.).
  245. a b c d e f Israel. In: Glenn Riedel, Wiebke Hebold, Irmgard Sigg, Liana Steinborn, Annette Wrobel (Hrsg.): Der neue Kosmos: Welt-Almanach und Atlas 2022 – Daten, Fakten, Karten. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-440-17207-0, S. 202–205.
  246. Elias Sanbar: La Palestine expliquée à tout le monde. Éditions du Seuil, Paris 2013, ISBN 978-2-02-112068-4, S. 11.
  247. a b c d e f Tim Marshall: Abschottung – Die Macht der Mauern. dtv Verlag, München 2020, ISBN 978-3-423-34974-1, S. 106, 110, 113–116 (Originalausgabe: Divided. Why We're Living in an Age of Walls, Elliot and Thompson Ltd., London 2018; übersetzt von Hans-Peter Remmler).
  248. סטטיק ובן אל תבורי & נסרין קדרי - חביב אלבי (Prod. By Jordi). In: YouTube. 23. Juni 2020, abgerufen am 8. März 2020 (arabisch/englisch/hebräisch, Sowohl das musikalische Einleitungsmotiv als auch die den Liedtext einleitende Grußformel Ahlan wa Sahlan sind in diesem die freie und gleiche Liebe von Homo- und Heterosexuellen feiernden Video arabisch. Das Video stellt im Übrigen jedoch keine weitere Beziehung zu der umgebenden arabischen Kultur her. Wie im Nachspann sichtbar ist, wurde die Produktion des Videos von der Stadt Tel Aviv-Jaffa offiziell gefördert.).
  249. a b c Judith Poppe: An Jaffas Promenade erschossen – Am Samstag ist ein arabischer Israeli am hellichten Tag getötet worden. Armee und Inlandsgeheimdienst wollen gegen illegalen Waffenbesitz vorgehen. In: Die Tageszeitung. 25. Oktober 2021, abgerufen am 25. Oktober 2020.
  250. a b c d e Edo Konrad: La falsa sicurezza promessa da Israele – Gli attentati delle ultime settimane dimostrono che il sistema israeliano serve solo a mantenere il dominio sui palestinesi, e non a proteggere i cittadini. In: Internazionale. Nr. 1456, 15. April 2022, ISSN 1122-2832, S. 30 f. (Ersterscheinung dieses Artikels in +972 Magazine).
  251. a b c Carolin Lauer: Israel. In: Polyglott on tour. Travel House Media (Ganske Verlagsgruppe), München 2014, ISBN 978-3-8464-9003-7, S. 43, 50 ff.
  252. a b c d Jens Wiegand: Israel Palästina: Kultur, Geschichte, Gegenwart. Hrsg.: Bernd Schwenkros, Detlev von Oppeln. 2. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-89794-497-8, S. 474, 476, 496.
  253. a b c d e f g h i Agnes Fazekas: Brief aus Tel Aviv. In: Barbara Bauer, Anna Lerch (Hrsg.): Le Monde diplomatique. Nr. 4/25. TAZ/WOZ, April 2019, ISSN 1434-2561, S. 2 (monde-diplomatique.de).
  254. a b c d e f g h i j k l m n o p Richard Ben Cramer: How Israel Lost – The Four Questions at the Heart of the Middle East Crisis. 2. Auflage. The Free Press/Simon & Schuster, London 2005, ISBN 0-7432-6798-2, S. 26–30, 56 f., 66, 152 f., 154, 164, 190–193, 198 f.
  255. Walter Ruggle: Ajami: Scandar Copti, Yaron Shani – Israel – 2009. trigon-film, abgerufen am 20. September 2020.
  256. Barbara Fournier (direction), Jean-Benoît Clerc (expertise scientifique): Aux origines du problème des réfugiés palestiniens – Actes des journées de formation continue des 29 avril et 30 avril 2019 à Lausanne. Haute école pédagogique du canton de Vaud, Lausanne 2020, ISBN 978-2-8399-2884-7, S. 31.
  257. Karin Kloosterman: Changes in the air for Ajami – A mixed Arab-Jewish neighborhood in Jaffa balances itself between rundown remnants of old-world charm and upscale gentrification. In: The Jerusalem Post. Yaakov Katz, 29. November 2006, abgerufen am 2. Juli 2020 (englisch).
  258. a b c d e f g h i Naama Riba: À Tel-Aviv, l’obsession de la rénovation urbaine – Le marché du Carmel, situé dans l’un des derniers quartiers rappelant le Tel-Aviv d’antan, est menacé par la gentrification galopante, avertit cette journaliste. In: Courrier international. Nr. 1632, 10. Februar 2020, ISSN 1154-516X, S. 26 (Ersterscheinung dieses Artikels in Haaretz am 21. Januar 2020; die ursprünglichen arabischen Namen von Givat Amal Alef [Jammasin Al-Gharbi] und Kfar Shalem [Salama] sind redaktionelle Hinzufügungen von Courrier international).
  259. Die Aussage stammt von einer Gruppe jemenitischer Arbeiter aus Nes Ziona südlich von Tel Aviv und erschien am 14. März 1913 in einem Artikel der sozialistischen Tageszeitung HaAhdout (dt. Einheit). Sie lautet in ihrem ganzen Wortlaut: „Und jetzt verlangen wir für unsere Arbeit, Männer wie Frauen, ausreichende Löhne, damit wir essen können. In euren Augen sind wir verachtenswert und widerlich. Und ihr beleidigt uns: "Hunde! Gojim!"“ Übersetzt nach Georges Bensoussan: Juifs en pays arabes: Le grand déracinement 1850–1985. 2. Auflage, Paris 2021, S. 228.
  260. Charles Enderlin: Au nom du Temple – Israël et l'irrésistible ascension du messianisme juif (1967–2013). Éditions du Seuil, Paris 2013, ISBN 978-2-02-104407-2, S. Monografie, insbesondere 11 f. und 49–52.
  261. a b c d e Galit Tassi, Marilyn Fefer, Judith Imbo (Hrsg.): Tel Aviv Nonstop City Guide. Tel Aviv Global & Tourism, Tel Aviv 2019, S. 45, 48, 75, 82, 84.
  262. a b c d e f g h i j k l Sharon Golan Yaron, Yuval Even: Architectural Guide Tel Aviv. DOM publishers, Berlin 2019, ISBN 978-3-86922-252-3, S. 11–23.
  263. Simon Winchester: Land: How the Hunger for Ownership Shaped the Modern World. Harper Collins Publishers, London 2021, ISBN 978-0-00-835912-6, S. 279.
  264. Aryeh Akiva Weiss/Akiva Arie Weiss (geboren 1868 in Grodno, aufgewachsen in Łódź, Uhrmacher, gestorben 1947): Neueinwanderer in Palästina, treibende Kraft innerhalb der Achusat-Bajit-Gesellschaft. Später in der historischen Erinnerung von Meir Dizengoff überschattet.
  265. a b c d e Aude Marcovitch: Israël – Les blessures d'un destin. In: Collection L'âme des peuples. D/2014/9594/2. Éditions Nevicata, Bruxelles 2014, ISBN 978-2-87523-054-6, S. 19–24.
  266. Die ersten 20 Häuser wurden im Dezember 1911 oder kurz danach fertiggestellt.
  267. a b c d e f g h Carsten Hueck: The White City Tel Aviv. Hrsg.: Jochen Visscher. 3. Auflage. Jovis Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-939633-75-4, S. 7–13.
  268. Shlomo Avineri: Zionism According to Theodor Herzl, in Haaretz, 20. Dezember 2002.
    Zitat: „Altneuland“ is […] a utopian novel written by […] Theodor Herzl, in 1902 […] The year it was published, the novel was translated into Hebrew by Nahum Sokolow, who gave it the poetic name „Tel Aviv“ (which combines the archaeological term „tel“ and the word for the season of spring).
    Übersetzung: „Altneuland“ ist […] ein utopischer Roman, geschrieben von […] Theodor Herzl in 1902 […] Im gleichen Jahr wurde der Roman von Nachum Sokolow ins Hebräische übersetzt, wobei er ihm den poetischen Titel „Tel Aviv“ gab, in dem der archäologische Begriff „Tel“ und das Wort für Frühling kombiniert wurden.
  269. a b c Michael Brenner: Kleine jüdische Geschichte. Verlag C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57668-3, S. 255, 257, 297.
  270. Der Begriff Volk Israel ist Gegenstand einer aktuellen Debatte, siehe dazu: Jüdischer Antizionismus. Der bekannteste Exponent einer Denkrichtung, die diesen Begriff in Frage stellt, ist der Historiker Shlomo Sand, dessen Buch Die Erfindung des jüdischen Volkes 2008 heftige Kontroversen ausgelöst hat.
