KickSat

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KickSat
KickSat
Typ: Technologieerprobungs- und Amateurfunksatellit
Land: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
COSPAR-Bezeichnung: 2014-022F
Missionsdaten
Masse: 5,5 kg
Größe: 10 cm × 10 cm × 34 cm
Start: 18. April 2014 UTC
Startplatz: Cape Canaveral AFS, SLC-40
Trägerrakete: Falcon 9 v1.1
Status: verglüht
Bahndaten
Bahnneigung: 51,65°
Apogäum: 331 km
Perigäum: 299 km

KickSat war ein US-amerikanischer Technologieerprobungs- und Amateurfunksatellit. Der dem dreifachen-Cubesat-Standard entsprechende Satellit diente dazu, nach dem Start 104 Femtosatelliten freizusetzen.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KickSat wurde von einem Studenten der Cornell University, dem Funkamateur Zachary R. Manchester (Amateurfunkrufzeichen KD2BHC), gebaut und mit Crowdfunding über die Plattform kickstarter.com finanziert. Der Start wurde von der NASA im Rahmen des ELaNa-Programms ermöglicht. Die Abmessungen betrugen 10 cm × 10 cm × 34 cm bei einer Masse von etwa 5,5 kg.[2] Der Satellit kommunizierte im Amateurfunkbereich und sendete auf den Frequenzen 437,505 MHz und 2401–2436,2 MHz.[3] Solarzellen versorgten den Satelliten mit Energie. Kicksat besaß keinen Antrieb, aber eine aktive Lageregelung. Der Satellit konnte bis zu 128 Sprite-Femtosatelliten mitführen, jedoch waren nur 104 an Bord, die 16 Tage nach dem Start zeitgesteuert durch Federwirkung ausgestoßen werden sollten.[4]

Missionsverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde am 18. April 2014 (UTC) als Sekundärnutzlast mit einer Falcon-9-v1.1-Rakete vom Startkomplex 40 zusammen mit der Hauptnutzlast Dragon CRS-3 sowie den weiteren Cubesats All-Star/THEIA, PhoneSat 2.5, TSAT und SporeSat gestartet.[1]

Obwohl der Satellit im Orbit erfolgreich Datenpakete sendete, erreichte die Energieversorgung nicht die erforderliche Spannung, um den Empfänger an Bord in Betrieb zu nehmen. Zudem erfolgte, vermutlich strahlungsbedingt, am 30. April ein Reset des Bordcomputers, der auch die Zeitsteuerung wieder auf 16 Tage zurücksetzte, so dass die automatische Freisetzung der Sprites statt am 4. Mai erst am 16. Mai erfolgen kann. Dieses Datum liegt jedoch nach dem erwarteten Wiedereintritt des Satelliten in die Erdatmosphäre. Da der Empfänger wegen der zu niedrigen Betriebsspannung bislang nicht in Betrieb ging, kann auch kein Befehl gesendet werden, die Sprites unabhängig von der Zeitsteuerung freizusetzen.[5]

Sprites[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprite-Femtosatellit

Der Plan war:

16 Tage nach dem Start wird der Satellit die auch „Sprite“ (engl.: Kobold, Elfe, Wicht) genannten Femtosatelliten ausstoßen, die mit jeweils 10 Milliwatt Sendeleistung im 70-Zentimeter-Band Signale zur Erde senden. Alle Sprites senden auf derselben Frequenz von 437,240 MHz im Codemultiplexverfahren. Die Femtosatelliten bestehen aus einer Platine mit 32 mm Kantenlänge, die Solarzellen sowie eine Sendeelektronik trägt und an der die Antenne befestigt ist. Aufgrund der niedrigen Umlaufbahn werden die Sprites innerhalb weniger Tage in der Erdatmosphäre verglühen, so dass die Problematik des Weltraummülls trotz der vielen freigesetzten Sprites nicht verschärft wird.[3][4]

Tatsächlich wurden die Sprites nicht freigesetzt, sondern unterlagen als unausgeschleuderte Pakete in und samt KickSat noch schneller der Zerstörung durch das Eindringen mit hoher Geschwindigkeit in dichtere Luftschichten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b AMSAT-UK: Successful launch of KickSat carrying 104 Sprite satellites
  2. eoPortal Directory: KickSat
  3. a b AMSAT-UK: KickSat Sprites – Radio Competition
  4. a b KickSat: Update #70
  5. KickSat: Update #72