Kickoff (American Football)

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Ein Kickoff ist ein besonderer Spielzug im American Football. Dabei wird der Ball zu Beginn jeder Spielhälfte und einer Overtime, aber auch nach einem Touchdown und nach jedem Field Goal, vom Kicker des Kicking Teams durch einen meist weiten Schuss ins Spiel gebracht.

Nach einem Safety gibt es keinen Kickoff, sondern einen Freekick.

Bei beiden Formen des Kicks bekommt in der Regel die andere Mannschaft (Receiving Team) die Möglichkeit eines Returns, wobei der Ball so weit wie möglich zurückgetragen wird. Geht der Ball bereits beim Kickoff ins Seitenaus, über die Endzone hinaus oder signalisiert der Ballfänger einen Fair Catch, so wechselt das Angriffsrecht ohne einen Return.

Ausführung[Bearbeiten]

Spielfeld im American Football

Beim normalen Kickoff trennt sich das sogenannte Kicking Team vom Ballbesitz und schießt den Ball, von der eigenen 30-Yards-Linie (ab der Saison 2011 von der 35-Yards-Linie[1]) von einem Kicking Tee (eine Stütze für den Ball), so weit wie möglich in die Hälfte des Gegners. Hierbei stehen bis zum Kickoff selbst, alle Spieler des Kicking Teams hinter der eigenen 30-Yards-Linie, meist an der Linie verteilt. Die Spieler des Receiving Teams stehen mind. zehn Yards (ab der Saison 2011 nur noch fünf Yards[2]) von dort entfernt, im ganzen Spielfeld bis zur eigenen Endzone verteilt. Einige davon auch direkt an der Linie, um einen evtl. Onside Kick abzuwehren.

Das Kicking Team und Receiving Team sind Formationen der Special Teams, gehören also weder zur Offense noch zur Defense.

Der Ball kann vom Receiving Team erobert werden, nachdem er gekickt wurde. Vom Kicking Team, wenn er von einem gegnerischen Spieler berührt wurde oder er die zehn Yards zurückgelegt und den Boden berührt hat.[3]

Danach gibt es sieben mögliche Spielfortsetzungen:

  • Landet der Ball in der Endzone des Gegners und wird der Ball vom Receiving Team nicht zurückgetragen (Return), so geht der Ballfänger auf die Knie und es gibt ein sogenanntes Touchback, nach dem das Receiving Team das Angriffsrecht an der eigenen 20-Yards-Linie bekommt.
  • Fliegt der Ball über die Endzone hinaus, so gibt es ebenfalls ein Touchback und Angriffsrecht an der 20-Yards-Linie für das Receiving Team.
  • Signalisiert der Ballfänger einen Fair Catch, dann darf er bei der Ballannahme nicht gestört werden, aber auch keinen Return laufen. An der Stelle wo der Ball gefangen wird, wechselt das Angriffsrecht und das Spiel wird mit vier neuen Versuchen für das bisherige Receiving Team fortgesetzt.
  • Der Ball wird gefangen und es gibt einen Return. Dieser endet, wenn der Returner das Spielfeld verlässt, getackled wird oder einen Touchdown erzielt.
  • Geht der Ball ins Seitenaus, ohne von einem Spieler berührt zu werden, so ist dies ein illegaler Spielzug. Das Receiving Team erhält drei Wahlmöglichkeiten:
    • Eine Fünf-Yards-Strafe für das Kicking Team und einen erneuten Kickoff.
    • Direkter Wechsel des Angriffsrechts und Start des eigenen Drives 30 Yards von der Stelle des Kicks entfernt. Dies ist i.d.R. die eigene 40-Yards-Linie − eine sogenannte gute Feldposition, da im Vergleich zu anderen Startpositionen (insbesondere zum Touchback oder einen sehr guten Kick, nah an die Endzone ran) schon 20 bis knapp 40 Yards Raumgewinn dazukommen.
    • Wechsel des Angriffsrechts und neuer First Down an der Stelle, an der der Ball ins Seitenaus ging. Diese Wahl ist nur sinnvoll, wenn der Ball beim Kickoff keine 30 Yards zurücklegt.
  • Der Ball geht ins Seitenaus und wurde von einem Spieler berührt: Das Receiving Team erhält an der Stelle, wo der Ball das Spielfeld verließ, Angriffsrecht und vier neue Versuche.
  • Der Ball wird von einem Spieler des Kicking Teams erobert − siehe Onside Kick.

Besondere Kickoffs[Bearbeiten]

Beim Onside Kick versucht das Kicking Team den Ball in Besitz zu halten. Hierzu müssen sie den Ball erobern, nachdem er entweder von einem Mitglied des Receiving Teams berührt wurde oder mindestens zehn Yards zurücklegte. Da das Receiving Team dort schon stehen darf und der Ball zu ihnen geschossen wird, ist die Eroberung eines Onside Kicks sehr schwierig und wird daher meist nur eingesetzt, wenn die Mannschaft gegen Ende des Spiels noch punkten muss und die gegnerische Offense mit ihrer Serie die Spielzeit auslaufen lassen könnte. Eine typische Strategie, um die Chancen der Balleroberung zu erhöhen, ist ein Wechsel der Spieler des Kicking Teams kurz vorm Kick auf eine Seite des Kickers, kombiniert mit einem aufsetzenden Schuss, der den Weg des springenden Balls schwer zu berechnen macht. Alternativ dient diese stark besetzte Seite manchmal auch nur als Fake und der Kicker schießt den Ball auf die Seite, wo nur ein oder zwei eigene Spieler stehen oder schiebt ihn locker schießend zehn Yards nach vorne, um ihn selbst zu erobern. Erobert das Kicking Team den Ball beim Onside Kick, so darf der Ball nicht weiter getragen werden und der Drive der Offense startet an der Stelle, an der der Ball erobert wurde. Eine gebräuchliche Taktik des Receiving Teams gegen einen Onside-Kick ist das Aufstellen eines sogenannten „Hands Teams“, welches aus den fangsichersten Spielern besteht.

Der Squib Kick ist ein flacher, harter Pressschlag, bei dem der Football aufgrund seiner Eiform in kaum berechenbarer Weise über den Boden springt. Im Vergleich zu einem normalen Kickoff ist der Squib Kick kürzer, gibt dem Receiving Team also meist eine gute Feldposition. Er wird vor allem eingesetzt, wenn man einem besonders schnellen und gefährlichen Kick Returner des Gegners ausweichen möchte. Der Squib Kick ist schwierig unter Kontrolle zu bringen und landet meist nicht beim schnellsten Returner, so dass die Gefahr, dass der Gegner einen weiten Return läuft oder gar einen Touchdown erzielt geringer ist.

Strafen und Besonderheiten[Bearbeiten]

Wenn ein Spieler des Receiving Teams die begrenzende Linie vorm Kick überschreitet, gibt es eine Fünf-Yards-Strafe und einen neuen Kickoff. Überschreitet ein Spieler des Kicking Teams die Linie auf der der Ball liegt, bevor er geschossen wird, kann das Receiving Team wählen, ob es eine Fünf-Yards-Strafe und einen neuen Kickoff gibt oder ob der Return zählt und die fünf Yards auf das Ende des Spielzugs addiert werden.

Schafft der Ball beim Kickoff keine zehn Yards und wird auch nicht von einem Spieler des Receiving Teams berührt, so gibt es eine Fünf-Yards-Strafe und einen neuen Kickoff. Beim zweiten Versuch eines Onside Kicks, der die zehn Yards nicht schafft und nicht von einem Spieler des Receiving Teams berührt wurde, wechselt das Angriffsrecht an der Stelle, an der der Ball liegen bleibt oder vom Kicking Team gesichert wurde.[4]

Wird der Ballfänger beim Fair Catch bei der Ballannahme gestört oder gar getackled, so gibt es eine 15-Yards-Strafe. Ebenso wenn der Ballfänger einen Fair Catch signalisiert, dies aber nur dazu nutzt einen Spieler des Kicking Teams zu blocken. Durch das Signalisieren eines Fair Catch ist der Spieler nicht gezwungen den Ball zu fangen, er darf aber auch keinen Kontakt mit einem Gegenspieler haben, bevor der Ball von jemand anderem berührt wurde.[5]

Beim Kickoff kann kein Field Goal erzielt werden − dies geht nur bei einem Spielzug innerhalb der vier Versuche (Downs) der Offense. Wird der Ball beim Kickoff durch die Torstangen des Gegners geschossen, gibt es ein Touchback.

Entfernungen & Strafen in anderen Ligen[Bearbeiten]

Die oben dargestellten Positionen, Entfernungen und Strafen entsprechen dem Regelwerk der National Football League (NFL). Die Werte in anderen Ländern und Ligen weichen leicht von diesen ab.

Return[Bearbeiten]

Von den Spielern des Receiving Teams stehen, bei ein erwarteten normalen Kickoff, ein oder zwei Spieler besonders tief in der eigenen Hälfte. Je nach gegnerischen Kicker und dessen Schusskraft auch an oder in der eigenen Endzone.

Dies ist bzw. sind die Kick-Returner. Sie fangen den Ball und tragen ihn so weit wie möglich in Richtung gegnerischen Endzone zurück. Die anderen Spieler des Receiving Teams fungieren dabei als Blocker für den Returner. Der Return endet, wenn der Returner das Spielfeld verlässt, getackled wird oder einen Touchdown erzielt.

Beim Return sind − wie beim Laufspiel − keine Vorwärtspässe erlaubt. Der Spieler in Ballbesitz darf den Ball aber nach hinten per sogenanntem Lateralpass abgeben.

Lässt der Returner den Ball beim Fangen (auch bei einem Fair Catch) oder beim Return fallen, so ist dies ein Fumble und der freie Ball kann von jeder Mannschaft aufgenommen bzw. erobert werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bowy, Knitter, Rosenstein: American Football – Vom Kick-off zum Touchdown, Weinmann, Berlin 2002, ISBN 3-87892-054-7

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://sports.yahoo.com/nfl/news?slug=ap-ownersmeetings
  2. http://sports.yahoo.com/nfl/news?slug=ap-ownersmeetings
  3. http://www.nfl.com/rulebook/kickoff
  4. http://www.nfl.com/rulebook/kickoff
  5. http://www.nfl.com/rulebook/faircatch

Weblinks[Bearbeiten]