  271. Wolfgang Scheel: Lexikon biblischer Ortsbenennungen im modernen Israel. 3. Auflage, Conception Seidel, Muldenhammer (Sachsen) 2003, ISBN 3-933750-32-6, S. 61 (der Verlag ist vermutlich der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hammerbrücke zugehörig).
  272. a b c Andreas Kappeler: Rußland als Vielvölkerreich – Entstehung, Geschichte, Zerfall. In: Beck'sche Reihe. 2. Auflage. Nr. 1447. Verlag C. H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47573-6, S. 222 ff.
  273. a b c Claudio Vercelli, in: L’ebreo inventato: Luoghi comuni, pregiudizi, stereotipi (Kapitel: «Dichiararsi antisionisti non vuol dire essere antisemiti» Spiegare il sionismo; «Gli israeliani stanno facendo ai palestinesi quello che i nazisti hanno fatto agli ebrei» La «demonizzazione» al posto del giudizio politico). Hrsg.: Saul Meghnagi e Raffaela Di Castro, unter Mitarbeit von David Bidussa, Dalia Carmi, Elio Carmi, Sira Fatucci, Davide Jona Falco und Gadi Luzzato Voghera. Casa Editrice Giuntina/Unione delle Comunità Ebraiche Italiane (UCEI) – Unione Giovani Ebrei d’Italia (UGEI), Firenze 2021, ISBN 978-88-8057-870-3, S. 182 f., 195–215 (der Autor äußert sich diesbezüglich nur zu der antiisraelischen Propaganda und nicht zu der antipalästinensischen und zeigt im Bildteil auf Seiten 210–214 beispielsweise die Grafik von Abdelah Derkaqui (History Repeating, 2006, Abbildung einer Sperranlage bemalt mit dem Foto vom Torhaus Auschwitz-Birkenau vor dem Felsendom) des sogenannten International Holocaust Cartoon Contest in Teheran, 2006 (Abbildung 1)).
  274. a b César Vidal Manzanares: España frente a los Judíos Sefarad – Del profeta Jonás a la expulsión. La Esfera de los Libros, Madrid 2006, ISBN 84-9734-360-3, S. 226 f. (der Autor, ein evangelikaler Kommunikator und Buchautor, der sonst für revisionistische Standpunkte zur spanischen Geschichte bekannt ist, äußert sich auf Seite 227 (Kapitel Conclusión) zu Nazi-Vergleichen bezüglich Israel und zeigt im Bildteil (in spanischen Büchern nicht paginiert; vor Seite 161) Aufnahmen einer Demonstration vor der israelischen Botschaft in Madrid: Demonstrantinnen halten Schilder mit der Aufschrift „Israel Genocida – Paz“; weiter gezeigt wird: Ein Schild, welches den Davidstern mit dem Swastika gleichstellt).
  275. Benjamin C. Fortna: The Circassian – A life of Esref Bey, late Ottoman insurgent and special agent. Hurst & Company, London 2016, ISBN 978-1-84904-578-0, S. 54.
  276. Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. In: Beck'sche Reihe. 2. Auflage. Nr. 1059. Verlag C. H. Beck, München 2000, ISBN 978-3-406-58780-1, S. 153 f.
  277. a b c d e Ronen Bergman: Lève-toi et tue le premier – L’histoire secrète des assassinats ciblés commandité par Israël. Éditions Grasset, Paris 2020, ISBN 978-2-246-82139-7, S. 26, 28, 40 f. (Originalausgabe: Rise and kill first: The secret history of Israel's targeted assassinations, 2018; übersetzt von Johan-Frédérik Hel Guedj).
  278. a b Shlomo Sand: Comment le peuple juif fut inventé – De la Bible au sionisme. In: Collection Champs essais. Éditions Flammarion, Paris 2018, ISBN 978-2-08-138028-8, S. 488 (übersetzt von Sivan Cohen-Wiesenfeld und Levana Frenk).
  279. Neville J. Mandel: Arabs and Zionism before First World War. University of California Press, Berkeley 1976 (Literaturangabe zitiert nach Florian Louis: Atlas historique du Moyen-Orient, Paris 2020).
  280. Ophélie Chavaroche, Jean-Michel Egret, avant-propos de Laurent Binet: Atlas des utopies. Hrsg.: Axel Vicq, François Egret. Belles Balades éditions, Paris 2019, ISBN 978-2-84640-493-8, S. 159.
  281. Mordechai Naor: The Twentieth Century in Eretz Israel: A Pictorial History, [סֵפֶר הַמֵּאָה – הִיסְטוֹרְיָה מְצֻלֶ