Keulenpilze

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Keulenpilze
Kammförmiger Keulenpilz (Clavulina coralloides)

Kammförmiger Keulenpilz (Clavulina coralloides)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Pfifferlingsartige (Cantharellales)
Familie: Keulenpilzverwandte (Clavulinaceae)
Gattung: Keulenpilze
Wissenschaftlicher Name
Clavulina
J. Schröt.

Die Keulen- oder Korallenpilze (Clavulina) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Keulenpilzverwandten. Die „echten“ Korallen (Ramaria) aus dem Pilzreich zählen dagegen zur Familie der Schweinsohrverwandten (Gomphaceae) und sind trotz der ähnlich geformten Fruchtkörper nicht näher mit den Clavulinaceae verwandt. Die beiden Gattungen unterstehen zudem verschiedenen Ordnungen.

Die Typusart ist der Kammförmige Keulenpilz (Clavulina coralloides).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in dieser Gattung mehr und weniger stark verzweigte, aber auch keulenförmige, unverzweigte Arten. Die Fruchtkörper stehen meist in Büscheln zusammen und erreichen eine Höhe von etwa 10 cm. Sie besitzen eine glatte bis runzelige Oberfläche und haben eine weiche, wachsartige, aber nicht brüchige Konsistenz. Die Farben differieren, das Fleisch ist jedoch immer weiß bis schmutzig-grau gefärbt. Das Sporenpulver hinterlässt einen weißen Abdruck.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den zylindrischen bis schmal keulenförmigen Basidien reifen annähernd keulige, dünn- und glattwandige Sporen heran. Sie sind hyalin und mit einem großen Öltropfen gefüllt.

Gattungsabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Arten der Gattung Clavulina können mit Spezies der Gattung Ramaria verwechselt werden. Mit einem Lichtmikroskop lassen sich aber die Clavulina-Arten an den 4-sporigen Basidien erkennen.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korallenpilze kommen in Laub- und Nadelwäldern vor, wo sie als Saprobionten auf dem Boden oder seltener an morschem Holz leben. Sie bevorzugen normalen Erdboden bis sauren Humus.

Man kann sie in kleinen Gruppen zerstreut von Juli bis Dezember entdecken.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit sind rund 40 Arten bekannt[1], wovon in Europa 5 vorkommen bzw. zu erwarten sind[2]:

Keulenpilze (Clavulina) in Europa
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Violetter Keulenpilz Clavulina amethystina (Bulliard 1791 : Fries 1821) Donk 1933
Grauer Keulenpilz Clavulina cinerea (Bulliard 1791 : Fries 1821) J. Schröter 1889
Kammförmiger Keulenpilz Clavulina coralloides (Linnaeus 1753 : Fries 1821) J. Schröter 1889
Clavulina gallica Corner 1950
Runzeliger Keulenpilz Clavulina rugosa (Bulliard 1790 : Fries 1821) J. Schröter 1889

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korallenpilze der Gattung Clavulina sind essbar. Sie riechen kaum und haben nur ein sehr mildes Aroma.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  Stanisław Domański: Clavariaceae, Clavariadelphaceae, Clavulinaceae, Pterulaceae, Ramariaceae, Stephanosporaceae, Gomphaceae (II), Hericiaceae (II). In: Mała flora grzybów. 1, Nr. 4, Warschau 1984, ISBN 83-01-05555-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1.  Paul M. Kirk, Paul F. Cannon, David W. Minter, J.A. Stalpers: Dictionary of the Fungi. 10. Auflage. CABI Europe, Wallingford, Oxfordshire (UK) 2008, ISBN 978-0-85199-826-8 (784 Seiten).
  2. Eric Strittmatter: Die Gattung Clavulina. In: Fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. 2. November 2007, abgerufen am 3. Dezember 2012 (inklusive Update Nr. 45).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Keulenpilze (Clavulina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien